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Rheinisches Wörterbuch 
 
quer bis Querseule (Bd. 6, Sp. 1328 bis 1330)
 
  PfWB  PfWB  ElsWB  LothWB quer mhd.  Lexer quër,  Lexer quërch,  Lexer twër,  Lexer twërc, twërch ist im Rhein. über quers > gwē(r), –- in NSaarbg, Trier, WWittl, Bitb, WDaun, Prüm, SMalm entwickelt [Prüm auch -ęrĭχ]; dann tritt im Rip, SNfrk aus dem Nhd. in rein sinnl. Bed. ‘eine grade Linie kreuzend’ kwr, –ə-, –ēə-, –īə-, während hier in übertr. Bed. (‘wirr durcheinanderliegend, nicht richtig, geistig verwirrt, querköpfig’) die alte Bildung wers > w(r), –ēə-, –ēə-, –īə- gilt, meist tsə (tə) w. u. in Sieg tsənt w. [nur in der Selfk en't w. legge ‘quer liegen’ hat w. die sinnl. Bed.; du has de Klompe w. an nicht richtig, verwechselt MGladb, Erk]; im übrigen Geb. herrscht gwēr u. für Bed. 1 veralt. im Rhfrk fərgwr, lebendig für Bed. 2 u. tswrχ (veralt. für Bed. 1, lebendig Bed. 2); so auch an der Saar, im Hochw u. an der Mos von Trier (Stdt auch qwr) an, in May, Daun, Westerw (nicht kurköln. Neuw) tswr(ĭ)χ (uMos -χs); Siegld, Altk (Sieg), Waldbr, Gummb-Homburgisch, Lennep - Dabringhsn tswər; Gummb-Schwarzenbergisch twę; Wippf -ī-; Remschd, Wermelsk (u. kwa) twǫ; Lennep-Ronsd, Barm, Elbf -a-; Mettm, Sol, Ess -ę- [Sol-Burschd tsw-]; n. Ruhr u. lrhn. von Norden nach Süden bis zur Ürding-L. twas (dw-), -ars, –ar (Rees-Haldern kwas] u. an der Süd-Grenze bis Kemp u. Heinsb-Karken 1880 twęr, –ə-, –ęrs [kwēər Kemp-SPeter] [wars- in Zs.]; hier sind nur die Formen mit qu- behandelt; im übrigen s. wers, zwerch, zwers Adv.: 1. wie nhd.; qu. derdurch gohn (fahre); qu. ege (eggen); de Strich geht qu. durch et ganze Blatt; qu. erüvver der Länge nach rechtwinklig; do geht alles kreuz on qu. (mehr de Qu.) Rip, Allg.; gitsch on qu. Kemp. RA.: De kann de Spargele qu. freəte mit seinem grossen Munde Kref, Köln-Brühl. De gakst wie en Hohn, dat en Ei quersch stechen hot SWEif. Et hät sich

[Bd. 6, Sp. 1329]
secher ene qu. gesatz (ein Furz) bei Leibweh Rheinb-Stotzh; er geht schon zum Arzte, wonn him e Fost (Fist, Furz) qu. setzt wenn er sich ein wenig unpässlich fühlt WEif. Mer muss sech net qu. an de Weg legen nicht immer widersprechen Prüm; ech woll mech net qu. l. Widerstand leisten Köln, Bergh. Dot geht (kömmt) mech qu. gegen den Strich, sehr ungelegen; dot es em qu. gegonge nicht nach seinem Wunsche, misslungen Erk-Elmpt, Allg.; wat qu. nehmen verübeln Elbf, nach dem Nhd. Verbr. — 2. übertr. (nur für quersch des WMosfrk u. twersch (Berg), twars Klevld); das Rip u. SNfrk hat hierfür ze(te)wersch). a. verkehrt, in Unordnung, im Wege stehend; fehl gehend; on der Maschin os jet (ze) qu.; dem Übelgelaunten os alles (ze) qu.; et leit alles (ze) qu. wirr durcheinander Prüm, WEif. — b. Adj. widerstrebend, eigensinnig, verkehrt in Ansicht u. Benehmen, zornig, aufgebracht; e quersche Kerl (Hond); quersche Oge machen. Zu Besch (Kr. Saarbg) sen se quersch Neckspr.

ver- quer: fərkwər, dot geht (kömmt) mech v. gegen den Strich, ungelegen Erk-Elmpt, Köln-Stdt, Barm; auch Rhfrk: de Morge geht alles v.; et setzt v. nicht richtig, es klemmt sich.

Quer- in der Zs. geht teilweise über die Geb. mit quer hinaus; die WEif mit quersch bildet keine Zs. damit. Quer-axt -as Dinsl-Sterkr f.: Handwerkszeug des Schreiners. PfWB Quer-balken Rip, SNfrk, dazu Kobl, Daun, Ess, Dinsl-Hiesf m.: wie nhd.; bes. über der Scheunentenne, im Dachstuhl, Fachwerk, an der Egge, an der Wagenbremse. Quer-bau Mayf m.: Abbau des Dachschiefers in die Quere zur Strichrichtung des Gesteins. Quer-baum (s. S.) Rip, SNfrk u. Mörs, Sol, Gummb-Bielst, Kobl, Ottw-Tholey m.: Barriere, bes. bei Einfahrten [Langbaum des Wagens Mörs, Balken der Wagenbremse Sol]. Quer-beutel (s. S.) Trier-Schleidw, Wittl-Meerf, Elbf, Ess m.: -kopf, der stets anderer Ansicht ist wie alle Leute [einer, der durch allerlei Ränke Verlegenheiten bereitet Ess]. Quer-buckse -bots Köln f.: einer, der immer widerspricht. Quer-furche -fūər (s. S.) Rip, SNfrk, Mörs u. Gummb-Nümbrecht f.: wie nhd., bes. zum Ableiten des Regenwassers. PfWB Quer-holz (s. S.) n.: 1.a. Qu. am Wagen, Pflug, an dem die Zugketten eingehackt werden Ahrw-Sinzig, Sieg-Vinxel, Köln-Weiss, Jül-Daubenr, Heinsb-Hilfarth Kemp-SPeter, Geld-Straelen (mehr Werschholz, Werschels). — b. Rechenkopf Schleid-Scheven, Kemp, Ess. — c. Rauchfangstecken Jül-Stetternich. — d. Sitzstange der Hühner Rheinb-Hilberath. — e. Stecken, zum Anziehen der Bindseile Lennep, Jül. — f. Querbalken der Wagenbremse Simm-Kirchbg. — g. Anmachholz Birkf-Bundenb. — 2.a. etwas zom Qu. dohn zum Trotz Daun-Strohn. — b. verächtl. –kopf Erk-Elmpt, Dinsl; alter Junggeselle Koch-Wollmerath. Quer-heit -əht

[Bd. 6, Sp. 1330]
NSaarbg Sg. t. f.: -köpfigkeit, Ungezogenheit. quer-hörig Sol 1870 Adj.: -köpfig. Quer-klüppel -ø- Monsch-Vossenack m.: Rauchfangstecken. PfWB Quer-kopf -kǫp (s. S.) Rip, Nfrk u. Birkf. Kreuzn, Zell, Kobl, Trier, NSaarbg m.: 1. verächtl. einer, der immer widerspricht, launenhafter Mensch. — Qu.köpp Neckn. derer von Bo-Impekoven. — 2. Kaulquappe, Stechmückenlarve Bo-Stdt. quer-köpfig (s. S.) ebd. Adj.: wie nhd. Quer-mauer (s. S.) Rip, SNfrk, Bitb-Mettend f.: wie nhd. Quer-nagel Saarbr m.: verächtl. einer, dem nichts recht zu machen ist. Quer-ort Lennep, Mettm, Sieg, Geilk n.: -ahle des Schusters. Quer-pott MGladb-Odenk m.: -kopf. Quer-sack m.: verächtl. 1. eine dicke Person, bes. kleines, dickes Kind Saarbr. — 2. –kopf Elbf. Quer-scheit (s. S.) Prüm-Hallschlag, Heinsb-Hülhv n.: Sch., zum Anspannen der Zugtiere. Quer-schild -e- Prüm-Kopp n.: dass. Quer-schiene -ē:n MGladb f.: Querbalken beim Handwebstuhl. PfWB Quer-schlag in der Bergmspr. Allg. m.: eine senkrecht zur Strichlinie der Kohlen-, Erzschicht getriebene Strecke. Quer-seule -zȳ:l Düss, Kemp f.: -ahle des Schusters.