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Rheinisches Wörterbuch 
 
quaseln bis quaselig (Bd. 6, Sp. 1299 bis 1300)
 
  PfWB quaseln das Wort, zu nd. quasseln < dwas ‘töricht’, ist Rip (keine Belege aus Malm, Monsch, Aach), Nfrk allg. [dazu noch Rhfrk, Mosfrk aus Birkf, Wend-Nahbollenb Reichenb, Ottw-Uchtelfang, Saarbr-Bildstock Brebch, Saarl-Berus Roden Überherrn, Saarbg-NLeuken, Trier-Stdt (-ā-), Bitb-Irrel Wiersd, Prüm-Burb, Simm-Kellenb, Goar-Trechtinghsn NFell, Koch-Stdt, Kobl-Metternich Weissenthurm Bend, Neuw-Datzeroth Dierd, Altk-Seifen, Siegld], u. zwar -az- [in Heinsb auch -āz-; in Klev -az- u. -ā-; Rhfrk (s. o.), Siegld -as-] schw.: 1. langweilig, gezogen sprechen; viel u.

[Bd. 6, Sp. 1300]
unsinnig schwätzen; ohne rechten Zusammenhang dahersprechen; quasel net! nur keine Ausflüchte; quasel net, sag de Wohrhet; sech jet zesammequ. (zerechqu.); de quaselt jet doher; enen Onsenn (domm Züg, Dommereien) qu.; sech de Mul fuselig qu. Rip, Allg. — 2.a. im Wachstum nicht voranschreiten, kränkeln, von Pflanzen, Tieren, Menschen Ahrw-Hepping, Köln-Brück, Düss-Rating. — b. alles nur halb tun; unsauber arbeiten Sieg, Wippf-Pütz. — c. sich herumtreiben Sieg-Ägid. — Abl.: die Quasel(er)ei, dat Gequasel(s), der Quaseler, die Quaselersch, sech zerqu.

ab- quaseln: sich a., sich durch hastiges Arbeiten abmühen Sieg-Ägid.aus -quaseln: 1. etwas a., ausschwatzen Sol. — 2. sich a., sich aussprechen; quasel dech mar ut! Kref, Allg. nach -quaseln: einem n., nachsprechen Allg.ver -quaseln: 1. sich v., verplappern Allg. — 2.a. etwas v., verschleppen Bo-Küdinghv; unnütz vertun Elbf. — b. ein Kind v., verwöhnen, verzärteln. Kemp-Bistard Dülken.

Quasel m.: verächtl. 1. Sg. t. a. Geschwätz; sengen Qu. hale Rip, Nfrk. — b. ene Qu. an sech han viel Arbeit, Unruhe, Streit, Zank Sieg. — 2. -əl, Pl. -ələ a. f. schwatzhaftes Weib Allg. — b. unruhiges, quälendes Kind Altk-Hellert, Siegld. — c.α. knorriger Auswuchs am Baume Mülh-Rh-BGladb. — β. Schössling u. Wurzel an der Kartoffel im Keller uWupp 1870. — γ. Sg. t. viele zu kleine Baum- u. Knollenfrüchte; dat ös eine Qu.; op dem Baum hängk nücks wie eine Qu. Sieg. — δ. kleiner, im Wachstum zurückgebliebener Mensch Wermelsk.

Quasel- verächtl. in der Zs. -əl- u. -əlts-: Quasel-arsch Sieg-Fussh m.: eigensinniger Mensch. Quasel-backe Gummb-Wasserfuhr f.: Schwätzer. Quasel-bote -bǫt Sieg-ODollend m.: unsauberer Arbeiter. Quasel-bruder (s. S.) Erk-Baal, MGladb-Helenabrunn, Mörs-Capellen m.: Schwätzer. PfWB Quasel-fritz Grevbr-Aldenhv, Ess m.: dass. Quasel-hannes Waldbr-Wildbg, Duisb, Mörs-Orsoy, MGladb-Helenabrunn m.: dass. Quasel-kohl Erk-Elmpt m.: einfältiges Geschwätz. PfWB Quasel-kopf -kǫp Allg. m.: Schwätzer. Quasel-kunte -kont Klevld f.: dass. Quasel-manes -ā:- (-hermann) Köln-Stdt, Düss-Stdt, Duisb, Emmerich m.: dass. PfWB Quasel-maul (s. S.) Allg. f., n.: verächtl. 1. der Mund, als Organ des Schwätzens. — 2. übertr. Schwätzer. Quasel-meier Waldbr-Morsb m.: Schwätzer. PfWB Quasel-peter -ēăd- Siegld; -it- Altk, Gummb, Lennep, Neuss-Kaarst, Schleid-Blumenth; -pit Birkf m.: dass. Quasel-pott Sieg-ODollend m.: unsauberer Arbeiter. Quasel-schnute Berg, Ess f.: -maul 1, 2. Quasel-tante Kref-Lank f.: Klatschbase. Quasel-trine -drīnə Siegld; -tri·ŋ. MGladb-Rheydt n.: dass. Quasel-zeug -tȳχ Nfrk n.: einfältiges Geschwätz.

quaselig Adj.: 1. qu. schwätze; en qu.ə Mul han unsinnig schwätzen; ene qu.ə Kerl Rip, Allg. — 2.a. zanksüchtig Sieg-Fussh. —

[Bd. 6, Sp. 1301]
b. ungeduldig, zappelig, zu hastig Sieg, Köln-Stdt; von Kindern Siegld. — c. schwächlich Sieg-NDollend, Düss-Stdt.