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Rheinisches Wörterbuch 
 
Qualst bis quammelig (Bd. 6, Sp. 1282 bis 1284)
 
 Qualst -alst, Pl. -sdə (vgl. altklev. Theuton. qwalst) Bernk-Neumag f.: Wulst; wat hot den en Qu. Speck um den Hals hänken; en ganze Qu. Fett em Leif.

 PfWB Qualster das Wort mnd., nd., ndl. qualster, zu Quall gebildet, ist rrhn. von einschl. Siegld, NAltk (Sieg), Waldbr, Sieg allg. verbr.; lrhn. in Eusk, Bo, Köln, Bergh, Jül, Eup, Mörs, Klev, u. zwar -alstər [-ǫu- Sol; -ā- mErft, uWupp, Mörs; -altsər Mörs-Wardt Xanten, Klev-Goch Üdem; -alts Klev-Stdt], Pl. -ərn, –ərə, –ərs; doch unterscheiden sich zwei Geb. hinsichtl. Bed. u. Geschlecht: α. Klevld (s. o.) Bed. 1 u. m.; β. das südl. Geb. Bed. 2 u. f.: 1. m. Speichel, schleimiger, dicker Auswurf beim Husten, auf den Boden geworfen; hä, wat let dor en Qu. op den Dörpel (Türschwelle)! n. einschl. Ruhr, Klev, Mörs, dann noch in Düss, Elbf, Sieg-Eitorf Ägid, Köln, Bergh, Jül, Eup. RA.: He es soa geel wie en Qu.2. übertr. f. a. abgebrannter Docht Wippf-Claswipper. — b. Vogelbeerbaum Köln-Stdt. — c. auf Tiere u. Menschen. α. Baum-, Beerenwanze Allg. südl. Geb. RA.: Su deck wie en Qu.

[Bd. 6, Sp. 1283]
β. Blatt-, Schildlaus Sol. — γ. Kellerassel Sieg-Kuxenbg, Wermelsk. — δ. Maikäfer Siegld-Altenseelb Lützeln. — ε. Kröte Altk-Wissen. — ζ. auf Menschen verächtl. αα. en decke Qu. dickes, fahriges, faules Weib Verbr. im Geb. 2 u. Emmerich. — ββ. viel schwatzende Person Sieg-Fussh. — γγ. verheultes Kind Altk-Herdrf.

Qualster-balg Sieg-Süchterschd m.: verächtl. dicker Kerl. Qualster-mann Wippf m.: verächtl. giəllen Qu. einer mit gelbem Gesicht. Qualster-sack Bo-Stdt m.: verächtl. beleibter Mensch.

Qualsterich Siegld Sg. t. m.: verächtl. dicker, unmanierlicher Mann.

 PfWB qualsterig Adj.: 1. schleimig, vom Auswurf Düss-Stdt. — 2.a. dick, fettleibig Siegld, Sieg-Ägid Königswinter, Köln-Stdt. — b. et es mir qu. em Lif (Buch) ich habe ein unangenehmes Gefühl der Völle, fühle mich aufgedunsen Sieg, Neuw (kurköln.). — c. en qu. Gesecht mit Pusteln, Pöckchen Elbf. — d. qu. sind die Kartoffeln, die nicht sorgsam gekocht sind, zu spät abgeschüttet wurden u. so den rechten Geschmack verloren haben Sieg-Rhönd ODollend. — e. -ę-, qu. bröhne schlecht brennen Sieg-Fussh.

qualstern schw.: 1. schleimigen Auswurf auswerfen Verbr. wie Qualster 1, dazu Kref; -ald- verschleimt sprechen, ausspeien Saarbr (abseits). — 2.a. gequalstert (-a- u, -ę-) fettleibig, sich ungemächlich fühlend vor Aufgedunsenheit Sieg-Fussh. — b. seine Unzufriedenheit, sein Unbehagen durch Knurren kund tun Siegld; verdriesslich weinen u. dadurch lästig fallen, von Kindern Altk-Herdrf Wissen. — c. de Erdäppel sen jo gequalstert schlecht gekocht, dass sie nicht den rechten Geschmack haben Sieg-Rhönd. — d. der Ofen, das Feuer, die Lampe qualstert raucht, qualmt Siegld (Gequalster schlecht brennendes Feuer), Gummb-Derschlag Nümbrecht; -ę- Gummb-Faulmet Harschd Stdt, Waldbr-Bladersb Eckenhg, Altk-NFischb; -ę- langsam kochen, braten (intrans.) Altk-NFischb, Gummb-Stdt. — Abl.: die Qualster(er)ei, dat Gequalster(sch).

ab- qualstern: -ę- sich a., sich abquälen, abmühen Sieg-ODollend.ver -qualstern: -ę- zu Kochendes verbrodeln lassen Altk-NFischb.

quälstig -ę- Sieg-Fussh Adj.: fettleibig.
 
 
qualtern -a- (ebenfalls eine Weiterbildung zu Quall) Neuw-Erpel schw.: schwatzen, klatschen. — Abl.: die Qualter(er)ei, dat Gequalter(sch), der Qualterer, Qualtersterz.
 
 
Qualz ein verstreut bezeugtes mosfrk., ebenfalls zu Quall weitergebildetes Wort, -alts, Pl. -tsə(n) m., f.: 1. m. dickes Muskelfleisch Saarbr-Sulzb (abseits). — 2. f. a. wulstförmiger Auswuchs am Körper, bes. beim Vieh Bitb-NWeis, Daun-Strohn, Trier-Mehring (-ę-), Koch-Leienkaul, May. — b. schwere Erdscholle, beim Pflügen Neuw-Datzeroth Ettschd ORaden.

[Bd. 6, Sp. 1284]

qualzen Neuw-Datzeroth schw.: zusammenballen, z. wälzen.

Qualzer s. Qualster.

qualzig -a- Verbr. wie Qu. 2 b Adj.: dickschollig, von den Ackerschollen.

quam = kam s. bei kommen; Quäm -·ə.- = unfruchtbare Kuh s. Quene.
 
 
quämeln -ə, –ēə- SNfrk in Heinsb, Erk-Bissen KlGladb Rickelr; s. verquimeln, pümeln schw.: 1. absol. u. sich qu., sich zieren, im Benehmen, in Sprache u. Kleidung auffällig, zimperlich sein, bes. im Essen; quämel dech mar net grad so ärg!2. ein Kind qu., verpäppeln, verweichlichen. — Abl.: die Quäəmel(er)ei, dat Gequäəmel, der Quäəmeler.

Quämel -ə-, Pl. -ələ Heinsb-Effeld Myhl, Erk-Rickelr m., f.: verächtl. Zimperliese [Weib, das in üblem Gerede steht Aach-Stdt 1879].

Quämel-sack, Quämel-sterz (s. S.) Allg. m.: verächtl. einer, der quämelt.

quämelig Allg. Adj.: zimperlich.

quamm = kam s. bei kommen.
 
 
 PfWB Quammel -a·m.-, Pl. -ələ (s. Quabbel, Quaddel u. Bammel u. Schwamm) nur Aach-Stdt; verbreiteter das Adj. m. (f.): 1. Klumpen weicher, quabbelnder Masse. — 2. übertr. fettleibiger Mensch.

quammelig Sieg-ODollend, MGladb-Helenabrunn Adj.: sich ekelhaft, weichlich anfühlend, locker gebacken.