| Puppe das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk bop [uNahe, Simm -ǫ-]; Mosfrk pop, Pl. -bə(n), Demin. bebχə (-ę-, pe- u. Rhfrk Pl. auch -bərχər]; sonst pop [MülhRuhr, Berg ö. Ürd-L. -pə; Siegld, OAltk -bə], Pl. -pə(n), Demin. pøpχə(n), –kə f.: 1. wie nhd., in der Kinderspr. auch bubä(χə), pupā(χən); en Lappenp. ursprüngl., jetzt en P. met enem hölze, postelinge Kopp; met der P. spille Rip, Allg. RA.: Domm wie en P. Schleid-Hellenth; su klen wie e Pöppken Sol-Wald; so [Bd. 6, Sp. 1215]
leit (leicht) wie e Pöppke MGladb; so fein wie e Pippchen Saarl-Berus; esu kregel (munter) we e Pöppche Köln-Stdt; huffärdig wie en P. Aach-Breinig, Geilk-Birgden; en Mädche wie en B. Simm-Schlierschd; Fiss (Füsse) ewie e Pöppchen Bitb-Geichl; en Meilche (Näs-che) wie Beppercher so nett Simm (bei Rottm.); wie e Pöppche gohn geziert, steif MGladb, Allg.; dat (Mädchen) geht wie e P. am Droht (Draht) Trier. Ovve, do es et wie e Pöppche friseert; ongen, do es et met Kohdress (Kuhkot) beschmiərt Bergh-Hüchelhv. De Rock sett (passt) wie e Pöppke MGladb, Erk. De hält sech su stif we en hölze P. Köln; he könnt heragestelz we en h. P. Eup-Raeren, Verbr. Dat ös en Mensch (Weib) wie en h. P., hät ken Mämm (Brust) on och ken Fott (Gesäss) Sieg-Braschoss, Waldbr-Wildbg; de h. B., de h. B., die hät ken Arsch, ken Ben, ken Kopp! Altk-Wissen. Da's e Mensch wie en stene P. Dür. 1, 2, 3, Peppche met der Gei (Geige), 1, 2, 3, P. met dem Duddelsack, 1, 2, 3! Abzählr. Saarbr-Sulzb; üppken, Püppken, Rübezahl, ü., P., Knoll! Ess, Verbr. Dau hoscht de Bobbe du machst dich durch dein Auftreten u. Reden lächerlich Kreuzn-Laubersh; er hot de Böbbercher ist verrückt Kreuzn-Norh; hej hät en Pöppke Klev-Üdemerbr. Jedder Mensch hät sin P., womöt e spellt der Geschmack ist verschieden Geld, NBerg, — wo he mit danzt Ess. Doə(nn) sönd de P.ə an et Danze! da ist der Streit im Gange, ein Wortwechsel, der Krach, das Gepolter, jetzt ist es zu spät (aus dem Puppensp.) Aach, Allg.; dann kommen de P.ən an et D.; ek hatt de P.ən an't D. Klevld; dann sen all P.ə am d. on all Düvel am speie Eusk. Danz, Pöppche, d.; ding Schöngchere (Schühchen) sönd noch ganz; loss et dich net reue, der Schuster mat dich neue; danz, P., d.! Aach, Altk. Hopp, Mariännchen, Kaffeekännchen, loss dot Pöppchen dangsen; ech men, ech wör em Himmel gewest, do soss ech onger de Schangsen (Schanzen)! Sol-Burschd, mit vielen Var. Verbr.; wenn de P.ə danzen op de döre Schanzen (dornen Sch.) aus einem Kinderld. Grevbr. Et rent (regnet) Pöppcher sehr stark Köln. Krützwis leckt me de P.ən em Arsch! abschl. Antw., das ist zu viel verlangt Elbf. — Im Kindersp. Poppches mit der P. spielen Merz; Pöppkes spelen NBerg. Peppche es verborge von mehreren Kindern gespielt; ein Kind bleibt im Zimmer, während die andern das Z. verlassen; das K. im Z. versteckt nun einen kleinen Gegenstand u. ruft dann: P. es v.! die Kinder kommen von draussen hinein u. suchen den versteckten G.; der Finder darf nun verstecken Koch-Bruttig, Kreuzn-Hausen. Pöppche af ein Ballsp. Eusk. — 2. übertr. a. persönl. α. Pöppchen zierliches, nettes kleines Kind, Kosew. Allg.; s. auch Wickelp. — β. Pöppchen zierlich gebautes Mädchen, z. Frau Allg. — γ. Popp, Pöppchen verächtl. zimperliches [Bd. 6, Sp. 1216]
Weib, gefallsüchtiges W. Allg.; opgeblose P. hochmütiges W. Dür; en steif P. steife Person Ahrw-Westum; en hölze P. dass. Rip. — δ. Neckn. derer von Merz-Oppen; O., die P.ən; derer von Schleid-Sistig, Sestiger Pöppcher. — ε. Poppe verächtl. die Husaren von Kref. — ζ. Weibchen eines Stubenvogels Köln-Stdt, Düss-Stdt, Klev-Stdt. — η. P. von Insekten Allg. nach dem Nhd. — θ. Engerling Trier-Stedem, May-Polch, Ahrw-Gelsd, Eusk-Dürscheven, Bo-Walberbg, MülhRh-Bensbg, Sol. — b. sachl. α. aus Stroh. αα. Dachdocke aus Stroh unter den Dachziegeln, Dak-, Strüəhp.; P.ə make; de P.ə onger de Panne steəke Heinsb, Allg.; onder de P.ə unter dem Dache Klev. RA.: Die freten em de P.ən unger de Pannen ut die vielen Kinder des armen Mannes Heinsb-Millen. Dat geht (löf) bes en de P.ən (heren) ins Unendliche; he schlöf (setz em Wirtshus) bes en de P.ən (heren) über das Mass Rip, Allg. — ββ. Strohhülse um die Flasche Allg. — γγ. altes Strohband, mit welchem die Rebe festgebunden war u. das im Frühjahr beseitigt wird Ahr. — δδ. die zu verbrennende Strohfigur zu Fastnacht, Kirmes Allg. — εε. Gerste u. Hafer, je eine Garbe kreuzweise aufgestellt, an den vier Enden des Kreuzes je eine Garbe u. im Schnittpunkt eine G., das Ganze ist eine P. Neuw-Asb; auf Flachs Goar-Morshsn. — ζζ. Bund gehechelten Flachses, en P. Floss Kemp, Geld. — β. Docke Garn, e Pöppche Garn, Woll Bitb-Geichl, Eusk-Gymnich, Sieg-ODollend, Elbf, Rees-Wesel; en P. Lemmetsgarn (Wekengarn) Köln-Stdt, Remschd; Pöppke gehaspeltes Band Barm, Elbf. — γ. Wickel, Inneres der Zigarre; a jen P.ə in der Zigarrenfabrik beschäftigt Aach-Stdt, Köln-Stdt. — δ. Nikolaus- u. Weihnachts-, Neujahrsgebildweck in P.form, meist Hasen on P.ən Birkf, Saarbr, Merz-Michelb, Mos, Hunsr, uNahe, Westerw, Siegld, Schleid-Glehn; Helligemannspöppche Eusk. Proscht Neijohr, e Bretzel wie e Scheierdor, e P. wie e Oweplatt, were mir all metənanner satt; pr. N., e ganzer Sack voll Gässchor (Geissen)! Saargeb. — ε. das von der Näherin gebrauchte Gestell Allg. — ζ. höltere P. Spule am Spinnrad MGladb. — η. Peppcher Pl. kopfähnliche Auswüchse an den Kartoffeln Merz-Saarhölzb. — θ. Schnuller an der Säuglingsflasche Grevbr. — ι. pøpkə kleines Schlachtmesser Sol. — κ. Pflanzen. αα. wette P.ən Inkarnatklee Klev. — ββ. Pöppken Hagebutte Mettm-Sonnborn, Ess-Heidhsn (s. Wk. III 3). — γγ. Pöppche Aronstab Eusk-Wüschh. — δδ. Pöppche Klatschmohn, weil die Kinder aus der Blüte Puppen machen Neuw-Leubsd, Bo-Stdt Wesseling; Seidenpöppche Eusk. — λ. Pippche Pupille Saarbr-Lauterb. — μ. Donner Püppke! Fluch Berg. Puppen- in der Zs., wie –arm, –auge, –bein, –fuss, –geschäft, –haar, –hals, –kammer, –kleid, [Bd. 6, Sp. 1217]
–laden, –schachtel, –schuh, –schürze, –staat, –stube verstehen sich nach dem Nhd. von selber; dazu können diese Zs. u. noch viele andere gelegentlich gebildete die scherzh. oder leicht verächtl. Bed. annehmen ‘zu klein für den Zweck’, z. B. dat Mädche hät en P.föss-chen, — lig en enem P.bettchen; an dem Hus sen P.finstere; en P.tass, P.schirm, –schränkelchen usf.; dazu noch folgende Zs.: Puppen-bett Allg. n.: 1. wie nhd. — 2. übertr. zierliches, zu kleines Bett für den Menschen. Puppen-blätter (s. S.) Saarl-Hüttersd, Merz-Britten Nunk, Trier-Braunshsn, Malm-Amel Pl. t.: Pestwurz, petasites hybridus [Königskerze Merz-Britten; Huflattich, tussilago farfara Daun-Glees Jünkerath]. Puppen-blume pøbχəsblō:m Koch-Carden f.: Klatschmohn, papaver rhoeas (s. Wk. IV 19). Puppen-bügeleisen (s. S.) Düss-Stdt n.: sehr kleines B. RA.: E Fösske (Fuss) wie e P. Puppen-ditzchen Dür-Pier n.: Kosen. für ein kleines Kind. Puppen-dreck Köln, Bergh, Dür m.: in der RA.: Su feng (fein, zimperlich) wie P. Puppen-dreiss -drīt Kref m.: in der RA.: So fin (überfromm) wie gestote P. Puppen-erdapfel pøpkəsərpəl Kref m.: kleine Kartoffelsorte. puppen-fein Wend-Sien Adj.: sehr f., zart. Puppen-gerämse -jər:ms Eup-Raeren n.: verächtl. altes P.gestell. Puppen-geschirr -ęr Simm n.: 1. alles, was zu einer Puppe gehört. — 2. übertr. Ausstattung eines Säuglings. Puppen-haus -hȳs Mörs-Rheinbg n.: 1. im Auszählr.: In Kölle, dor stonn en P., dor keken drij Poppen üt et Fenster erüt; die erste spölne (spielte) Klavier, die twedde dronk e Glas Bier, die derde ging no Bonn on kofde sech dor wat Woll usf. — 2. übertr. sehr kleines, niedliches H. Allg. Puppen-jule -jūl Kref n.: verächtl. erwachsenes Mädchen, das noch mit Puppen spielt. Puppen-kasten m.: 1. Jänntje (Klasse) in de P.kast Kasperltheater Klevld. — 2. Dirnenhaus Elbf. Puppen-klee popə- u. pøpkəsklēwər Geld, Mörs, Klev; pøpkəsklī·ə. Kref m.: Inkarnatklee, trifolium incarnatum, auch russesser Kl. puppen-klink Eup-Stdt Adj.: hochfein; et woər noch ens p. agedoəhne. Puppen-kopf -kǫp m.: 1. wie nhd. Allg. — 2. übertr. a. zierlicher K. des Menschen. — b. dat es de rene P. ein schönes Mädchen (Frau) Rip, Verbr. Puppen-kram -:- m.: 1. alles, was zu einer Puppe gehört Rip, Nfrk. — 2. übertr. verächtl. minderwertige, wenig haltbare Ware, Tand, Flitter Köln, Aach, Düss-Stdt, Geld, Mörs. Puppen-laden pøpkəs- Barm m.: Spielwarengeschäft. Puppen-lappen Allg. m.: 1. L., aus dem man früher eine Puppe fertigte, u. L., für ein Pl.kleid. RA.: Nu krigse en Kind van P.! Ausr. der Verwunderung Rees-Wesel, Dür-Gürzenich. Jet van P. krige von grossem Schrecken ergriffen werden Dür-Gürzenich. Dat hät de P. zesammegesöckt (-gesucht) die Geburt des Mädchens hat lange gedauert Düss-Stdt. — 2. übertr. scherzh. Bett; et Kengk moss en de P. Düss-Stdt; ek gohn in de P. Emmerich. [Bd. 6, Sp. 1218]
— Zs. P.lappegottfred unordentlicher Kerl Eusk-Lechenich, -kroəm kaum verwendbarer Kleinkram Kref. Puppen-lapperei Geld-Schravelen f.: verächtl. et es all mar wat P. Flitter u. Tand. puppen-leicht (s. S.) Bo-Godesbg, Mörs-Orsoy Adj.: l. an Gewicht, l. zu erlernen. Puppen-leim -ī- Aach-Stdt m.: dat es va P. sehr leicht zerbrechlich. Timm, t., t., die Au (Alte), die es va P.! Ruf hinter einem Fastnachtsnarren. Puppen-lis-chen Aach-Stdt n.: verächtl. erwachsenes Mädchen, das noch mit Puppen spielt. | |