Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
Presbyter bis Presslinge (Bd. 6, Sp. 1097 bis 1098)
 
 Presbyter in den evang. Landesteilen, meist -ęspitər (an Pitter ‘Peter, angelehnt; scherzh. fręsp.) , Pl. -tər m.: wie nhd.; umschrieben; de N. es en den Stohl kommen; Pr.-Stüffken Sakristei Lennep-Lüttringhsn. — Auch -ęspitērium.
 
 
Preschel --, Pl. -ələ Eup-Raeren m.: Käsebecken, worin die grossen Würfelkäse, Weichk. geformt werden.
 
 
presemülen -ezəmȳlə  SNfrk in Kemp-Lobberich Süchteln, Geld-Leuth schw.: stundenlang an einem Fleck sitzen u. ein Thema behandeln u. dadurch lästig fallen; nörgeln; he soət do te pr. — Abl.: die Presemülerei, dat Gepresemül, der Presemüler.

Presennig s. Persenning; Presin I -īn = Zimmerdecke s. Bresin, Fresin.
 
 
Presin II pręze·ŋ., Pl. -·ŋ.ər Rip in Bo-Holzem Villipr n.: Wasserabfluss aus dem Keller.
 
 
 NRhWB  PfWB  LothWB Pres-kammer (s. S.) das Wort (s. Wk. Sakristei), zu Presbyter gebildet, ist Rhfrk, Mosfrk an der Nahe, an der Saar bis einschl. Merz, trier. Hochw, Zell (Hunsr), Simm-Bruschd Schneppenb, Kobl (rrhn.), Westerw (nicht kurköln. Neuw) verbr., u. zwar bręs-; doch -ęis- Kreuzn-Hennw Oberhsn, Birkf-Bundenb Mosbg, Wend-Breungenborn Kefersh Leitzw, Merz-BüschfKrettnich Michelb Nunk Reimsb Morscholz Wadern u. der trier. Hochw, Zell, Simm (s. o.), Neuw, Altk; -ēs- Merz-Zwalb (das Wort ist gegenüber Sakristei stark im Veralten) f.: Sakristei der katholischen Kirche [Birkf-Mosbg kath. Pr., evang. Kämmerche].
 
 
Presker -ęsk- NBerg in Elbf, Mettm Pl. t.: ausgebratene Fettstückchen, Grieben.

press, Presse s. folg.
 
 
pressen das Wort in nhd. Form -ęs- [selten -s-, wo vor -s- gedehnt wird] dringt ein, auch allmählich in das rip., nfrk. pārən- Geb. (s. d.) u. in das Rhfrk, Mosfrk, wo mdl. Beeren ausdrücken, quetschen gilt schw.: Beeren, Obst, Honig, Blumen pr., aus-, durchpr.; Stoffe pr., walken; auch dat es zesammegepress [gepresst beklommen Zell]. — Abl.: die Presserei, dat Gepress.

[Bd. 6, Sp. 1098]

 PfWB aus- pressen,  PfWB ein- pressen,  PfWB zer- pressen: nach dem Nhd.

press -ę- hier u. da LRip, Klevld Adj.: 1.a. dicht, gepresst Aach-Stdt. — b. knapp Klev. — 2.a. fertig, bereit; pr. sen Aach-Merkst, Dür, Bergh. — b. ech ben pr. habe Eile; Pr. han Köln-Stdt, Bergh. — c. Adv. immer Mörs-Wallach.

Press-äpfel -apələ Mörs-Essenbg Pl.: Rückstände von gepressten Äpfeln. Press-band Trier, WWittl, Bitb n.: Eisenband um die Presse 1 a. Press-blume (s. S.) Goar-Niederbg f.: Wiesenschaumkraut, cardamine prat. Press-brett Rheinb-Ersd, Bo-Waldrf, Mettm-Hochdahl (alle im parschen-Geb.) n.: Presse 1 a. Press-futter -vō:r Grevbr, MGladb (u. so wohl sonst nach dem Nhd.) n.: wie nhd. PfWB Press-kelter Bernk m.: die alte Traubenkelter. Press-klütt (s. S.) m.: Torf-, Braunkohlenklumpen. PfWB Press-kopf -kǫp m.: 1.a. Vorderteil der Eisenpresse, in den die zu pressenden Gegenstände geschoben werden NBerg. — b. Sülze aus feingehacktem Kalb- oder Schweinefleisch, durch Gelee verbunden Verbr. in den Städten. — 2. übertr. verächtl. a. dicker Kopf Düss-Stdt. — b. einer mit dickem K. ebd., Dür-Stdt. Press-kuchen -ō:- Altk-Birken m.: Pressrückstand beim Obstkeltern. Press-läppchen Aach-Stdt 1836 n.: L., zum Pressen von Beeren. Press-linge Monsch-Mausb, Kref-Oppum, Rees-Diersfordt Pl.: Pressrückstände beim Obstkeltern.