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Rheinisches Wörterbuch 
 
Prälat bis Prämie (Bd. 6, Sp. 1066 bis 1069)
 
  PfWB Prälat -t,  Pl. -tə(n) verstreut (s. u.) m.: 1. wie nhd., nach dem Nhd. RA.: Wo de Prälot försingk un de Münche Antwort gevve, do geiht alles got Köln-Stdt. — 2. übertr. brəlā:t a. geschwätziger Mensch Koch-Lutzerath. — b. he seiht aus wie e Pr. trotz seiner Krankheit noch wohl genährt Bitb-Badem.

prälaten -ęlā:tə u. -lęə  Selfk schw.: daherstolzieren. — Abl.: die Präläjerei.

Prälates -lā:təs , Pl. -əsən WMosfrk in Wittl-Binsf m.: verächtl. dickes, schwerfälliges Kind.
 
 
 PfWB prall das Wort ist nur selten, wohl nach dem Nhd., bezeugt Adj.: 1. dicht voll; der Sack es pr.,

[Bd. 6, Sp. 1067]
pr. voll Bernk-Mülh (-ę-), Kobl-Sayn, Eusk-Lechenich (-a·l.), MGladb, Klev. — 2. in der Wend.: En der pr.ə Sonn stohn in der stechenden Sonne Rip zieml. verbr.

Prall -a-, Pl. -·l.ən n. Ruhr (o. O.) m.: Hodensack des Ebers.

 PfWB prallen schw.: 1. etwas voll pr., einen Behälter voll pressen MGladb-Kleinenbr. — 2. nach dem Nhd.; der Wage wor an ene Bom geprallt; he prallde widder (op) en; zeröckpr. Mü-Eif u. so nach dem Nhd. bekannt.

Prall-schiene Saargeb. in der Bergmspr. f.: Sch. vor den Wettertürmen, damit diese nicht durch die durchgehenden Förderwagen beschädigt werden.

prallen I s. o. bei prall; prallen II = prahlen (s. d.).
 
 
Prälling -ęliŋ, Pl. -ŋə vereinzelt Klevld in Klev-Warbeyen m.: Weidensteckling, mehrere Meter lang.

pram -ā-, –a- = fest anschliessend s. folg.
 
 
Prame da das rip., nfrk. Wort, westf. prame, seltener mit br- anlautet (öfter in Jül, Geilk), meist mit pr-, muss es hier behandelt werden; -ā:m [absol. -mə Eup, Selfk; -a·m. Monsch-Stdt, Erk-Tüschenbr, Kemp-Grefr, Mülh-Overath, Bo-Volmershv, MüEif; -ę- Sieg-Scheiderhöhe Alsen Werfen; bra·m. Jül-NMerz] Schleid, Monsch, Eup, Jül, Aach, Dür, Bergh, Köln, vereinzelt Bo, Rheinb, Eusk, MülhRh, Gummb-Stdt 1880, Sol, Mettm, Düss, geschlossen im SNfrk, Geld, Mörs, Klev, Dinsl; Pl. -mə f.: 1. sachl. Werkzeuge. a. Klemmholz, ein mittelstarkes Holz, der Länge nach bis zur Hälfte gespalten, das man bissigen Pferden beim Beschlagen aufs Maul setzt (mit einem Seilring an einem Knebel), gerne wühlenden Schweinen auf die Nase, in das man den Schwanz des Hundes (zum Schabernack) zwängt; dem Perd, dem Ferken, dem Honn en Pr. opsetze (asetze), anschruve; de Pr. op de Nas setze LRip (s. o.), Nfrk (s. o.). RA.: Voll wie en Pr. Erk-Keyenbg. Enem de Pr. opsetze einen, der sich der Ordnung nicht fügen will, der nicht zahlen will, der beleidigt hat, willfährig machen Allg., auch Sol, Mettm; ich sall der nouch de Pr. op de Stetz setze! Bergh-Blatzh. — b. kleiner Amboss mit einer aus zwei Backen bestehenden Klemmvorrichtung, in der auf den Erl handgeschmiedeter Messer der Kropf mit der Opdriverspip getrieben wurde Sol. — c. Bandbremse an der Windmühlenachse, zum Stillsetzen oder Regulieren der Mühle; de Pr. dropschnite SNfrk, Klevld (s. o.). — d. Wagenbremse LRip, Nfrk (s. o.); -ę- Sieg-Scheiderhöhe; br- Alsen Werfen. — e. Vorrichtung zum Auspressen von Früchten, Honig MüEif, Gummb-Stdt 1880. — f. kleines Fahrzeug zum Transport von Gerätschaften, Kohlen usf. an die Seeschiffe Rheinschiff. — g. -a·m. Einzäunung für Schweine, auch Sauspr. MülhRh-Overath; -ę- Sieg-Honr Seelschd. — h. übertr. Zwangslage; de

[Bd. 6, Sp. 1068]
setz (es) ärg en de Pr. Monsch, Schleid, Rheinb, Bo [feste Stellung, aus der man nicht leicht etwas herausdrängt Schleid-Dottel]. — 2. persönl. a. Stechmücke bei Pferden Monsch, Eup, Aach, Jül, Nfrk (s. o.); Pr.ə spanne reizen Heinsb-Breberen. — b. übertr. verächtl. α. Wildfang, Range Aach-Stdt. — β. grosser, starker Mensch Aach-Eschw. — γ. einer, der alles haben will Heinsb. — δ. einer, der klagt, obschon er gesund ist Heinsb-Erpen. — ε. Prahler Aach-Stdt. — ζ. en decke Pr. dicke, bequeme Frau Bo-Vollmershv. — η. Natspr. Nachtschwärmer Eup. — θ. Neckn. für einen aus Geilk-Baesw.

pramen das Zeitw. ist nicht überall im Geb. von Prame vertreten u. anderseits bei voll pr. da, wo Prame unbekannt ist; -ā:-, –ā- im Geb. von Prame; doch in Erk, MGladb, Kemp, Kref, Mörs, Geld vielfach -a-; Eup-Stdt -a- u. -ę-; Köln-Stdt, Jül -ę-; Erk-Gerderath --; Kemp-Boish Amern SAnton -ę-; dazu, wo Prame nicht gilt, -ā:- Malm; -ę- Prüm [-ā:- Steffeln], uAhr [-ā:- Ahrw-Stdt]; -ā:- Sieg, MülhRh, Köln-Stdt, uWupp; -a- Düss-Ld; -ā- Dinsl, Rees; -ānən Gummb-Nümbrecht schw.: 1.a. etwas pr., fest anziehen, zusammendrücken, dazwischen klemmen; dät es te siəhr gepramt; jet dertöschepr.; jet faspr.; eine Karre Stroh, Getreide, Holz pr., mit Seil u. Knebel festlegen Allg.; ech hammer ene Fenger geprammp; Hunnig pr. MüEif; gepramde Luət gepresste Luft Eup-Raeren; wenn ein Obstbaum zu sehr ins Holz geht u. nicht trägt, wird unten ein Draht fest um den Baum gedreht, um die Saftzufuhr zu verringern, diesen Vorgang nennen die Gärtner pr. Jül. — b. den Wagen pr., bremsen Mörs, Klev, MGladb-Neuwerk Hoven. — c. einen Gegenstand in einen Behälter durch Schlag oder Stossen einzwängen; einen Sack etwa vollstopfen, vollpr.; ech han dat en de Schachtel erengeprämmp Allg.; mit einer Garbe stopfend die Dreschmaschine zum Stillstand bringen Düss-Kaiserswerth; gepram(m)t voll u. v. g. dicht gepresst gefüllt Allg. — d. einen pr., in eine Zwangslage versetzen MüEif. — e. dat prammp jo wenn etwas zu fest angezogen ist Erk-Rath; zu enge Schuhe, Kleider udgl. pr. drücken Sieg; der Sack prammp sech ist zu voll Sieg-Rheidt. — 2. übertr. a. sich vergeblich anstrengen Prüm-Steffeln. — b. sich brüsten, prahlen Lennep-Radevormwald, Aach-Stadt, Heinsb-Erpen. — Abl.: die Pramerei [Streich Aach-Stdt], dat Gepram(s).

an- pramen: 1. etwas a., fest anziehen, z. B. ein Korsett Kemp. — 2. dat prānt mer jo an passt mir so Gummb-Nümbrecht. auf -pramen: 1.a. das Hufeisen ufbramsə auf den Huf festmachen Bernk-Hunolst (abseits). — b. sich a., eng schnüren; sech oppramme wie ene Perek (Wurm) Aach. — 2. opgeprammp voll gespickt voll Aach, Kemp-Breyell. durch -pramen: -ā:-, sich d., sich

[Bd. 6, Sp. 1069]
durch etwas durchzwängen Malm, Bergh-Bedbg.ein -pramen: engeprā:mp eingezwängt Eusk; -ę·m.p Köln-Stdt.zu -pramen: zupressen Eusk.

pram -a- Siegld, Altk-NFischb [-ǫ- Herdrf Sassenr], Monsch, Bo-Godesbg Volmershv, Köln, Eup, Düss-NKassel, Kref-Strümp; -ā- Schleid-Hellenth, Rheinb-Odend, Ess Adj.: 1. fest anschliessend, f. gespannt, eng, gepresst gefüllt; pr. gespannt; pr. agekilt (angekeilt, z. B. vom Bauch, voll gegessen); pr. voll; der Sack es pr.; die Schohn sen mer jet pr.2.a. zu schwer, anstrengend; dat es dem Dier ze pr.; auch starker Tabak es pr. Siegld. — b. dem wird lichte pr. er bekommt Angst, fürchtet sich Altk-NFischb; prǫm hon dass. Herdrf, — sein Sassenr.

Pram-zange -:mta·ŋ. Sol 1870 f.: Z. zum Messerschalenpressen.

Präm -ę-, Pl. -·m.ə Sieg-Fussh m.: Pferch, eingezäunter Laufraum für die Schweine vor dem Stalle, Ferkespr. — Dör de Prämm gohn ausreissen Kemp-Lobberich (sonst Brän(de)).

prämen -ę·m.- ebd. schw.: einen solchen Zaun machen.

Pramasch -amā:, , Pl. -žə, –ə- MülhRh-Overath f.: Pferch, Schweinelaufraum.

pramaschen -amā:žə, –ə  ebd. schw.: zögern. — Abl.: die Prammascherei, dat Geprammasch, der Prammascher.

Prämse prę·m.s, Pl. -zə SNfrk in Geilk-Brüxgen Beggend Ütterath, Heinsb-Höngen f.: Wagenbremse.
 
 
Prämie Rhfrk, Mosfrk brmĭə , Pl. -ə(n) (-im Saarl-Nade); sonst pr- [-ē:m, –ī:-, Pl. -mə Köln-Stdt, MGladb-Nersen] f.: nach dem Nhd.