Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
Masche bis Maschinenplätz (Bd. 5, Sp. 920 bis 922)
 
 Masche -, Pl. -ə(n) f.: 1. Masche beim Stricken Verbr. ist das Wort in dieser Bed. in Goar (Rheinorte), Kobl, Koch-Laub, May, Ahrw-Neuenahr; lrhn. in Neuw. (nicht kurköln.), Altk, Siegld, Waldbr-Bettenhg Dattenbg [ganz vereinzelt ma Ahrw-Brohl, Bo-Stdt, Elbf, Mettm-Cronenbg (-ə), Neviges (-s), Düss-Benr, Erk-Elmpt, Mörs-Orsoy (m.), Rees-Elten (-s); doch wird das Wort ma nach dem Nhd. überall verstanden, bes. auch in der Zs. maə(n)dr:t [mdl. ist sonst Schlopp, Stropp]; die Form im Kerngeb. ist m, –ə(r) [doch mār, māə Neuw-Stdt NBieber Leutesd; m um Siegld-Weidenau; -ə- Gummb-Bergneustdt; -- Waldbr-Dattenf]; M.ə(n) falle (fahre) losse; M.ə(n) offange, ofraffe, fänge, opwerfe, zehle). — 2. Glied einer Kette Verbr. Simm-Heyw Sabershsn, Goar (ganz), Kobl, Koch, Zell (Mos), Bernk-Cues, Wittl-Bausend Hetzerath,

[Bd. 5, Sp. 921]
Daun (ganz), May, Aden, Ahrw, Neuw-Leutesd, u. zwar m, mə(r) [-- May-Andernach Ochtendung; -ā- Kobl-Moselweiss, May-OMendig, Ahrw-Heckenb Altenahr Sinzig Löhnd]; dazu tritt -ə- Lennep-Haarhsn Wermelsk; -- Ess-Steele; doch s. zu letztern Formen Morschel [das benachbarte Geb. hat Schach(t)el, Glid, Gleich].

maschen -a- Ottw-Neunk, Merz-Losh schw.: Strickmaschen fallen lassen.

an- maschen: zwei Strickereien miteinander verbinden, dass man die Verbindungsstelle kaum merkt Mörs-Orsoy.
 
 
Mäsche frz. mèche als mę, Pl. -ə Eup f.: Lampendocht.
 
 
Maschel -až- im Ablaut zu mužəl: 1. Sg. t. m. Unordnung, Schmutz Eup. — 2. -əl, Pl. ələ f. verächtl. dickes, watschelndes Weib Sieg-Ägid, Eup-Raeren.

Ge-maschels -až- Eup Sg. t. n.: Gemisch von schleimigen Sachen.

mascheln I -až- Eup, Aach schw.: absol. mischen, quetschen, kneten, im Nassen wühlen, wühlend durcheinanderwerfen, Unordnung, Schmutz hervorrufen, hörbar, geräuschvoll kauen. — Abl., die Maschel(er)ei, dat Gemaschel(s), der Mascheler.
 
 
mascheln II -ā-, –a- Saarbr, Ottw, Saarbg-Kreuzw; -ā- Birkf-Idar schw.: scherzh. mit vollen Backen essen, bes. von Kindern, frz. manger; der maschelt awwer immer gut; eich kann der et san, der hat emol gemaschelt; was get's do Gudes se m.? — Dieselben Abl. wie bei m. I.

maschen I -a- Saarl-Bous; -ā- Kreuzn-Wallhsn, südl. Siegld-Wilnsd schw.: dass. — Abl.: die Mascherei, dat Gemasch, der Mascher.

maschen II s. o. bei Masche.
 
 
Mascherang mažəra.ŋ., auch -a-  [-ramp Düss-Stdt] Verbr. Rip u. SNfrk in lm-Ma Weywertz, Ahrw-Remag (-zər-), Eusk, Rheinb, Bo-Stdt, Köln-Stdt, Bergh-Buir, Dür-Stdt Winden, Aach, Eup, Monsch, Heinsb-Dremmen Karken Saeffelen, Kemp-Dülken, Düss-Stdt Sg. t. m.: 1. verächtl. schmutziges Gemengsel, Mischmasch, bes. von Speisen Allg. — Im bes. a. Kohlen, gemischt aus grossen Stücken u. Gris Allg. — b. Stockfisch mit Kartoffeln u. Zwiebel gestovt Kemp-Dülken. — c. nasser Strassenstaub, Matsch Malm-Weywertz. — 2. übertr. a. gemeines Volk, Sippschaft, Gesindel Aach, Dür, Köln-Stdt. — b. ein grosser unterschiedsloser Haufen, grosse Menge, en (ganze) M. Köngder udgl. Allg. [in Köln-Stdt auch Pl., de Hück (Häute) en ganze M.ə opkaufe].

maschieren I = essen s. mangschieren; maschieren II = marschieren (s. d.); maschin(e) = wie es mir scheint s. bei scheinen.
 
 
Maschine das Wort ist allg., u. zwar maīn  [Saar ] [-nə NWErk, Geld; majīn Kemp; -i·n. verbr. Saarbg; -i·ŋ. Aach-Ld, Geilk,

[Bd. 5, Sp. 922]
Kref-Stdt, Elbf, Mettm-Cronenbg; -in Klevld]; Pl. -nə(n) [Aach-Stdt Sg. -īn, Pl. -i·ŋ.ər; Aach-Ld. Sg. -i·ŋ., Pl. -·ŋ.ər; Erk-Elmpt -nə u. -i·n.dər]; Demin. -īnχə(n), –nəkə, –ntjə f. [doch LRip von der Ahr an u. SNfrk noch vielfach, bes. für die alten Bezeichnungen n.]: 1.a. nach dem Nhd. jede mechanische Vorrichtung bei der Arbeit, Lokomotive, Damp-, Hack-, Dresch-, Häcksel-, Mäh- (Hau-), Näh-, Kamm- (Weberei), Spinn-Wurstm.; de M. löf (läuft) Rip, Allg.; he geht en de M. in die Fabrik Mettm-Haan. — b. im bes. α. Dreschmaschine, mit M. kurzweg bezeichnet man diese erste bekannte M. Allg., s. maschinen; an de M. in der Ernte Saarbg-Körrigβ. M. zum Abwinden der Seide NBerg. — γ. Kochherd, Futterkessel mit Feuerung Saarbg, Trier, Bitb, Prüm, Altk (in den Städten in der Spr. der Köche); eingemauerter Kessel mit Feuerung, zum Obstkrautkochen Altk; Viehkessel, zum Kochen des Futters Saar, Hochw. — γ. Bremsvorrichtung am Wagen; de M. zodrähjen Koch-Bertrich Müden. — δ. Fördermaschine; er es bei der M. Altk, Siegld. — ε. Kaffee-, Fleisch-, Kartoffelmühle Schleid-Hellenth. — 2. übertr. verächtl. a. sachl. α. grosses, ungefüges Ding schlechthin Aach-Stdt. — β. en M. mache eine tüchtige Figur darstellen, aufschneiden Siegld. — γ. scherzh. weibl. Geschlechtsteil; ich han de ganz M. gesönn Saarl-Berus; Geschlechtsorgan des männl. Tieres, Mannes; en alen Bock kann ok noch wat, wenn die M. do ongen (unten) noch geht Gummb-Berghsn. — b. persönl. verächtl. dickes, klobiges Weib; en decke M.; die (dat) es en M. wuərde!

Maschinen- in der Zs., wie –bauer, –deichsel, –fabrik, –gewehr, –haus, –meister, –öl, –putzer, –schacht –schopp (-schuppen), –steiger, nach dem Nhd.; dazu; Maschinen-bau Mayf m.: -haus in den Schiefergruben. Maschinen-baum -ō- Mörs, Geld m.: Deichselbaum an der Göpel-, Dreschmaschine. Maschinen-brille -īntsbrel Grevbr-Otzener m.: in der RA.: Setz dich der M. op, de süht drei Dag em förus (voraus)! Maschinen-gang Saarbg-Faha m.: Raum in der Scheune, zum Aufbewahren der Dreschmaschine. Maschinen-gerüst (s. S.) Saarl-Scheuern, Simm-Heinzenb n.: dass. Maschinen-harke -hęrək Kref-Lank f.: grosse Schleppharke an der Mähmaschine. Maschinen-juck Bitb m.: Obertenne bei der Dreschmaschine, die dazu dient, die Garben aus der Kastenplaz aufzunehmen, von wo diese zur Dreschmaschine hinabgeworfen werden. Maschinen-loch Simm-Külz, Bitb-Wettl n.: dass. Maschinen-platz -a- Eusk-Friesh m.: Platzgebäck (drei Plätze aus einem Pfund Weizenmehl, mit Butter gebacken u. Zucker bestreut), das die Arbeiter u. Arbeiterinnen morgens u. nachmittags zum Kaffee beim Dreschen mit der Dreschmaschine erhalten. Maschinen-plätz Ottw-Sotzw f.: — gang s. d.).