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Rheinisches Wörterbuch 
 
Lurk bis lurren II (Bd. 5, Sp. 636 bis 637)
 
 Lurk -u-, Pl. -kən ein nfrk. Wort in Gummb-Kotthsn Marienheide Wolfslast, Wippf (nfrk.), Lennep-Radevormwald, Kemp-Breyell u. -o- abseits Sieg-Fussh m.: verächtl. verschlafener, träger Mensch; f. träges Mädchen.

 PfWB  ElsWB lurken Lennep-Radevormwald schw.: schläferig, träge herumsitzen oder liegen. — Abl.: die Lurkerei, dat Gelurke.

lurkig Verbr. wie Lurk Adj.: müde, matt, träge, bes. wenn man schlecht geschlafen hat.
 
 
Lurke ein Wort vorzügl. an der uMos u. in May, u. zwar lur(ə)k Goar-NFell, Koch-Greimersbg Wirfus, Kobl-Rübenach, May-Allenz Kehrig Mertloch Trimbs; -ø- May-Stdt; sonst in Zell-Mastershsn, Koch, Kobl u. abseits Bo-Stdt -o-, Pl. -kə f., m.: kräftiger Speichelauswurf [Kruddegelörks Froschlaich May].

lurken schw.: 1. -u-, –o- kräftig Speichel auswerfen Verbr. wie Lurke u. abseits -- Ess-Werden; de Sau hat de ganze Bodem voll gelurkt Allg. — 2. -ø- saugen Klev. — Abl.: die Lurkerei, dat Gelurk(s).

lurksen -o- Koch-Pommern schw.: lurken 1.
 
 
Lürke lrək, Pl. -kə (s. u. Lürpe) Geld-Leutherheide f.: Rinne, Wasserlauf.
 
 
ab-lurksen Aach-Eschw schw.: einem etwas a., abschmeicheln.
 
 
Lurm -m, Pl. -mə in zwei Geb., an der Nahe u. im SNfrk m.: 1. sachl. a. -o- langer, fleischiger Wurm in sumpfiger Erde Geilk-Ütterath; -ø- Heinsb-Kirchhv; -o- langes, wurmartiges Gebilde Erk-Körrenz. — b. -o- jedes Stück vom tierischen Eingeweide, Darmfetzen Jül-Linnich, Erk-Keyenbg; -u- Kemp-UWeiden. — c. lø·r.mkə n. Fettschicht auf der gekochten Milch Kref-Linn. — d. lorəm das Laufen, die Bahn einer Kugel in nicht gewünschter Richtung Eusk-Billig (abseits). — 2. persönl. verächtl. a. -u-, –o- Weib, im Sprechen u. Arbeiten langsam, träge u. energielos; ene fule, schlodderige, alde L. MGladb, Erk, Grevbr-Wickr, Kemp-Grefr; lange L. langer, schlapper Kerl, auch vom Pferde Erk-Rath; longə lørm langer Faulenzer Heinsb. — b. lormə Sg. u. Pl. linkischer

[Bd. 5, Sp. 637]
Mensch, fauler, starker Mann Ottw-Hangard, Wend-Reichw Schwarzenb Heimb (lorm) Werschw, Birkf-Wickenr; lūərməs Birkf.

Lurmen s. o. bei L. 2 b.

lürmen -ø- Heinsb schw.: faulenzen, sich rekeln. — Abl. die Lörmerei, dat Gelörm(s).

Lürmes -ø-, Pl. -əsə ebd. m.: ene longe L. langer Faulenzer.
 
 
lurmen lurəmən Prüm-Leidenborn schw.: leise für sich allein singen, summen; s. lurelen bei lure. — Abl.: die Lurmerei, dat Gelurms.

lürmen = faulenzen s. o. bei Lurm; Lurmen-blatt = Lorbeer- (s. d.).
 
 
Lurpe lorəp, Pl. -pə vereinzelt Kemp-Stdt Vorst f.: wie eine Raupe aus der Nase hängender Rotz; de L.(ə) optrecke.

Lürpe lørəp, Pl. -pə Kemp-Kaldenk f.: Wasserrinne, vom Regen ins Feld gerissene Furche. S. Lürke.

Lürp-düppen lørəpdøpə Kemp n.: Kind, das anhaltend schreit.
 
 
lurpsen lorbsə schw.: 1. schlürfen, beim Essen der Suppe Wend-Heimb. — 2. einen Sprachfehler haben, bei dem man kein ‘s’ aussprechen kann Kreuzn-Stdt. — Abl.: die Lorpserei, das Gelorps.

Lurr = Lauge s. Ludder.
 
 
Lurre lu·r., Pl. -·r.ən Eup-Raeren f.: Laune; he hau (hatte) geng van de beiste L.ə; Absicht, Neigung; de hat noch ens L.ə, för sech ze verändere.
 
 
lurren I -u- Eup-Stdt schw.: betrügen bei der Arbeit, herumstehen u. nichts tun; doch s. lauern. — Abl.: die Lurrerei, dat Gelurr.

Lurr-kobes -ū:b- ebd. m.: Tagedieb. lurr-wendig lu·r.wę·n.ĭχ Malm-Vith Adj.: verdreht.

 PfWB Lurres lu·r.əs, Pl. -əsən Prüm-Leidenborn m.: träger, lumpiger, verkommener Mensch.
 
 
lurren II, lürren Verbr. Siegld, OAltk, Gummb, u. zwar Siegld løărn, –eă-; OAltk lø·r.ə; Altk-Wissen, Gummb-Kleinenbernbg lo·r.ən; Gummb-Homburgisch Berghsn Wiehl Stdt lø·r.ən, –ør- schw.: 1.a. brüllen, vom Vieh. — b. vom Menschen, laut schreien, weinen, bes. von Kindern. — 2. heulen, vom Winde Allg.; pfeifend lodern, vom Feuer; dat Füər lörrt arg dürch de Oəwenspipe; et lörrt so düchtig, as wenn vi en Ossen (Ochsen) broən süllen Gummb. — Abl.: die Lörrerei, dat Gelörre (auch ‘Gerümpel, übermässige Arbeit bei zu grossem Grundbesitz’ Siegld-Grund OSetzen).