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Rheinisches Wörterbuch 
 
Licker bis lidd-lich (Bd. 5, Sp. 443 bis 445)
 
 Licker -ig- Ottw-Eppelborn Sg. t. m.: Pferdefleisch, –wurst.

Licker-gaul Simm-Schönborn m.: Halfterpferd.

lickerlei = einerlei, lickersch = trotzdem, lickes = gleich s. bei leiche.
 
 
Lickster -ikst-, Pl. -stərn OBerg in Gummb, Wippf f.: 1. Drosselart, Misteldrossel; me hät Gietlinge un Drosseln, Behmern, Dubbeln, Seemiərlen un L.n.2. Rufn. für eine Kuh.

Lickstern-kraut (s. S.) Wippf n.: Mistel.
 
 
 PfWB Lid I n.: 1. let, Pl. -tər(s) Deckel, Klappdeckel, der sich um ein Scharnier bewegt, z. B. auf Schweinetrögen, Kannen udgl., ndl. lid Geld, Mörs, Klev, Rees; -i- Rees-Ringenbg Haldern.

[Bd. 5, Sp. 444]
RA.: Wen et önderste üt de Kann häbben well, den schleht et L. op de Nös Allg. — 2. līt, Pl. līrə Augenlid Simm; lī:t, Pl. lī:dər Trier-Stdt; lit, –e-, Pl. -dər Rip; let, Pl. lēər SNfrk; let, Pl. -tə u. -tərs Klevld; et L. es jo ganz rut; de Lidder fallen em zo van luter Schlof Rip, Allg. — Statt des Simpl. steht mehr Augenlid, –deckel.

Lid-auge lidō:, Pl. -o·u.ə Eup n.: Augenlid. Lid-haare lethr, –hrkəs Klev-Pfalzd, Rees-Dornick Pl. t.: Wimpern.
 
 
 NRhWB Lid II let, –i-, Pl. -dər Rip (aber nur noch selten neben dem häufigern jlet, das im Rhfrk, Mosfrk, Berg ausschliessl. herrscht); lēt, Pl. lēər Selfk; let, Pl. -tərs Klev n.: 1.a. Glied, Gelenk am Körper, bes. Fingerglied. — b. Kettenglied. — 2. übertr. a. let Sg. t. ¼ von der Kuh oder anderm Hornvieh Kemp-Stdt (sehr selten gebrauchtes Wort); ə līət ⅓ oder ¼ Ziegelstein Kemp-Amern. — b. lēden Pl. t. Genossen, Kameraden; onder L. en Frönde Emmerich.

Lid-gängchen litję·ŋ.χə Aden-Nürbg n.: gemeines Labkraut, galium mollugo. Lid-lohn litlū:n Malm-Reuland, Sieg-Much (völlig veralt.); lēt- Dür-Stdt 1860 m.: Bezahlung des Gesindes, Tagelohn. Lid-lot letlōt Klev-Calcar n.: Längemass. Lid-ohr let- Gummb-Berghsn n.: ein eiserner halber Ring mit zwei Seitenflächen, worin die Löcher für die Nägel sind, am Boden des Kastenwagens für die beiden Rungenstützen. Lid-wachs lewāəs Eup-Raeren m.: Auswuchs am Körper. Lid-wasser (s. S.) lit-, meist lei- Rip [lik- Grevbr-Kapellen]; le- Eup; le·i.- Aach; lī·ə.- Heinsb, Erk, Kemp; le·i.- Heinsb-Millen Süsterseel, Geld, Klev; lē- Mörs, Rees [le- Dinsl-Hünxe] n.: wässeriger Erguss in ein Gelenk, meist in das Kniegelenk, bes. auch bei den Kälbern. RA.: Hej hät et L. in de Kneə (Ben) er ist bezecht SNfrk, Klevld.
 
 
lidderig, lidderlich das Wort, im Abl. zu ladderig, lädderig, lodderig, lüdderig, ist als līrərliχ im Rhfrk verbr.; -idəriχ Saarbr, Saarl, Merz, Trier-Stdt (-liχ); -ed- Trier-Ld, Wittl, Bernk, Daun; -īd-, –īăd-, –ēd- Saarbg, Trier-Mos, Bitb; -id- Prüm (also im WMosfrk); lerərliχ Siegld; dann lidə(r)liχ, –ed- Rip, Eup, MGladb, Kref, Heinsb-Dremmen, Elbf, Sol, Mörs-Neuk; ledəliχ Aach-Stdt Adj.: liederlich, verkommen, schlecht, verludert, träge, unordentlich, von Menschen; nachlässig, schlecht, unordentlich, von der Arbeit; dat es ene l.ə Kerl (Puərsch, Patrun usf.); en l. Mensch Weib; en l.ə Gesellschaf; en l.ə Arbet (Werk, Krom); en l. Hus verrufen Rip, Allg.; dat es en l.ə Schwaf (Schwabe) verkommenes Weib Aach-Stdt; die Kinder laufen zu Fastnacht hinter der Maske einer ‘Alten’ (Au) her u. singen: Au Katzau, leddelije Au! Aach-Stdt, Eup-Kettenis; l. Bensberg Neckn. für MülhRh-Bensbg. RA.: L.ə Vügel mache l.ə Nester Köln-Stdt. To gotwellig (gutwillig) es half l. Sol. Sechsmol s. es s.undreissig, es der Mann och noch su flisseg un de

[Bd. 5, Sp. 445]
Frau es l., geiht de Wertschaf hinger söch Köln. Hopp Mariännche, h. M., loss dat Peppche danzen; eich sein l., dau bes l., seimer zwei l.ə Lumpe usf. Bernk. — Adv. leicht, ohne Mühe (bes. zu Geld zu kommen) Trier-Heidenbg; dat darf hen net eso l. duhn so ohne weiteres Trier-Mehring, Bitb-Hütting, Prüm-Mürlenb.

Lidderich ledəriχ, –īd-, –ēd-, Pl. -χən Saarbg, Trier, Wittl, Daun m.: Liederjan, Nichtsnutz, träger, nachlässiger Mensch, bes. auch Trinker, Spieler. — E Bruder Lidderlich Trier-Stdt.

lidderichen līadrĭjən Bitb-Rittersd schw.: faulenzen, herumlungern, Trunkenbold sein.

 PfWB  ElsWB  LothWB ver- lidderichen etwas vərlīrərliχə verludern, verprassen Simm; -ed- Wittl-GrLittgen.

 PfWB Lidder-jann lidərja·n. Köln-Stdt m.: liederlicher Mensch. Lidder-keit -idəriχ- Allg. Sg. t. f.: wie nhd. RA.: Ze gut (de Guthät) es e Steck von der L. Rhfrk, Mosfrk. Et as esu schmeier worm (drückend warm), mer kennt emfale vu (von) L. (Trägheit) Bitb-Seimerich. Lidder-lump ledərlǫmp Eup m.: schlechter Kerl.

liddig = zerbrechlich s. littig.
 
 
lidd-lich Adj.: 1.a. litliχ leidlich, ziemlich Aach-Stdt; lidĭχ Sieg-Ägid; līərliχ leicht, zierlich Monsch-Rohren. — b. ledəlik wahrscheinlich Heinsb-Karken. — 2. letlĭχ geschmacklos, vom Essen Monsch-Imgenbr.