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Rheinisches Wörterbuch 
 
Lafette bis Lafutten (Bd. 5, Sp. 36 bis 38)
 
 Lafette -t , Pl. -tə(n) f.: 1. nach dem Nhd. bekannt. — 2. übertr. a. laft Sg. t. verächtl.

[Bd. 5, Sp. 37]
Mund, in der Wend.: De L. hänke losse Kreuzn-Strombg Wallhsn Winzenh; -fęt Kreuzn-Stdt, Wend-Baumholder Freisen. — b. lafętən Pl. verächtl. Waden Koch-Leienkaul.
 
 
 NRhWB laff laf Verbr. in Siegld, Sieg, MülhRh, Berg, n. einschl. Ruhr, Klev, Geld, Mörs, Kemp, Kref, MGladb, Erk, Grevbr, Aach, Eup (-ā-), Malm, Rheinb, Köln Adj.: 1. fade, schal, zu wenig gesalzen, unschmackhaft; en l. Eəte; en l.ə Bröh; de Zupp schmeckt l. Allg. RA.: Su l. äs Schöttelwater (Spülwasser) Sol. — 2. übertr. a. vom Geschwätz, nichtssagend, kindisch, ohne Witz; l.ə Kol (Kall), l. Geschwätz (Tüg) Allg.; l.ə Tälle (Erzählungen) levere; alles Bäu (Flanell) en (u.) l.ə Täll Eup; l. schwätzen (kallen, proten) Allg. — b. et es mech ganz l. übel vor Hunger Düss-Volmerswerth. — c. willensschwach, feige, haltlos, albern, geistig schwach, ohne Witz; ene l. Kerl (Mensch, Bengel); ene L.(ə) Allg.; ene l.ə Pinsel Düss-Volmerswerth, — Gempel Kemp-UWeiden, — Hals MülhRuhr, — Meərl (Amsel) Erk-Elmpt; sech l. make sich auffällig benehmen MGladb-Rheind.

 NRhWB Laff-sack Düss-Stdt m.: eingebildeter Mensch. Laff-tarte -tāt Aach-Stdt f.: ein Frauenzimmer, das nicht energisch u. so zu nichts zu gebrauchen ist.

Laffes lǫfəs, Pl. -əsə Heinsb-Erpen m.: nachlässiger Mensch.
 
 
Läff lęf OBerg in Waldbr-Obernau Wildbg, Gummb-Bergneustdt Sg. t. n.: verächtl. Zunge; streck dat L. nit so erus; auch Mund, he sperrt dat grosse L. op wi ən al Kuh. — Laff f. Maul Birkf-Herrst. — Läff n. Herz des geschlachteten Schweines May-MüMaif.

laffen -af- nur vereinzelt, doch in engem Geb., Neuw-Asb Limb Strauschd Waldbreitb, Sieg-Fussh ODollend schw.: 1. mit langer Zunge lecken. — 2. übertr. (derb) küssen. — Abl.: die Lafferei, dat Gelaffs.

ab- laffen, an- laffen, auf- laffen, aus- laffen, be- laffen: mit entsprechender Bed. Glich Veh belaff sech geərn Gleich u. Gl. gesellt sich gern. — Etwas b., begaffen Neuw-Linkenb.

Läff-fing lęfę·ŋ. Eup-Stdt Sg. t. m.: der Zeigefinger (anderswo Leckfink genannt, woraus L. auch entstanden sein kann). Läff-kobes lafkō:bəs Neuw-Asb m.: einer, der zu gerne küsst.

Läffches-blätter = Efeu (s. d.).
 
 
lafidde  MGladb: en, twei, two, l., l., lafo, lafudde, l. l., lafitt, lafudde, lafudde, lafo, der Bur kann net bös twentig tälle, tw. send er do! das Kind macht bei jeder betonten Silbe einen Strich auf die Schiefertafel.
 
 
Lafing lafe·ŋ., lav-  Rip in Rheinb, Bo, Bergh, Dür Sg. t. f.: de blo L. giftiger Rotlauf bei den Schweinen, die blaue Flecken auf den Rücken bekommen; Bloveng Dür-Geich.

lafo, lafudde s. bei lafidde.
 
 
Lafü lavy oder avy Kemp-Amern SAnton:

[Bd. 5, Sp. 38]
L. duəhn Haschesp., wobei ein Paar mit angefassten Händen andere Paare einzufangen sucht.
 
 
Lafuddisch lāfudi  Koch-Brohl Sg. t. m.: scherzh. Durchfall, Diarrhoe.
 
 
Lafumme lafu·m., –o-, lav- , Pl. -·m.ə(n) das Wort ist von Simm aus über Goar, uMos, May, Neuw, RRip, Sol, Elbf, Düss, LRip, Neuss, Kref, MGladb, Eup verbr., je nach Geb. ein verschiedenes Instrument bezeichnend f. [m. Eup]: 1.a. scherzh. dicke Trommel, de deck L. Simm, Goar, uMos, May, Neuw, Sieg, Ahrw, Eusk, MüEif, Aach. RA.: Nau schlah doch die L. dorin! Fluch Goar-Boppard. — b. Tamburin, Schellentrommel, zur Tanzbegleitung; de L. schlohn Verbr. in den andern Geb. Ens (einmal) möm Fenger, ens möm Dumm schleht mer immer de L. Neuss. — c. scherzh. Bassgeige Klev, Aach. — d. flaches Lineal, mit einer Kordel überspannt, die zur Erzeugung eines Tones gezupft wird (o. O.). — 2. übertr. a. sachl. α. scherzh. das Gesäss, bes. der Kinder; du kris jet op (für) de L.; e krit es op de L. Hiebe; op de L. falle MüEif, Bo, Köln, Elbf. — β. ein bes. grosses Butterbrot Köln-Frechen, Kemp. — b. persönl. α. en decke L. dickes, watscheliges Weib Verbr. wie L. 1 a. — β. fiese Lawomm widerlicher Mensch Rees-Wesel.

Lafummen-schläger lawu·m.əl:jər Düss-Stdt m.: 1. einer, der das Tamburin schlägt. — 2. übertr. scherzh. das grosse Hebammentuch (auch Nawumme-).
 
 
Lafunzel , Pl. -ələ Zell, Neuw f.: verächtl. schlecht, qualmend brennende Lampe.

lafunzelig  MülhRh-Forsb Hoffnungsth Lüghsn Rösr Adj.: et es mir so l. übel, ich bin nicht ganz wohl.

Lafur = Waschbecken s. Lavor.
 
 
Lafutten  Daun-Strohn Pl. t.: geringe Mühe zur Zielerreichung.