| NRhWB Leiche das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk laiχ, –ęi-, mehr -χt [Birkf-Idar -ē-]; Mosfrk lęiχ, –ei [Bd. 5, Sp. 331]
[Merz-Stdt -ā-; Prüm, Malm -e-]; Rip liχ, im LRip -ī-, selten -ē-, –ei- [Schleid-Hellenth liχə(n); Köln-Stdt liχ u. -ei-]; OBerg lik; NBerg līk(ə) [Mettm-Cronenbg līk(ə) Bed. 1 a, līk Bed. 2 b]; SNfrk līk; Klevld lik; Pl. -χə(n), –kə(n) f. [Klev, Rees n.]: 1.a. die nhd. Bed. fehlt Rhfrk völlig oder ist hier u. da erst jüngst aus dem Nhd. aufgenommen; auch die übrigen Geb. verwenden in echter MA. lieber wie das Rhfrk e(ne) Dode(n), z. B. se han ene Dude fonne (gefunden); em Rheng kom ene D. geschwomme; do en dem Hus lig dene ihr Motter om Schof (Schaub); wellste es (einmal) us (unser) Motter (om Schof) sehn; neben dieser Umschreibung für den Begriff ‘Leiche’ hört man im Rip, Nfrk, seltener Mosfrk auch de L. lig at (schon) drei Dag (om Schof); dohn der Hot af, do lig (es) en L. em Hus; de L. lig noch üvver Erd; de L. üttrecke, — wäsche, — bohren, — opbohre; de L. en de Lad dohn; de L. belüe, — owerlüje (SNfrk, Klevld), — erusdrage, — — drage; de L. en de Erd dohn, — begrave, — versupe beim Beerdigungsschmaus (Kemp-Vorst); met der L. bedde (beten) wenn in der Kirche der Tod bekannt gegeben wird MülhRh-Heiligenhaus; L. beəne wobei die Nachbarn drei Tage nach dem Tode eines N. jeden Abend ins Haus beten gehen MGladb; de Warzele an der L. afbedde Rip, Nfrk. — En dude L. Aden-Jammelshf, May-Galenbg; en afgestorwene L. Barm; en schäddelege L. ein Toter, der eigentlich noch leben müsste, z. B. der Vater oder die Mutter kleiner Kinder; dat es keng sch. L. dessen Tod bedeutet für niemand einen Verlust Malm, Monsch. — RA.: De Kerl süht ut wie en L. Rip, Allg. — en opgewärmde L. MGladb-Rheind, Kref-Fischeln, Mettm-Schöller, — en lebendige L. Ahrw-Kalenborn, — en wandelnde L. nach dem Nhd. verbr., — wie en duəde L., — en L. op Urlaub krank Elbf-Hahnerbg, — verschütt (verschiesst) wie en L. MGladb-Odenk; he es wiss (weiss) (bleich, blass, gel) wie en L. Allg.; er is so strack wie en L. Ottw, Saarl, — stif wie en L. NBerg, Selfk, — kalt wie en L. Daun-NEhe, Neuw-Jungeroth, Grevbr-Beckr, Geilk-Teveren, Heinsb, Barm — stell (stomm) wie en L. Grevbr-Beckr, Barm; en Klüər (Farbe) wie en L. Aach, Geilk; en Färf wei en L. Saarbg-Palzem; en Fratz wie en L. Bo-Walberbg; et es so rühig, als wenn en L. em Haus wör Altk-OIngelb. Noch en Woərt (ene Schlag), on du bes en L.! Drohung, nach dem Nhd. verbr.; ich schlag (mach) dich zur L.! Rhfrk, uMos, Aden. De es alt (schon) ne halwe L. auf den Tod krank Barm. Er geht iwer L.ən nach dem Nhd. Rhfrk, Mosfrk. Ek siehn de L. all (schon) fahre das Unternehmen wird erfolglos bleiben oder traurig enden Kemp, Geld. De Fröchte welle net met hör ege L. gedöngt sin Heinsb. — En Blom buter der Tit göft en Brut (Braut) odder en L. Nfrk. Kiərsch on Blöh an [Bd. 5, Sp. 332]
ene Struss brengt en Brut odder en L. en't Hus Erk-Doveren. Drei Lampe zeglich bedügge (bedeuten) Huhzick odder en L. LRip, SNfrk, Klevld, — en einem Rik göt en Brut odder en L. Sol. Sonndagse L. schlätt (schlägt) de Wek (Woche) nit quitt steht Sonntags eine L. über der Erde, so folgt in der Woche noch eine Geld-Schravelen, — schleht er en de Weək en (eine) quit Kemp (der Glaube ist verbr.). En Frungsonnigsleich (Quatembersonntags-) macht de Kirchhof reich WEif. Schreit de Ül (Eule): Lick, L., dann güt et bal en L. Gummb (dieser Glaube an die Todesbotschaft der Eule, des Käuzchens ist allg.; s. bei Kauz). Wenn en L. en Herd (Anzahl) Stonnen nom Sterwen noch wärm es, dann stirft geschwenn änen aus der Verwandtschaft Saarbg-Rodt. Wie de L. em Graf vergeht, su v. dann och et Led (Leid, die Trauer) Schleid-Hellenth. — b. in der Wend.: Er leit (liegt) of (der) L. auf dem L.paradebett Saar, Trier, Wittl-Rivenich, Bernk-Erden Gonzerath Wehlen, Bitb, SPrüm, — iwer L. Trier-Eitelsb; er leit L. Saarbg-Kelsen; er steht L. Wend-Leitersw Oberk Werschw. Bitb-Mettend Speicher. — c. lose Lick Tumba, Katafalk in der Kirche Emmerich (veralt.). — d. Begräbnis, die feierliche Handlung u. der L.zug [im Rhfrk fehlt das Wort ‘Begräbnis’ völlig, dafür ausschl. Leich(t); in den übrigen Geb. ist Begräfnes aus dem Nhd. eingedrungen; doch sind auch heute noch, bes. Nfrk, die Wend. mit L. voll lebendig]; en grusse L. Begräbnis eines Erwachsenen (nach dem zwölften Lebensjahr); en klein L. das eines Kindes (vor dem 12. L.) (fröhliche L. Dür-Merzenich); en Höfl. (Haupt-) B. eines Angesehenen Rip; mer hatte höck (heute) en gr. on en kl. L.; mer hatte dit Johr drei gr. L. en der Familij; er hat en gr. L. ein grosses Leichengefolge, u. so en schön (nette) L. schönes Begräbnis Allg.; en lang, düchtig L. langer L.zug Duisb, NBerg; dat woər en schwoere L. ein glanzvolles Begräbnis Kref, Altk-Schutzb; en arm L. kleiner Leichenzug (Gegens. en reich L.) Rhfrk, Mosfrk; häste och de (grusse) L. gesehn; he wor och met bei der L. Rip, Allg.; wann is die L.; do kömmt en L.; er k. von der L.! Allg. — Der Begriff ‘mit zum Begräbnis gehn’ wird umschrieben: of die L. gehn Rhfrk; met der L. g. Saar, Mosfrk, Simm, Siegld, Rip, Berg, Ruhr, Klevld, Kref, Neuss; met zur L. g. Kreuzn, Goar; zur L. g. Kreuzn (er geht ihm z. L. Sobernh), Simm-Bub Schmiedel, Zell-Starkenbg, Monsch; ter L. goəhn SNfrk, Geld, Eup [öm (ihm) zer Lichen gohn Schleid-Hellenth; op de L. gonn Aach-Hehlr; möt to (de) L. g. Selfk, Kref; achter't L. g. Mülh-Ruhr, Klev-Wissel; L. g. Lennep-Dhünn]. — Der Begriff ‘zum Begräbnis laden’ wird umschrieben: of die L. lare Rhfrk; zur L. loden Mosfrk; zer (op de) L. lade (bedde) Rip, Berg; ömmes mit der L. beə Ruhr, Sol-Leichl, — bestellen [Bd. 5, Sp. 333]
Gummb-Hömel, — of de L. b. Siegld; (te) L. beje (beten) (nöjen nötigen) Klevld; ter L. beə Selfk; zer L. bödde Monsch-Hammer, — beəden Sol-Leichl; ter L. nüəmen Erk-Elmpt (u. de Liklü n.); ter (der u. die) L. beschwiəre Kemp, Kref, MGladb, Neuss, Grevbr, Köln-Esch; de L. bespreəke MGladb-Viersen; L. afbeje Mörs-Ginderich; L. ansäggen Lennep-Radevormwald, — ansage Erk-Holtum Venr [der Leichenbitter wird im SNfrk, Klevld aus der Reihe der (Not)nachbarn erlost, wie auch die Träger u. derjenige, der die L.karre zu stellen hat (Fahrnachbar); et L. beschwiəre (beəne) wird utgehöhgt (s. auch Wüsche); der L.bitter, einen Stock mit langen schwarzen Bändern tragend, spricht: N. N. es dann on dann des Herrn entschloəpe; de Famileje lett (lässt) dich ter L. beə, tenge (gegen) Fridag öm nüje (neun) Uhre! (Antw.: Gott sall siən (hör) Siəl trüəste!) Heinsb-Lümb; N. N. lett ow beje (beten), de Modder te Erde helpen te bestaje (bestatten) Geld-Winnekendonk]; im Rhfrk wird beim Pfarrer die L. bestellt, u. er hält die L. — RA.: De noste (nächste) Frend (Freund) geht et nost achter et L. Mörs-Xanten. Gei goht met as em Fr. achter de L. Rees-Milling. De geaht jedem beat (mit) der L. er will sich jedem gefällig erweisen Siegld. Bes de rich, gohn ich met zur L.; bes de ärm, dat sich Gott erbärm! Wippf-Loope. Mer moss den Geck net Öhm heschen (heissen), soss moss mer och met der L. gohn Gummb-Nümbrecht, Jül. Spass mutt sin bi der L., sös geht kener (gen Luder) mit Gummb, Ess, Wesel, Kref, Wend-Baltesw, Bernk-Commen. — Wen ainer of der L. en lächerlich Mien micht, stirft ainer aus der Verwandtschaft no Merz-Haustdt. De sech ömsöch (umsieht) bei ner L., de mott dann als irschter sterwen Sol. Zieht der Leichenzug aus dem Hause des Verstorbenen aus, sagt man: We met wellt gohn, de geht fürop! (an die Geister gerichtet) NRip, SNfrk. Begegnet einem L.zuge ein Mann, so ist der nächste, der stirbt, ein M. (dasselbe bei einer Frau) Sieg-Birk; laufen beim L.zuge die Leute durcheinander, so folgt bald einer dem Verstorbenen Sol-Wald; veranstalten die Kinder einen L.zug u. singen sie dabei, so stirbt bald einer aus der Nachbarschaft Simm-Riegenr; der L.zug darf nicht anhalten, da dieses der Seelenruhe des Verstorbenen nicht gut ist Nfrk. Die Strohwische, worauf der Sarg auf der Karre stand, werden beim Nachhausefahren an den Kreuzwegen in Kreuzesform niedergelegt SNfrk, Klevld; das Schaubstroh, auf dem die L. gelegen, wird während des Begängnisses im Freien verbrannt u. die Asche zerstreut Verbr. Über weitere Gebräuche beim L.begräbnis s. bei den Zs. u. bei Läute-, Totenbier, Schaub, Not-, Fahrnachbar, Trübmann, Reuessen, pilgern, sterben. — 2. übertr. a. in der Wend.: He het en Lech gesatt einen Kothaufen Gummb-Nümbrecht. — b. ein [Bd. 5, Sp. 334]
Gestirn; wenn dieses über einem Hause steht, soll nach dem Volksgl. bald einer aus diesem Hause sterben WEif, Mettm-Cronenbg. Nach- leiche: nrlik Leichenschmaus Dinsl-Möllen. Leich-ämtchen līkęmpkə Geld n.: ein religiöses Opfer, ähnlich einer Kerze u. menschlichen Körperformen nachgebildet, Votivgabe (veralt.). Leich-begängnis liχ- uWupp 1870; līkə- MGladb (sehr selten) n.: -begleitung. Leich-beschwörer līkbəwī·ə.r(d)ər, lik- Kemp, Kref (u. līkə-), MGladb, Grevbr m.: Mann, der den Todesfall den Nachbarn anzeigt. Leich-brett līkbrət SNfrk [Heinsb auch līkə-] n.: schwarzes Br., mit einem Totenkopf, einer Sanduhr u. einer Kerze bemalt, mit der Inschrift ‘R. i. p.’ oder ‘Heute mir, morgen dir’; das L. wird an die Türe des Totenhauses gestellt u. bleibt bis zum Begräbnistage stehen (z. T. veralt.). RA.: He süht ut wie e L.; de drätt (trägt) (hät) et L. op der Röck sieht schlecht aus Allg. u. Aach-Alsd. Leich-dorn nach Wk. IV 30 lēχ- Siegld, Altk-Neuhöhe; lēχt- Siegld-Eisern Eiserf NSchelden Rinsd Kromb; -i- Siegld-Kredenb NDielfen Obersd; līk- Gummb-Stdt, Elbf, Düss-Stdt; lik- Mettm-Cronenbg Wülfr, Dinsl-Möllen, Rees-Wesel, Klev, Mörs-Orsoy m.: Hühner-, Krähen-, Elsterauge am Fuss. Leich-essen s. Leichen-. Leich-fahrer līkfrdər Kemp, Kref m.: der Nachbar, der die Leiche zum Friedhofe fährt. Leich-feier likfīər Dinsl-Stdt, Rees (veralt.) (Wk. V 8) f.: -schmaus. Leich-gasse (s. S.) Sieg-Eischd, Schleid-Weyer f.: -weg (s. d.). Leich-gebot līkjəbǫt Gummb-Marienheide; liχ- Wippf-Thier n.: L. brengen zum Begräbnis einladen. Leich-gelage s. Leichen-. Leich-haus līkhūs SNfrk, Mörs-Camp; līkə- MGladb-Viersen, Kref-Osterath n.: das H., aus dem die Leiche begraben wird. Leich-hut, Leich-imbs, Leich-kaffee s. Leichen-. Leich-karre līkār, li- SNfrk, Klevld f.: K., auf der Leiche gefahren wird. Leich-klocke liχklǫk Bo-Küdinghv f.: die Glocke, die beim Begräbnis zuerst geläutet wird; dann folgt mit allen Glocken das dem Dude en et Graf lögge. Leich-laue līklǫ·u. Geld-Leuth Straelen; līlǫ·u. Heinsb, Kemp, Erk; līl·ə. MGladb-Rheind Viersen, Heinsb-Altmyhl Wassenbg, Erk-Elmpt Granderath Matzerath, Geilk-Brachelen, Kemp-Amern SAnton Waldniel, Grevbr-Wickr; līl·ə.k Geilk-Würm; -l:x Erk-Rath f.: Wundnarbe. Leich-leute s. Leichen-. Leich-mantel liχmaŋkəl uWupp 1870; lik- Sol 1870 m.: M. für Männer, bis zur Wade reichend, bei der L.begleitung getragen. Leich-müsch-chen līkmkə Kemp-Dülken m.: Hausrotschwänzchen (veralt.). Leich-nachbar liknbər Geld, Mörs, Dinsl-Vörde m.: nächster N., der bei Todesfällen zunächst zu helfen hat, die kirchlichen Geschäfte erledigt u. beim L.gefolge das Abdanken besorgt. Leich-nam līkənam m. Eup; liχām Geld, Mörs [liχəm Geld-Kevelaer]; leχām Klev, Emmerich [liχγām Klev-Goch] [Bd. 5, Sp. 335]
n.: Leib, in der RA.: Wij et L. bewahrt, b. genn dowe (taube) Nött (Nuss), — genn rotte Appele. In der Kirche von Ahrw-Sinzig befindet sich die mumienartige Leiche des sog. Vogts von Sinzig, der dude Leichnam oder der hellege Vogt genannt. — Lange Lēchnam scherzh. langer Mensch Bo-Lengsd. — Zərlechendag Fronleichnam Malm-NEmmels; s. Herrleichnamstag. Leich-saufe līkzūp Geld; likə- Kemp-Hagenbr (vor 60 Jahren), Kref-Anr f.: S., mit Zucker, eingeschlagenen Eiern, bei Begräbnissen gereicht; L.schmaus. | |