| NRhWB Lehm das auf leim zurückgehende Wort ist allg. u. lautl., je nach der Entwicklung von -ei- gestaltet, also Rhfrk lm (viele Inseln mit -ai-, –ęi-); Mosfrk lm-, –ā-, –ē- [Kobl, Neuw (Rhein) -ai-]; Rip lēm [uAhr, gegenüberliegender Westerw, Köln-Stdt -ei-]; Berg lēm, –ei-, -ī(ə)-; SNfrk lēm [Kemp-Dülken --; Kref-Stdt -īə-; [Bd. 5, Sp. 304]
Kemp-Breyell Lobberich, Geld -ī-]; Mörs -ei-; Klevld lēm, –ę-, –-; Eup u. Selfk absol. stehend leimə, –ē-; in jeder Stellung in Meis, Simm lmə; in OAltk, Siegld leimə, –ai- [Freudenbg lēmən]; Gummb-Hombg lēmən; Sol 1870 -ei-; Mettm-Cronenbg līəm u. līəmən Sg. t. m.: 1. wie nhd.; en dem Fell es vill L. (Lehmboden); L. steche (grave); met L. mure (mauern) Rip, Allg. — Der L. hatte noch vor einigen Jahrzehnten eine grössere Rolle wie heute; heute stampft man noch die Tenne der Scheune aus L. (die Denn werd met L. geplätscht Nahe); man trägt zwischen die Zimmerbalken auf die sog. Scholl-, Legbretter, Bläh(holz), Klennrute, –spross, Palster(holz), Plästergerte, –holz, –latte, Scholl(holz), Spalz, Spälder(holz, –latte, –stecken), Spiller, Spriessholz, Stakholz, Stauchholz, -stäbenz, –stecken, Stickholz, –steck, Stippel, Wallstab, –stock, Wellerholz, Wellsprosse, Wickelholz, –sprosse L. auf; noch wird die Stubendecke unter den Spalierlatten mit L. beworfen u. dann mit Kalkmörtel verputzt (die Deck is im L. noch unverputzt Simm); das Aussengewölbe des Backofen alter Art wird noch mit L. ausgeschmiert u. der Backoəwensdeckel (-klappe) wird mit L. beim Brotbacken tugeschmert Gummb, Allg. Die Gefache der Holzbauten füllt man heute durchweg mit Schwemmsteinen aus (nur bei Scheunen- u. Schuppenbauten wendet man wohl noch Lehmfüllung an); früher (bis etwa 1890) wurden die Gefache der Wohnhäuser zuerst mit dem Flechtwerk versehen; zunächst wurden stärkere senkrechte Spalthölzer (aus Eichenholz) in einigen Abständen zwischen die Querbalken eingefügt (Knüppel, Reihholz, Schachtholz, Schiene, Schnackbalken, Sparrholz, Spälder, Splickholz, Spränkel(holz), Spriess, Sprungholz, Stäbel, Stäbenz, Stäber, Stäberich, Staken, Stauchstäber, Stecken, Steipe, Stickholz, –latte, –stecken, Spachtelschacht); zwischen diese wurden biegsame, mitteldicke Gerten durchgeflochten (Bitzgusche, Fitze, Fitzgerte, –holz, Fritzholz, Ribbel(holz), Richel, Rippholz, Riffel(gerte, –rahm, –holz), Schalholz, Schlipperholz, Sprügel, Wibbelholz, Wickelgerte, –holz, –sprosse, Zäunsel); waren die Gefache gestäbelt on geriffelt, so wurde in dieses Geflecht der Reihwand hinein der L., mit Stroh oder Häcksel gemischt, mit einem hakenartigen Gerät aussen u. innen hineingeworfen u. mit einem Brett (mit Griff) (Schleiber-, Klennbrett) glatt gestrichen; das Gefach met L. bekeilen, beklennen, bekläntern beklatschen, beklattern, bekleben, beklitschen, beknallen, beplästern, berappen, beschlagen, beschmeissen, beschmieren, besticken, betragen, bestechen, bewerfen, bewickeln, aus-, einschmieren, dübbeln, klennen, klätschelen, klatschen, kleistern, klitsche(r)n, lehmen, placken, plästern, schmieren, schleibern, zuklätschen, zuklennen; s. d. W.; dat Hus wird e der L. geschmesse Siegld, — en [Bd. 5, Sp. 305]
den L. geschlage Altk; als noch die Nachbarhilfe beim Hausbau üblich war, wurde ein bestimmter Tag zum schlevern angesetzt; dieser Schleverdag (s. Schleibertag) war mit Festlichkeiten verbunden. — Im Kr. Altk findet man noch Lehm- oder Stampfhäuser, Dreckh. genannt; der Sockel ist aus Bruchsteinen, durch L. verbunden; die Wände des zweistöckigen Hauses bestehen ganz aus L., der mit kleinen Steinen u. Sand als Bindematerial gemischt ist; die Aussenwände haben eine Dicke von ca. 70 cm, die Innenwände von 45 cm; hergestellt wurde die L.wand durch Verschalen u. Stampfen. — Früher wurde der L. vielfach zu ziegelförmigen Klütten geformt, die an der Luft getrocknet, als L.kuchen zur Herstellung der Wände u. bes. der Kamine u. Backofengewölbe verwandt wurden Dür-Heimb. — Früher verwandte man im Rip, Nfrk (noch in Aach, SNfrk) zum Feuerstochen dat Gedecks, das aus Kohlenstaub (Gris) u. Lehm, mit Wasser angemengt, besteht. Verkäufer mit L. auf Handwagen ziehen durch die Strassen u. bieten den L. feil: Hat er L. nüədig? — Im Eisenhammer wird L. mit einem Schüppchen ins Kohlenfeuer auf das glühende Eisen gelegt, wo es zu glühend wird, zur Abkühlung der Hitze Gummb. — L. steəke (stechen) zum Ziegeln; L. treəne (treten) ziegeln Selfk, MGladb; L. op! Ruf des Zieglers an seinen Helfer, L. auf den Wirktisch zu bringen Allg. — RA.: Flöck (flank ‘schnell’) wie e Mängkche (Mande, Korb) L. sehr träge, bequem Eusk, Bo; du bös wie e M. L.; wemmer ment (meint), et wär fort, dann steht et noch do Sieg-Meind; do setzt duə wie e M. L. Schleid-Dottel, Kref. Dat schmäckt wie Pisch (Urin) met L. schmeckt fade, sonderbar Kemp-SHubert. Rutscht einer aus u. fällt in Hundskot, so sagt er: dat soll L. sen! Bo-Stdt. Dat ös Pisch (Urin) möt L. minderwertig, bes. von fadem Getränk Jül-Coslar, Kemp, Kref. Dat es genge (kein) L. keine Kleinigkeit Aach-Stdt; dat äs gene ale L.! wenn einer viel Geld ausgeben muss Sieg-ODollend, MGladb; dat wor noch kene L., all dat ville Geld! keine Kleinigkeit Sieg-Ägid. Pack neit te völ L. op de Schöpp! nimm dir nicht zu viel vor; packe die Sache nicht zu derb an Heinsb-Millen. Mer weərn dem ens (einmal) zege, wo Bartel de L. höllt! Eusk. Was haben wir gekocht? Antw.: Jung Mäus on ale L. Aden-Virnebg. He es vom huhch komm eraf; mött er L. ha (für das Gedecks)! so ruft man einem Stolzen, Wichtigtuer zu Aach-Stolbg. Helo, L. op! Ruf des Hirten an das weidende Vieh, nach Hause! Sieg-Felderhoferbr; der Schlachtruf des Bonner Husarenregiments im Kriege 1870 war L. op! u. die Husaren nannten sich stolz de Lehmops (beim Ritt zum Exerzierplatz Tannenbusch kamen die Husaren an Ziegeleien vorbei, wobei sie die Ziegelarbeiter mit L. op! neckten (L. op! ruft der Ziegler dem Helfer zu, dass er L. auf den Wirktisch [Bd. 5, Sp. 306]
bringe). L. schörgen coire Erk-Merbeck. Of de L. werfe zu verstehen geben May-Kollig. Der setzt em L. in der Klemme May-Kehrig; eine en de L. setze verleumden Kobl-Moselweiss. Wer keine Kalk hät, de muss met L. more (mauern) jeder strecke sich nach seiner Decke Köln-Stdt. Dreck unner de L. mache (rihre, menge) jmd. einen Plan durchkreuzen, das Spiel, die Absicht verderben, Unwahrheit u. Wahrheit vermengen (RA. vom Gefachlehm hergenommen) Birkf, Wend, Saarbr, Merz, Prüm-Mürlenb 1860, Kobl, May, Köln-Stdt (ärbeide). Du bes te domm in den L. Gummb-Berghsn, — für en den L. MülhRh-Bensbg. Met Dürende (Dürener) L. es got Klocke gesse Dür-Stdt. Gih ham o beschmer dich möt L.! zu einem, der sich blamiert hat Trier-Stdt. Heə lett (lässt) Herrgotts Wasser övver H. L. laufe Aach, Eup. — Ziriakes L. der Kirchhof, nach dem Kirchenpatron Cyriacus genannt Eusk-Billig; op Tolbertsl. der Friedhof vor Adalbertstor Aach-Stdt. — 2. übertr. a. der reinste L. lehmiges, trübes Gewässer Allg. — b. om L. auf dem L.boden des Speichers Gummb. — c. Brot, in der Kundenspr. des Mosfrk. — d. scherzh. Geld Erk-Elmpt. — e. L. un Strih (s. Stroh) Kohl, mit Erbsen (Bohnen) gemischt Goar. — f. persönl. dau Laime! Schimpfw. für einen langsamen u. schwerfälligen Menschen Meis-Meddersh. PfWB PfWB ElsWB ElsWB Lehm- in der Zs. wie –boden, –brühe, –decke (des Zimmers), –erde, –fachhaus, –fachwerk, –gefach, –grund (‘L.erde’ Klevld), –haufen, –haus, –hütte, –mauer, -tenne, –verputz, –wand verstehen sich von selbst; dazu: PfWB ElsWB lehm-achtig -ęitĭχ MGladb; -mətəx Eup Adj.: lehmig. Lehm-arsch -r Trier-Stdt m.: verächtl. 1. ein aus Lehm gebackener Klicker, der beim Spiel leicht auseinanderspringt u. leicht zertreten werden kann. — 2. -:r Neckn. derer von Trier-Kürenz. Lehm-batzen Saarbr-Sulzb m.: -klumpen. Lehm-bauer -būər Aach m.: der B., der Lehm für das Gedecks feil bietet. Lehm-bett Bo-Lessenich n.: Lehmlage zwischen den Balken eines Hauses oder einer Scheune. NRhWB Lehm-birne (s. S.) Ottw-Merchw, Aach-Würselen; lēpr Heinsb-Schalbr f.: B.sorte. Lehm-böcke -bøk Pl.: Schederhüher L. Neckn. derer von Sieg-Scheiderhöhe. Lehm-brett Kobl-Horchh, Neuw-Daufenb Wienau, meist Pl. n.: Spalthölzer, Schollbretter, mit Stroh umwickelt, zwischen den Balken der Decke; auf sie ist Lehm aufgetragen. Lehm-bühne -bȳən Kemp; -bn Mörs n.: aus Lehm gestampfter Speicherboden. Lehm-datsch -dats Geld m.: zäher, kleberiger Schmutz. Lehm-dickes Bitb-NStedem m.: -klicker. Lehm-esterich (s. S.) Bo-Gimmersd Kürrighv OBachem Pissenh m.: Lehmlage zwischen den Balken der Decke. Lehm-gesticks -teks MüEif n.: -füllung der Fachwand. Lehm-getenne -gədęn Siegld n.: Tenne aus festgestampftem [Bd. 5, Sp. 307]
Lehm. Lehm-göres m.: Neckn. derer von Aach-Vicht. Lehm-haken -h:x Rip m.: zweizinkiger H. des Maurers, zum Ergreifen des Lehms, zum Beschmieren an Fachwänden. Lehm-hannes Aden-Wanderath m.: in der RA.: Ech sein verlädde (verladen, so viel beschäftigt) bie de L. Lehm-häuer NBerg m.: -klicker. Lehm-häus-chen -hȳ:sχə Düss n.: scherzh. Abort. Lehm-heide -he·i. Kref-Stdt f.: die Gegend hinter dem Friedhofe. Lehm-jäb (-jakob) Zell-Briedel m.: verächtl. Maurer. Lehm-kadett Aach-Stdt m.: scherzh. Mann, der auf den Strassen Lehm für das Gedecks feil hält. Lehm-kappe -kap Bo f.: Lehmschicht auf dem Backofen. Lehm-karre (s. S.) Aach f.: K. für Lehm zum Gedecks; kleine Schiebkarre mit fester Wand vorne. | |