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Rheinisches Wörterbuch 
 
Lade bis abladen (Bd. 5, Sp. 25 bis 33)
 
  NRhWB Lade das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk lāt, Pl. -rə; sonst lā:t, Pl. -də(n); doch uSaar im grössern Geb. l:t; Ruwert -:-; innerhalb einschl. Saarbg-Eft Hellend Orscholz Kessl Butzd Wies -ū·ə.-; NSaarbg, Trier bis Zell, Bitb, Wittl, Daun, SPrüm -·ā.-, –:-, –ō-; NPrüm, Malm, Monsch, uMos [doch in Koch, May, wie auch in SONeuw vielfach l·ə.t], Aden -a-; Bernk-Maring, Daun-NWinkel, Aden-Bongard Kelbg -ǫ-; Arft Kempenich, Ahrw-Kassel, May-Boos, Koch-Hambuch -ę-; Aden-Sassen, Daun-Boxbg Katzwinkel --; NWWesterw bis Sieg-Ägid -a-; um Sieg-Leuschd -:-; Pl. -də(n); Siegld, OAltk lā, lə, Pl. -rə; SONeuw lt, Pl. -lən [-rən Giershf GrMaischd; lat, Pl. -lən Rodenb]; Waldbr, Gummb lā, Pl. lāən [Wippf-Egen, Lennep-Radevormwald lār, Pl. lāən]; Eup, SNfrk lā:, Pl. lā·ə.; Klevld lā, Pl. -ə; Demin. ltχə, –tə (l:kə), -tjə (mit dem betreffenden Umlaut) f.: 1.a. die alte Bed. Truhe, Kiste in alten Bauernhäusern zum Aufbewahren von Leinen oder Kleidern ist mit der Sache verschwunden,

[Bd. 5, Sp. 26]
doch in der Überlieferung noch aus Wend-Dörrenb, Merz, Saarbg, Elbf; Kiste oder Koffer der Dienstboten, de L. bränge den Dienst in einem Hause antreten Siegld (veralt.). La, meist Kestela kleiner Kasten im Innern der Truhe zum Aufbewahren von Geld u. wichtigen Papieren Erk-Elmpt. — b. Schachtel, Kästchen, Dose, meist aus Papier Saarl-Felsbg, NWBitb, Prüm, Malm, Monsch, Eup. RA.: De könnt wie us en Lädche so fein ist er Dür-Lucherbg; den as ömmer wie frösch aus et Lödchen Bitb-Seimerich; heə sitt us, äls of en us e Lädche küəm; propper wie us e L. Aach-Stdt; wi ut e Läke nett, aufgeputzt Eup. — c. Brotkasten, auch Broətla Gummb. — d. im übrigen sind stets bestimmte Laden gemeint. α. Schublade (Schub-, Desch-, Kasten- (Schrank-), Komodenl.); das Simpl. nach Wk. Schoss Aach-Stdt, Klev, Rees (auch Trecklaj), n. Ruhr, doch Trecke daneben; für das übrige Geb. s. Schott, Schoss, Auszug, Tirang, u. im Rhfrk Schublad, das aber nach dem Nhd. auch nach N. vordringt; s. auch Newelad kleines Nebengefach mit Deckel im Koffer Simm; Werzl. Gewürzlade Simm. — β. l:tχə, –- der Auszug in der Kaffeemühle, in den der gemahlene Kaffee hineinfällt Koch, Wittl. — γ. Griffelbüchse, auch Grefelsla Aach-Walh, Eup-Raeren. — δ. der am Webstuhl hängende Rahmen, auf welchem unten auf einer Leiste das Schiffchen (Spule) läuft, auch Wefl.; vor dieser Leiste ist et Red (Ried, s. d.) Allg. in der Sprache der Weber. — ε. der Behälter, Kasten der Häckselbank, in den das zu schneidende Stroh hineingelegt wird, ebenso der Teil der Flachsbreche, in den der zu brechende Flachs gelegt wird Altk, OBerg, Köln, Bergh, Dür, Monsch, MGladb. — ζ. Rinne in der Armbrust; der Bolz es ze deck für de L. Bergh-Hüchelhv. — η. die hölzerne Umkleidung der eisernen Achse, auch Assenl. (s. d.); de Ass sett en de L. Klevld, Geld, Mörs, Kemp, Dür, Bergh, Eusk, Malm-Amel, Sol, Wippf. — θ. der Rechenkopf, in dem die Zähne eingefügt sind Trier-Ld n. Mos, Bitb, Prüm, Malm, Daun-Boxbg, Schleid-Dahlem. — ι. langer Kasten zum Transport der Kerzen MüEif. — κ. schmaler Kasten, in der Schreinerei, dessen Seitenwände Schnitte von 90 u. 45½° im Winkel zeigen, zum recht- oder halbrechtwinkeligen Zerteilen von Rahmenleisten udgl. mittels der Säge, auch Schneckl. (Schneidl.) Rip. — λ. Totensarg; wo es das Verständnis verlangt, auch im selben Orte Dudel.; man sagt stets nur den Duden en de L. lege; de L. zomache, also stets nur das Simpl., wenn eine Verwechslung unmöglich ist; aber man wird lieber sagen: wat für ene Schrenger mach de schünste Dudelad; do kunn se met er D. (nach Wk. V 2 ein grösseres Geb. um Bitb nur mit L., n. Prüm nur mit Totenlade) Allg. nach Wk. V 2 Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg; enen en de L. dohn einsargen Rip,

[Bd. 5, Sp. 27]
Allg.; of der L. leien aufgebahrt sein Saarl-Pachten; der Schreiner kreit en L. ze machen, de Säg hät gerappelt Altk-NFischb, Allg. RA.: Wenn dat passeere däht, dann kinnste dei L. mache! wenn durch Leichtsinn oder Rohheit ein Unglück geschieht, kannst du dich aufs Schlimmste gefasst machen; ich haue dich, dass de ing kä L. basst! Simm, Rhfrk. Dat es en Nagel an (op) sing L. Elbf, Schleid-Hellenth. — Rätsel: Wer et krit, de wess et net; wer et gilt (kauft), de well et net, un wer et mät, dem es et net? Schleid-Roderath, Sülzt. — Volksgl. Wenn über einem Hause vier Sterne in Form einer L. stehen, wird bald einer aus dem Hause sterben Koch. — μ. s. Bett-, Kinn-, Windlade.ν. Fensterladen, auch Finsterl., wenn nur in einem Teile Sg. die Lad (usf.), wenn in zwei Teilen meist Pl. (dann heisst jeder Teil für sich Schlag Rip), Verschlag der Dachluke Mosfrk, Rip, MGladb; mach es die en L. zo, ne, et es besser, mach die (zwei) L.ən zo [Rhfrk lārə Sg. u. Pl. m.]. —

[Bd. 5, Sp. 28]
j. Sg. u. Pl. Schiebebretter an der Stallwand (oder von der Scheune aus), an den Rauflöchern, durch die Futter in die Raufe gegeben wird, auch Roflädcher genannt Trier-Ld, Mü-Eif; Bodentüre in der Scheune Malm-Amel. — 2. übertr. a. zu L. 1 a. Viehgenossenschaft, –versicherung (die Akten ruhen in einer Truhe), auch Perds-, Viəh-, Kuh-, Getela (Ziegen-); en de L. sin versichert sein; van Dag (heute) es L. ist Sitzung der Viehversicherung NErk, Kemp, Geld, Mörs, Ruhr. — Kranken-, Sterbekasse, auch Kranke-, Invalidel. MGladb, Kref, Kemp, Düss-Stdt, Köln-Stdt, Elbf (anne L. setten zum Vorstand der Sterbekasse gehören). — Sparla Sparkasse Mörs-Neuk. — b. in Wend.: De L. strecke das Gesäss wegstrecken Westerw; sich of de L. leən (met ebbes) prahlen Saarbg. — c. im Neckspr. auf Ahrw-Dedenb: Deidemicher Läddche, Kunnigsfelder (Königsf) Städtche, Schalkemicher (Schalkenb) Säustall, Vinxter Hohnernest, dat han de Schirmauler (Schirmau) lang gewest.

[Bd. 5, Sp. 29]

Lad(en)-geld lā:jęlt (s. S.) Verbr. wie Lade 2 a n.: Beitrag zur Versicherung. Lad(en)-mächer l:dəmχər Trier-Ld m.: Sargmacher. Lad(en)-tafel lātfəl Emmerich f.: Schubladentisch, Kommode. lad(en)-tafeln lātfələ ebd. schw.: in der scherzh. RA.: Lot se mar klerkaste (kleiderschränken), ons liewen Her sall se wäll l.! lass sie nur so weiter wirtschaften, Gott wird sie schon heimsuchen. Lad(en)-träger l:dəntrē:jər Trier-Ld Pl.: Sargträger beim Begräbnis. Lad(en)-vater lā:dənfā:dər Elbf m.: Wirt, der die Lade 2 a bewahrt.

Laden m.: 1. lārə Sg. u. Pl. (u. Pl. --) Rhfrk; lādə(n) Sg. u. Pl. rhfrk. Saargeb. m. [n. davon Lad(e) f.]: a. Fensterladen, Verschluss, Finster-, Kellerl, wenn zweiteilig auch die L.f. RA.: Sich mit ebbes en (of, an) de L. leə (legen) sich brüsten Allg. (diese RA., nach der Umgangsspr. reicht mit der Form Laden über das Rhfrk hinaus, nach Trier, Koch, Kobl, Neuw, Sol, Mettm). Lottchen, mach den L. zu, jaussen stehre Bibche (Bube) met em rore Hitche (Hütchen) un em grine Bändche dron; Mädche, hall dich fest dron! Verbr. — b.Loch mit Verschlag im Heuboden der Scheune, aus dem das Heu auf die Tenne geworfen wird; dass. hinter der Raufe, durch die Futter in diese gegeben wird Birkf, Kreuzn, Goar, Zell, Neuw-Lorschd Linzerhöhe Noll Notschd (Lädchen), Altk-Birken Dünnbusch Katzwinkel. — d. Tür aus Holzbrettern an der Giebelseite des Hauses; durch diesen L. legt man in den Nidderloss (Niederlass, Raum unter dem herabgezogenen Dache) Heu ein Altk. — e. Klappe an der Klapphose der kleinen Jungen (meist scherzh.) Saarl-Hostenb Wallerfang, Wend-Oberk, Birkf-Algenr Berschw Herborn OHosenb, Kreuzn, Simm, Goar, Hunsr-Orte von Bernk, Zell bis Enkirch (Mos), Kobl-Kettig, May-Brenk (-ad-) Kollig (-d-) Kretz Kürrenbg NLützing (-ad-) OLützing (ladər), Neuw-Altwied Daufenb HeimbWeis Rodenb Rockenf Dernb Harschb (in beiden Orten llən), Altk-Kotzenr (lārən) Seifen. — f. übertr. persönl. schwerfälliger Mensch Simm-Laub. — 2.a. Kaufladen, u. zwar lārə Sg. u. Pl.; lādə(n), –ā:-, –a-, –:-, –ă- usf. (s. Lade); Pl. -d- usf. mit Umlaut [SNfrk Pl. wie Sg. u. lādəs, Eup ldənts] m. [ladən m. u. lat, Pl. -dən f. Prüm] Allg. bis zum SNfrk u. Mörs hinein u. zur Ruhr; n. davon Winkel, das auch das SNfrk noch durchaus bevorzugt (hier L. ‘kleineres Geschäft’, von W. ‘grösseres G.’ unterschieden [W. vereinzelt auch noch im Rip von Schleid, Ahrw, Sieg an, im Berg]; s. auch die noch ältern Bezeichnungen Kram, Kramwinkel, –kammer, Krämerladen, Krämerei, Tent); das WMosfrk [noch Wend, Saarbr, Ottw, Wittl, Bernk, Daun u. Schleid, Malm, Monsch, Aach haben veralt. Buddik] hat durchaus Buddick (), das freilich nun durch Geschäft bedrängt ist, das auch im übrigen ganzen Geb. gegenüber L. u. Winkel immer

[Bd. 5, Sp. 30]
mehr herrschend wird; Kauf-, Kram-, Bäcker-, Metzgersch-, Spezerei-, Bilder-, Iser-, Doch- (Tuch-), Zigarenl. (usf.); enen L. opmachen, — opdohn; den L. (widder) zomachen das Geschäft aufgeben; du häs den L. schün gestivvelt geordnet; em L. kofen Rip, Allg. RA. Der L. toumake wörtl. u. übertr. eine Sache draufgeben Erk-Elmpt, Allg. Michel, mach de L. zu! pack ein, höre auf Trier-Stdt. Dat es gekof, wie kener em L. wor das ist geklaut, gestohlen Sieg, Bo. Geh, stel dich an (in) de L.! zu einem hoffärtigen Mädchen Trier-Mehring. De bäckt Weck of de L. er tut alles, um angestaunt zu werden Neuw. Dat es bei dem bie W. em L. das ist bei dem so eine Gewohnheit Kobl-SSebastian; dat es (eso sicher, gewess) wie (e) W. em (om) L. ganz bestimmt Trier-Ld bis Kobl, May, Aden-Kaltenborn, Westerw, Siegld. Wann der drei Glas Bier gedronke hät, es he nemih em L. ist er betrunken Bo-Stdt. — b. übertr. billiger L. einfacher Querschlag im Kohlenbergwerk Saargeb.

Laden- in der Zs. zu L. 2 a, wie –fenster, –diener, –fräulein, –gestell, –geschäft, –junge, –kasten, –mamsell, –pult, -schelle, –schoss, –stellasch, –theke, –tisch, –trecke (-schublade) verstehen sich von selbst; dazu: Laden-buckse -buks, –o- Verbr. wie L. 1 e f.: Klapphose der kleinen Jungen. Laden-flitsche -flit f., -tχə n. Rip: verächtl. –mädchen. Laden-fubbel -ub- f.; -fybəlχə n. Sieg: dass. Laden-fuddel Sieg-Ägid f.: dass. Laden-füppe -fyp Rheinb-Flamersh f.: dass. Laden-fusel -uz- Sieg-Ägid f.: dass. Laden-leute -løk Schleid-Hellenth Pl.: Inhaber eines Ladens 2 a, Geschäftsleute. Laden-loch Ottw n.: Öffnung in der Obertenne, um Heu herunterwerfen. Laden-puppe -bop Simm-Rheinböllen; -pop, -pøpχə Köln f. (n.): verächtl. –mädchen, Zimperliese. Laden-quispel -ēsp- MGladb m.: verächtl. 1. –gehilfe. — 2. übertr. derjenige, der an einer Sache eine Geringfügigkeit auszusetzen hat. Laden-räutchen -rytχə Köln-Stdt n.: zum Öffnen eingerichtete Fensterscheibe in Kaufläden, bes. an der Zahlstelle. Laden-schicks-chen Rip, Sol n.: verächtl. –mädchen. Laden-schuhe -ō:n Schleid-Hellenth Pl.: im Laden 2 a gekaufte Sch. PfWB Laden-schwengel nach der Umgangsspr. verbr. m.: -gehilfe. Laden-wächter m.: nach dem Nhd. –hüter.

 NRhWB laden Rhfrk lārə, dau ltt, ə lt, Part. gəlāt; sonst lādə(n), –:-, –-, –ū·ə.-, –ă-, –ōă- (u. mit Schärfung), -a- wie bei Lade(n), im Mosfrk etwa dou lăts, h lăt, –ō- u. lēts (mit Umlaut) usf.; Prät. (soweit in Gebrauch) lū:t, –ō:-, Conj. -ī:-, –ē:-, Part. gəlădən usf.; Siegld lārə u. ; Rip eχ lā:də, du l:ts, –i-, h l:t, –i-, ȳər lā:t; Prät. lō:t, Part. jəlā:də; im snfrk. (Selfk) lā·ə.-Geb., eχ lā:, du līəts (lets), h līət (let), vər lā·ə., r lat, zə lā·ə., Prät. lō: u. lō:t u. lādə, Conj. lø:(t), Part. jəlā·ə. [Aach-Stdt lā:n, lā:ns, lā:nt, Prät. lū·ə.n u. lā:nət]; OBerg lāən, ek lā, du lęts, he let, vi lāən, Prät. lūt, Part. jəlāən; im sndfrk. lā:n(ən)-Geb., eχ lā:n, du lā:nts u.

[Bd. 5, Sp. 31]
lats, –ę-, h lā:nt u. lat, –ę-, Prät. ladə, seltener lō:t oder lā:ndə, Part. jəlā:nə, seltener jəlat; Klevld lāə, ge lāt, Prät. lādə(n), lānə, Part. γəlāə(n) st.: 1. eine Last laden. a. mit Obj. α. etwas auf etwas (ein Gefährt, ein Tier, einen Menschen) l., z. B. Heu, Mes udgl. op de Kar l., auch ohne Angabe der Örtlichkeit, z. B. mer sen am Heu l., u. ohne Obj.: mer sen am l.; ühr hat net got (schef, schlech, ze huh udgl.) gelade Rip, Allg.; an (in) de Kamp (Kamm) l. die Garben beim L. mit den Ähren nach innen stecken, so dass nach aussen eine Wölbung entsteht (veralt.) Bitb-NWeis. RA.: L., bis de Asse (Achsen) breəke (brechen) Heinsb. Dat (de Sach) moss mer op en ander Kar l. von einer andern Seite betrachten, anfassen Rip, Allg., — op en anner Oəss (Achse) l. Prüm. He liət alles op en (eine einzige) K. er beachtet die feinern Unterschiede nicht; die hant op en (eine einzige) K. gelaə alles unter einen Hut gebracht, sind einträchtig SNfrk, Rip (s. Karre). De hät alles op en lit (leichte) K. gelade ist leichtlebig LRip, Eup, SNfrk. Einem jet op de Asse l. ihm etwas Ungewohntes aufhängen Sol-Steinbüchel. Vill lad mer op en Kar! in abschl. Antw. zu dem, der zu viel verlangt Rip, — op en Perdskar! Sieg, — op en Schuffkar! Berg; vill led mer op en Won (Wagen), winneg kamer drohn! Daun-Tettschd. Dat es tu schwor te drägen, dat mutt mer hinger en Perd (auf die Karre) l. Gummb. Dat get ke Most (Mist) l. das wird nicht gut gehen (M. ist nicht gut l.) Malm-Weywertz. Langk Heu ös flöck gelade Sieg-Rhönd, Bergh-Blatzh. Do es och gut drü (trocken) Holz henger l. die behalten immer ihre Ruhe Gummb. Der hot finfzehn geladen un kann nore zwelf fahren er ist nicht recht bei Trost Zell-Enkirch. Der hot e schwere Aff gelad er ist schwer bezecht Simm, Allg. Wat mer gelade hät, dat moss mer fahre jeder muss sein Schicksal tragen Dür, — moss mer pöze Köln. Denno (danach), dat mer gelade hat, d. moss mer fahre dass. Aach-Büsb, Dinsl-Steele. We got gelade, hät half gefahre wörtl. u. bei guten Kenntnissen geht es besser Rheinb-Wald, — hät et Afkämme gespart beim Heuladen ebd. Schmahl on houh (hoch) (gelade), mächt den arme Mann frouh weil er seine Ernte nach der Zahl, nicht nach dem Gewicht der Wagen angibt Prüm-Ihren. Lit (leicht) geladen on seiəhr (sehr, schnell, schetzig) gefahren, fährt de Besch (Wald) fort ebd; licht geloden as gäng (schnell) gefoahr vom Leichtsinnigen, der sich keine Sorgen macht Prüm-Waxw, Trier-Schleidw. Dat Farre on dat L. es got on wahl, ävver de ärme Oəss (Ochse) moss et Trecke (ziehen) dunn das Pläneschmieden ist leicht, aber nicht das Ausführen Sieg-ODollend. Der Esel hat der geholfen l., ävver helpt der net dräən (tragen) Waldbr-Bladersb. De Gurmang (Feinschmecker) helft l., äwer net drohn Prüm-Ihren. — β. den Wagen (die Karre, das Tier) l.,

[Bd. 5, Sp. 32]
beladen Allg. RA.: Mer kan esu gut e gelodenen Esel holle wie en ungelodenen man kann ebensogut eine reiche Frau heiraten als eine arme Trier, Bitb. Den as geloden wie e Sackesel so schwer bepackt Trier-Gilzem. — γ. eine Kugel (Schrot) in die Flinte l.; die Flinte, Kanone l., mit Kugel oder Schrot l., wie nhd. Allg.; de Flent l., auch kurzweg do hommer ferdig gemach un gelad Simm, Allg. RA.: Dat Fromesch (Fraumensch) soll mer en en Pestol l. on scheite (schiessen) dem Düvel der Neujoəhr domöt an! eine solche Hexe ist sie Kref-Fischeln. — δ. die Tabakspfeife l., stopfen (scherzh. oder gemütlich gesagt); itz weall ech mer derallererscht mol änn (eine) l.! Siegld, Altk. — ε. mit andern Obj. als gewöhnlich, in best. Wend.: Sich jet (enen) op den Hals l. sich eine Last mit etwas (einem) aufbürden Rip, Allg.; de Kuh lidd ke Kalf wird nicht trächtig Prüm-Habschd (s. aufl.); de Botter l. dick auftragen Wittl-Hetzerath; Botter drofl. Butter dick auftragen Ottw; en schlecht (aner) Weader geloden han die Änderung des Wetters im voraus verspüren, schlechter (anderer) Laune sein Bitb; de Schleaken (Schnecken) hun Ren (Regen) geloden sie führen Dreck mit sich u. künden dadurch Regen an; eich hun R. g. bin schlapp Trier, Bitb; he hat Wasser geladden leidet an Wassersucht Malm-Bütgenb; et Waterlan han dass. Gummb-Berghsn; he hat at (schon) de Fofziger (50 Lebensjahre) gelane Aach-Höngen, Verbr.; den hot kein Eil geloden der Langsame Trier-Schleidw; den hat och den Höəhgen (Hohen) geladden er hebt sich infolge seines grösseren Besitzes über seine Mitmenschen hinaus Malm-Bütgenb; et lidd net Leif (Leib); et well net L. l. geht nicht vonstatten, kat keinen Erfolg Bitb-Badem, Prüm-Mürlenb Ihren Steffeln; engen gelane ha einen lästigen Begleiter haben u. ihn nicht los werden können Aach; de hät mer alle Ogeblecke gelanen er wird einem lästig MGladb u. so Aach, SNfrk; den hot sech enen geloden; den hot mer geschwinn geloden sich zum Feinde gemacht, ihn wütend gegen sich gemacht Prüm; an ene Berg gelane siə vor grossen Hindernissen stehen Aach-Stdt; den löd sich emol änen er verzehrt viel Merz-Merching; der hät (er) enen (Schweren) gelade er ist bezecht Rip, Allg., — hot se schwer gelad Simm-Laub, — hät öm gut gelane Kemp, — hot en deck geloden Bitb-Roth; wat häste dengen Teller widder (su voll) gelade? voll geschöpft Rip, Verbr.; hen hot sech och noch es (einmal) de Krack (Hampes) ze guts (gehörig) geloden er hat zu viel gegessen, ist schwer betrunken Bitb; sech de Buch gehüreg (voll) l. dass. Rip, Allg.; de Frau hot och noch es (einmal) den Bauch (Hampes) geloden sie ist schwanger (derb gesagt) Bitb, Allg. — b. stets ohne Obj. α. de Eəg ladd die Egge nimmt grasdurchwachsene Erdklumpen mit, sie schleift Kemp, Monsch-Rohren. — β. dat Koər (Roggen,

[Bd. 5, Sp. 33]
de Hawer usf.) hat gut (schwer, schlecht) gelad(en) die Ähren haben viele (wenige) Körner Saarbr, Saarl, Birkf, Kreuzn, Simm, Goar, uMos, May, Westerw, Siegld, Rip verbr., Rees-Elten. — γ. der Obstbaum hät gout (schwer) geluəd hängt voller Früchte ebd., Saarbg-Nennig, Geilk-Birgden, — hat sech gut geladen Prüm-Weinsf, — hat u. es got g. Rip, — ös g. va Äppel Malm, Monsch, — ös g. voll (Ä.) Rip. — δ. de Koh hät gelade ist trächtig Rheinb, Eusk, Dür, Jül, Monsch; deshalb auch de K. l. losse vom Stier bespringen lassen; s. auch aufl. (derb auch von der Frau, se hat g. ist schwanger Allg.). — ε. vom Menschen. αα. der hat u. es schief (schepp, schlammp, krumm, (ze) schwor, gut; s. d. W.) geladen ist bezecht, torkelt infolge Betrunkenheit, auch einfach he hät g. Allg.; hen hät all (schon) fröhch gelaə Geilk-Lindern, — gerech (gerecht) gelane Erk-Elmpt, — op ein Sick (Seite) ze schwer gelade Bo, Allg.; de hät ze huh (oder dernevve) g. Sieg-Ägid, — hät su voll g. wie de Apostel Jakob voll Muschele Bergh-Heppend, — is gelad wie en Kanon Saarl-Berus. — ββ. de hat u. as licht (lit; s. leicht) geloden er ist leichtsinnig Wittl, Bitb, Prüm, Malm, Schleid (en hat et l. g.), Dür, MGladb, Erk, — lochte gela Heinsb; en litgeladdenen Fobbes leichtsinniger Mensch Malm-Amel. — γγ. de ös (seltener hät) (schwer op dech) gelade er ist wütend (auf dich) Rip, Allg. — δδ. sech l. tüchtig essen Heinsb. — 2. einen l., invitare, bestellen. a. vor Gericht, vor eine Behörde; he es für (op et) Gerich gelade, — als Züg g.; he es für de Bürgemester, — für op et (oder allein op et) Rothus g. Rip, Allg. nach dem Nhd. — b. Gäste l. (mehr dafür enl., im Klevld fehlend, dafür versüken; s. auch gasten zur Hochzeit l.); mer geh l.! sagt das Brautpaar, wenn es die Hochzeitsgäste persönlich einladen geht Trier-Ld; enen op de Kirmes, de Huhzeck, de Kendtof udgl. l., mehr enl. Rip, Allg. (s. o.). RA.: We ze Gaste geəht, dä ze G. lead Siegld. Op ander Lücks (Leute) Kirmes es got Gäs l. Köln-Stdt. Nen o(n)gelade Gas kömmt seilen (selten) te pass (passend) NBerg; ongelade Gäs setz mer hönger de Dür Eusk. Wer ungelade küt, geiht ungedank heim Köln-Stdt. — Abl.: die Laderei, dat Gelad(s).

ab- laden: 1.a. etwas a., Lasten herunternehmen, auch absol. Allg. RA.: Dau häscht mer äwer e gehirege Guppen obgelod einen Kothaufen hingesetzt Merz-Saarhölzb. Moos (Mus) a. scherzh. bezahlen Remschd; lad ab! bezahle Saarbr. — b. ein Gefährt a., durch Abl. leeren, auch absol. Allg. RA.: A. es lichter as opl. Gummb-Berghsn. Vor der Scheier a. den Bissen von der Gabel fallen lassen Saarbr 1860. Du bös och noch net, wo de afläds du wirst noch Übles erleben Monsch-Witzerath. Nu, lad af! erzähle Sieg-Ägid. Der Betrunkene, der sich erbricht, lidd af Rip. — 2. übertr. Unangenehmes von sich auf

[Bd. 5, Sp. 34]
andere a., wie nhd. Allg.