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Rheinisches Wörterbuch 
 
lauben II bis Laude (Bd. 5, Sp. 176 bis 178)
 
 lauben II nur nach dem Nhd. in ərlaubə(n), –ǫu-; seltener eingelautet -āb-, –w-, Part. ərlbt Rhfrk; -āw-, Part. -lābt Saargeb.; -ā:w- Trier-Stdt schw.: 1. einem etwas e., wie nhd., meist nur in den Wend.: Et es net erlaub, wat der für Frechheten mach; su jet es net e., — söll net e. sen; es et e., dat su jet fürküt; dommer, als et de Polizei e. Rip, Allg. — Im Nachlaufesp. darf der Gejagte, wenn er Seitenstechen bekommt u. er ruft: erlaub, es gilt mer net! Kreuzn, herlaub! Kreuzn-Bretzenh, nicht abgeschlagen werden; um erlab nicks! keine Freiheit ist dir beim Klickersp. gestattet Kreuzn. — 2. de kann sich dat e. herausnehmen, leisten, nach dem Nhd. — Sonst für 1 einem den Verläub geben, für 2 sich etwas herausnehmen, leisten. — Erlbnis, –ā- Sg. t. f. wie nhd. — Rein mdl. sind Abl. verbr.

läuben l:vən Wurmgeb. Infinit. n.: dat L. ein von der Grubenverwaltung angeordnetes unfreiwilliges Feiern, in der Bergmspr.; ein solcher Tag heisst Löfdag; die dem Bergmann zustehende Kohle heisst Löfpuff.

Er-laub ərlf Eif; -- Koch-Lutzerath Sg. t. m.: Erlaubnis. PfWB Ver -laub: fərlāf, –-, –ai-, –-, –øy-, –ȳə- Mosfrk [südl. abseits -ęi- Ottw-Uchtelfang], Rip, Berg, Eup, Kref, Kemp; -- Gummb [-løft Gummb-Berghsn], Remschd, Geld-Schravelen; -løyp Mettm-Haan Sg. t. n. (m.): 1. Erlaubnis, Urlaub; V. gen (han, kriegen) Allg. RA.: Met V. (ze redden ‘reden’) setzt man vor, wenn man in eine Redewendung ein unpassendes, unanständiges Wort einfliessen lassen will; er hot mer gesat, met V. ze r., eich sollt en em Arsch kissen Mosfrk, Allg.; met V. te meilen (melden) Berg. V. gevve das Spiel aufgeben, verloren geben Aach-Eschw; ich gef mich op V. gebe mich verloren, wenn man eine

[Bd. 5, Sp. 177]
versteckte Sache nicht zu finden oder ein Rätsel nicht zu lösen vermag Aach-Stdt. RA.: Met V. mache de Bure de Häuf (Kothaufen). Met V., oəhne Knäuf (Knöpfe)! Aach-Stdt. Met V., sat der Bur, do let e (liess er) eine flege furzte er Köln-Stdt. — Verlöft der Freiplatz beim Nachlaufesp. Neuw. — 2. Stundung, Frist, Aufschubzeit bei Zahlungen Prüm.

lauber = bekannt s. lautbar; Lauber, lauberig s. o. bei Laub.
 
 
Lauber-salz lōvərzāt (s. S.) SNfrk n.: Glaubersalz.

laubig s. o. bei Laub.

Lauch I = Loch (s. d.).
 
 
 NRhWB  PfWB  ElsWB Lauch II Sg. t.: 1. Zwiebel, allium cepa, u. zwar Nfrk lōk, –ou- n., Demin. løkskə; luxə f. Siegld Verbr. s. Wk. Zwiebel, südl. davon Öllək, Ölləch, eine Mischform zwischen L. u. Ünn > Ünnlauk, –lauch > Üllauk, –lauch > Öllək, Ölləch (s. weiterhin Wk.); en Häut (Haupt) L., en Höffke L. Zwiebelknolle; angereiht L. Zw., auf Schnüre gereiht; Perll. u. ewige L. Perlzwiebel Allg. RA.: Wen L. on grote Bohne well ete, den dörf de Märt net vergete Mörs. On et L. es Fleiss (Fleisch) geworde on hät in de Grond gwvannt (gewohnt)! so betete ein Junge beim ‘Engel des Herrn’ (beim Bauer gab es um die Mitte des vorigen Jahrhunderts im Winter L. statt Fleisch) Geld-Schravelen. De Prumen (Pflaumen) honge vol wie angereiht L. Kemp. L., völl L. für Schrüərsch (Schneider)! so wünscht man beim Braten viel L. Kref. — Rätsel: Et steht op en Acker un hölt sik wacker; et hät völle Hüte (Häute) un bitt alle Lüde Ess-Frintrop. — 2. lāx, –au-, –-, –ō- m. (n.); lōk, –ou-, –ū(ə-) n. nur im Rhfrk besteht das Simpl. allein u. bezeichnet alle Allium-Arten, die als Suppenkräuter in Betracht kommen; en Steidche (Staude) L. [lau Goar-NFell]; sonst nur in Zs. Breit-, Schnitt-, Bies-Knobl. (s. d. W.) [Rip, MGladb statt -lauch auch -lauf, –läufchen; løyχəlχə n. Schnittlauch Köln-Stdt; luxə Siegld; Wiesenknöterich Siegld-Salchend; Lok, sonder L. Knoblauchsrauke, alliaria offic. Geld-Schravelen; kuərte Lauch Knoblauch, k. L. on langk Spölwater fegen got kurze List wirkt scharf Sol].

Lauch- in der Zs. für L. 1 lōk-, –ou-: Lauch-apfel -ap- Kref, Geld, Klev m.: eine A.sorte. Lauch-bläch -blək, –ēə- Allg. n.: -beet. Lauch-häupt -h·y.t, –h:t (s. S.) n.: 1. Zwiebelknolle. — 2. übertr. verächtl. dummer, ungeschlachter Kerl Kref-Anr, Geld-Leutherheide; Duckmäuser Kemp-Süchteln. Lauch-kopf -skǫp Mörs, Dinsl, Rees m.: dass. PfWB Lauch-kuchen -kō:k Kemp-Süchteln m.: Zwiebelfladen. Lauch-pfannenkuchen -kspanəkūk Dinsl-Vörde m.: Buchweizenkuchen mit Zwiebel. Lauch-pfeife -pīp, –pipkə f., n.: Zwiebelstengel. Lauch-saat -·ə., –- f.: Zwiebelsamen. Lauch-suppe -tsup, –sup f.: S. mit viel Zwiebel. Lauch-zauss -tsǫus f.: -tunke.

läuchen I -øyχ- = auswaschen s. lüchen.

[Bd. 5, Sp. 178]

 
 läuchen II -χ- schw.: 1. einen l., erwischen, fangen, überlisten, bes. im Spiel Dür-Stdt 1880. 2. pfuschen, beim Klickersp. Ahrw-Sinzig.

Laudamus s. Deielendames.
 
 
Laude loudə Altk-Herdrf; -rə Altk-Wissen Sg. u. Pl. f.: 1. Fischnetz, in Form eines Beutels an rundem Bügel, in der Diagonale ein Querholz, das in der Mitte auf der Haltestange ruht, Schöpfnetz; es dient besonders zum Fangen der in Höhlen versteckten Forellen, auch der Aale, Barben, Barschen, Münnen. — 2. übertr. Haarnetz der Frauen; wat hat die en L. op dem Kopp!