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Rheinisches Wörterbuch 
 
Möve bis Muhämmelchen (Bd. 5, Sp. 1317 bis 1318)
 
 Möve -f, Pl. -və(n) f.: 1. m:f wie nhd., im Winter auf dem Rheine Allg.; -:- u. -ē:- Düss-Stdt; -ī:- Mörs-OMörmter. RA.: Drinkiken wie en Möfken einfältig Mörs-Neuk. — 2. übertr. a. Möfke Taubenart mit kurzem Schnabel, weissem Gefieder, mit grauen oder auch roten Flügeln Düss-Stdt; Mefche Ottw-Schiffw; Mefke Duisb. — b. verächtl. en geck Möfken tolles Weib Dinsl-Hiesf; en ful M. träges W. MGladb-Geistenbeck.

Möven-seiche -zīək Kemp-Hüls f.: Ausschlag.

moz -ō- = sogleich s. murz.
 
 
Moz -ō- an der Saar in Saarl-Felsbg Pachten, Ottw-Neunk Sg. t. m.: schlecht ausgebackene Krume des Brotes; ungares Brot [Schlamm Ottw-Neunk].
 
 
Mozen I mōtsə Sg. u. Pl. Kreuzn m.: Sandstein.
 
 
Mozen II mōtsə Rhfrk uNahe, Wend-Ilgesh Kirrw Kefersh Kappeln Langw UJeckenb Weierb Pl.: Samenkapseln der Herbstzeitlose; mōtsəkęp Wend-Grünb Herrensulzb.

Mozen-fleisch Simm: hankele, h., M.! sagt derjenige, der ein Kind huckepack trägt. Mozen-männer Wend-Zaub Pl.: abends in Schwärmen herumfliegende Mücken.
 
 
mozen I -ō- vereinzelt Rhfrk in Simm-Crastel schw.: leise, bittend brummen, vom Rindvieh. — Abl.: die Mozerei, dat Gemoz.
 
 
 PfWB mozen II -ō- vereinzelt Rhfrk in Saarbr

[Bd. 5, Sp. 1318]
schw.: durchwühlen, unordentlich ankleiden. — Dieselben Abl.
 
 
Mozen-heim mōtsəm: Mozenborn im Kr. Dür. RA.: He hät en Nas (so dick) wie ne M.ər Erdappel (Kartoffel).
 
 
mozig -ōts- (vgl. mutzig bei mutzen III) Rhfrk, Mosfrk vereinzelt in Wend-Baltersw, Merz-Michelb, Wittl-Ürzig, Bitb-Fliessem, Bernk-Berglicht, Koch-Greimersbg, May-Pillig Adj.: verdriesslich.
 
 
mözig -əts- vereinzelt OBerg in Gummb-Berghsn Adj.: en m.ə Stimm rauh.

Mreime grete, Mremme grete, Mrimme-grete, Mrimmelene s. bei Maria.
 
 
mta mta Sieg-Ägid Lockr.: für die Kälber.

= müde (s. d.).
 
 
mu I Kobl-Kettig: im Abzählr.: M., du, denn, aus!
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB mu II mū, mūmū Allg. Schallw.: Nachahmung des Brüllens der Kuh, in der Kinderspr.; de Kuh macht (duht) m. RA.: M., m., m., su berelt (brüllt) allemanns Kuh Neuw-Dierd. M., m., m. mächt de bunte K.; mir gewen ihr dat Futter, sie geft us Melch un Botter, m., m. (usf.) Bernk-Maring (u. so in Var. nach dem Nhd. verbr.). Scheck dat Kalf no Paris, küt et wir (wieder) no Hus, sät et: ge m. (gut m., statt ‘guten Morgen’) ein Dummkopf bleibt trotz aller Bildungsversuche ein D. Jül-Linnich.

 PfWB  LothWB Mu mū, mūmū, mūχə(n), –ȳ- [im Hunsr u. an der Nahe auch hamū ] Allg. Sg. t. f.: Kuh, in der Kinderspr.; M., da (ta)! Lockr.

Mu-affe mūāp Bo-Stdt f.: Maulaffe. Mu-bauz n.: 1. Kalb, Kuh in der Kinderspr.; Mubauzebreht (-brühe) bitterer Trunk Bitb-Wiersd. — 2. -bts Schreckgespenst für Kinder Merz-Britten. Mu-esel Siegld m.: Kellerassel, onicus asellus. Mu-hammel , meist {ete} Mu-hämmelchen Saarbr, Wend, Birkf m. (n.): 1. Kuh, in der Kinderspr. — 2. übertr. a. Spukerscheinung; əs Kind hat e M. gesehn, es lut (lugt) noch ganz vergelschtert.b. -hämmelche Kosew. für kleines Kind.