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Rheinisches Wörterbuch 
 
Model III bis Modrüvver (Bd. 5, Sp. 1217 bis 1218)
 
 Model III das Wort, frz modèle, ist in mdl. Form an der mosfrk. Saar von Saarl an als mudəl in Saarl, Merz, Saarbg, Trier-Euren [-id- Saarbg-Faha Nittels Wellen]; als -ūd- in Trier (Mos, n. Mos) [-īd- Casel], Bitb, Bernk (Mos), SPrüm; als -ud- Prüm, Koch, Kobl, Aden-Weibern; als -ūr- Simm, Hunsr-Orte von Zell, Bernk; -ud- Birkf u. ganz vereinzelt Sieg-Honnef bezeugt m.: 1. -əl, Pl. -əln, –ələ. a. handgrosses, rundes oder eckiges Holzstück, das dazu dient, die Weite der Masche des Fischnetzes festzulegen Trier-Stdt, Prüm-Mürlenb 1860 (-id-; aber 2 -ūd-), Kobl. — b. Schnittmuster, Tapetenmuster; der Schreiner nimmt an einem Möbelstück de M.; bröng äs (einmal) dei Middeln vun der Tapeit Saarl, Saarbg-Faha Bitb, Prüm (Sg. t.). — Hölzerne Mutter an der hölzernen Kelternschraube (Spell) Bernk-Neumag. — c. übertr. verächtl. α. e alt Morel altes Weib Saarbr-Quierschd. — β. -īd- liederliches Weib Trier-Casel. — 2. Sg. t. Art u. Weise zu arbeiten, Form der gelieferten Arbeit, Zweckdienlichkeit einer Arbeit. a. ohne Verb. mit Synonym; den Schohn hat e richtige M. Bitb-Bickend; dat, wat de lo gemat hescht, het jo gor kä M. Saarbg, Simm, Zell, Bernk (Hunsr); wat hot den en M. eine sonderbare Mode hinsichtlich seiner Kleidung Trier-Euren; do kannste der de M. nemme oder abgucke zum Muster, Vorbild nehmen, nicht nur von Gegenständen, sondern auch im übertragenen Sinn, von Eigenschaften u. dem Benehmen eines Menschen Simm; sich en M. machen sich zu etwas anschicken Merz-Losh Saarhölzb. — b. am verbreitetsten in Verb. mit Synonym.; et as ke M. un ke Fassaun (Fassong) on dem Kled (drun); et (der Gegenstand) hot ke M. un ke F.; den lo hot ke M. un ke F. un sich Prüm, Bitb, Trier, Saarbg, Merz, Aden-Weibern, Sieg-Honnef; do hescht kän Huddel on kä M. un dir Merz-Conf; ohne H. on M. unordentlich Trier-Stdt; de (dat) hot kei Gescheck un kei M. an sich Bernk-Merschd, Birkf, Saarl; et as ke Moster un ke M. un em Trier-Mehring; do es Fuck un M. dran Koch-Lutzerath. — modę·l., mu- , Pl. -lə(n) n. [Schleid-Hellenth f.] ‘Schablone, Matritze’ ist nach dem Nhd. in Gebrauch.

Modelier-bogen (s. S.) Allg. n.: nach dem Nhd.

modelig mūdəliχ Bitb-Speicher Wiersd; -īd- Wittl-Meerf; -ud- Aden-Weibern Adj.: 1. wohl gestaltet, mit vollen Formen; dat as e m. Framensch Allg. — 2.a. leicht handlich, anpassungsfähig, dehnbar, schmiegsam Allg. — b. locker, vom Ackerboden; et steck as m. Bitb-Speicher.

modeln verbreiteter wie Model Saargeb., u. zwar -ud- Ottw, Saarbr [-ōr- Wahlschd], Saarl [-od- Stdt], Merz, Saarbg [-ūd- Beurig;

[Bd. 5, Sp. 1218]
-id- Faha Nittels Wellen], Trier-Hochw, Prüm; -ūd- Trier, Bitb, Wittl, SPrüm; -ūr- Simm; -ōr- Kreuzn u. abseits -ud- Aach-Würselen schw.: 1. sich m., sich mustern, sich sonderbar, unpassend, unordentlich kleiden; wie der sich näs (noch einmal) gemuddelt hat; wei es die g., — zerechtg.; ongemuddelt unordentlich u. ohne Geschmack gekleidet, unförmlich, auch von Dingen Allg. — 2.a. sich m., sich schicken, folgsam sein; wellste dich wohl m.! Wittl-Meerf. — b. ongemiddelt klobig, plump Saarbg-Wellen.

an- modeln: -ud-, einen, sich a., sonderbar ankleiden, mustern Malm-Vith; -mōələ Aach. PfWB auf -modeln: -ud-, einen (sich) a., nach der Mode herausputzen Saarl. ein -modeln: sich e., sich einmummen; en as agemudelt, als wenn et diht frieren; en hat sich a. wie en Zigeiner Bitb. PfWB ver -modeln: -ud- 1. etwas (einen) v., ummodeln, Form u. Schnitt geben. — 2. verunstalten, Mass u. Form verderben Prüm-Ihren.

Mode -ă- = Brombeere s. More II; Moder I -:- = Grasschwaden s. Made.
 
 
 PfWB Moder II nur ganz vereinzelt mo·u.dər Merz-Oppen; -ū·ŏ.- Trier-Stdt; -ō-:- Wittl-Meerf Sg. t. m.: Schimmelbelag auf Flüssigkeiten.

 PfWB moderig vereinzelt mō:dəriχ Kobl-Neuend, Malm, Elbf; -ōd- Geld-Schravelen, Klev-Stdt; -ūr- Kreuzn-Hahnenb; -or- Kreuzn; mōri Zell-Sohren; mo·r.əχ Koch-Bruttig Adj.: vermodert. — M.ə Loch dunstige, regnerische Luft Geld-Schravelen.

ver-modern -ud- Saarbr-Sulzb; -ū·ə.d- Saarbg-Wellen; -mūdərtsə Zell-Traben; -mūr- Zell-Briedel schw.: wie nhd., meist Part. -dərt, –dərtst.

Möder I -:-, –ə- = Mörder, Haufen Kot s. Mörder; Möder II -- = Mörtel, Lehm s. Mörtel; Möder III -:- = Messschaufel s. Müdder.
 
 
Moderatör-lampe  OBerg f.: L. für gereinigtes Rüböl, um 1820 in Gebrauch.

moder-äzig, moderbitzig = wurmstichig s. maden- bei Made.
 
 
moderieren modərī:rə, –rē:r-  Rip in Aach-Stdt, Köln-Stdt u. Berg in Düss-Stdt, uWupp, Sol schw.: einen m., etwa einen Zornigen beruhigen, mässigen; sich m., sich beruhigen Allg. — Sich auslassen an Eup; aussetzen, rügen uWupp 1870.

 PfWB moderig,  PfWB ver-modern s. o. bei Moder II.
 
 
 PfWB modern modęrn, –dęn [-dăn n. Ruhr]  Adj.: nach dem Nhd.; dat es net mih m. neuzeitlich, gebräuchlich, üblich; he es et m., dat ..; auch onm.

Modert -- = Medardus (s. d.).; Modrion = Wasserkessel s. Mohrian; Modrüvver,