| Mode das frz. Wort ist allg., u. zwar Nahe, Hunsr, Ottw mōrə [-o- Kreuzn-Hahnenb; -ū- Goar-Weiler, Ottw-Eppelborn; mōt Kreuzn-Kirn] m.; Saar, Mosfrk mōdə, –ō:-, –dən [-:- Saarbg-Wellen; -ū:- Trier-Stdt, Bernk-Neumag, Prüm-Mürlenb] m.; Westerw mō:də(n), –ō:r- m.; Siegld mōrə, –oăr- mūərə [NO -or-] f.; Rip mō:də(n) [-dəm Sieg-Leuschd, Dür-Geich; mū:də Aach] m., jüngst auch f.; Berg mōdə, –ō:- [mū:də(n) Wippf-Biesf; mō:t Barm; mū·ə.t Remschd; mū:t Wermelsk] f.; Eup mo·u.də m.; SNfrk mō:də(n) m., f. [-ū·ə.d- Heinsb, Kemp-SPeter, Kref-Stdt; mū·ə.dəm m. Kemp, Kref veralt.; mǫdəm m. neben mō:də f. Erk-Elmpt]; Klevld mōdə [-ō·ă.d- MülhRuhr; mot Rees-Ringenbg; mōdi neben -də Mörs; mōdi Dinsl-Hünxe] f. Sg. t. [aber Pl. mōdis Mörs]: 1. Kleidermode, meist: Gewohnheit, Sitte; dat es höck (heute) M.; dat es nu M.; dat es he kenen M.; dat es he emmer (su) M. gewes; dat es ken M. mih, dat ...; et küt emmer neu M. op; de grusse Höt (Hüte) sen net mih M.; fang mer kene neue M. (den M. net) an Rip, Allg.; e schroər (hässliche) M.; en alder M.; alle Johr hommer en annere M.; se komme wedder uf de alde M. Rhfrk, Allg.; dat es suə en der M.; de M. mötmaken SNfrk, Allg.; et köt us der M., dat mer seng Schold bezahlt MüEif, Allg.; ensen (jetzt) kümmt der M. mit de Summermändel och noch an Altk-Bachenbg, Allg.; in ollen (alten) Tijen wor dat M. dervan, dat .. Dinsl-Hünxe. RA.: Dau bescht noch dommer, als de M. es Merz-Wadern, Koch. Schef (schief) es englisch, on e. es M. [Bd. 5, Sp. 1216]
Kref. Mak dech net deck (prahle nicht), dönn es nu M.! Heinsb. M. muss sin, on wenn et Herz em Lif erkalt MülhRh-BGladb. Beisser Honger geledde, wie de M. verdorve Dür. De M. es so wat, do geht den Wiwern der Verstangk flöten Gummb-Berghsn. In Roden (Kr. Saarl.) es alles M. Neckspr. Der M. moss gehaue (gehalten) weərde, sat de anger Frau, der hau (hatte) se op de huəhch Afsätz en Ben zerbrouche Monsch. Et moss der M. nogohn, on wenn de Lüs an de Knopploucher eruskomme Bergh-Blatzh. Heiwel (seit) dat et Sterwen M. as, as mer des Lewen net mih sicher Daun-Neroth, Köln. Wo et M. es, do sengk mer (do senge se) Pompernickel en der Kerch Rip, Allg., — Bockeskuk (Buchweizenkuchen) en de Kerk Kemp-SPeter, — do lögge (läuten) se met de Schörreskar (Schiebkarre) Meddag Dür-Weisw, — dor geht me met die blote Füt nor de Kerk Klev, — do gonnt se met (op) Klompen (Blotschen) en de K. SNfrk, Klevld, Berg, — en de Kirch un met Trippen (Holzpantoffeln) op der Danz Köln-Stdt, — do gonnt de Küh en de Kirk Kref, — te Kerke Mörs-Xanten, — do gonnt de Gas (Gänse) op näcke Füt (Füssen) Mörs, Kref, — de Ferke bärves (barfuss) Eup, — bille de Hunn mirem (mit dem) Schwanz Kreuzn. Henrich, du ärgers mek; Vader, dat es M. usf. (s. Heinrich) Gummb. — 2. Art u. Weise; op die M.; wat op (no) sin M. maken; dat kann mer op twee Modis m.; dat es nit min M. Mörs, NBerg; wat ös dat fire e M.? eine Art u. Weise Trier-Stdt; da's so sei M. so pflegt er es zu machen; das kommt of de alde M. eraus ist auf dasselbe Saarbr; dau host e schene M. an der dein Benehmen gefällt mir nicht Birkf; der het et an der M. dies und das so zu tun Gummb. PfWB Moden-dämchen -də- May-Kehrig, Schleid Mechernich u. sonst mögl. n.: verächtl. städtisch, nach der neuesten Mode geputztes, gefallsüchtiges Weib. Moden-geck -də- Eusk-Eschw, Monsch-Mulartzhütte, Erk-Elmpt u. sonst Rip, Nfrk mögl. m.: dass. Moden-mächersche -dəmkəə Eup; -mχ- Aach (veralt.) f.: Putzmacherin. PfWB Moden-narr (s. S.) Rhfrk, Trier-Stdt m.: -geck. Moden-nickel Bernk-Dhron m.: dass. PfWB ElsWB Moden-puppe , Moden-püppchen (s. S.) Rip, Nfrk, Saarl-Dilling f. (n.): dass. Moden-schneider mūrənęirər Ottw-Eppelborn m.: Damenschneider. PfWB Moden-schurnal (-journal) -anāl Siegld; -arnā:l Kref-Lank n.: -dämchen. Moden-vögelchen -fȳ:lχə Kobl-Güls n.: dass. Modi s. o. Mode. modisch mōdĭ, –də usf., s. Mode [mō:rĭ u. mō:rənt, mō:nt Altk-Bachenbg] Adj.: so wie es die Mode verlangt, modern, der Sitte gemäss; dat Kled es alt lang net mih m.; dat es bei us net m. nicht Brauch Rip u. sonst vereinzelt; m.ə Geck Modenarr Erk-Elmpt; sich m. mache sich fein kleiden Saarbr-Ludw; allg. in neu-, altm. RA.: Wo et m. es, do sengen se Pompernickel en de Kerch Sieg.[Bd. 5, Sp. 1217]
Model I -- = Handkarre s. Madel I; Model II -- = Brombeere s. More II.
Model III das Wort, frz modèle, ist in mdl. Form an der mosfrk. Saar von Saarl an als mudəl in Saarl, Merz, Saarbg, Trier-Euren [-id- Saarbg-Faha Nittels Wellen]; als -ūd- in Trier (Mos, n. Mos) [-īd- Casel], Bitb, Bernk (Mos), SPrüm; als -ud- Prüm, Koch, Kobl, Aden-Weibern; als -ūr- Simm, Hunsr-Orte von Zell, Bernk; -ud- Birkf u. ganz vereinzelt Sieg-Honnef bezeugt m.: 1. -əl, Pl. -əln, –ələ. a. handgrosses, rundes oder eckiges Holzstück, das dazu dient, die Weite der Masche des Fischnetzes festzulegen Trier-Stdt, Prüm-Mürlenb 1860 (-id-; aber 2 -ūd-), Kobl. — b. Schnittmuster, Tapetenmuster; der Schreiner nimmt an einem Möbelstück de M.; bröng äs (einmal) dei Middeln vun der Tapeit Saarl, Saarbg-Faha Bitb, Prüm (Sg. t.). — Hölzerne Mutter an der hölzernen Kelternschraube (Spell) Bernk-Neumag. — c. übertr. verächtl. α. e alt Morel altes Weib Saarbr-Quierschd. — β. -īd- liederliches Weib Trier-Casel. — 2. Sg. t. Art u. Weise zu arbeiten, Form der gelieferten Arbeit, Zweckdienlichkeit einer Arbeit. a. ohne Verb. mit Synonym; den Schohn hat e richtige M. Bitb-Bickend; dat, wat de lo gemat hescht, het jo gor kä M. Saarbg, Simm, Zell, Bernk (Hunsr); wat hot den en M. eine sonderbare Mode hinsichtlich seiner Kleidung Trier-Euren; do kannste der de M. nemme oder abgucke zum Muster, Vorbild nehmen, nicht nur von Gegenständen, sondern auch im übertragenen Sinn, von Eigenschaften u. dem Benehmen eines Menschen Simm; sich en M. machen sich zu etwas anschicken Merz-Losh Saarhölzb. — b. am verbreitetsten in Verb. mit Synonym.; et as ke M. un ke Fassaun (Fassong) on dem Kled (drun); et (der Gegenstand) hot ke M. un ke F.; den lo hot ke M. un ke F. un sich Prüm, Bitb, Trier, Saarbg, Merz, Aden-Weibern, Sieg-Honnef; do hescht kän Huddel on kä M. un dir Merz-Conf; ohne H. on M. unordentlich Trier-Stdt; de (dat) hot kei Gescheck un kei M. an sich Bernk-Merschd, Birkf, Saarl; et as ke Moster un ke M. un em Trier-Mehring; do es Fuck un M. dran Koch-Lutzerath. — modę·l., mu- , Pl. -lə(n) n. [Schleid-Hellenth f.] ‘Schablone, Matritze’ ist nach dem Nhd. in Gebrauch. Modelier-bogen (s. S.) Allg. n.: nach dem Nhd. modelig mūdəliχ Bitb-Speicher Wiersd; -īd- Wittl-Meerf; -ud- Aden-Weibern Adj.: 1. wohl gestaltet, mit vollen Formen; dat as e m. Framensch Allg. — 2.a. leicht handlich, anpassungsfähig, dehnbar, schmiegsam Allg. — b. locker, vom Ackerboden; et steck as m. Bitb-Speicher. modeln verbreiteter wie Model Saargeb., u. zwar -ud- Ottw, Saarbr [-ōr- Wahlschd], Saarl [-od- Stdt], Merz, Saarbg [-ūd- Beurig; [Bd. 5, Sp. 1218]
-id- Faha Nittels Wellen], Trier-Hochw, Prüm; -ūd- Trier, Bitb, Wittl, SPrüm; -ūr- Simm; -ōr- Kreuzn u. abseits -ud- Aach-Würselen schw.: 1. sich m., sich mustern, sich sonderbar, unpassend, unordentlich kleiden; wie der sich näs (noch einmal) gemuddelt hat; wei es die g., — zerechtg.; ongemuddelt unordentlich u. ohne Geschmack gekleidet, unförmlich, auch von Dingen Allg. — 2.a. sich m., sich schicken, folgsam sein; wellste dich wohl m.! Wittl-Meerf. — b. ongemiddelt klobig, plump Saarbg-Wellen. an- modeln: -ud-, einen, sich a., sonderbar ankleiden, mustern Malm-Vith; -mōələ Aach. PfWB auf -modeln: -ud-, einen (sich) a., nach der Mode herausputzen Saarl. ein -modeln: sich e., sich einmummen; en as agemudelt, als wenn et diht frieren; en hat sich a. wie en Zigeiner Bitb. PfWB ver -modeln: -ud- 1. etwas (einen) v., ummodeln, Form u. Schnitt geben. — 2. verunstalten, Mass u. Form verderben Prüm-Ihren. Mode -ă- = Brombeere s. More II; Moder I -:- = Grasschwaden s. Made.
PfWB Moder II nur ganz vereinzelt mo·u.dər Merz-Oppen; -ū·ŏ.- Trier-Stdt; -ō-:- Wittl-Meerf Sg. t. m.: Schimmelbelag auf Flüssigkeiten. PfWB moderig vereinzelt mō:dəriχ Kobl-Neuend, Malm, Elbf; -ōd- Geld-Schravelen, Klev-Stdt; -ūr- Kreuzn-Hahnenb; -or- Kreuzn; mōri Zell-Sohren; mo·r.əχ Koch-Bruttig Adj.: vermodert. — M.ə Loch dunstige, regnerische Luft Geld-Schravelen. | |