Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
Mock III bis mocken II (Bd. 5, Sp. 1212 bis 1214)
 
 Mock III -ǫ- das Wort ist ganz vereinzelt NLRip u. Nfrk in Köln, Dür, Grevbr, NBerg,

[Bd. 5, Sp. 1213]
Rees bezeugt, in Abl. auch anderswo; je nach Geb. verschieden in Bed. u. Geschlecht: 1. Sg. t. m. a. Feistigkeit, Beleibtheit Köln-Stdt. — b. Aufwattierung der Strümpfe, damit die Beine dicker erscheinen sollen Grevbr-Wickrathhahn. — 2. f. mǫk, Pl. -kə(n), Demin. mkχə, –kskə. a. geweichtes Weissbrotstück in der Suppe, Brotende, Stückchen Wurst Barm, Dür, Erk-Körrenz, Rees-Ringenbg; M.ən en der Zupp; en paar Möckskes Wuarscht. RA.: Sühste (siehst du), min Dümmken (Däumchen), dann mosste wäll lachen, häste ken Möcksken, dann moste wäll schmachten (hungern)! Rees-Ringenbg. — b. mit Erde durchwachsene Grasscholle, Wasem Remschd. — c. -kə Pl. verächtl. plumpe Schuhe Grevbr-Stdt Wanlo.

Mocken-suppe -kətsup Dür f.: S. mit eingeweichten Brocken. RA.: Wart, Jong, wenn du en de Lihr könnst, da git et kenn M.! dann wirst du scharf herangeholt.

Mockel mǫgəl, Pl. -ələ, Demin. mgəlχə Köln-Stdt, Sieg-Aegid m.: feiste, rundliche Person; Demin. kosend, molliges Kind, Mädchen. S. Muckel.

Möckel -k-, Pl. -ələ Aach-Merkst m.: Kotklumpen, Küttel.

mockelig -ǫg- Saarl, Merz, Trier-Mehring (--), Bitb-Geichl, Prüm, Sieg, MülhRh, Köln Adj.: samtweich, sich weich u. voll, locker, schwammicht anfühlend; fleischig, fett, rundlich, bes. von Kindern, jungen Tieren; en m. Kend, Ferkel [von Federbetten, Kaff, gut durchbackenem Brot Prüm]. S. muckelig.

mockeln -ǫg- Bernk-Hottenb schw.: gemoggelt komme schwerfällig, unbeholfen herankommen, von dicken Leuten.

be- mockeln: -ǫk-, etwas, einen, sich b., besudeln Bitb-NWeis.

Mocken Sg. u. Pl. m.: 1.a. mǫkən, Demin. mkskən Brocken, Pfeffernuss, knorriges Stück Holz Lennep, Barm. — b. mǫgə Klickerkugel, mit dem man ‘nachwerfen’ spielt Wend-Oberth. — 2. übertr. en or()ntlich M. dralle Dirne Barm.

mockerig -ǫk- Sieg-Fussh Adj.: mürbe.

Mockes mǫkəs Sg. t. m.: 1. Schimpfw. Aach-Stdt. — 2. zäher, klebriger Schmutz Wittl-Bengel Stdt.

mockig -ǫk- Prüm-Steffeln Adj.: wollig, mollig; en got m. Hemm (Hemd).

Mocks mǫks, Pl. --, je nach Geb. in verschiedener Bed. m.: 1. sachl. a. Klickerkugel, mit der man ‘nachwerfen’ spielt Eup. — b. ein derbes Stück Holz Monsch-Witzerath. — c. Möcks-che Schilfrohrkolben Sieg-Sieglar. — d. Grasbüschel, Geilstelle in der Weide MülhRh-Rösr, Wippf-Wipperf (Pl. mksə). — e. eərde M. irdene Mutzpfeife Dür. — f. Mocks! Ausruf beim Klickersp. ‘Külchewerfe’, wenn alle Klicker im Külche (Grübchen) liegen MülhRh-Ensen. — 2. persönl. a. verächtl. kleiner, lästiger, schreiender

[Bd. 5, Sp. 1214]
Junge, meist Pl. Möcks derartige Kinder, Blagen Monsch, Aach, Dür, Bergh; egesennege M. eigensinniges Mädchen Dür-Stdt. — b. unfreundlicher Mensch Monsch-Witzerath, Aach-Warden. — c. Rufn. für einen männl. Hund Schleid-Dreiborn, Monsch-Rohren.

Möck I -ø- = Mücke (s. d.).
 
 
Möck II mk, Pl. -kə, Demin. mkskə das Wort, mit dem Mock II, III u. Mickelchen u. Mitsch zu vergleichen sind, ist geschlossen in Klev, Rees, Ess verbr., dann nach Süd. in Geld-Kevelaer Pont Straelen Veert Winnekendonk, Mörs-Veen Wallach, Kemp-Breyell; mǫk, mkəlχə Aden-Hümmel; in Abl. in Schleid, Aden m.: 1. Lockr. u. Kosen. für ein ½ bis einjähriges Rind (Reihenfolge: Kalf, M., Enwenter [1jährig]) [mǫk Stier Rees-Wesel]. — 2. übertr. a. Rufn. für einen männl. Hund Köln-Badrf (abseits). — b. verächtl. tappsiger, dummer Junge Klev.

Möckelchen -k-, Pl. -χər Schleid-Dahlem, Aden-Antw (u. mkəl m.) Hümmel, Saarbg-Serrig n.: Möck 1.

Möckes-chen -kəsχə, Pl. -χər Schleid-Baasem Blumenth Dahlem Reschd, Prüm-Ormont; [mǫkəs m. Prüm-Schüller] n.: dass. S. Mickes(chen) bei Micke V.

Mocke = weibl. Schwein s. Mucke IV.
 
 
mockeli  Saarl-Stdt 1870: äks, m.! bei neckender Verspottung (Möhrchenschaben) der Kinder. — Zu frz. se moquer.

Mockel, mockelig, mockeln I -ǫ- s. o. bei Mock III; mockeln II -o- = tauschen s. mogeln.
 
 
möckeln -g- Siegld-Bühl Mittelhees schw.: kritzelig, unleserlich schreiben. — Abl.: die Möckelerei, dat Gemökkel.

Mocken I -ǫ- = Brocken s. o. bei Mock III.

mocken I -o- mucksen, Kegel aufsetzen s. mucken.
 
 
mocken II -ǫk- gegenüber mucken vereinzelt Rip in Sieg-Fussh, Köln-Stdt schw.: sich m., sich mucksen, rühren, bewegen.