| Mist im Rhfrk u. Mosfrk wurde früher allg. das Masc. der mest ‘Dünger’ von dem Fem. die mest ‘Misthaufen’ unterschieden; diese Unterscheidung ist an der Nahe, Saar, Mos, Bitb geschwunden; für beide Begriffe gilt f. mit, –e-, –ø-, -st [doch Saarbr-Sulzb unterscheidet noch mit m., f., u. die lautl. Unterscheidungen mest, –ø- f. ‘Dünger u. Düngerhaufen’ von den Zs. mastə-, męăsdəkupp, –fās, –pūdəl usf. u. dem Zeitw. masdən noch vielfach in denselben Orten von Trier, Bitb bezeugen auch für dies Geb. die ehemalige Unterscheidung zwischen dem a- St. mast m. ‘Dünger’ u. dem i- St. mest [Bd. 5, Sp. 1176]
f. ‘Düngerhaufen’; auch wo m. u. f. noch deutlich unterschieden werden, finden wir diese lautl. Trennung: mǫst m. ‘Dünger’, mest f. ‘Düngerhaufen’ Prüm; męăst m., møst f. Koch-Ediger; mest m., mesdə f. Siegld; mast n., mestə f. Prüm-Bleialf]; den Unterschied mest, –t m. ‘Dünger’, f. ‘Düngerhaufen’ wahren noch streng Birkf, Hunsr [-e- m., -i- f. Simm-Laufersw]; im übrigen gilt einheitl. für Bed. 1 u. 2 (wenn nicht für 2 mestə f. steht) m. mǫst, –ę- Prüm; -ǫ- Daun, Schleid, Ahrw (doch vielfach męs auch da, wo i > ǫ wird; ebenso in Koch vielfach męst, –ęă-); Westerw -e-, –ę-, –ǫ-, --, –ø-; Rip -e- [uSieg, LRip mezs, –eis- –ē-, –ø-, –zs-, –øys –-; OSieg, Waldbr -ǫ-]; Aach ms, męis u. Ld. -ē-, --, –ei-, –ęi-; Geilk, Heinsb, Erk ms u. -ī- [WSelfk mest]; Erk-Elmpt (n. u. m.), Kemp ms; sonst SNfrk -ē- [Kref-Stdt -i-; Kemp-Vinkr, Geld-Leuth -ei-]; Mörs, Geld, Klev -ē-; Berg, Ruhr, n. Ruhr mes(t) [Mülh-Ruhr mis]: 1. Sg. t. a. der im Stalle angehäufte Viehmist, –dünger, Küh-, Perds-, Geissen-, Schofs-, Säus-, Hühnerm. (vereinzelt s. Dreck(er), Fladen, Matsch, Flatschen, Platsch, Küttel), Stall-, Strüh-, Lauf- (Laub-), Straum.; dönne M.; en Fladen, Flatschen, Schlapp (usf.) M.; en Hofen (Kuppen usf.) M.; en Kar (Fuder) M.; en Spreit M.; de Koh mach ihren M., — vill M.; den M. (us dem Stall) erustrecke, — fastrampeln (dämmeln), — (op)laden, — afl., — herusfahren, — op et Land f.; M. f. (et moss M. op (en) et Feld; et Stöck moss M. han), — schürgen, — spreiden, — decken (uMos); M. onderplögen, — onderbauen, — onderfahren, — ondergraven, — onderschloffen (Rees), — onderstüəkeln (Geilk), — stoken (Mörs). — RA.: Dat Zeug ös su ful (verrottet) wie M.; der Kerl ös su f. wie M. träge Rip, Allg.; su nass wie M. Wittl-Meerf, Malm-Weywertz; su voll (bezecht) wie M. Sol; su frech wie M. Simm-Argenth, Eusk, Düss-Benr; su domm be M. Koch-Lutzerath; der hot Geld wie M. em Stall Goar-Halsenb. — Et ös su gewöss wie M. Dröss (Driss, Scheisse) ös damit verspottet man die Sprache derjenigen, die i > entwickeln Verbr. für diese Geb. (auch i > ǫ, ę usf.). Klei Veh mat (macht) och M. Köln-Stdt, Allg. Wommer sech en Schnouər (Schwiegertochter) hält, fir zu arbəten, dat os grad, as wommer en Gess (Ziege) keft (käuft), für M. zu machen Prüm, Daun, Bitb. Den os nemme (nur) gut, fir M. zu m. der Träge, Dumme; de mächt och net mih lang M. lebt nicht mehr lange Prüm; dann höwwə (haben wir) onse M. gemak sind wir fertig MGladb. Dem Kerl kann mer e dubbel Bruət an der Hals hange on schecke öm dur de Furre (Furche), för M. te make von einem Vielesser MGladb; deər wäər mer lever em M. m. wie em Arbede Sieg-ODollend. De (mit den schmutzigen Ohren) es alt widder am M. m. für nächs Johr für Eərpel (Kartoffeln) MülhRh-Holweide. De mach enem [Bd. 5, Sp. 1177]
M. em Hus ein lästiger, ständiger Besuch Sieg-ODollend. Ech werden dir de M. losmachen! dich scharf heranholen Prüm. Wenig Mölich, w. M. göt die Kuh, die w. frösst Trier-Mehring. Einen Oss (Ochse) git mih M. we dausend Nachtigalle Köln. Dau häscht dein M. fir heit gen einen dummen Streich gemacht Merz-Schweml. De kann mer för der M. halde er ist ein guter Esser Kref-Linn. Beər (wer) hät (hütet) of gester (unfruchtbarer) Wed en Koh, verleərt de Mällich on de M. dezo Neuw-GrMaischd. E hät en grusse Hof (Haufen) M. Vermögen Neuw-Datzeroth. Of en dreckig Bocks (Hose) on en grosse Haf M. muss de Bauer stolz sen Goar-Morshsn. Frei kä Hafe M. əllän (allein), guck uf fleissig, brav un rän! Simm (Rottm.). Des Goden kammer och zo vill krige, sät der Bur, do fel (fiel) em en Kar M. op et Lif Jül-Linnich, Heinsb. Er hot M. of de Here (Hörnern) er ist über etwas zornig Birkf-Idar. Der faulschte Bauer kriet de beschte M. un de dreckigschte Kuh Ottw-Neunk. Wen Glöck sall höbben, fend de M in de Bocks (Hose) Mörs, Kref, Erk, Dinsl, Schleid-Reifferschd, Neuw-Datzeroth. We einer ess (isst), su och der M. Köln-Stdt. M. on M. os noch Ongersched auch bei Gleichem ist oft noch ein Unterschied Schleid-Hellenth. Emmer os gode M. Burschmas (-manns) Los (Luft) ebd. Wat der Burschma os, dat wis (weist) senge M. die Menge des M. bestimmt den Rang des Bauern ebd. Soll der M. klenke, dann moss he stenke ebd. Et es net alles Gold, wat blenkt, on och net alles M., wat stenkt Kemp-Grefr. Ze vell M. döngt net Bergh-Blatzh. M. as et best fir et Ackerland, die gehire bejənen wie en Man on en Frau Prüm-Steinmehlen. M. ös de zwedde Herrgott Eusk-Billig. De M. ös för de Buren en Goldgruf Mörs-Friemersh. Sten inne Gard sind Nobersch (Nachbars) M. Rees-Wesel. Holt (Holz) in nen M. gef Geld in de Kes (Kiste) Dinsl. Wu M. es, do Krest es; wu kä Möstes as, as kä Kröstes Mosfrk, Rip, Berg, SNfrk (s. weiter bei Kristus). M. (im Weinberg) maicht Most Trier-Mehring. Gut gebaut (gepflügt) es halwe M. Geld-Weeze. Wenn mer der Schnei warm ongergräft, dat es so got wie M. Düss-Erkr. Hoste viel M., so ding den Acker, hoste wenig M., ding de Planzen Bernk-Hottenb. Men mott et Langd betrachten on och der M. muss ein Ding von zwei Seiten b. Mettm, Lennep. Wo M. wend (aufhört), do w. ach et Kore Rhfrk. Fett en de Pott on M. op et Land es ken Awerglow Rees-Drevenack. Fräj (Frieden) in't Hüs, Glöck in de Stall, M. in't Feld, wen dor niet mät hüsen kann, den hört niet in de Welt Klev, Rees, Geld-Kevelaer. En Broək (Brache) uhne M. ös nett suə gut, wie iemes ös wie nur irgendeiner (niemand) ist Kemp-UWeiden. All Beden es verlor; han ich kän M., dann krieg ich kä Kor Bernk-Wehlen. Wenn ihr gode M. hat, söllt ihr och gode Knolle (Runkelrüben) han! aus einem Heischld. Dür-Poll Do hilf kei Gebett, do muss [Bd. 5, Sp. 1178]
M. dren (dran) hier heisst es handeln, anstatt leere Worte zu führen Köln, Bo. Leggt (legt) för en Hus en Stond jet M., hät et Lond Fas (Fasttag) statts (statt) Fes (Festtag) Heinsb. Je nödder (näher) am Pohl (Pfuhl), je schleiter M., je n. am Dom, je schl. Kres (Christ) Grevbr-Otzenr. De Bur, de sich de M. verköf, v. sich et Bruət us dem Schaf (Schrank) Waldbr, Sieg, Dür. Der hät och lang om M. getrampelt ist nicht lange Bauer gewesen Gummb-Berghsn. Och de dreht (trägt) sengen M. net op anner Löcks (Leute) Hof (Haufen) er ist geizig Sieg-Ägid. Wann der M. ferdig es, dann wellt he gefahre sen wenn der Dünkel überhand nimmt bei einem, der aus ärml. Verhältnissen emporkam, will er im Wagen gefahren sein Dür; wenn de Dreck (zo) M. wiərd, wellt he g. s., — he gedrohn odder gef. s. Rip, Allg., — owwer geschläft (geschleift) sein May-Hatzenport, — gehovve odder gedroh sen Monsch, — geschörgt sin Geld-Leuth; wenn (us) Dröss (Kot) M. wiərd, ... Rheinb, Eusk, Monsch, Neuw-Asb; wann Strüh M. wiərd, ... Dür-Gürzenich, Elbf. De hät en gut Stemm, für M. ze fahren Sol-Leichl. Der sall siəwen Karen M. fahren beim Pfändersp. muss er siebenmal mit der Stirne über den Tisch fahren von der Mitte aus auf sich zu, dann bekommt er sein Pfand wieder zurück Gummb-Berghsn. Aus dem seinen (schmutzigen) Ohren könnt mer och M. fohren Trier-Casel. So Gott well on user Esel, fahren wir moərn M. Wermelsk. Met dej sall ek wäll ferdeg wörde, sagg den Buər on kek (schaute) na den Hemmel, lot do et mär (nur) regene, dann fahr ek M. Mörs-Rheinbg. Dat han ich mer selfs zo verdanke, sat der Oss (Ochse), do fohr e singen eige M. Köln-Stdt. Dem üs te dumm, M. te schuəwe (schieben) MülhRuhr. Och M. lade moss mer lihre alles will gelernt sein Schleid-Hellenth. Wammer ach arm is, so darf noch lang nit jedder Drecksack an änem sein M. abladen Saarl-Berus. Alles hot seng Wassenschaft (Fassong Ihren; sing Kuns un s. Wessenschaf Rip), et M. spreden hot senge Schludder hat ein ganz besonderes Geschick nötig Prüm, Rip. Dem holle mer de M. us dem Mul von einem, der Maulaffen feil hält MülhRh-BGladb. Ene der M. afholle einen gehörig zahlen lassen Aach-Merkst. De (im Wachstum Zurückgebliebene) mott jet M. en de Schuhn häbbe Kemp, Mörs, Sol, Lennep, Schleid-Blumenth. En Sau röch (riecht) der M. üvver de Heck, — wälz sich em M., un wann se e golden Halsband dräht Köln-Stdt. Je mehr, daj (dass du) in de M. rührt, je mehr stenkt hej alte, unangenehme Geschichten soll man nicht aufwärmen Emmerich, Allg. Gint (gegen) en Fuhr (Hauf) M. kammer nöt (on)stönken Trier-Stdt, Mosfrk, Köln, Ruhr, — on wemmer noch esu arg forzt Trier-Stdt. Der es su got wie de öngerschte M. em Hoff Bo-Godesbg. Der es ze schlet (schlecht) für onger de M. ze hacken Wippf. — Dampft der M., so gibt es [Bd. 5, Sp. 1179]
schönes Wetter Allg. — b. übertr. α. Mistartiges; de Stross (Weg) wor all eine M. Matsch; ming Kleider sin eine M. ganz nass; dat Zeug es de reinste M. der Stoff (udgl.) ist nicht haltbar, zerfällt Köln, Allg. — β. Ohrenschmalz; feuchter Staub in Winkeln u. Ecken; angefeuchteter Rest Tabak in der Pfeife [et Mestche Goar-NGondershsn, Aden-Bongard] Allg.; vertrockneter Nasenschleim Sol. — γ. Nebel Rheinschiff; dicke, schwarze Wolke, do hängt en decke M. Bergh-Glesch. — δ. M. schwätzen (reden) Unsinn reden Allg.; dollen M. schw. Neuw-Dierd; M. verzappe Koch-Moselkern. — 2. Misthaufen, Düngerstätte f. Rhfrk (s. o,), Mosfrk (im Gegens. zu M. 1 m., s. o.); en gruss, döck M., Pl. -də, –sdə(n); da, wo M. 1 u. 2 nur m. ist (s. o.), also Rip, Nfrk, wird M. 2 nur in präpos. Verb. als Sg. t. gebraucht, u. ohne diese Verb. steht Meshof, –hop u. in einigen Restgeb. auch Mest, Mestə(n) f., Pl. -stən. RA.: En döck M. ziert e Bauernhaus Trier-Ld. Die hon e gross M. sind reich Birkf-Idar. Eər läft (läuft) de grosse Meschde no den Mächtigen u. Reichen Birkf. Schenk der Möst en Pund, dan bas de noch es (einmal) gesund zu einem, der Leibweh hat Trier-Schleidw. On (an) de dickste Mesten (Pl.) kennt mer de reichst Bauern Bernk-Berglicht; am Möst ka mer de Bauer kenne Altk-Horhsn. Van en Disch op en M., dat is nicks man soll den Kindern bei Verrichtung ihrer Bedürfnisse nicht ein Butterbrot in die Hand geben Ess-Frintrop. De es su faul, dat mer en of de M. kinnt schmeissen Bernk-Lieser. Dat han ich schonn lang of die M. geschess das ist eine alte Geschichte Wend-Urw. Er get neist von sich, äs wenn er of der M. setzt der Geizige uSaar. De singt wie en Orgel op de M. Bitb-Badem. Dat lihr (lerne) ich net, on wenn ich zehn Johr om M. setze Kobl-Stdt, Dau ziels (ziehst) dir e Fuchs op der eigener M. nährst die Schlange am Busen Bitb-Dudeld, Saar (s. Fuchs). Dat es net of deiner M. gewachs Birkf, Allg. Om M. sen bankerott sein Dür. Den häbb ek liewer op de M. as an den Desch den Fresser Duisb; hej es ock beter in de M. as in de Ärbeit Klev-Warbeyen. Met Gewalt kann me en Hipp (Ziege) op de M. büren (heben) Mörs-Asbg. Das hon ich of Sahlers M. gefunn! Antw. auf die Frage: woher hast du das? Kreuzn. De Hahn es frech (Her) op sengem M. Rip, Allg. (s. weiter bei Hahn). Geien (geigen) Lichtmess de Möcken of der M., sperr et Fouder ean de Köscht Merz-Nunk, Mosfrk (s. weiter bei Lichtmess, Mücke). No hät hen necks mehr in de M. weiss nichts mehr zu sagen Geld-Kevelaer. Wart, Freindchen, de gehscht nomol longs us M., dan hetz ich usen Hond henner dich! Saargeb. Appeldrank, de Botz (Hose) en de Hand, no dem M. gerannt! uAhr. Der wollt e gescheit Ei leə on hot et newigt de M. gelet Nahe. Gangk freie övver der M., so wesste, wat an er ös! MGladb-Hockst, [Bd. 5, Sp. 1180]
Nfrk. Den kann ock kenn Geit van e M. büren so schwach ist er Mörs-Repelen. PfWB Miste, Mistem, Misten das Rhfrk, Mosfrk (s. bei Mist die Verbr.) haben die mist f. für ‘Misthaufen’ u. ‘Mist 1’, während das Geb. mist m. für Mist 1, 2 dasselbe Wort haben (s. bei Mist 2); doch am O- u. WRande dieses Geb. gilt für Mist 2 miste f., u. zwar mesdə Siegld, Altk (zur Sieg hin); mestə, –i- OSieg, Waldbr, Wippf, Gummb, Lennep, Mettm, Sol, Ruhr (-i-) [mest rip. Sol, Düss-Ld], Pl. -stən; u. am WRande in Prüm, Malm, Schleid, SMonsch (meistə) mest u. mestən, Pl. -stən [mestər Sg. Schleid-Ripsd; mestə Dat. Sg. m. Daun-Dockw]; dann in unmittelbarer Folge in Monsch, Eup-Ld, Aach-Ld, vereinzelt noch in Bergh-Hüchelhv mezs, meis, mēs, Pl. -stə; u. im Anschluss daran in Aach-Merkst, Geilk, Heinsb, Kemp-Lobberich mestə, –i-, –ē- Sg. u. Pl. [mestə u. mestəm eigentl. Misttum) m., Demin. -stəmkə Heinsb-Breberen Tüddern; -i- Millen Saeffelen; mēs f., Pl. -stə Kref-Strümp]: 1. Misthaufen auf dem Hofe, Düngergrube; ihr hat en ördliche Meste Altk, Allg. [die Ferkesmes Wühlplatz der Schweine Kref-Strümp]. RA.: Du löfs de Meste(n) no von Bekannten zu B., um bewirtet zu werden Aach-Ld. Mer ment (meint), dat hätts de op der Meste fonnen dieses schmutzige Tuch Altk-NFischb, Siegld. Dat es net op oser M. gewasse das rührt nicht von uns her Siegld. De hädde ech och lewer of der M. we am Desch ebd. De mott auk ümmer op de Miste sitten von einer Frau, die nicht aus dem Hause kommt Ruhr. Wann deng Vadder der (Jungen) noch möh hät, kann her dech op de Meste setzen sehr klug bist du nicht Altk-Betzd Wissen Fischbacherhütte. Du (der du das nicht essen magst) kanns jo op Hengstenbergs (Hotel H.) Miste gohn Gummb-Wiehl. Komm du es langs ous Meste, dann sas de ens siəhn! Gummb, Siegld; kömmste an use Meste langs, da zack (hetze) ech der de Kitzhahn an! Sol-Pattschd. E schrift, wie en Hahn op der Meste schärrt Wippf-Hardt. Op minner Miste kratzen nich so Klucke (Hennen) sagt der Bauer, wenn er eine geputzte Dame sieht Gummb-Stromb. Der Hahn es frech op sinner Mesten Sol, Allg. (s. Hahn). Der es nich widder (weiter) kummen as van der Husdüər bis op de Meste Gummb. Der Bur darf gei Geild en der Kasten on geinen Mest en der Mesten han beides muss verwandt werden Sol. — 2.a. mestə scherzh. Halde, Ablagerungsstelle, Spreite, in der Bergmspr. Altk, Siegld. — b. übertr. mestən träge Person Schleid-Hellenth. Mist-, Misten- in der Zs., wo nur -st- gilt, ist dies nicht besonders angegeben; bei Zs., die zu Mist- gehören, finden wir -st- u. -stə(n)-; die weite Verbr. von -stən- im Rip, Nfrk deutet auf die ehemalige weite Verbr. von dem nur noch an den Rändern nachweisbaren miste f. Mist-adel misadəl MülhRh-Forsb; [Bd. 5, Sp. 1181]
mest- Mettm-OSchwarzb; mēstənāl Mörs m.: -pfütze, die den M.haufen umgibt u. die Jauche selber. PfWB ElsWB LothWB Mist-bäre b:r (s. S.) Birkf-Fischb, Simm, Bernk, Ottw, Saarbr [midə- Sulzb], Saarl, Trier, Bitb, Prüm, Malm, Aden, MüEif, Bergh, Dür, Jül, Eup f.: 1. leiterartiges Holzgestell zum Tragen von Mist aus dem Stalle zum M.haufen u. in den Garten. RA.: Das es henne on vore wie e M. gleich beschaffen Saarbr-Sulzb; der es net hennen wei vor, sonscht wär er e M. Saarl-Niedaltorf; wenn de för we ate (hinten) wier, dann wier e we en M. Eup; wat os fir wie honnen? En M. Prüm-Ihren, Trier-Geisf. De hat en Arsch wie en M. Bernk-Rapperath. Jed Dangen hot en Enn (Ende), nemmen (nur) de M. hot er zwe Prüm-Flering. Gäng (bald) kunn zwing (2) Freisch(en) on han et op er M. leien, den henneschte kennt fir! scherzh. zu dem, bes. zu Kindern, wenn nach Verlorenem vergeblich gesucht wird Prüm-Ihren. — 2. ne fule M. m. Faulpelz Dür-Birgel, Jül, Erk-Körrenz. Mist-batsche -bā:t Prüm, Daun, Ahrw-Hoffeld; -ę- Daun-OEhe f.: Brett mit Stiel, zum Festschlagen des Mistes auf der Karre. Mist-bauch -buk Remschd, Wermelsk m.: zweiräderige M.karre (Schlagkarre). PfWB Mist-bauer (s. S.) m.: 1. verächtl. B., plumper B. Allg. — 2. Neckn. derer von Koch-Ernst u. Dinsl. Mist-beet -bęt (s. S.) Allg. n.: nach dem Nhd. PfWB Mist-beie -bę·i. (s. S.) Saarl, Merz, Malm; mastə- Bitb-Dudeld; mestə- Schleid-Hellenth f.: Bienenfliege, die sich auf Düngerhaufen u. Jauchetümpeln aufhält. Mist-birne midənbīr Wend-Abtw, Ottw-Aschb f.: B.sorte. Mist-blume -ō:m Kobl-Weissenthurm f.: Faulbaum. Mist-blutte -blot Simm-Wohnr, Zell-Löffelschd Panzw f.: Pfütze um den M.haufen. Mist-blutze mestəblots Prüm f.: dass. Mist-bock uMos, Goar m.: Pyramidengestell aus drei Hölzern, in Schulterhöhe mit zwei weit hinausragenden Querstangen, worauf die Mistköze gestellt u. mit Mist gefüllt wird, um dann leichter auf den Rücken genommen werden zu können. Mist-böckser Ahrw-OWinter m.: Wein, der nach Stalldünger schmeckt. Mist-bord Wend n.: -beet. Mist-born mestəbūr Sieg-Strombg m.: Jauchepfütze um den M.haufen u. die Jauche selber. Mist-botte -bǫt Ahr f.: Rückentragkorb, in dem der Mist in den Weinberg getragen wird. Mist-bratzen Dinsl, Mörs Pl.: Kotklümpchen, am Hinterviertel des Stallviehs haftend. Mist-brett (s. S.) Prüm-Elcherath Nimshuschd, Schleid-Hergarten, Dür-Bürvenich Berg vor Nideggen, Aach-Würselen n.: -batsche. Mist-britsche -bretə Siegld-Eiserf NSchelden f.: dass. Mist-brühe -st ə(n)br: (s. S.) Verbr. nach Wk. III 29 geschlossen in Siegld, Waldbr, Gummb, Wippf, OSieg, OMülh-Rh; -st- Siegld, Altk, Neuw; dann noch ein kleineres geschlossenes Geb. auf der Grenze zwischen Kurtrier/Kurpfalz -sdə- Simm-Laufersw, Bernk-Berglicht Crummenau Haag Hilschd Malborn, Trier-Damflos Höfchen Neuhütten Pölert, [Bd. 5, Sp. 1182]
Saarbg-Serrig; -st- Zell-Hirschf Lautzenhsn Lötzbeuren, dann noch Dür-Stdt, Eup-Stdt f.: Jauche. Bei Hassels, do hät et geblitzt, do hät de Erich et Luis-chen met M. bespritzt! Neuw-Breitschd. — Zs. M.fass, –karre, –pohl (-pfuhl), -bombe, –schebbe Siegld, OAltk. Mist-bürge -bø·r., –bø·r.i Mörs f.: -bäre. Mist-dämmer Mettm-Cronenbg m.: -batsche. Mist-dielen Ottw Pl.: schmale Seitenbretter der M.karre. | |