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Rheinisches Wörterbuch 
 
mischeln bis Mise II (Bd. 5, Sp. 1167 bis 1168)
 
  PfWB  ElsWB mischeln -i- Saarbr, Birkf, Siegld schw.: mischen, bes. Karten. — Verbreiteter die Abl.

Mischel(er) meəl Saarl, Merz, Trier-Geizenbg, Zell-Enkirch, Koch-Lutzerath; -ələr Trier-Ld [Stdt miəldər], Bitb (WBitb -ø-; Bitb-Ernzen meələrt), Prüm Sg. t. m.: Mischgetreide, untereinandergesät, meist Roggen u. Weizen (Spelz), Hafer u. Gerste (Wicken); hen hot M. gesicht; mir essen numme (nur) Bruckt vo M. RA.: Wenn mer M. siən (säen) däht, mer och M. op de Speicher dräht Bitb-Wiersd.

Mischel-brot (s. S.) Verbr. wie Mischel(er) n.: Brot aus Mischel. PfWB Mischel-frucht (s. S.) Saarbg, Bitb-Mötsch, Bernk, Zell, Koch, Goar, Birkf f.: Mischel. Mischel-garbe møləntsgę·r.f Saarbg-Beuren f.: G. von Mischel.

 PfWB  LothWB mischen -i-, –e- Belege durch das ganze Geb. bis Kref, Mörs, Geld, Elbf; doch als entlehnt empfunden, dafür mdl. mengen oder mehr verächtl. durchenandermatschen, –patschen, –mölschen [WBitb møən; Aden, Ahrw, Schleid, Monsch, Rheinb --; LRip auch -ez-, –ei-] schw.: nach dem Nhd.; jet m.; jet durchenander-, onderenanderm.; sech drenm.; tösche (zwischen) de zwei ös sich net got m. Rip, Allg.; gemischt Brot, beim Bäcker kurz: e Gemischdet Gemischbrot (s. d.) Birkf; meistens aber vom M. der Spielkarten (mdl. sticken; s. d.); et es schonn emol äner am m. gestorb zu dem, der zu lange die Karten mischt Birkf. RA.: Nau, so mesch doch! Ausr. des Staunens Kref. Wen sech onder de Kleje mescht, den wörd van de Ferkes gefrete Geld-Leuth, Allg. Sech en ennen Brei

[Bd. 5, Sp. 1168]
m. in eine unangenehme Geschichte Mörs. — Abl.: die Mischerei, dat Gemisch.

 PfWB ein- mischen: sich in etwas e., nach dem Nhd. Verbr. RA.: Misch dich net en frem Händel en, sost werschte bal verloren sen Eif (o. O.).nach -mischen: nach dem Nhd.um -mischen: nach dem Nhd. PfWB ver -mischen: etwas v., nach dem Nhd.

 PfWB Ge-mische -mi Saarbr, Ottw, Nahe; -midəl Ottw (o. O.) Sg. t. n.: Anhäufung von allerlei Durcheinander.

Ge-misch-brot (s. S.) Monsch, Eup, Altk-Birken n.: Brot aus Roggen- u. Weizenmehl.

Misch-bachem Meist-Altheckmühl m.: Gewimmel, breit Wucherndes, Gesindel. Misch-brot -bru·ə.t Altk-Birken n.: Br. aus Roggen- u. Weizenmehl. Misch-mangde -ma·ŋ.t Waldbr-Eckenhg f.: -masch, Haufen zerknüllter Fäden. PfWB  ElsWB  LothWB Misch-masch Allg. [Klev mesmats; s. auch Mitschmatsch] m.: 1. verächtl. Gemenge von verschiedenen Sachen. — 2. gemischte Gesellschaft. Misch-pok Kreuzn-Pferdsf m.: -masch, Gewimmel.
 
 
Mischkel mikəl, Pl. -ələ vereinzelt MGladb-Viersen f.: Wage, in der Metzgerspr.

mischkeln schw.: wiegen; ich han de Kuh gemischkelt gewogen.

mischochen = verrückt s. meschugge.
 
 
Mischpel I -e-, Pl. -ələ Aach-Herzogenr m.: Mistkäfer.
 
 
Mischpel II -ib- Rhfrk in Birkf, Simm, Bernk-Bollenb u. uMos in Zell-Trarb, Koch-Moselkern, May-Hatzenport [-isb- Birkf-Oberst; -esp- Malm-Rütgenb] (mhd.  Lexer missehël, missël) Sg. t. m.: kleiner Zank, Zerwürfnis; M. met änem hon; M. krieə; en kläner M. kann immer mol firkumme.

Ge-mischpel -mebəl Birkf-Bundenb, Kreuzn-Seibersb Sg. t. n.: heimlicher Zank, Streit.

mischugge = verrückt s. meschugge.

Mise I = Meise (s. d.).
 
 
Mise II das Wort, nach frz. mise ‘Einsatz’, ist in drei Geb. bezeugt, u. zwar mī:s, Pl. -sə, –zə f.: 1. Einsatz Eup-Stdt. — In der Wend.: Hej hät necks mehr in de M. weiss nichts mehr zu antworten Klev. — 2. ein Gebot bei der Versteigerung; wer macht noch en M.? Saarl-Berus.