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Rheinisches Wörterbuch 
 
Milz bis Mimm I (Bd. 5, Sp. 1149 bis 1150)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Milz milts, meist -e- [Trier, WBitb -ø-; Monsch-Witzerath meiəlts; Jül -ē-]; n. Benr.L. melt [doch Eup, Mörs melts; Erk-Elmpt melts u. melt, Pl. -tsə; Selfk milt, –e-]; Berg ö. Ürd.-L. meltə [Sol, Mettm meiltə; Wippf-Biesf -tsə]; Pl. -ə(n), doch meist Sg. t. f.: wie nhd. De M. stich mech bei Seitenweh; ech han M.stechen; he löf, bes em de M. stich Rip, Allg. Wenn de Nier un Levver zum Düvel es, dann rofe mer: vivat M.! Motto der Zecher Köln-Stdt. Der Nimmersatt, Bezechte, Übermütige hat de M. us Aach-Merkst, Heinsb-Millen. Ich risse dech de M. us! Drohung Aach.

 PfWB Milz-brand,  PfWB Milz-krank nach dem Nhd. Milz-feuer -fȳr Emmerich n.: -brand. Milz-gat -a- Klevld n.: -kaule (s. d.). Milz-kaule, Milz-kaute (s. S.) f.: die Hungergrube beim Rind; Köh, die en grusse M. han, fresse vill Rip, Allg. Milz-krampen Siegld m.: Seitenstechen. Milz-loch -lǫux Bergh-Blatzh, Jül n.: -kaule.

[Bd. 5, Sp. 1150]
Milz-riemen -rē:m Grevbr m.: R. des Pferdegeschirrs, über die M.grube gehend.

milzen schw.: 1.a. eine Kuh, die an Blähsucht leidet, m., mit dem Trocart ihr einen kunstgerechten Stich in die M.kaule beibringen, um die Gase zum Entweichen zu bringen; de Koh es ze deck, se moss gemelzt werde Rip. RA.: Age (Augen) we e gemelzter Lepper (kastrierter Jungochse) Siegld-Müsen. — b. ein Stück Vieh oder Menschen m., gefährlich (in die M.gegend) schlagen, stossen, dass der Getroffene zusammenbricht Daun, Koch. — 2. übertr. a. gemelzt überarbeitet Rheinb-Meckenh. — b. sich m., sich für etwas anstrengen Bitb-Neidenb 1850.

milzig -e- Köln-Widdersd; -ę-, -a- Heinsb Adj.: blähsüchtig, von der Kuh.

 PfWB milzen I s. o. bei Milz;  PfWB milzig s. o. bei Milz.

Mim I -ī- = Katze s. Mimm VII; Mim II -ī:- = verheiratete Frau s. Mühne; mim = mit dem s. mit; Mimamottchen = Murmeltier s. Marmottchen; Mimder = Johannisbeere s. Mimel III; Mimel I -ī- = Weissfisch s. Münne; Mimel II -ī- = Himbeere (s. d.).
 
 
Mimel III das Wort, wie M. ‘Himbeere’ < winbeər > wimbər > wimər > mimər, –əl entstanden, ist nach Wk. III 30 im Anschluss u. innerhalb des Wimel-Geb. am rip. u. sndfrk. WRande verbr., u. zwar mīməl Aach-Afden Kohlschd Morsb Orsb Scherbg Würselen; -i- Aach-Bank Bardenbg Hofstdt Horbr Herzogenr Kohlschd Merkst Noppenbg Strass; mi·m.ər Geilk-Brüxgen Gangelt, Heinsb-Breberen [mimbər Bocket; mimdər Ophv; mindər Effeld]; mīməl Kemp-Kaldenk, Geld-Herong Straelen Vernum; -i- Geld-Dam Hartef Leutherheide Niederd Wankum; -məlt Geld-Capellen Holt Lülling Veert Walbeck Wetten; -ī- Pont; bi·m.əl Monsch-Kesternich Rollesbr Strauch Zweifall; -ī- Aach-Brand Eilend; bi·m.əltər Erk-Tüschenbr; meist Pl. -ə(n) f.: Johannisbeere, s. Wimel.

mimeln -īə- = langsam kauen s. mimmeln III.
 
 
Mimen-antlitz mīmənālənts, Pl. -tsə Eup-Raeren n.: Maske.

Mimi -mī:- = verheiratete Frau, Tante s. Mühne; Mimm I = Kurzf. für Maria (s. d.);