Menasch nach frz. ménage Sg. t. f.: 1.a. mənā: Haushaltung, reicher Bauernhaushalt Saarl; -n: Merz-Saarhölzb (selten). — b. -nā: Speisehaus Saarl-Pachten; Speiseanstalt auf der Grube Saargeb.; Kantine Siegld-Fernd; Kasernenküche Trier-Stdt. — c. -n: das Gestell für Essig, Öl, Senf May-Hatzenport; -nāə Siegld. — 2. -nā übertr. verächtl. Mund, Maul; äne en de M. schlah Siegld-Obersd 1840. Menaschen-brot -ā:əbrū:t Aach-Stdt n.: Art Graubrot. Menaschen-klappe -ap Kobl-Stdt f.: verächtl. Mund.
Menaschär mǫnəžr , Pl. -rə Eup-Stdt n.: Wandbrett, Etagère.
menaschieren mənaž:rən Trier-Stdt; -žī:rə Aach-Stdt; mendrə- uWupp 1870; menasīrə Emmerich schw.: schonen, sparen; sich m., sich schonen; frz. menager.
menaschier-lich menăīərliχ Siegld; menə- Netphet; monə- Büschergrund Adj.: sparsambescheiden, im Essen, nichts Ungebührliches verlangend, bes. im fremden Hause.
Menascherie mənažərī: , Pl. -ə(n) nach dem Nhd. allg. bekannt f.: Tiermenagerie. Dat es jo die reinste M. da sind viele Kinder Kobl.[Bd. 5, Sp. 1072]
mendel -ę- = arm, beet s. mändel.
Mendel -ę- m.: verbr. Judenname. Do kimmt de Jud M., de fährt de Kouh am Bändel no St. Wendel of den Händel! Bernk-Schönbg.
Mendig I mē- = Montag (s. d.).
Mendig II mę.n.iχ: die Orte O u. NMendig im Kr. May, bekannt durch die Basaltlavaindustrie. RA.: He streckt de Nos en de Hih, als be (wie) ganz M. sein wär. Wieviel Uhr ist es? Antw.: En Stonn bes M. May-Bell. — Menniər Stän Lavastein; M.ər Platte zum Plätten des Hausgangs.
PfWB mene mēnə, –e- im verbr. Abzählr.: Ene, m., mitri usf. (mit Var.).
meng -e- = mein (s. d.); Meng I -ę- = Menge (s. d.): Meng II -ę- = Gemengtes s. bei mengen; mengden = meinen (s. d.).
PfWB ElsWB LothWB Menge das Wort ist im allg. Gebrauch nicht oft anzutreffen; es herrscht für jede Form der Anwendung Haufen (WMosfrk Gupp(en), Kupp(en)) vor; nur in best. Verb. in best. Gegend ist der Gebrauch fest; męŋ [-ē- SWBitb], -·ŋ. [Berg ö. Ürd-L. -ŋə] Sg. t. f.: man hört den Satz: De kann der ävver en (ganze) M. Schnidde verknausen (udgl.) verzehren Allg. — Fest: De Mass un de M. oder de M. un de Mass in Hülle u. Fülle Ottw-Neunk, Trier, Bitb, Ahrw-Sinzig; Gemass on Gemengt (--) Trier-Mehring; die M. on die Massa Sieg-Ägid; satt on de M. Ahrw-Remag.
Un- menge: u. eine überaus grosse M. Allg.
Mengel -ę- = Gründonnerstag s. Mändel.
Mengelen meŋələ, –i-, ndl. mengel, mengelen entsprechend, nur Klevld in Klev, Rees, Dinsl, Duisb, Mörs-Birten Wallach Rheinbg [-ę- Klev-Keppeln; meŋəl Dinsl-Aldenr Spellen, Duisb (u. -lə)] Sg. t. n.: Flüssigkeitsmass = ½ Kann = ½ l; ½ M. = 1 Ort; ½ Ort = 1 Mötje; en M. Melk, Fusel. RA.: Sett de Kann derneər (darnieder) en nemmt et M.! steige nicht höher, als dir die Flügel gewachsen sind Klev, Emmerich (auch Antw. auf ‘dat kann ek niet’). Ek dühn et met de Kann, saij Eggermann; ek d. et m. et M., s. Grades Engele, en ek d. et m. et Ort, s. Jann te Port, en ek d. et m. et Mötje (Mass), s. Gr. üt et Strötje (Strasse) Klev.
Mengels-mass -mt Rees n.: Mengelen. Mengels-flasche -flęs Klev-Goch f.: eine Fl., 1 Mengelen enthaltend.
mengen I -e-, –ę- = meinen (s. d.).
mengen II das Wort ist allg. [doch ist das Wort in Saarbg, Trier-Ld, Bitb wenig gebraucht, dafür fast stets durchenanermachen, rehren; nur in durchenanermēŋən u. in der Wend. den Däg as net got gəmēŋt ist die Anwendung möglich]; męŋə, mę·ŋ.ə(n) [-- Trier-Ld an Mos; -ē- Bitb; -i- MülhRuhr; -e- n. Ruhr, Klev]; das Zeitw. flektiert heute schw. wie nhd.; doch gibt es spärliche Reste von Rückumlaut, Prät. mant, Part. jəmant Sieg-Fussh, Rheinb-GrBüllesh, Gummb; mānt, jəmānt [Bd. 5, Sp. 1073]
Eusk-Lechenich; maŋk, jəmaŋk Schleid-Scheven, MüEif, Bergh-Hüchelhv, Dür-Langerwehe; st. Prät. moŋ (neben meŋnə), Part. γəmoŋən Kref, Klev, Mettm-Wülfr; -u- Mülh-Ruhr: 1. wie nhd. a. im allgemeinen Sinne, durcheinandermischen, –rühren; et Kend mengk, — es am m. matscht in den Speisen, statt voranzuessen; den Dreck (udgl.) m.; dat Wasser es gemengk trübe; Häcksels onger de Haver m.; jet met jet anderm m.; em Dreck (udgl.) m., herömm.; jet (alles) durchenanderm.; doheröm m. stöbern Rip, Allg. (aber Birkf fehlt diese Bed.) RA.: Wie (wat) mer de Dreck mih mengk, wie (wat) e mih stenk übertr. je mehr man den Streit durch Geschwätz schürt, desto grösser wird er Rip, Allg.; de hät de Dr. noch mih gemengk MülhRh; alen Dr. m. alte Geschichten auffrischen Ahrw-Waldrf; der moss en jidem Dr. m. sich in jede heikle Sache einmischen Koch-Kaisersesch. Den han se im Gehirn gemengt er ist närrisch Altk-Herdrf. Der Schmutzfink hot Finger, me mänt, er hätt de Kuh im Arsch gemengt Simm-Laub. Mer as mat dem Deiwel gemengt man weiss vor lauter Arbeit nicht, wo aus noch ein Trier-Mehring. — b. besondere Dinge m. α. Teig m., den Sauerteig anrühren u. dann mit Mehl versetzen, auch absol. ich moss de Novend noch m.; zəirsch wiərd gemengk on dann gewirk Rip, Allg. RA.: Se hewwen tesamme gemungen, nou künne se auk t. backen sie haben vorher geschlechtl. verkehrt, nun sollen sie auch gemeinsam die Folgen tragen (heiraten) MülhRuhr. — β. Butter m., buttern (altes Verfahren, wobei der Rahm in der Komp oder Schottel gerührt wird); Botter m. u. absol.; haut (heute) mosse mer m.; se mengt sich net Goar, Zell-Losbg, Koch, Kobl, May, Aden, Ahrw, Rheinorte von Neuw. — γ. Käse m., Quarkkäse anrühren; gemengte Kis Neuw-Breitschd, OSieg, OBerg. — δ. Salat m., anrichten Allg. — ε. das frisch herausfliessende Blut des geschlachteten Schweines mit einem Stecken rühren, dass es sich nicht klümpert Koch-Lutzerath Müllenb, May-Kollig, Aden-Engeln Nohn, Altk-Birken Wissen. — ζ. absol.; Dünger mischen Altk-Neitersen. — c. mehr oder weniger übertr. α. absol. schmutzige Arbeit verrichten Goar-Weiler. — β. du häs gemengk du hast in Kot getreten Köln-Stdt. — γ. absol. an seinen Genitalien herumspielen Rip. — δ. de mengk immer sing Schnüss (Mul) drin (en alles, en jede Dreck) mischt sich in anderer Angelegenheiten Köln, Rip; he mengt et (alles, de Wort) durchen (durcheinander) spricht zusammenhanglos, verwechselt die Tatsachen, spricht närrisch Sol, Allg.; de Ben durchənenm. schlenkern Sieg. — ε. absol. fehlerhaft stricken, Maschen fallen lassen, mit zu weiten Stichen nähen Kobl, Neuw, Altk, Köln-Nippes. — ζ. lang m. säumen, zögern Wend. — η. an anem römm. an ihm päppeln Kobl. — θ. se gemengt kreie Hiebe bekommen Aden-Kempenich. — [Bd. 5, Sp. 1074]
2. sich in (unter) etwas m., mischen, wie nhd. sech en alles (heren)m.; sech en den Streit m.; RA.: Wen sech enner de Kleien mengt, get von den Schwengen (Schweinen) gefress (den fressen de Säu) Prüm, Allg.; wer sich unner die kläne Grumbere (Kartoffeln) mengt, den fresse de Sei Simm. Me mutt sich in dem Brei ni m. Mülh-Ruhr. Meng dich nit in die Grimmele! mische dich nicht unberechtigt ein Simm-Laub. — Abl.: die Mengerei, dat Gemengs.
an- mengen: etwas a., Bestandteile zu einem neuen Ganzen vermischen, bes. Mehl mit Wasser, Sauerteig a. Eif; Salat, Futter für das Vieh a. Allg.; den Schlamm a., aufwühlen May-Bell. RA.: Mer meint, do wiərsch at widder am a. schwanger zu sein Köln.auf -mengen: 1. etwas a., Schlamm, Wasser, den Teich aufrühren Allg.; Käs ofm. Quarkkäse anmengen Kobl-Kaltenengers; übertr. altes, unliebsames Geschehen in Erinnerung bringen Allg. RA.: Wo mer de Dreck meh ofmengt, wo er meh stinkt Hunsr. — 2. einen a., aufwiegeln, aufreizen; loss dech net ofm.! May-Kollig.