| mehr das Rhein. unterscheidet zwei Geb., das eine mit meh, das andere mit mehr; n. einschl. Geld-Walbeck Sevelen, Kemp-Tönisbg, Kref-Stdt, MGladb-Kleinenbr, Düss-Hucking, Mörs-Binsh, Mettm-Langenbg, Barmen, Lennep-Stdt Dhünn, Wippf-Stdt, Gummb-Gimborn Wallef Ründeroth Harschd, Waldbr-Denkl Odenspiel, Siegld-Bruchergrund Stdt Eisern Wilnsd Hainichen Lützel mehr, südl. davon meh, u. zwar in diesem Geb. Rhfrk mē, u. ein Teil des Mosfrk an der Mos mē:, n. davon mī:, Saar mē; n. einschl. Saarl-Fürw Guerlfang Fremersd, Merz-Menning Merching Riml Wahlen me·i. (Saarbg-Stdt mī:); u. im sndfrk. Teil mī·ə. [Heinsb-Saeffelen mē:; Elbf mē·ă.; OBerg mē]; n. der o. angegebenen L. zunächst mī·ə.r, dann Geld, Mörs, Klev, n. Ruhr mēr, mēă [MülhRuhr mī·ă.r, –ī·ə.-; um Rees-Schermbeck mă]. — Im Rhfrk steht neben mē ganz vereinzelt eine nach ‘kleiner’ fortgebildete Komparativform mēnər Birkf, Simm-Stdt, Bernk-Bollenb, Wend-Dörrenb Sienhachenb Winterb, Ottw; mēndər Saarbr; dazu Neuw-Urb Kirchd mī:n, mī:nər, mstə; in Siegld-Eiserf Eisern u. südl. davon mēănər, mīənər; Rhfrk, Saarl, SMerz auch der Superl. mērdə (genauer s. meist) [mēndə, s. o.; mīnsdə Meis-Schweinschd, Goar-NSpay; mēndə Trier-Züsch; -sdə Merz-Krettnich, Neuw-Kasb neben mt (meist); Siegld mēărtə (neben maist); im Mosfrk nur vereinzelt, neben mst, –t auch dərmī·ə.t usf., s. bei meist]. — Ebenso bildet das Rip neben mī: nach grȳtər, hȳtər, klēntər einen weitern Komparativ mītər (-ī:d-; mī:ər Schleid-Bereschd) u. den Superl. mīts, flekt. -tstə u. mīr, –ī:-, fl. -tə u. mīs, fl. -stə [Aach-Stdt mēəts]; abgesehen von der jüngeren Form mīs(t), die den Vokal von mīts u. den Konsonantenstand von nhd. meist hat, fehlt Rip meist; am mīrtə, –ē- auch NBerg, OBerg (-st-); SNfrk am mītə Rheydt; mērt Kref-Stdt; mī·ə.rtənde·l.ts Kemp (sonst mēs(tənts); Bitb, Prüm, Malm, der weitergebildete Komparativ nur in der RA.: Et as kä mi·ə.ər (u. mē:rər) Leid, as wat mer sich selwer däht Bitb; mī·ə.ə(r)dər Prüm, Malm Adj., Adv. [bei adj. Gebrauch ist m. hauptbetont, beim adv. Gebrauch das Zeitw., z. B. ech kann net mih gen (), aber ech k. n. m. bin ausserstande ()]: 1. Adj. a. absol.; o, angersch (sonst) nit m.! das schlage ich nicht an Sol; net m. wie dat! Rip, Allg.; e bess-che m. wie vorhin; finfzehn Minude m. wie vor er Vierdelstunn (usf.) Antw. auf die Frage ‘wie viel Uhr ist es?’ Rhfrk, Verbr. Jet m. of men (mön), dat mäck nicks das ist ohne Belang Klevld, SNfrk, Aach, uWupp 1870. En Og m. of wiəneger, sagt de Jong, du schlog e si Vader en Og ut Heinsb-Breberen. En (und) m. niet genug Einfügsel in die Erzählung Emmerich. — Dat schmack no m. Rip, Allg. — b. als [Bd. 5, Sp. 1036]
Subj.; et sen m. he, als mer ment (meint); et sen m. kunn, als mer gehoff hatte; et get m. wie en bonte Koh (usf.) Rip, Allg. — c. präd.; je winneger ener es, je m. well e sen; he ment, he wör m. wie de andere; dat es m. wie (als, als wie) ze vill, — genog, — nüs (nichts); dat es m. wie genog, — nett (usf.); et wiərd luter m. (usf.) Rip, Allg. — d. attrib.; we m. Feinde, deste m. Glöck Eup, Aach; de hot m. Arbet wie Mesthannes Bernk; de hot m. Leis als Hor of em Kopp Mosfrk, Allg.; et sei m. Keten wie rosen Honn Bitb, Allg.; die habbe m. Honger äs Schloəp (Schlaf) sind sehr arm MGladb, Ess; et as ke mihrder Led (Leid) äs wat mer sich selwer andeht Bitb, Prüm, Malm (usf.). — e. als Obj.; den hat m. om (im) Kopp os wie on der Teisch (Tasche) Prüm-Ihren; we m. dat mer hät, we m. dat mer well Köln, Allg.; wu m. dat der Düwel hät, wu m. dat he well (begährt) Mörs, Allg.; de hät ock jet m. für als sin Nas er spekuliert auf etwas Kref-Osterath; he kann m. as Brot ete er ist ein gewandter Arbeiter Klev, Nfrk, Rip; en fliegende Kräih sütt m. äs en settende Mörs (usf.). — 2. Adv. a. modal. α. du schwätzt m. (), ävver der kann m. () in höherem Grade (usf.) Rip, Allg.; wo m. dat et rent (regnet), wo dreckiger dat et wird Altk, Allg.; hu (wie) m. men den Stront (Kot) rührt, deste m. stenkt hei Klev; je m. gei host (hastet), je wenneger spuj't (sputet es) Geld; den Ämer (Eimer) es m. wie voll Saarbg, Allg. (usf.). — β. su m. ebenso gut, um so mehr als; su m. hätt he mer dat och sage könne Köln-Stdt. — γ. m. hinter einem mit Zahlwort verbundenem Subst., nur noch; (nur) ai Schtecke m. Siegld. — δ. m. + Positiv dient neben dem Komparativ auf -ər als dieser, diese Konstruktion wird sogar bei ältern Leuten vorgezogen; m. kalt (gruss, reich usf.); dat kan engem m. Grussen geschehn Saar, Trier, Bitb, Prüm, Malm. — Dat as des m. besten ist sehr schlecht, von Früchten, Klee; de sicht (sucht) och de m. besten die leichtsinnigsten Mädchen Bitb, Prüm, Malm. — M. lenks, m. rechts ist allg.; auch sonst ist m. gruss (alt usf.) möglich. — b. zeitl. α. öfter, mehrmals; he hät dat m. gedohn; mer hät m. gehurt, dat ...; du kanns och m. zo us kunn; ech sen em m. als es (einmal) begent (begegnet); et es alt (schon) m. förkumme; dat mache mer m. Rip, Siegld. — β. ens (es) m. auch einmal, einst; dat han ich (alt) ens m. gewoss (gehurt) Sieg, MülhRh, Köln; allens miəhr zuweilen, öfters Kemp-Süchteln. — γ. net (kes ‘keinmal’) m. [hierbei mī:, mēr vielfach gekürzt > mi, męr] u. [nimē Rhfrk; nemē: Saar, Trier, Westerw; nimęr Klev; əmī·ə. > en miəh Eup] = lat. non iam, wie nhd. Allg.; a, biə en net m.! ein Missgriff bewahrt mich vor dem zweiten Aach; es (einmal) on net m.; ech dohn et net m.; nu sag ech nüs m.! Ausr. des Erstaunens; he hät ken Botz (Hose) m. am Lif Rip, Allg. — Eigenartige Stellung: Ich hon kä m. Geld (udgl.) Saarbr, Ottw, Saarl. [Bd. 5, Sp. 1037]
Mehr-bringer mēbręŋər Siegld m.: Kater. mehr-lei mē·a.rle·i. Elbf: vielfach. Mehr-mächer mīə- Altk-Weitef; mēmaxər Siegld; mīə- Freier Grund m.: weibl. Katze, weibl. Kaninchen. mehr-mals Adv.: nach dem Nhd., früher oft. Mehr-mann mēr- Klev m.: in der RA.: Kikt ömmer op owe Mendermann, marr niet op de M.; dann häj (habt ihr) alltit (alltos) genug dann bist du zufrieden. Mehr-wust mēwūt Ottw m.: tüchtiger Esser. Mehr-zahl f.: nach dem Nhd. PfWB mehren-teils mī:rəndē:lts Sieg, Mülh-Rh, Köln, Dür Adv.: meistens. mehrer-lei mērdərle Geld Adv.: vielfach. mehren schw.: -ī:r-, die Maschen beim Stricken m. uWupp 1870; -ē:r- Heinsb-Saeffelen; mrn Siegld (Gegens. mindern). — Sonst mih(r) werden. PfWB ver- mehren: im Spr.: De Welt vermihre, der Hömmel ziere ist Zweck der Ehe Aach-Stdt. mehrenzig mī:rəntsiχ Prüm-Mützenich Adj.: sehr viel. meh(r)zen mētsə Birkf, Saarbr, Ottw, Saarl; -ē:- Trier-Issel; -ī:- Trier-Stdt; -e·i.- Merz-Saarhölzb (selten); mēŋgsə Wend-Werschw (veralt.) schw.: 1. nach mehr schmecken; den Wunsch nach mehr erwecken, den Appetit erregen; es mehzt; die Äppel m. — 2. übel riechen; es Mehl mehzt Saarbr-Krughütte, Saarl-Dilling.
Mehring mrik: Ort im Kr. Trier. RA.: O Leit her! son de Mähriger. mei I = mein (s. d.); mei II = manchmal, mitunter s. mede.
mei III Adj.: 1. üppig Kemp-Süchteln. — 2. munter Geld-Hinsbeck. Mei I = Maria (s. d.); Mei II mę·i. = Honigwasser s. Met.
meichen ein Wort an der uSaar u. in Trier, u. zwar -χ- Saarbg-Meurig Wilting; -ē- Trier-NMennig OBillig schw.: wehleidig klagen, weinen. — Abl.: die Mächerei, dat Gemäch, der Mächer, die Mächersch. meichig -χ-, –ē- Adj.: gerne klagend, weinend [wunderlich Bitb-Geichl (abseits)]. Meid = Magd (s. d.).
meideln (vgl. mhd. Lexer meidenen ‘kastrieren’) Verbr. im Rhfrk in Kreuzn, Simm, Goar u. an der uMos in Zell, Koch, Kobl u. Neuw, u. zwar mrələ Kreuzn-Daxw, Simm [Buch -ār-], Goar [Oppenhsn -ār-], Koch-Mörsd; -ād-, –ā:d- Goar, Zell, Koch, Kobl [-āid- Stdt], May-Hatzenport; -:d- Koch-Hambuch Stdt; -ārd- Neuw-Datzeroth, -ăt- Koch-Wirfus, May-NMendig, Neuw-Dernb (s. zu letztern Formen marteln) schw.: 1. einen m., quälen, drangsalieren, mit List u. langsam, bes. Tiere; de ganze Dag muss de Lausert die Katz m. — 2. mit etwas grob, unfein, flegelhaft umgehen, an etwas herumarbeiten, bes. an Brot mühselig, schlecht, mit schlechtem Messer herumschneiden; dau moss net su vill an deinem Krage erimm.; am Brut erimm. — Abl.: die Madel(er)ei, dat Gemadel(s). [Bd. 5, Sp. 1038]
ab- meideln: 1. -ā:d-, etwas, a., mühsam u. schlecht abschneiden Kobl-Bend. — 2. -d-, sich a. sich abquälen Westerw. be -meideln: -d-, etwas, einen b. betasten, befühlen Kobl 1787. | |