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Rheinisches Wörterbuch 
 
knippen IV bis Knippkäse (Bd. 4, Sp. 948 bis 952)
 
 knippen IV das Wort, je nach Geb. in der Bed. unterschieden, -ip-, seltener -e- (dies bes. NBerg, Monsch, Aach), ist geschlossen verbr. n. einschl. Prüm-KlLangenf Neustrassbg Stadtkyll, Daun-Lissend Strotzbüsch, Aden, Ahrw, Süd-Grenze von kurköln. Neuw, Altk-Horhsn Wissen, Siegld bis einschl. Heinsb, Erk, Kemp, Geld-Capellen, Mörs-Neuk, Kref, Neuss, Düss, Ruhr [-ø- Daun-Lissend, Prüm-Stadtkyll, Schleid-Dahlem Eicks Holzh Glehn Lückerath Scheven, Eusk-Antw Billig Dirmerzh Friesh OGartzem Rheder Ülpenich Zülp, Rheinb-Arloff Cuchenh Flamersh GrBüllesh Meckenh

[Bd. 4, Sp. 949]
Schönau Strassf, Bo-Keldenich Pech Rösbg Volmershv Witterschlick; -ǫ- Schleid-Dreiborn Hellenth OReifferschd Sötenich Wollenbg, Aden-Kaltenborn; -a- Prüm-KlLangenf Neustrasbg]; südl. der Süd-Grenze vereinzelt -a- Wittl-GrLittgen Landschd, Trier-Wasserliesch; -e- Bernk-Malborn, Saarbg-Schoden, May-Kell; -i- Ottw-Neunk schw.: 1. intrans. a. unter einem knippenden Ton zerspringen, zerbrechen, knacken, bes. von Glas, steinernen Gefässen; ech huərt jet kn.; et Glas hät geknipp Rip, SNfrk (s. o.). Pann (Eisbahn) op; dat Is, dat knopp! Ruf beim Bahnschlagen Schleid-Sötenich. — b. et Für knippt (-e-, –ø-) knistert Schleid-Dahlem Glehn, Eusk-Ülpenich, Bo-Keldenich, Köln-Frechen, Bergh-Hüchelhv, Jül-Daubenr, Erk-Rickelr, Geld-Twisteden, Dinsl-Hiesf; -ǫ- Schleid-Hellenth. — 2. absol. u. trans. unter Schnellen, Drücken einen knickenden Ton hervorrufen, u. zwar a. mit dem unter die Daumenspitze untergelegten Zeigefinger gegen die Stirne oder Nase schnellen; de kann got kn.; he hät mech widder (an) de Stiərn geknipp Rip. — b. mit derselben Haltung der Finger den Klicker schnellen u. zwar -e- Bernk-Malborn, Saarbg-Schoden; -a- Trier-Wasserliesch, Wittl-Dreis Landschd, Prüm-Neustrassbg; -i-, –e-, –ǫ-, –ø- (s. o.) Malm, Schleid, Monsch, Eup, Aach, MGladb, Heinsb-Süsterseel, Dür-Froitzh, Köln; rrhn. Sieg, Wippf, Gummb, Düss-Stdt; -ī- Ahrw-Böling; -ibχəs sin Siegld; -ibχəs Neuw-Dierd; kn. e gen lang Bahn, — e gen Knöll — a gene Buschesteine; op Geld kn.; kn. öm ne Freiss Eup, Aach. Zurufe: Knippes oder boddekn.! es ist dann gestattet, den Kl. eines Gegners ausserhalb des Einsatzkreises zu treffen Malm-Mürring; knöppes! beim Treffschuss muss es laut knallen Schleid-Marmag; liegen zwei Kl. von Spielern so, dass sie von einem dritten Sp. zusammen getroffen werden, so muss dieser vorher knepp ene! rufen; hat aber einer der andern, ihm zuvorkommend, vorher fopp gene! gerufen, so gilt der Wurf nicht Schleid-Wildenbg; hat ein Mitspieler gerufen: römmes knebbes, so muss der Anprall der Klicker laut hörbar sein Kobl-SSebastian. — Im Geb. von Gummb, wo Knippstein (s. d.) für Klicker gilt, bedeutet knippschen klickern schlechthin. — RA.: Wohin gehst du? Antw.: En et Hohnerställchen, Kötteln (Kot) kn. Altk-Wissen. — c. Läuse, Flöhe kn., mit dem Zeigefinger oder Daumen zerdrücken Ottw-Neunk, Wittl-GrLittgen, Daun-Neroth Lissend OBetting, Aden-Kaltenborn, Prüm-Stadtkyll KlLangenf, Malm u. das gesamte LRip, MGladb, Erk, Heinsb-Dremmen, Kemp, Kref, Geld-Capellen, Mörs-Rheinbg, SNeuss, Grevbr, rrhn. Neuw (kurköln.), Siegld, Waldbr, Wippf, Sieg, MülhRh, Düss, MülhRuhr. RA.: Der os am Flüəh (Lüs) kn. sehr arm Schleid-Hellenth. Der hät sich su voll fresse, dat e sich en Fluh

[Bd. 4, Sp. 950]
om Buch kn. kann Bo-Witterschlick Allg. De kann ken Lus kn. so weichherzig, willenlos ist er Sieg. An us, an us kann kener tippen; us Flüəh, us Fl. konne mer selwer kn.! Waldbr-Holpe. Weə hät de mihschte Zitt füərm Duət, Reu on Led ze erwecke, de Fluh odder de Lus? De Fl., de wird iərsch gefribbelt on dann geknipp Sieg-ODollend. — d. mit Ostereiern kn., sie kippen, gegeneinanderstossen; lott ver ens tesame kn.! Verbr. nach Wk. IV 15 in MGladb-Mülfort Rheind, Erk-Elmpt Merbeck Rath (u. kepə), Düss-OLörick, MülhRuhr. — e. eine Nuss kn., knacken Schleid-Hellenth Marmag. — f. eine Karte (Billet) kn., durchlöchern Rip, Heinsb-Saeffelen Karken. — g. etwas kn., abschneiden, abreissen, z. B. Böm kn. beschneiden; de Uhre on dem Start (des Hundes) kn. kupieren; de Täng kn. kleinen Schweinen die Zähne abkneifen; de Hoəre kn. obenhin schneiden Erk-Elmpt; Hoden beim Kastrieren kn., abbinden; dürre Äste mit einem langen Haken vom Baume reissen May-Kell, Monsch-Witzerath, Rheinb-Meckenh Queckenbg, Gummb-Windhg; niederknallen Schleid-Hellenth. — h. -e- etwas mit langem Hebel, der Kneppe, langsam von der Stelle bewegen Mettm-Cronenbg; -i-, einen Wagen kn., dadurch fortbewegen, dass man mit der Brechstange unter ein Rad greift u. dieses stossweise fortdrückt, in der Bergmspr. Altk, Siegld; -i-, der Bingbom (Bindebaum auf der geladenen Holzkarre) wüərd geknippt, um damit die Kette festzumachen Gummb. — i. basteln, an Kleinigkeiten ohne handwerksmässige Vorbildung herumarbeiten Waldbr-Bettenhg, Sieg-Scheiderhöhe. — k. mit den Augen zwinkern Kobl-Vallendar, Sieg-Eitorf, Waldbr-Stdt Bettenhg, Gummb-Marienberghsn Nümbrecht, Jül-Linnich, Geilk-Würm Brachelen, Erk-Stdt, Grevbr-Wanlo, Neuss-Stdt Dormag (s. kneipen V). — l. ein(e) kn., eine Flasche, einen Schnaps trinken Rheinb-Meckenh MüEif. — m. -ib- langsam, ohne Appetit essen Sieg-Siegbg; -ǫp- knuspern, tüchtig essen Schleid-Hellenth. — n. -ǫ- tüchtig auswendig lernen ebd. — Abl.: die Knipperei, dat Geknipp(s), der Knipper.

 PfWB ab- knippen: etwas a., abschneiden, abzwicken, abkneifen Allg RA.: Om de Sak kort te make, säj de Düwel, duw knepp hen sin Bestemoder de Stert af Geld-Kevelaer.an -knippen: mit dem Klickerschnellen beginnen Verbr. wie kn. 2 b.be -knippen: en beknippener Kerl Geizhals Waldbr-Dreschhsn.aus -knippen: Kull uskn. ein Klickersp., Klicker aus der Kaule kn. Aach-Stolbg.nach -knippen: nachschnellen, mit dem Klicker Verbr. wie kn. 2 b.ver -knippen: den hät sech dat verkneppt durch eigene Schuld verdorben Malm-Annel.zer -knippen: eine Laus (Floh) z., zerdrücken Rip.

knipp -i- Schallw. Verbr. wie knippen: das Schnellen gegen etwas, das Zerdrücken,

[Bd. 4, Sp. 951]
Knipsen der Karten, Zerspringen udgl. begleitend; kn., jetz ös de Lus dut; du moss kn. mache die Laus zerdrücken; kn., do häste en gent (gegen) de Stiərn; kn., sprong dat Glas kapot Rip, Allg. — Kn., knapp Howersak, wievill Hiərner (Hörner) hot der Bock? im Fingerratesp. Bitb. Kn., knapp, Knubbeloch (Knoblauch), lach mi nich, hül (heule) mi nich, wis (weise) mi dine witen Täncher (Zähne) nich! beim Pfändersp. unter Kindern Gummb, — Knuweloch, wer lacht, de kimmt en't Uweloch usf. Nahe.

Knipp -i-, –e-, Pl. -pə, Demin -pχə m. [Köln-Stdt n.; Bergh-Hüchelhv f.]: 1.a. das Schnellen gegen Stirne, Nase Verbr. wie kn. 2 a; engen e Kn.che för jen Nas gevve feine Zurechtweisung geben Aach-Stdt; mer karten öm e Kn.che der Verlierende wird vom Gewinner auf die Nase oder gegen die Stirne geknippt Bergh-Hüchelhv; ene hellege (heiliger) Kn. Schlagfluß Bergh-Lipp; Kn.chen schlonn den Daumen hörbar gegen den Mittel- u. Zeigefinger schnellen, schnalzen Erk-Körrenz, Jül-Inden, Dür-Stdt, uWupp; en Knebb schläh Siegld-Kromb. — b. das Schnellen des Klickers; ich bän op Kn.; he kömmt va Kn. Eup. — c. das knackende Geräusch beim Knipsen der Karten, beim Abschneiden, Zerspringen; et gof ene Kn., on et Glas wor kapot Verbr. wie die betreffende Bed. von knippen; fünfter Gang des Fangsteinsp.; die Steine werden hingeworfen, ein St. in die Höhe geworfen, während dem ein St. von den Daliegenden gegriffen u. in der Hand behalten wird usf., bis alle St. in der Hand sind Altk-Mehren; das knackende Geräusch, das die Zählvorrichtung der Haspel macht, wenn eine bestimmte Anzahl Ellen des gesponnenen Flachses abgehaspelt ist, u. diese Abteilungen des Fadens selber; mer hatte su on suvill Kn. Altk-Hecken. — 2.a. -ipχə Schnitt Bier, etwas mehr als die Hälfte eines vollen Glases Köln-Stdt 1814. — b. ale Knepp verächtl. altes Pferd, Schindmähre Saarbg-NLeuken.

Knipp-balken Düss-Serm m.: der die Dachsparren verbindende Querbalken. Knipp-blase -bl:s Sieg-Honnef, Bo-Dottend, Köln-Weiss f.: Knappblase des Schweines (s. d.). Knipp-blume -blō:m Aden-Quiddelb f.: Anemone. Knipp-dienstag -dīstəχ MGladb-Viersen m.: D. der Karwoche (veralt.). Knipp-dose (s. S.) Heinsb-Millen f.: Geldbörse. Knipp-ei MGladb-Rheind n.: Osterei, beiderseitig eingeschlagen. Knipp-falle (s. S.) Eup, Aach-Stdt 1836, Kemp, Kref; -ep- Mettm-Cronenbg f.: die einfache Zuschlagmause- oder Vogelfalle. Knipp-figürchen -jȳ:rkə MGladb-Rheind n.: Nippfigur. Knipp-getau Geld-Leuth n.: Spottn. des Webers, im Ld.: Ä, ä, du Kn., dou schlehs die Kenger (Kinder) on och din Frau! Knipp-häuer Wippf-Linde, uWupp m.: Schnellklicker. knipp-häuern MülhRh-BGladb schw.: den Klicker schnellen. Knipp-herberge -hęrbərχ Mörs-Neuk f.:

[Bd. 4, Sp. 952]
kleine (geheime) Wirtschaft. Knipp-holz Siegld 1839 n.: Knebel-, Knüttelholz, das stärkste im Hauberg gewonnene H. Knipp-hörnchen -aphē:rχən Bitb-Bickend n.: ein Schneller gegen die Stirne; e Kn. beissen von Kindern, die in die Stirn der Erwachsenen beissen. Knipp-hüf -ȳ:- Eup f.: Schnellklicker. Knipp-käse -ks Siegld, Altk-NFischb Weitef m.: Handkäse.