Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
Klotz II bis Klotzkläuen (Bd. 4, Sp. 777 bis 779)
 
 Klotz II Allg., u. zwar Rhfrk -u-, –o-, Pl. -itsər, –e-; Saar -o-, –u-, Pl. -tsə(n); Mosfrk -ǫ- [Mos vielfach -o-; Trier-Ld n. Mos, Bitb, SPrüm --, hier hat Kl. meist die Bed. Kugel; Neuw (um Haur) -a-], Pl. -ęts(ər) [-e-, –:-]; Rip, Berg, SNfrk -ǫ- [Erk-Elmpt -o-], Pl. -ts(ər) [Altk, Sieg auch -ǫtsər]; Klevld -ǫs, Pl. --; Demin. -itsχə, –e-, –ę-, –:-, –-, –kə, –jə n. [in der Regel unterscheiden die MA. n. Mos, Wied m. (dann Pl. ohne -ər) unförmiger Kl., n. (Pl. -ər) rund gedrehter Kl.; Klevld, Eup nur m.; Bernk-Neumag n. Holzkl., f. Ball, Kugel (Pl. -tsən); Saarl-Diefflen f. (Pl. -tsən]: 1. Klumpenartiges. a. en(en) Kl. Botter, Lehm, Deg, Schni, Is, Holz, auch Botter-, Schni-, Is-, Holzkl. usf. Rip, Allg. (nicht Rhfrk). RA.: Hurra, mi Mo (Mutter) es dut, jetz esse mer de Botter met Klötzcher om Brut! Bergh-Blatzh. — b. unförmlicher Baumklotz, Holzknarren, Baumstumpf, der etwa als Hau-, Dängel-, Hackkl. dient Rip, Allg.; et Kl. Baumstamm, der im Dorfe liegt u. den die Leute als Bank bei nachbarlichem Plaudern benutzen Bernk. RA.: Schwor wie ene Kloss Klev, Allg.; Eərpel wie Klotzer Altk-Birken, Allg.; e Paar Oge wie e Paar Klötz Düss-Gerresh, Allg.; esu domm wie ene Kl. Grevbr-Jackerath; de steht do wie ene Kl. Holz ebd.; de kennt jo eron wie e Kl. Bitb, Allg. Hen hät nauw enne Kl. an't Ben ist jetzt verheiratet Nfrk; ön hot e Kl. om Ban eine unangenehme, ihn überall hemmende Sache Trier, Allg.; de hät en Kl. em Reck er geht steif daher Kobl-Moselweiss. Op en hadde (plumpe, growe) Kl. höart en dicke Kil (Keil) MülhRuhr, Verbr. (ene plumpe Schläger Köln-Stdt). Mät en Strohjspier (Strohhalm) köj (kannst du) ow de Mond losmake en mät gene Kl. wer turschlahn Klev. Dat es Ärbet för de Klötz vergebliche Arbeit Kemp-Born. — Wiege, wage, Klösskes sage (sägen), wi well mät no England fahre usf. Emmerich. Henger (hinter) usem Hus em Auel (FlN), do lit en Klötzchen, ronds behauen; et es gen Echenholz, et es gen Spechenholz un och generlei Holz; wat es dat? ein Ei Waldbr-Eckenhg. Gehr e (geht ein) Zemmermann durch de Wald, find e Klitzche gliedslangk, girr e (gibt ein) Backmul un zwen Diel un e Pännche mer em (mit einem) Stiel? die Eichel Birkf-Kirnsulzb. — Klitzcher die Abfälle beim Schreinern u. Zimmern; Bauklötzchen der Kinder Rhfrk, Allg. — c. besonders bearbeitete Klötze. α. Kegelkugel, auch Kegel(s)kl. Allg. (Rhfrk Scheib); Klötz en de Kall; Kl. heraf! zum Kegeljungen, der die Kugeln in der Rinne zu den Spielern befördern soll Köln, Dür. RA.: Jo, Klötz en de Kall! abschl. Antw. Dür. Wonn de Kl. zum Mol (Mal) left (läuft) wenn

[Bd. 4, Sp. 778]
die Sache zum rechten Ende kommt, zum Klappen k. Prüm-Ihren. — β. dickster Klicker (aus Eisen) Saarbr-Lauterb Sulzb (-u-), Saarl-Differten (-u-), Merz-Saarhölzb, Saarbg-Eft, Trier-Hermeskeil, Bitb-Bollend, Bernk-Thiergarten, Prüm-Stdt, Schleid-Dollend, Ahrw-Sinzig, Grevbr - Wanlo, MGladb-Rheind (Klötzke schete), Erk-Elmpt (dicker, runder Kl., im Gegens. zu den kleinern Krallen); Tonklicker, Rörender Klötz früher zu Eup-Raeren hergestellte minderwertige Tonkl., meist zum klęŋkə (s. klinken) benutzt Eup. — Kl. ein Klickersp.; ein Strich wird gezogen, in dessen Mitte ein Klicker gelegt wird; vor diesem Klicker liegt, etwas erhöht ein Stein; auf diesen Stein werden dann von den Spielern der Reihe nach die Klicker aufgeworfen, dass sie abprallen; derjenige nun, der mit seinem Klicker den Klicker auf dem Strich trifft, erhält alle andern Klicker für sich, nur den Klicker auf dem Strich lässt er liegen Ahrw-Böling. — γ. Bremskl. an der Wagenbremse Allg. — δ. schweres walzenförmiges Holzstück, bes. das an der Ackerwalze, auch auf die gusseiserne Walze übertr., Wellkl. Mosfrk. — ε. vorn an der Achse des Pfluges befestigter Holzkl., an dem das Weərschholz (Zugholz) durch einen Hammer oder Nagel festgehalten wird; am Wagen befinden sich die Klötz an beiden Enden der Achse Eusk, MülhRh, Köln, Bergh, Dür, Grevbr, Jül, Erk. — ζ. geformter Tonkl., in der Töpferei; Klötzer extra mache ein Quantum Ton, das grade einen Krug gibt Westerw (vgl. Deig-, Butter-, Schneekl.). — η. ein mit Teig umbackener Apfel, Appelskl. Saar, Trier bis Bernk, Bitb (-tsχən); Kläzchen Brot aus Teigrest Bitb-Wallend. — θ. Zockerkl. Zuckererbse, Bonbon Aach-Stdt. — d. dicht aneinander Gereihtes, bes. an Früchten; wat en Kl. Äpel henkt do an dem klänen Ästchen; wat sen dat Kl.ən von schweren Trauben; e Kletzchen Kiərschen; e grosser (schener) schwerer Kl.; e Staatskl.; e Drauwenkl. Wend, Saar, Trier bis Koch, Wittl; s. auch an der Mos kletz f. (s. Klütze). — 2. übertr. a. sachl. α. Unförmliches, wie dicke Erdscholle, dicker Stein, dicker Haarknoten, dicke Frucht, bes. Obst, Kartoffel, dat sen ävver richtige Klötz; en Kl. van em Ei; plumper Schuh [Rip Pl. auch -ǫtsə], dicke Bürde usf. Allg. — β. von Körperteilen. αα. Hode Allg. — ββ. verächtl. Kopf; äm un de Kl. kommen Merz; du kres wat op de Kl. Mörs, u. so Allg. — γγ. Klötz(ər) Pl. verächtl. Augen; der hät ävver en Paar Kl. em Kopp Rip, Allg. — δδ. Pl. verächtl. Beine, Hände Allg. — εε. Auswuchs am Körper Allg.; de Kouh let (lässt) der Kl. kike hat Gebärmuttervorfall Kemp-Dülken; der K. kömmt et Kl. erut Grevbr-Gierath; dat Schoəp (Schaf) hät en Kl. ut Erk-Elmpt. — γ. -tsχə, meist Pl. -tsχər Frucht der Kartoffelstaude Monsch-Witzerath. — δ. -u- Kerngehäuse des Obstes Ottw-Hüttig Rassw. — ε. Arbeitsstoss

[Bd. 4, Sp. 779]
bes. mit hartem Gestein, im Kohlenbergwerk; do hommer vor em Kl. gele (gelegen) se blotze Saargeb. — b persönl. dicker, unbehilflicher, schwerfälliger, steifer, dummer Mensch; ene Kl. van em Kerl; en grove, stive Kl.; dat es en richtige Kl. Rip, Allg.; Berzdörper Klötz Neckn. derer von Köln-Berzd; Keldenicher Klötz derer von Bo-Keldenich u. so derer von Bo-Roisd Urfeld, Köln-Pingsd, Dür-Wollersh. Orvele (Urfeld) Kl. hät Morre (Mörchen) gekotz, hät opgeleck, hät got geschmeck (u. so von den andern)!

klotz-achtig -ęitəχ MGladb, Erk Adj.: -artig. PfWB Klotz-auge (s. S.) Allg. [-tsə- MGladb] meist Pl. n.: hervorquellendes A. Klotz-bär Monsch-Rohren m.: plumper, steifer Mensch. Klotz-bausch -bȳ Monsch-Ruhrbg Vossenack f.: schwere Bürde durch Maschinendrusch geknickten Strohes. Klotz-beere f.: -bī·ă.r dicke Erdbeere, woran der Kelch noch sitzt Bitb-Rittersd; -br Scharlach-Erdbeere, fragaria virginiana uNahe. Klotz-beutel -tsby·l., –bygəl m.: Neckn. derer von Eup-Raeren, die die Rörender Klötz Tonklicker herstellten. Klotz-bier Bitb-Rittersd n.: stark gemalztes B. Klotz-billa (-sibilla) -ǫtsən- Köln n.: in der Antw. auf die Frage: wer war das? Et Kl. Klotz-birne (s. S.) [-øtsə Trier-Mertesd; -s- Klev-Goch; -tskəs- Erk-Tenholt; -tsər- Bitb-Gond] Allg. f.: schwere, dicke B.sorte. RA.: He mächt e Por Auen wie e Por Kl.ən Trier-Kenn. Klotz-buckse -boks f.: einer, der sich gerne irgendwo aufhalten lässt Dür-Stdt; steifer Mensch Ahrw-Walporzh. Klotz-bürde -bȳ·ə.t Bergh, Grevbr, Kref, Heinsb-Oberbr f.: -bausch. Klotz-butter (s. S.) -etsχəs- Goar-Bieberich, May-Hatzenport; -- MülhRh-Herrenstrunden f.: scherzh. Margarine. klotz-dick -e-  Sieg-Eitorf Süchterschd, MülhRh-Immekeppel Adj.: geronnen, von der Milch; dickflüssig. klotz-dumm -o-  Sieg-Felderhoferbrück Adj.: sehr d. Klotz-eule -y·l. Geilk-Randerath f.: Mensch mit auffallend grossen Augen u. stierem Blick. Klotz-fuss (s. S.) Allg. m.: klobiger F. Klotz-gesicht (s. S.) Rip, Berg n.: klobiges, breites G. klotz-gross -ū:-  Aach-Berensbg Adj.: sehr gr. Klotz-hafer -aw- Wend, Saarbr f.: einseitwendige H., im Gegens. zur Straussh. Klotz-hand (s. S.) Allg. f.: klobige, breite H. Klotz-huhn -ō:- uWupp n.: H. ohne Schweif. Klotz-kapelle -pę·l. MülhRh, Köln, Bergh, Dür f.: in der Antw. auf die Frage: wer war das? De Nubbel us de Kl. Allg.; Löckeböllems Wellem en der Kl. Bergh-Hüchelhv; wohin gehst du? No Löckebommele en de Kl. MülhRh-BGladb, Dür. Klotz-kar Rees-Wesel n.: gezimmerter Behälter zur Aufnahme der gefangenen Fische. Klotz-karre -kā:r Schleid-Dahlem f.: polternde K.; wenn im Galopp gefahren wird, heisst es: Hurra, Kl.! Klotz-kläuen -klø·y.- Erk-Rath m.: grosser Dummkopf.