| klicken II das Wort gehört geschlossen der Saar von Saarbr her an, dann Trier, Bitb, Wittl, Bernk, Zell bis Koch-Lutzerath Weiler; dann begegnet es für besondere Bed. in Rheinb, Eusk, Dür, Sieg, MülhRh, Klev-Hau, u. zwar meist -e-, seltener -i-, –ø- schw.: 1. intrans. a. mit hellem Klange knacken; et kleckt ebbes; brennendes Holz, das Feuer kleckt knistert; dürres Holz unterm Fusse, knackender Stein im Feuer, zerspringendes Glas, Fingergelenke kl.; dat Glas (de Zilinder) hot gekleckt; de Laus hot awer hart gekleckt beim Zerdrücken Saar von Merz an, Trier bis Koch, Wittl. — b. auslangen, hinlänglich sein; dat kleck (net) Sieg-ODollend, uWupp 1870. — 2. absol. u. trans. [Bd. 4, Sp. 713]
[Bd. 4, Sp. 715]
a. absol. α. mit der Peitsche knallen Saarl, Merz, Trier-Hochw Leiwen Mehring Schleidw (-ø-), Bitb-Herforst Pickliessem Speicher, Wittl, Bernk, Koch-Lutzerath; s. auch klacken. RA.: Et es kä Fuhrmann so alt, er klöckt alt emol ger Merz-Morscholz. — β. mit den Fingern schnalzen, met den Fengern kl. Saarbg, Trier, Wittl-Ürzig, Bernk. — γ. mit den Beinen nach hinten ausschlagen, vom Esel, Pferd, Zugvieh; of emol kleckt den Esel, bleif vun em weg! Wittl-Meerf, Bernk-Neumag; aufspringen, de kleckt fir un hannen (hinten) an (in) de Luft vo lauter Pläsier Bitb-Dudeld. — δ. den Klicker gegen eine Türschwelle werfen, dass er zurückschnellt u. etwa schon daliegende trifft Dür-Langerwehe, Klev-Hau; den Klicker mit einem Ruck schnellen Bernk-Kesten; kleckes (-egg-)! Zuruf beim Klickersp., der dem Rufer erlaubt, Schmutz, Holz u. Hindernisse wegzuräumen, falls der Partner zuvor nicht kl. net! gerufen hat Eusk. — ε. -ø- sitzend beim Mittagsschläfchen einnicken Bitb-Wissmannsd. — b. trans. α. Läuse, Flöhe kl., mit dem Fingernagel unter einem hellen Laut zerdrücken Saar, Trier, Wittl, Bernk (Bitb knappen). RA.: Den kann kän Flouh kl. der Ängstliche Saarbg-Trassem; dau bes se armselig, fir en Laus ze kl. Bernk-Dhron. E kleckt em de Leis holt ihn scharf heran Saarbg-Weiten. Er is so satt, dass mer kinnt e Lus uf em Buch kl. Saarbr-GrRosseln. — β. Nüsse kl. knacken; mat dem hun ich och nach en Ness-chen ze kl. Saarbg-Winchering. — γ. die Beine kl., beim Laufen in die Höhe werfen; de hot awer de Bän in de Loft gekleckt Bernk-Neumag. — δ. das Haar, den Kopf kl., mittels Pomade oder Haaröl in feste, glatte Form bringen; wat han de Stodente noch ens de Köpp gekleck! MüEif. — ε. etwas (alles) dropkl. verschwenden; de kleckt all sei Geld drop Saarbg-Portz, Bitb-Idenh Ernzen, Wittl-Dörb Meerf. — Abl.: die Kleckerei, dat Gekleck(s). ab- klicken: 1. intrans. vor Freude oder Angst schnellend, springend sich entfernen; se sen ofgekleckt vo Pläseer Bitb-Dudeld. — 2. trans. a. einen Gegenstand a., schnellend entfernen, z. B. mer losse Stän ofkl. ein Stein wird auf ein wiegendes Brett gelegt, mit einem Knüttel schlägt man auf das andere Ende, dass jener abschnellt Mosfrk (s. S.). — b. einen a., gehörig verprügeln Koch-Lutzerath. aus -klicken: 1. im Fastnachtld.: Gellen (gelber) Fodem em et Haus, gleckt de Fosichteier aus! Bitb-Mötsch. — 2. dat Peərd hat hannen (hinten) ausgekleckt ausgeschlagen ebd. ver -klicken: 1. -e-, etwas v., verjubeln, verschwenden Daun-Bleckhsn; -ø- Prüm-Mürlenb. — 2. -e- genügend vorhanden sein; dat sall wall v.; dat verkleckt nit Geld-Schravelen. klick -e-, –i- Saar, Mosfrk (s. o.) u. auch sonst, z. B. Wermelsk Schallw.: das Knicken begleitend, etwa beim Zerdrücken einer Laus, [Bd. 4, Sp. 716]
beim Schlag der Peitsche, auch klickklack. — Kleck, kl.! wer beim Wettlauf zuerst das Ziel erreicht, kündet dies durch Anschlagen mit den Händen u. diesen Ausruf an Kref-Fischeln. — Kliklickli Geschrei des Turmfalken Kreuzn. — Et Klickklickleis-che Zittergras Wittl-Salmrohr. Klick -e-, –i- ebd. Sg. t. m.: der knickende Schall; et guf änen Kl. Klick-auge -ō:x Eusk n.: Triefauge. klick-kleinern fərklikleinərn Lennep-Radevormwald schw.: einen v., verleumden, schlecht machen. Klick-kraut Daun-Kerpen NWinkel n.: aufgeblasenes Leinkraut, silene inflata. Klick-mülle -økəmø·l. Schleid-Freiling f.: Unke. Klick-waage -w:(x) (s. S.) Saarl-Berus, Bitb-NWeis, Prüm-Plütschd (-īk-); -ekə- Bernk-Neumag f.: ungleicharmige Balkenwaage mit verschiebbarem Gewicht, Schnellwaage. Klicke -k, Pl. -gə(n) f.: 1. -i- a. Peitsche, in der Kinderspr. Koch-Lutzerath. — b. die Schlagkordel der Peitsche, auch Ferkl. (Vor-) Bernk-Graach Zelting. — 2. übertr. -e- Schmutz am Kleide, Klatsch Bitb-Geichl, Wittl-Reil. RA.: Äm e K. onhänken ihn verleumden. klickeln -ig- Siegld schw.: allerhand Gutes kochen. Klicker, Klickert das Wort ist nach Wk. IV 22 Rhfrk, Westerw, Siegld allg.; lrhn. reichen einige Striche über die kurpfälz./kurtrier. Grenze hinüber, so hat Saarl, Merz das Wort ausschliessl.; Saarbg-Eft (sonst Werbel, Mirbel), Trier-Braunshsn Heidenbg Hermeskeil Mettnich (sonst Mirbel, Wirbel), Bitb-Ehlenz Herforst Speicher (sonst Dickes, Wirbel); Wittl, Daun haben das Wort wieder geschlossen; Prüm-Neustrassbg (sonst Knickel, Mirbel, Irbel), Bernk-Gräfendhron, Rapperath, Schauren Thiergarten Lieser (sonst Werwel), Zell-Enkirch (sonst Wirbel), Koch-Düngenh Mörsd Meiserich Lutzerath Urschmitt Stdt (sonst Merwel), Kobl-Cobern Dieblich Bend (sonst Mürbel, Hau), May-Kirchesch Rüber (sonst Mörwel), Aden-Kelbg Kempenich OElz Wershf (sonst Häuer, Merbel, Ümmes), Ahrw-Sinzig Remag Altenahr Hepping Westum (sonst Mürbel, Mü, Ümmel), Schleid-Dollend [n. davon im Rip Knickel, Jick (Malm), Ümmer, Frankef, Hüf, Bick, Wälsch, Mergel]; rrhn. geht Kl. bis SSieg (Hänschd Frensbg Hofen Leuschd Süchterschd Ägid Ittenb) (n. Kniggel, Ummer, Mürbel), Waldbr-Dattenf, Gummb, Nümbrecht Marienbghsn [n. davon Knickel-Knippstein, Häuer, Bickel, Dotz]. — Die Formen von Kl. sind -igər, –e- Sg. u. Pl. (u. -ərə); an der Saar u. den angrenzenden überschiessenden Geb. in Saarbg, Trier, Bitb, Wittl, Daun, Bernk -igərt, Pl. -dən [-a- Bitb-Speicher; -ī- Zell-Enkirch; -egəl, Pl. -əln Trier-Heidenbg; -egər u. -egęrnər Siegld] m.: 1. der Spielstein, Schüsser; Setz-, Schiesskl.; Kl. spielen; mit Kl. sp.; Rhfrk Klickerches sp. (mache, duhn); Siegld, [Bd. 4, Sp. 717]
Altk Kleckersch ('s kleckern sein) sein; derartige Spiele sind sehr mannigfaltig, s. bei Käulches, Käutches, Küppches, Kreis-ches, schibbeln, knippsen, piddeln, picken, pumpen, purken, rubeln, ratscheln, setzen, stucken, stuppen, titschen, stumpen, noschieten, strippen usf.; das gewöhnlichste Spiel ist folgendes: es werden zwei Striche gezogen, der eine (grade) ist das Malzeichen (Krepp, An); auf den andern (Kreis, Kaule) setzt jeder Mitspieler seinen Einsatz (Knopf oder Kl.); dann wird vom Malstrich aus nach einer Kaule (Kreis) geschossen; wer der Kaule am nächsten liegt, ist erschter usf.; dann schiessen die Spieler der Reihe nach auf den Einsatz; wer trifft, darf weiter schiessen, bis er vorbeigeschossen hat; er darf auch auf den Schiessklicker eines andern zielen, der ‘aus’ ist, wenn er getroffen wird; wer (beim ersten Schuss) vorbeischiesst, muss seinen Kl. liegen lassen, bis er wieder an der Reihe ist, oder er muss wieder vom Malstrich aus werfen; bleibt der Schiesskl. innerhalb des Einsatzkreises liegen, so ist der Spieler ‘aus’; das Spiel ist zu Ende, wenn der gesamte Einsatz abgeschossen ist; der zuerst ‘aus’ war, ist fürs nächste Spiel erschter. Die letzte (Kl.) gohn net got vam Hetzen (Herz) die letzten vier Kl., die man noch hat, verliert man selten Sieg-Rhönd. RA.: Er hot Aə (Augen) wie e Paar Kl. Wend-Reichenb. Dat sin neist wie Kl. von sehr kleinen Kartoffeln Simm. Allg. Dat passt wie e Kl. an (in) en half Ächtel (Massgefäss) Wittl-Binsf Salmrohr, — an en Siərster Trier-Schleidw. Noch net fer en Kl.! tue ich das Neuw. Rätsel: Et kommt de Trepp eraf un macht tipp, t., t.? Bernk-Wederath. — 2. übertr. a. sachl. verächtl. α. Pl. sehr kleine Früchte, Kartoffeln, Obst; dat sen jo nemmen (nur) Kl. Merz, Allg. — β. Pl. Hoden Nahe, Hunsr. RA.: Er mengt die Kl., dat se nit anbrenne von einer Bubenunart Simm-Laub. Do (bei den Soldaten) werd er die Kl. geschliff krieə zurechtgestutzt werden Allg. — γ. Pl. Augen; dat Mädchen hat mer emol e Paar Kl.tən dargewörf Trier-Fell; wat schneid den e Poor Kl.tən! Daun-Tettschd. — δ. kleines Näs-chen; weis mer emol dei Kl.ərt, dau kläne Schelm (kosend)! Merz-Saarhölzb. — ε. Auswuchs am Kopfe, Dutz Koch-Lutzerath, Sieg-ODollend. — ζ. Kehlkopfknorpel Koch-Lutzerath. — η. Himbeere Merz-Stdt. — b. persönl. verächtl. en scheeler Kl. Schielender Neuw. PfWB Klicker-augen (s. S.) Kreuzn-Münster, Neuw-Stdt Pl. t.: lebhafte A. Klicker-bahn f.: 1. die Stelle, wo die Jungen gewöhnlich mit Klickern spielen Sieg. RA.: Dat schibbelt wie op der Kl. das Rad der Karre läuft gut Sieg-ODollend. — 2. übertr. verächtl. Kleinbahn Kreuzn. Klicker-beutel (s. S.) Allg.: B. für die Klicker. RA.: Met enem de Kl. mache ihn zum Narren halten Sieg-ODollend. He es dermöt ömgegange wie möt em Kl. hat ihn (es) schlecht, roh behandelt [Bd. 4, Sp. 718]
Sieg-Rhönd. PfWB Klicker-bube -bū Rhfrk m.: 1. kleiner Junge, der noch mit Klickern spielt. — 2. Schimpfw. Klicker-gasse -gas Neuw-OBieber f.: Name einer G. Klicker-herrchen -ī:- May-Galenbg n.: einer, der im Klickersp. viel gewonnen hat. Klicker-junge (s. S.) Mosfrk, Rip m.: -bube. PfWB Klicker-kaule, PfWB Klicker-kaute (s. S.) Allg. f.: Grübchen, beim Klickersp. Klicker-mal -:- Sieg-Süchterschd n.: das erste M. beim Klickersp. Klicker-mattes -ərə- Koch-Lutzerath m.: der Gewinner, den Kl.sack in der Hand haltend, ruft dem Verlierer neckend zu: Kl., schüpp, sch., sch.; all deun Kleckere en de Sack (Sück)! Klicker-maus Ottw-Spiesen, Saarbr-Ritterstrasse f.: Grille; s. Krickel. | |