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Rheinisches Wörterbuch 
 
Kehle bis Kehr (Bd. 4, Sp. 362 bis 364)
 
 Kehle Rhfrk kēl; Mosfrk -ē:-, –:-; Rip -:-; Aach, SNfrk -·ə.-, –ēə-, Demin. kę·l.kə; Klevld -ē-, –-; Pl. -lə(n) (Bed. 1 ohne Pl.) f.: 1. wie nhd.; doch mancherorts fehlt das Wort u. auch sonst ist Hals, Gurgel, Strosse, Loftrühr bei weitem gebräuchlicher. a. der vordere Hals, Kehlknorpel; de hät sech de K durgeschniə; der Hongk spröngkt ene an de K. SNfrk, Allg.; ek krieg ow

[Bd. 4, Sp. 363]
bej (met) de K. Klev, Allg.; enem de K. zohale; enem et Metz (Messer) an de K. setze Rip, Allg.; enem an der K. kruffe (kriechen) ihn angreifen Aach-Merkst; achter in der K. der Gaumen Mörs-Orsoy. RA.: Ik schnid sche de K. af, schmit se in de Ruhr un lott se drive! MülhRuhr. He käəkt (schreit), äls of en et Metz (Messer) a jen K. wür Aach-Stdt. E lett (lässt) sich et Metz an de K. komme er wartet das Äusserste ab Aach-Merkst. Steəle (Stiele) met lang K.ə Galgendiebe (den gehenkten Dieben werden die K. durch den Strick lang gezogen) Aach-Stdt, Kref-Osterath. Nit rein onder de K. sin kein reines Gewissen haben Mörs. — b. die K. als Organ des Schluckens, in best. Wend.: De Ber (Birne) trick mer de K. zo Neuss-Dormag; hei het ene dröge K. gehatt er ist betrunken Mörs; mei K. es esu drocke wie e Leschblatt; o Laim, ich han widder nasse Fess (Füsse), mei K. bleift drocke! ich habe kein Geld, um Schnaps zu kaufen Kobl; et es em jet en de verkihrde K. komme in die Luftröhre Aach, Geilk, Heinsb; en utgeboəhrte K. han trinken können, ohne zu schlucken MGladb-Rheind; hei stinkt ut de K. aus dem Munde Duisb; alles dor de K. jage (lope lote) durch Trunk verschwenden; jet en de K. kriegen Nfrk. RA.: Wat doch net alles dor de K. geht, sät de Fohrmon, du har e Kar on Perd versoəpe Geld, Kemp. — c. die K. als Organ des Sprechens, in best. Wend.: Dat Kengk (Kind) schreit sech de K. af (us dem Hals herus) Rip, Allg.; he ritt (reisst) de K. open, es wenn he am Metze söət MülhRuhr; luwer K. mit voller K. laut schreiend Eup; he schreit K. op () so laut er kann Düss-Stdt. — d. übertr. kēlχə Rotkehlchen Saarbr-SJohann. — 2. Kehlartiges. a. K. am Brettrand Eusk-Lechenich. — b. Dachkehle, Ecke, in welcher zwei Dächer winkelig zusammenstossen Heinsb-Erpen, Koch-Eller, — c. kēl, –:- Gossenrinne Wend-Ilgesh Wieselb, Merz-Stdt, Trier-Issel Irsch (-ę·i.-), Bernk-Gutenth Sensw Wederath, Wittl allg. (vielfach k:lt), Altk zieml. allg., hier auch Gossek., gestickte K. mit Steinplatten ausgelegt; kę·l. Daun-Mückeln Tettschd Üdersd, Wittl-Bombogen Bausend Krinkhf Kinderbeuren; -:- Rinne aus gehauenem Stein Sieg-Rhönd; Verengung, Hohlweg Düss-Serm; in der K. Wiesengrund (FlN) Simm-Laub; e jem K. Name des Bauernhofes am Gymnicher Weg Aach-Laurensbg. — d. der keilförmige Hohlraum am Handwebstuhl, der gebildet wird vom Tuchansatz als Keilspitze, den nach unten u. oben gezogenen Fäden als Seitenflächen u. dem Riet der Lade; durch diesen Hohlraum geht das Schiffchen; de K. schlät (schlägt) af das Schiffchen läuft nicht mehr regelmässig; es bleibt in der Mitte der K. stehen; die Lade schlägt nun dagegen, u. das Sch. schlägt die Fäden entzwei MGladb.

Kehl-abschneider kēlafnī·ə.r m.: Mölme

[Bd. 4, Sp. 364]
K. Neckn. derer von MülhRuhr. Kehl-balken Kreuzn, Daun-Neroth, Gummb, Dinsl m.: wagerechter Dachbalken in der Spitze, die Sparren festhaltend. Kehl-band (s. S.) Sol, Klev, Rees n.: B.schleife um den Hals [Halsband des Hundes Barm]. RA.: Dat is so fast as en Mötz met en K.bändje Klev, Emmerich. Kehl-feuer -fȳr Mörs-Lütting n.: Krankheit der Schweine, bei der die Borsten durch den Schlund wachsen. PfWB  ElsWB Kehl-gebälk Nahe, Wend, Ottw n.: der Raum über dem Speicher, unmittelbar unter den spitz zulaufenden Sparren; er dient zum Aufbewahren von Geräten, Taubenschlag udgl. PfWB  ElsWB Kehl-hobel (s. S.) m.: nach dem Nhd. Kehl-hölzer (s. S.) Sieg-Fussh Höngesbg Scheiderhöhe, MülhRh-Overath, Mülh-Ruhr-Selbeck Pl.: die Querhölzer zwischen den Dachsparren. Kehl-kalten k:ləkǫ·u.lən Mettm m.: scherzh. Schnaps. Kehl-klamme -glam Wend-Ilgesh f.: Holzrinne, Gosse. Kehl-knauf -knōp Heinsb-Erpen Harzelt m.: -knorpel. Kehl-kopfpfeifer -kpęifər (s. S.) Bitb-NWeis, Simm-Crastel, Monsch-Kesternich, Jül-Tetz, MGladb-Giesenk, Kemp-SPeter m.: Pferd, das an der Kehlsucht leidet. PfWB Kehl-kropf -krǫp Heinsb-Birgelen m.: -kopf. PfWB Kehl-riemen (s. S.) nach dem Nhd. bezeugt aus Simm, Bernk, Sieg, Monsch, Bergh, Dür, Jül, Heinsb, Kemp m.: R. des Kopfgeschirrs beim Pferde, bei Windschnappen fest angezogen. Kehl-sparren Kreuzn Pl.: -balken des Daches. PfWB Kehl-speicher Nahe, Wend, Ottw, Saarbr-Ld m.: -gebälk, zweiter, oberster Sp. Kehl-stecher Goar-Trechtinghsn m.: verächtl. Makler. Kehl-steine -te·ŋ. Aach-Stdt Pl.: St. zur Deckung der Dachkehle. Kehl-stück -døgə Siegld-Afholderb n.: Zunge des Schweines mit anhaftendem Fleischstück. Kehl-trecker Elbf, MülhRuhr m.: Birne, die den Hals tesamentrickt, sticksige B. Kehl-zange -ta·ŋ. Neuss f.: Z., mit der der durchschnittene Hals des Schweines zusammengepresst wird.

 PfWB kehlen nur vereinzelt, je nach Geb. in verschiedener Bed. schw.: 1. sich k. a. bei unpassendem Kumt, durch den Kehlriemen oder bei schwerer Fracht die Kehle zuziehen, sich würgen; dat Peərd kehlt sech, — hat sech gekehlt Bergh-Hüchelhv, — gekellt Heinsb-Lümb, Erk-Elmpt, MGladb-Giesenk, Kemp, Mörs-Baerl. — b. beim Essen, Schlucken sich würgen, keinen Atem mehr bekommen; eət doch nit so gau (schnell), do kells dech noch! Kemp, Erk-Körrenz (-ī:-). — c. sich ausser Atem arbeiten, sich überanstrengen, von Mensch u. Tier Erk-Elmpt. — d. sich schlimm aufregen ebd. — 2. sich k., sich senken, vom Gelände; dat Land kehlt sich elo Bitb-Dudeld. — Abl.: die Kehlerei, dat Gekehls.

an- kehlen: die Profile hobeln Saarbr.aus -kehlen, ein- kehlen: Bretter mit Kehlen versehen Heinsb-Birgelen.

Kehr,