| kastrieren nach dem Nhd. bekannt (wie auch Kastrierer Schweineschneider) schw.: wie nhd., mdl. schneiden.Kastrol = Taurolle am Flaschenzug s. Katrol.
Kasupp kazup , gern Demin. -zypχən Sg. t. m.: ein Gläschen Schnaps Sol; Kindersüppchen aus Kakao Düss-Stdt.
Kasus kā:zəs Sieg, Köln, Monsch, Eup, Aach, MGladb, Erk, Düss-Stdt Sg. t. m.: Umstand, Fall, Begebenheit, Grund; dat es de K.; verzäll mer ens de K. Allg. — He het em en K. dren gemach eine Verlegenheit Sieg-Ägid.
Kat -kāt n. Ruhr; --, –ă- Emmerich, Klev, Geld, Mörs (nach Süd. bis zur Ürd.-L.), Pl. k f.: kleine Hofstätte, kl. Bauernhof, auf der der Köter (--, –ă-, –-, Pl. -tərs) oder Köttermann wohnt. S. auch Kotten.
Katalog Rhfrk, Mosfrk kadălō:x; sonst kată-, katə- , Pl. -γə(n) m.: 1. wie nhd. — 2. katălȳ:χ scherzh. an ‘Lüge’ angeglichen dass. Monsch-Witzerath.
PfWB ElsWB LothWB Katapla kardəblā: Saarbr; kada- Saarl-Berus Sg. t. n.: Leinsamenpflaster, warmer Breiumschlag, frz. cataplasme.
PfWB Katarrh Sg. t. m.: nach dem Nhd. bekannt. katarrhisch -re Schleid-Dollend Adj.: unwillig.
Kataster Rhfrk bis zur t/st-L. kadadər; sonst wie Mosfrk -dasdər; Rip, Nfrk kadastər Sg. t. n.: 1. Grund-, Flurbuch u. Grundbuchamt; de schrift om K.; ech moss ens om (em) K. nosehn losse Rip, Allg. — 2. übertr. scherzh. oder verächtl. a. Kopf, in der Wend.: De es net richtig em K.; he hät se net all im K. Aden, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, — em K.amt Sieg-Braschoss. — b. das Gesäss; den hot e gehirig K. Trier-Schweich Welschbillig, Sieg-Ägid. — Zs. K.ampt. RA.: Da kriste jet op et K. auf das Gesäss MGladb-Rheind; du häs se net mih all am K. bist närrisch Bo-Stdt. Katau = Webstuhl s. Kazau; Kätchen = Katharina (s. d.).[Bd. 4, Sp. 254]
PfWB ElsWB LothWB Katechismus Rhfrk kadisəm; Goar, Koch, May -dīsəm [Kobl-Stdt gadəismus ]; Mosfrk kadəjisməs u. kad(ə)jesəm, –jisəm (); sonst katəχismus , aber mehr katəjesməs, –jis- u. -jizə- () u. katəjizəm, –jez-, –jes- [Eup-Stdt katəkesməs (alt; jetzt katəγ-) ; Eup-Raeren katisməs ; Remschd kǫtəγesəm ; Geld-Schravelen kǫrtəγęsəm ; Aach-Stdt Strass scherzh. neben katəjesməs auch katəji·l.əs ; Bo-Stdt katətø·m.əl ]; Pl. zu -səm: –mə(r) m.: 1. wie nhd., älter Frogenbuch (Fragen-); de kattolsche, de Luthersche, Heidelbergsche K.; de grusse on de klene K.; den K. lihre; de K. opsage; senge K. (uswendig) könne; dat steht su net em K.; wat hammer em K. op? Rip, Allg. RA.: De micht e Gesicht wie en zerressen(e) (verressene) K. Allg. En angeren K. han zu einer anderen Konfession gehören Gummb. Den K. onger der Bankt, en netten Jongen an der Hangd, blo Veilchen an dem Wege blüht; et sall mek wundern, wer mek noch kriet das sind die Gedanken der 13—14jährigen Mädchen, die zum Pastor in den Konfirmandenunterricht gehen Gummb-Berghsn. Ech han en us der K. överhuərt (überhört) ihn ordentlich ins Gebet genommen Eup-Raeren. Dat kenn eich net; dovon steht och neust um (im) K. Daun. De K. moss mer kennen, um geheirot ze gen man soll nicht zu jung heiraten Bitb-Wiersd. — 2. übertr. dat es och sune (solch ein) dolle K. toller Kerl Schleid-Roggend. PfWB Katechismus-frage (s. S.) Allg. f.: wie nhd. Katechismus-krämer -ē:- Merz-Saarhölzb m.: in der RA.: De mecht e Gesicht wei e K., den de Mort (Markt) bersaumt (versäumt) hät. Katechisanten katəγesantən, –γisandən Elbf Pl. t.: Kinder, die im ersten Jahre den Pfarrunterricht besuchen. Kätel = Kessel (s. d.).
Katelen-birne katē·ă.lənbăr MülhRuhr f.: B.sorte, besonders geeignet als Krautbirne; sie ist sticksig, deshalb auch Kehltrecker genannt.
NRhWB Kater, Käter das Wort ist nach Wk. IV 11 Rhfrk, Mosfrk bis Malm, Schleid, uAhr, Aden, rrhn. bis einschl. Westerw (nicht kurköln. Neuw), Siegld durchaus einheimisch, wenn auch manchmal kats ohne Rücksicht auf das Geschlecht gebraucht wird; von Malm aus setzt sich das Wort am WRande über Monsch, Aach, Jül im LRip fort, um in Dür, Bergh (stärker), Köln, Bo, Rheinb, Eusk schwache Spuren zu hinterlassen, z. T. in diesen Geb. mit eigner Form (ktər), meist in nhd. Form u. neben eignen Synonym. (Rämmel, Katzenrämmel), vielfach auch ohne Bezeichnung (das weibl. u. männl. Tier Katz genannt); das SNfrk u. Klevld weisen heute dicht gedrängt das Wort in nhd. Form auf (nur Grevbr, Neuss im Anschluss an Bergh -t-, Mörs, Klev vielfach -t-;) doch besagen viele Zeugnisse, dass eine Sonderbezeichnung [Bd. 4, Sp. 255]
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fehlt u. kat, –ǫ- für beide Tiere steht (bes. das Geb. n. Ruhr kennt diese Unterscheidung nicht); für die Geb., die unser Wort nicht besitzen s. Katzenbock, –müter, –rämmel, Mehrbringer, Mückter, Müter, Rämmel, Rammeler, Rämmel(d)er, Rekel, Strösser; dazu s. u. die Rufn. — Formen, im Rhfrk kārə(r) [uNahe auch -ă-; Kreuzn-Laubenh kālər; Gutenbg -l-; Goar-Dommershsn Morshsn karərt; Salzig kǫdər]; Saargeb. kādər, –ār-; mosfrk. Saar in Saarl kādər [im Anschluss an Ottw -ār- Labch Reisw Schwarzenholz Sprengen GrHemmersd; -d- Bilsd Eimersd Fremersd; -ǫd- OEsch]; Merz im Süd. im Anschluss an Saarl kādər, dann -d- (Büschf Keuching Rech Schweml Stdt), dann -d- im grösseren Teile [-ød- Büding Weiler Welling; -ed- u. -d- Mettlach]; Saarbg -ød- [Beurig Faha Irsch Freudenbg Kelsen Manneb Taben Weiten -ed-; Borg Eft Onsd Schoden -od-; Besch -ud-; Ayl Wawern -ad-; Wellen -ūəd-]; NWSaarbg, Trier, Wittl, Bernk (Mos), Bitb, SPrüm -d-, –ăd-, –ō(ă)d- [Trier-Föhren Kenn -d-; Cönen Crettnach Hermeskeil Igel Lampaden Metzd OEmmel Pluwig Raschd Reinsf Tarforst Wasserliesch -ǫd-; Karthaus Mühlf -ād-; Abtei Mettnich -ār-; Höfchen -ar-; Mehring gdər; Wittl-Bausend Krinkhf kadər; OÖffl -ǫd-; Reil kdərt]; Bernk, Zell im Hunsr kārər, an Mos kdər [Morschd Odert Wenigerath -ād-; Neunk Schönbg -d-; Haag Immert Lückenbg Merschd Thalfang -ǫr-; Hirzlei Veldenz -r-; Zell-Mos -ǫr-; Bullay Forst -ar-; Tellig kālər; Kaimt klərt; Altstrimmig -ǫl-; Enkirch kǫdərt]; Koch an der Mos zunächst kǫrərt, dann -ar- [in der Eif kădər; Düngenh Eppenbg Gamlen Kaisersesch Wormersd -ad-; Meiserich Wollmerath -ǫd-; Hambuch -ęd-; Gevemich Lutzerath kadərt; Brieden -ād-; Pommern -ār-]; Kobl gibt meist kātər, –dər an [kārə(r) Bubenh Kettig Winning Mülh; kǫrərt Cobern; kārərt Vallendar; katsərt Weissenthurm]; May kă(r)dər [Berenb Boos Dittschd Luxem Moselürsch Üss -ǫd-, –ǫt-; Glees Kell Kürrenbg Volkesf Waldesch Wassenach -ad-, –at-; Kretz NLützing -ād-]; SDaun -d-, NDaun -ād- [Darschd Mückeln Neichen Nerdlen NWinkel Üdersd Stdt -ǫd-; Boxbg -d-; Berling Demerath Gees Lissing -ad-]; NPrüm, Schleid -ā:d- [Gondenbrett Olzh Oos Pronsf Reuth Schwirzh Weinsh u. Malm -ad-; Kopp Mürlenb -ǫd-; Schleid-Sistig -:d-; Roggend -ar-]; Aden durchweg -ad-, seltener -ād- [Bongard Colverath Müllenb Lierstall Ürsf -ǫd-; Arbch OElz -d-; Hausten Hönning Lind Kempenich Wanderath Weibern NAdenau -ęd-, dies auch noch Ahrw-Dümpelf Fronr Kirchsahr Kräling Schelborn Waldrf; Aden-Barw kālər]; Neuw dem Rheine zu kā:rər [Rockenf -ā:d-; Breitschd Kurtschd -ad-; Dierd Hausen -ǫd-], sonst kǫrər (Giershf GrMaischd), kalər (Rodenb NWamb), meist -l-, wie auch [Bd. 4, Sp. 258]
Altk-Almersb Michelb -al- hat, sonst Altk meist karər [Friedewald -ǫr-; zur Sieg hin -ār-]; Siegld kādər, –ār-, –r-; im lrip. Geb. n. Malm, Schleid, oAhr, Aden setzt sich in Monsch, Aach kā:dər fort (Monsch vielfach, Eup, Aach stets -āt-, dies auch Jül [Calr Gevelsd Koslar Opherten Pattern Röding Tetz -t-; dies auch Dür-NZier OBolh, Bergh sehr verbr., Erk-Borschemich Holzw Pesch, Grevbr-Garzw Gustorf Neuenhsn Ökoven, Neuss-Delhv Gohr, Köln-Esch Niehl Pesch, Bo-Dransd; -:d- Eusk-Frauenbg; -ęd- Rheinb-Rupperath Willerschd; sonst noch selten in Rheinb, Eusk, Bo -ā:d-] SNfrk, Klevld -āt- (s. o. die Bemerkung dazu) [Geilk-Gangelt Lindern, Kemp-Born -ād-; Mörs-Kamp Labbeck OMörmter Sonsbeck Veen, Klev-Donsbrüggen EmmericherEyland Huisberden Niel Zyfflich -t-; Geld-Schravelen -ęt-]; Pl. bei kārə auch kārə; bei -rər, –dər, –tər: -ərn, –ərə (Klev -tərs), bei -ərt: –ərdən m.: 1. wie nhd. — Ruf- u. Kosenamen: Bursch, Drickes (Heinrich), Fritz, Furzpitter, Hannes, Hans, Heini, Heinz, Hinz, Jupp (Josef), Klas, Manes (Hermann), Matz (Matthias), Nöll, Paul, Peter, Prinz, Ritter, Schmull, Spitz; scherzh. K. Jann Mörs-Marienbaum; K. Jänn Geld-Schravelen. — Der Lockruf des K. wird gedeutet: kumm eraus! Koch-Laub. — RA.: Bissig wie e K. sein Kreuzn-Boos; leunig (glühend) wie enne K. Mörs-Asbg Gerdt Neuk. De micht e Gesicht (sieht aus) wie e besechter (beseichter) K. Prüm-Burb, — e geleckter K. Malm-Vith, — e K., der Essig gesuff hot Birkf-Bundenb. He kick drin, wie enne K. in et Hummelwer (Donnerwetter) Mörs-Repelen; e kuckt (trübselig) wie e K. durch e Putsch (Büschel) Osingen (Werg) Saarbg-Soest. Hen schneid e por Knef (Knäufe, Augen) wie e geschniedene K. Bitb-Mötsch. De micht e Bockel wie e K., den op em Schleifstan sötzt Bitb-Seimerich. Den löppt (läuft) wie ennen gegeisselten K. Mörs, — e K. um de Kacheluwe Birkf-Idar. De schreit wie e K. im März Prüm-Mürlenb. Dau hos su en zieh (zähes) Lewen wie e K. Prüm-Mürlenb. Aweil beschte dran wie Grobs K. in unangenehmer Lage Birkf-Steinbg. Maus wie Morrer, Katz wie Korrer der eine von dieser Gesellschaft ist nicht besser als der andere Wittg. Öm senter Mattis spillt de K. met de Mis (Katze) Brunstzeit Geld, Kemp-Lobberich (freit de K. de M.) SHubert (geht de K. möt de M.). Do hat der K. hingespauzt ein Loch ist im Strumpfe Ottw-Aschb. Wenn de Katt (Katze) es enne K., dann es de Melk von Water (Wasser) Mörs-Rheinbg. Donnerwerrer, henner de Brerrer (Bretter) setzt e K., mecht e Theater! Trier-Züsch. Oves (abends) sall de K. genähjt (genäht) warde am Abend wird der Faule fleissig Mörs-Wallach. Do hon ich de K. nomol (noch einmal) gemäscht (gemästet) ich bin hereingefallen Saarbr-Heusw Krughütte. K., fang der e Maus, strepp se ab (enthäute sie), mach der [Bd. 4, Sp. 259]
e Belzkapp! Wend-Zaub. — Rätsel: Et sieht aus wie en Katz on maust wie en Katz, hät en Kopp wie en Katz on ne Schwanz wie en Katz, on et es doch kei Katz; wat es dat? der Kater Neuw-Notschd, Bernk-Allenb; et lickt (gleicht) as en Katt (Katze), et frett as en Katt, et kraut as en Katt; nau sägg mej, Kindje, wat es dat? Mörs-Rheinbg. Wat siehrere (sieht einer) Katz derähnlichscht? Birkf-Kirn Sulzb. — 2. übertr. a. persönl. α. der männl. Hirschkäfer Bernk-Neumag. — β. Hummel Bitb-NWeis. — γ. ale K. alter, geiler Kerl Bitb-Dudeld; verliebter Bursche Meis-Meddersh. — δ. löfige K. Mädchen, das viel mit Jungen herumläuft Neuss-Zons; verlofe K. Aach-Büsb; welde K. wildes, ausgelassenes Mädchen Heinsb-Arsbeck, Rees. — ε. schwatzhaftes Weib Heinsb-Kirchhv. — ζ. Neckn. derer von Meis-Heimbg. — η. s. auch Batz-, Blatzk. — b. sachl. α. dicke Bohne, Saubohne, vicia faba Bitb-Mötsch NWeis Weiding. — β. Katzenjammer nach Genuss von Alkohol Verbr. in den Geb., wo K. herrscht u. auch sonst nach dem Nhd. RA.: Den äne K. fresst ger Meis (Mäuse) un Melch, den andere lewer Häringen un sauer Guarken Bitb-Wiersd. Koffi ond Tee, dat ös gut för den K.; drenk Jann Newel, dann geht dej den Schnater Mörs-Orsoy. Kater-bohne -bū:n, –bu·ŋ. (s. S.) Trier-Eisenach Welschbillig, Bitb f.: dicke B., Saubohne, vicia faba. kater-bürstig -bęrdĭχ Wend-Baumholder Adj.: streitsüchtig. Kater-hund -o- Neuw-Weiss, Altk-Seelb m.: männl. Hund, Rüde. PfWB Kater-jagd -jāx Dür-Pier f.: in der Wend.: Die hät de ganze K. wedder henger (hinter) sich alle Burschen laufen ihr nach. Kater-katze -kats Saarbr-GrRosseln, Ottw-Eppelborn, Bitb-Mettend, Daun-Tettschd, Bernk-Stdt, Kobl-Urmitz, Goar-OWesel f.: Kater. RA.: De läft (läuft) darum wie en spielig (brünstige) K. Bernk. Kater-pitsche -pet Bernk-Neumag f.: die Zange des männl. Hirschkäfers. Kater-weizen (s. S.) m.: Pflanzen, u. zwar 1. Ackerwachtelweizen, melampyrum arvense Daun-Kerpen Müllenborn, Prüm-Wallersh, Schleid-Marmag. — 2. Tollkorn, atropa belladonna Eup-Stdt. | |