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Rheinisches Wörterbuch 
 
Käfer bis Kaffhacksmüsche (Bd. 4, Sp. 25 bis 33)
 
 Käfer (s. Wk. Maikäfer) zunächst die Geb. von Süd. nach N. mit mdl. Entsprechungen, u. zwar an der Nahe, wo durchweg kwər, –ī-,

[Bd. 4, Sp. 26]
ęj- gilt, durchweg mit Mai- (u. so auch im folg.); kęwĭχ, –fĭχ in Kreuzn innerh. einschl. Roth Genh Waldlaubersh Heddesh Roxh Rüdesh Hüffelsh Traisen Boos Burg-Sponh Brauw Sommerloch Hergenf; -iw- Kreuzn-Dorsh Rümmelsh Sarmsh; kęfəriχ Kreuzn-Waldalgesh Waldhilbersh; -ęw- Kreuzn-Heddesh Windesh; Goar-Damschd, Simm-Sabershsn Buch Mörz, Birkf-Selb Eiw Bosen Georgweiersb, Wend-Mainzw Marping Steinb NLinxw Winterb Namborn Hof Dickesb kęwərt (Goar, Simm --) [Wend-Alsfassen kęwəs; Wend-Bliesen Gronig Oberth kęmərt]; Saarbr durchweg męikibs, –gibs; doch kęwərt Berschw Eiw Hilschb Holz Ritterstr; -e- Sulzb; -i- GrRosseln Püttl; Ottw allg. kęwərt (mit wenigen Ausnahmen kęwər, –e-; Wellesw -a-); Saarl (s. auch Maikibs, –schibs, Hirle, Schewert) kęwərt [SO -e-, –ē-; Neuforw Felsbg Beaumarais Wallerfang SBarbara Dilling -i-; n. Biring Guerlfang Fremersd -ęă-; Altforw -o-; Pachten kawər; Guising kewek; Gresaub kerwərigəs; OEsch glęwərt; s. auch Rotzkäwert]; Merz im Süd kęwərt; dann -ēw-, –ăw-, –ēəw-, –īəw- [-ęrw- Mechern Merzw Theilen; -aw- Rech; -ĭw- Rappw; kēwərliŋ u. kibs Mettlach; kēwęgərt Schweml; kēwagər o. O.] bis einschl. Saarbg-Büschd Taben Greimerath NZerf Hentern; diese -ərt-Form setzt sich über Wadrill Michelb fort in den trier. Hochw, wo kwərt in Trier-Braunshsn Beschd Bierf Costenb Otzenhsn Mettnich (u. -ęiw-) herrscht, ö. davon kwər, –ī- (Neuhütten Züsch) [kăwiχ Seinsf; kəwərt Clüsserath]; Saarbg n. der o. gen. L., Trier, Bitb, SPrüm, SWWittl, SWBernk haben eine besondere Form (durchweg ohne Mai-) entwickelt, u. zwar innerh. einschl. Saarbg-Perl, Eft Borg Besch Wochern Orscholz Weiten Faha Kirf Beuren kīə(r)wərliŋ(k) (Ayl Faha Kirf Weiten -w-, –ēw-), sonst kēwəriŋ(k), –rik, –rek, –kw-, kew- (kīəw- Freudenbg Castel Cöllig Nittel), kwərigəs Bilzing Winchering; kēw- Rehling; kw- Soest; Trier hat (mit Ausn. des o. gen. Teiles des Hochw mit -wərt) kwərik, –rek, kēw-, kew- [kwəriŋk Mandern Pelling Pluwig Schilling Schönd; kāwərek OBillig; kw- Crettnach; kēwərliŋk, –lek Beuren Kürenz Pfalzel Gusenbg Pölert Prostr Raschd Sitzerath; kwərigəs, kēw-, kęw-, kew-  Butzw Osb Schleidw Kernschd Lampaden Zemmer; kēwərigs Gutw; kbərliŋk, –lik, kēb- Biewer Irsch Tarforst Mertesd; kēbərik, kb- Cordel Becond Föhren Fell Issel Mehring Kirsch Naurath Schweich Leiwen Thomm; kewęgər Büdlich; kerwagəs Rodt; kawagəs Schleidw; kawagərt Orenhf; kwəriχ Heidenbg; hēwərliŋ u. hēwərigəs Trier-Stdt; mikebəs Naurath; -kibəs Lorschd]; Bitb kwərek, kēw-, kəw-, kēəw-, kīəw-, –wăręk [kęrwərek, kr- Ernzen Irrel Massholder Messerich; kēwk Speicher; kwərigəs Hütting Preist Herforst Beiling; ka(r)- Gond; kęrwigəs Landscheidtbg;

[Bd. 4, Sp. 27]
kęrwərigəs Ord; kīəwənegəl Wallend; kęrwęk Orsf; -węgər Badem Gind]; diese wmosfrk. Bildungen reichen in der WEif im N. bis einschl. Prüm-Sevenich Lützkampen GrKampen Lambertsbg Huschd Burb Balesf, um hier nach SO abbiegend folgende O-Grenze zu bilden: Bitb-Neidenb SThomas, Wittl-Seinsf OKail Bergw Wengerohr Platten, Bernk-Noviand Lieser, hier die Mos überschreitend weiter nach Süd Bernk-Andel Veldenz Gornhsn Berglicht Talling Schönbg Malborn Lückenbg zum trier. Hochw überleitend, u. zwar hat SPrüm kwərek, –wăręk [Philippsw kwərigəs; Heckhuschd kęrwərek; Dahnen klwərek; NHersd Densborn Mürlenb mēkęrwər; Ihren -kęrəf]; SWWittl kēwərigəs [Niersb Seinsf Binsf kērwəregəs, kēərw-; Gransd kāwəregəs; Hetzerath kēwərik; Monzel Osann Platten kēwəriŋ(k); Schwarzenborn kēwəregs; Minderlittgen kēwęgər; Gipperath kērwęgəlχə; Carl glēwęgər; Erlenb kēbərik; OKail kārwęgs; GrLittgen kī:skęrgər; SpangDahlem krwęgs u. kāwāgərt; Stdt Neuerbg kēwərliŋ(k); Eisenschmidt kēwərliŋ]; SWBernk kwęgər, kēw- [Filzen Wintrich kwagərt; Hirzlay kwęgərt; Kesten kwaigər; Lieser krəwęgər(t); Berglicht kwărigəs; Malborn Lückenbg kīw-; Maring Noviand glwęgər(t); Gräfendhron maikēwiχ; Monzelf -kwəlχə; Commen Longkamp -gwəlχə]; der übrige Teil von Wittl u. die Mosel-Orte von OBernk (u. Rhaunen im Hunsr) haben kwərt, –ēw- [Wittl-Honth Krinkh OÖffl -ęw-], wie auch die Mosel-Orte von Zell (u. Sosbg Starkenbg auf dem Hunsr) [Panzw męikęwəs], u. Koch bis Müden, nach Süd. Lütz Lieg Lahr Zilshsn Mörsd; ö. Koch-Lutzerath Urschmitt Dohr Faid Greimersbg Illerich Hambuch Düngenh (mit Ausn. der Mosel-Orte, hier von Moselkern an), May-Pillig Kollig Reudelsterz Ettring OMendig Kruft Plaidt Andernach, südl. der Mos von Koch-Moselkern an über OGomdershsn Liesenf Hirzenach (Rhein) fast stets ohne Mai-, im Teil von Koch kwęrts (u. -:-), -węts  [Brieden Treis Faid Dohr Moselkern kwats; Kaifenh kwęnts; Müllenb Laub Leienkaul Lutzerath kwęgs; Calenborn twəlts; Brohl Möntenich maikwiχ]; im Geb. von May kwits, kē-, kēă-, seltener -wets, –węrts, –wrts, –wīrts (Saffig MüMaif); OLützing kwits; Ochtendung Nickenich Ettring kōwets; Moselürsch kāwits; Gondf Kattenes Löf Lehmen Welling kēwats; Polch Kaan Kerben Trimbs Mertloch Naunh Pillig Gierschenach krwits; Einig Lasserg krwrts; Stdt Andernach kwęrts; Kretz krēwitz; Bell kēăwęlts; Allenz ka·r.wəs; Kottenh Reudelsterz k:wigs; NWeiler Burgbrohl kīwigs; n. der L. Galenbg męikibəs; Wassenach Volkesf -kiwəs; Eich Rieden -øw-; NLützing -kiwəl; Aden-Müsch kebet]; Kobl zunächst kē:wats (seltener -warts) (Cobern Diebl Bubenh Metternich Rübenach Waldesch

[Bd. 4, Sp. 28]
Rhens); sonst kē:wīrts [Kärlich, Urmitz SSebast Vallendar Mallendar kēwęts, –wərts; Kapellen kīwits]; in dem Teile von Goar kwęrts, –wats, kē- [NSpay Liesenf kiwęrts]; diese Formen setzen sich rrhn. nach Neuw, Altk fort bis einschl. Neuw-Rheinbrohl Rüschd, Altk-Willr Horhsn Breitschd Flammersf Berzhsn Fladersb Almersb Leuzb Helmenzen Busenhsn Birkenbeul NFischb Betzdorf (wobei OAltk im Zusammenhang mit dem Siegld andere Formen zeigt), u. zwar hat der Teil von Neuw kēwęrts, –węts, –wə(r)ts [Brückrachd OBieber Rodenb kēwats; Scheuerfeld -warts; Engers Wilnau -wits; Urb Puderb Raub kī:wits, kīəwəts; ODreis kīwęrts; Hauroth kōwats; Lautzert kerwets; Heimb kbits; ausserhalb des Gebietes im kurköln. Teil k:wərts, ke- Asb Windhg Bennau Stockhsn]; der Teil von Altk hat kęwərts, –werts [Eichelhardt Bruchertseifen Sörth Wendl kewerts; Michelb Helmeroth Hüttenhf Hilgenr Neitersen Rachsen Isert Betzd kiwerts; Willr Epgert Horhsn Flammersf Weyerbusch kē:wats; Selb kēwets; Scheuerf kewarts; Schönebg Berzhsn Fladersb kiwets; Bachenbg kewiks (f.); Öttershg kęrberts; Opsen kerəbsə]; n. der L. im W. von Neuw u. Altk zunächst kębəlts Neuw-Jungeroth; -ęw- Leutesd Breitschd; meist -eb-, –ew- [OBreitschd -iw-; Oberschd -ib-; Ohlenbg OKasb kębənts; Erpel Dattenbg -eb-; Leubsd -ew-; Segend Kurtschd Siebenmorgen Bruchhsn -ęw-; Hönningen Ariend kebants]; Altk-Eichen Orfgen Rott Schürdt kēwəlts; Birnb -ęw-; Mehren Maulsb -ew-; Keschd -iw-; Burglahr kiwits; Walterschen kewənts; an der Sieg in Hamm Pracht Wissen kīwəs, –i-; Wissen auch giwəltsə; in OAltk um Freusbg Kirchen klęwər; um Birken Mudersb klę·m.ər [alle Formen rrhn. mit Mai- verbindbar]; diese letztern Formen streichen vom Siegld hinüber, wo glwər –ęə- [OHäusl glęrwər; NSchelden Niedernd glębər) herrscht; die Formen von WAltk, NNeuw (s. o.) streichen nach Waldbr, Sieg hinein, u. zwar Waldbr-Alzen Eich Halschd Hurst Imhsn Morsb OElling, Sieg-Bergh Hangelar Holzlar Sieglar kęvər; Sieg-Mond ODollend kęvəl; Sieg-Eitorf Lichtenbg OPleis Süchterschd Leuschd kęvəlstər (u. kęvər) f.; Sieg-Rauschd Heisterbacherrott Schönd Ittenb kęvənts; Sieg-Eudenb Hofen Hannefmühle Uckerath Westerhsn kęvənstər [Sieg-Oberhsn, MülhRh-Forsb knęvəl]; die Form kęvənts, –ev- rrhn. am Rhein entlang von Neuw-Rheinbrohl bis zu den Sieg-Orten, geht dann auch lrhn. von Ahrw-Sinzig über die uAhr bis Rheinb-Fritzd Meckenh, Bo-Mehlem Altend Berkum Lannesd Pissenh [Ahrw-Dedenb kevants; NZissen kebənts; ODürenb kewəs; Rheineck kebeks; Brohl kibəs; Schelborn kibəlts]; in May-OMendig setzt kęwəlts ein, das in Bo-Arzd Adend Ließem wiederkehrt; -av- Bo-Gönnersd; im sonstigen LRip kęvəl, –:-,

[Bd. 4, Sp. 29]
-ē·ə.-, –ī·ə.- in Schleid-Ripsd, Eusk-Frauenbg Blessem Enzen Dürscheven Kötting Zülp, Rheinb-Ludend Miel Morenhv, Bo-Alfter Impekoven Pützchen Rösbg Roisd Walberbg, Köln-Hermülh, Bergh-Blatzh Buchholz Kerpen Königshf, Dür-Stdt Birgel Binsf Derichsw Frauwüllesh Geich Hofen Girbelsr Golzh Mariaw Merken Niederau Rommelsh, Aach-Eschw Aue Berensbg [Dür-Rolsd kę·r.vəl]; -v-, –f- Schleid-Mechernich Scheven, Eusk-Stdt Bessenich Ahrem Commern Dirmerzh Erp Elvenich Frauenbg Gymnich Mülh OSelverich OWichterich Rövenich Sinzenich Weiler Wichterich, Rheinb-Flamersh NCastenholz Weidesh, Bergh-Stdt, Dür-Disternich Embken Eschw Froitzh Hochk Jakobwüllesh Kelz Lüxh Poll Soller Wollersh; -ab- Schleid-Keldenich Urft (u. -ęb-); -ęb- Schleid-Rinnen; -b- Schleid-Frohngau Harzh Holzh Nöthen Pesch Breitenbenden Eiserfey Vussem Weyer Lorb Bergh Roggend Calenbg Callmuth Callerheister Strempt Call Sötenich Vlatten Berg Eicks Glehn Bleibuir Lückerath Hostel Scheven, Eusk-Antw Borr Bürvenich Billig Euenh Enzen Eschw Friesh Lessenich Lövenich Metternich Niederbg Nemmenich Schwerfen Weingarten, Rheinb-Büllesh Cuchenh Arloff Odend ODrees Palmersh Queckenbg Roitzh Schweinh Stotzh; kvər Eusk-Dorw Herrig Pingsh, Dür-Sieverich; kvərt Eusk-Billig; kęvər Eusk-Blessem, Rheinb-Flamersh Flerzh Lüftelbg Merl Wormersd, Bo-Gielsd NHoltorf Rheind Urf Vilich Widdig, Köln-Bayent (-e-) Nippes (-e-) Kalk Bocklemünd Frechen Gleuel Lövenich Merh Radert Rodenk Rond Sinthern Bergh-NAussem Sind, Neuss-Nievenh; -ȳ·ə.v- Aach-Hehlr; knęvəl Eusk-Liblar, Rheinb-Stdt, Bergh-Glessen; -ęb- Bergh-Angelsd Fortuna; kęf Köln-KlKönigsd Schwad Sürth Vochem; klębəl Schleid-Golb; klbəl Schleid-Floisd; kīfəl Aach-Bergr Röhe; kavəχ Dür-Luckersbg; kevərliŋ Köln-Stdt; kī·ă.vər- Dür-Stdt Kreuzau Winden; k:və(r)-, k·ə.vərleŋk  (stets ohne Mai-) Aach allg. (mit Maikäfer durchsetzt); dann kommen noch mdl. Formen vor in Grevbr, MGladb, u. zwar Grevbr-Jüchen kīəvəl; Grevbr-Aldenhv Bedburdyck Gind Gierath Hoisten Wallr Weckhv, MGladb-Liedbg Kleinenbr Schelsen Korschenbr Pesch kēəvəltər (meist mit Mai-); dann Heinsb-Rathm keibəl (Mai-); Millen kəvəlr; Kemp-Breyell Bracht Schaag Kaldenk kēəvəl (Mai-); im NBerg Sol-Pfaffenlöh kęvəl; MülhRh-Refr kęvər; Sol-Lützenk kuvər; Sol-Burschd kębər; Sol-Dürschd, Lennep-Dabringhsn knęvəl; Düss-Angermund kēəwəltər; Elbf, Barm, Mettm, Lennep kęwərtə, Pl. -tən f. [Wermelsk kęwəltə; Lennep-Remschd Reinshg, Mettm-Dohr kęməltə, kē-; Ess-Werden kōwəl, –ōb-; Ess-Frohnhsn Schonnebeck kabəl; Ess-Altenessen -aw-; Rees-Schledenhorst -w-; Klev-Wissel kwəlt; Geld-Stdt Holt

[Bd. 4, Sp. 30]
Herong Straelen kγəl]; sonst herrscht (Mai)kwər, –ē-, –ī-, –:v-, –·ə.-, –ē·ə.-, –ī·ă.-, –ə-, –ēə-, –īə-, Formen, die sich nach dem Nhd. auch zahlreich in das Geb mdl. Formen mischen; doch sind in diesen Geb. andere Bildungen oft vorherrschend, Mai-gibs, –kibs (Saarbr, SSaarl), -dier (Daun, Aden), -vogel (Aden, Schleid, Monsch), -kalb (Koch, OBerg, Kemp, Ess), -quabbel (Bergh, Dür, MülhRh, Neuss), -panz (Aden), -kitz (Monsch, Jül, Dür, Grevbr, SNfrk (hier das eigentl. Wort), Düss, Sol, Mettm, MülhRuhr, Mörs), -perd (Monsch), -krabbel (Gummb, NBerg, Dinsl, Rees, Ess), -krabbelte, –belze (Lennep), -krabatz, –krawatz, –krabammelte, –klabatz, –klabaster (Sol, Lennep); s. auch Nuss-, Katzenkäfer, Perdsjöbb (s. d. W.); Pl. -ə(n), Klevld -ər, -ərs) m.: 1. ursprüngl. nur der Maikäfer [der männl. Rid (Rüde), der weibl. Muderdier Bitb; Unterscheidungen nach der Art s. bei Müller, König, Kuh, Ochse, Schuster] [die mdl. Bildungen im WMosfrk (kwərigəs, –ərlek usf.) u. an der uMos u. Westerw (k:węrts, –wats usf.) u. kęvərliŋk (Köln, Aach) stehen gewöhnlich ohne die Zs. mit Mai-; die übrigen haben gewöhnl. die Zs. mit Mai-, können aber auch ohne diese stehen; die andern Entsprechungen, wie Mai-gibs, –vogel, –kitz, –quabbel usf. haben stets die Zs. mit Mai-; wo Maikäfer nach dem Nhd. herrscht, fehlt nie Mai-; ein Gattungsn. für Käfer fehlt ursprüngl. der MA., dafür gewöhnl. Dier (Saargeb. Bob(ert)); die dem Volke bekannten Arten werden besonders benannt, wie Perdswibbel, Goldschmied, Schuhmächer, Flimmflämmke usf.; doch hat sich neuerdings unter dem Einflusse der Schule der Gattungsn. Käfer (u. auch die mdl. Bildungen, losgelöst von Mai-) Raum geschaffen, wobei das Rhfrk u. Klevld vorangehen, da hier die Entsprechungen für Maikäfer der nhd. Form sich nähern]; mer gohn K.ə schüdde(le), — rüseln (s. d. W.). RA.: Et ös e Könd (Kind) wie e Kewicks munter, lebhaft Altk-Bachenbg; er ös su drill (schnell) wie e K. ebd.; se flög (fliegt) wie en Käwerte eine zänkische Person Barm; lache wie e Kewatz still, aber froh vor sich hinlachen Goar-Weiler; heə zällt (zählt) wie ene Käəvelengk von einem, der mit einer Sache nicht fertig werden kann (den Zeitraum von dem Hinsetzen des Maikäfers bis zum Auffluge nennt man zälle, weil nach dem Glauben der Kinder der K. erst bis 100 zählen muß, ehe er auffliegt) Aach-Stdt; Auge wie ne K. MGladb-Rheind. De Kewert fänkt an ze krawweln du bist nicht gescheit Merz-Saarhölzb. Wenn't gefreten ös, dann ös et glick (gleich, egal), of et de Ruppen (Raupen) oder de Käwersch gedohn höbben Geschehenes läßt sich durch nachheriges Gerede nicht ändern Mörs, Ess, Duisb, NBerg. Do häs ene Käwer in de Kopp bist hochmütig, närrisch Kref, Goar-Alken (Käwatz), Saarbg-Trassem. Eich hon en Käbels

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em Uhr (Ohr) es klingt mir im Ohr Koch. Nu es der Käwer en der Eike der Streit ist da Sol-Merschd, Düss-OKassel (Eck). He sett wie ne Keəver en en Duəs Eup. — Käwerlengk, flie; dei Vadder es em Krieg, dei Modder es em Pommerland (Niederland), P. es obgebrannt, K., flie! WMosfrk. Kewereck, K., weis (zeige) mer de Spiegel, sos drehn ich der den Hals erom! Trier-Kenn. — 2. übertr. a. persönl. α. kwərt kleiner Mensch, Bube, Kosew. für kleines Kind Ottw-Uchtelfang, Merz-Losh, Trier-Mettnich, Zell-Enkirch; en dere (dürrer) Käberick magerer Mensch (Vieh) Trier-Mehring. — β. hübsches Mädchen, ene nette Käəver MGladb, Erk; Käwerte Elbf, Barm. — γ. flinker, auch leicht erregter Mensch Barm; et es en Käwerte zänkisches Weib Barm. — δ. kēwərt schmales, mageres Stück Vieh Saarl-Schaffhsn; kbərik Trier-Mehring. — b. sachl. α. kwərt vertrockneter Nasenpopel Wittl-Reil. — β. kevər scherzh. Taschenuhr Köln-Stdt.

Käfer-dose (s. S.) Allg. f.: 1. D., in die die Kinder die gefangenen Maikäfer sperren Allg. — 2. übertr. a. Botanisierbüchse Aach-Stdt. — b. dicht gefülltes Lokal Sieg-ODollend; en de K. Kölner Wirtschaft. Käfer-jahr -j:r (s. S.) Allg. n.: Flugjahr der Maikäfer. Käfer-krubel -gruwəl Wend-Ulmet m.: Käfer. Käfer-made -m:t (s. S.) Bitb-Wiersd Biesd, Wittl-Gransd, May-Stdt Ochtendung NMendig f.: Engerling.

Käfatz, Käferick(es), Käfering, Käfer-ling s. Käfer.

käfern schw.: 1. -ęw- wählerisch essen (wie ein Käfer), nicht durchessen, die Speisen durch den Mund hin- und herwerfen Elbf; -ēw- Mettm-Haan. — 2. -ev- beim Lesen mit der Nase über das Papier gehen (wie ein Käfer) Köln-Stdt. — 3. -ęw- nicht immer in denselben Hieb hineinhauen, so dass die Streiche daneben gehen, vom Holzhauer gesagt Ottw-Eppelborn. — 4. sich herauskewwere sich erholen, von langer Krankheit Ottw-Neunk Wiebelsk.

Käfert, Käferz s. Käfer.

käferzen kēwatsən  Altk-OIngelb (veralt.) schw.: hei en der Stuf kewatst et riecht es nach Maikäfern.

käferzig Adj.: 1. kęvəntsiχ zerfressen, vom Laub; de Bäum (de Knolle) sehn su k. us Sieg-Rhönd. — 2. kęwętsiχ schlecht entwickelt, ungesund Wend-Reichw Sien.

Kafes -ā: = Raum zum Aufbewahren von Spreu s. Kaffhaus bei Kaff III; Kaff I = Kerbe s. Kaft.
 
 
Kaff II kaf Verbr.; kaf u. kaft Rhfrk, Mosfrk, Siegld Sg. t. n.: 1. verächtl. kleines Dorf, dörfliches Nest; aus der Kundenspr., hebr. kaphar. — 2. übertr. a. sachl. α. -ā- wüst aussehender Hof, kleine Hucke, Kabause Düss. — β. m. schmutziger Platz; mer gehn net of de K. do Bernk-Zelting. — b. persönl. dummer Mensch Ahrw-Sinzig.

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  NRhWB Kaff III Allg., u. zwar Rhfrk Nahe u. Bernk-Merschd kāp [Birkf kārp; Birkf-Nohf -r-]; Simm, Zell (Hunsr-Orte) kp; Goar-Corb Leining kēf (kēw); Ottw --; WMosfrk in Saarl kaf; n. einschl. Merz-Mond Mechern Menning Merching Riml Wahlen bis einschl. Saarbg-Büschd Tünsd Weiten Rodt Hamm Greimerath zum Hochw hin u. ausserdem n. u. w. einschl. Saarbg-Kreuzw Sinz Faha Collesleuken Cahren Lisd Manneb -:-; innerh. einschl. Saarbg-Eft Heilend Orscholz Kessl Buschd Wies -ū·ə.-; sonst an der uSaar, Trier bis Koch, SWDaun, Wittl, Bitb, SPrüm, Aden-Virnebg -:-, –·ă.-, –ō·ă.- u. ohne Schärfung [Trier-Stdt -ā-, Dat. -ā:-; Merz-Becking, Trier-Langsur, Goar-Herschwiesen kāft]; sonst kā:f; wo keine Schärfung herrscht -ā- [Siegld gāw u. kāw; Altk-Dernb ; Sieg-Fussh k:f u. -ā:-; Gummb-Stdt Lantenb kāwə; Lennep-Filderheide -wər; Klev, Rees auch kaf (auch Goar-NGondershsn)] Sg. t. f. [Köln-Stdt, Elbf m., Gummb n.]: 1. ursprüngl. Spreu, Deckblätter des Hafers u. Spelzes, beim Dreschen oder Wannen sich absondernd, an der uSaar, WEif, auch im Hunsr, uMos u. Westerw hier u. da noch deutlich vom Fuder (Futter) = Roggenspreu u. den Pälen = Weizenspreu geschieden; Howerkof get gesunn (gesunde) Beter (Betten) man füllt die Kopfkissen damit, um sich vor Kopfweh zu wahren; Spelzek. as gut Perdsfuder fir innert't Gehäk (Häcksel) Bitb; die Hawwerkäf werd geredd (gesiebt), dann es et Sprau Zell-Buchenbeuren; gereckelte K. (gereinigte, gerüttelte Haferk.) zum Füllen von Kissen u. Matratzen Bitb; de K. köllen reinigen Grevbr-Wickrathh; Ewerk. grobe Spreu, ganze Halme, die vor dem Fruchtreinigen mit einem Rechen abgekehrt wird Trier-Mehring. — Sonst jede Getreidespreu, Hülsen von Roggen, Weizen, Hafer, Gerste, Buchweizen, beim Wannen sich absondernd (nicht Stosshäcksel), Kor-, Wessen-, Hower-, Gerschten-, Bockesk; dazu Bett-, Futterk. — Im rhfrk. Saargeb. Spiesse an der Kornähre (die Spreu hier Sprie). — Langgedroschenes, geschnittenes Stroh Rees-Wesel. — RA.: Suə lech (leicht) wie K. SNfrk; rott (morsch) wie K. Heinsb; su vell (viel) wie K. Dür; die Böm hange voll wie K. Eusk, Köln; sin Härssen (Gehirn) sin as K. Mörs-Orsoy; et liet (liegt) alles durchenanner wie Häcksel un K. Daun-OBetting; dat es Häckels wie K. der eine wie der andere taugt nichts Wippf; he äs esu freich (frech) wie e Klömpche Beich (Pech) on esu brav wie e Schöttelche K. er ist unverschämt wie sich anhängendes Pech u. sehr unruhig wie sich leicht bewegende K. Ahrw; hehin, dohin, wie der K. en der Wannmüll Köln-Stdt. Dreck on K. schurt (scheuert) der Mag Aach, Jül. He hürt mer de K. falle sagt man, wenn es in einem Zimmer oder einer Gesellschaft sehr still ist Altk-Horhsn. Et es bester, für sech selver K. opdrage äs für ander Löck (Leute) Wess (Weizen)

[Bd. 4, Sp. 33]
die kleinste eigene Arbeit für sich selber bringt den meisten Lohn Sieg, Bo, Rheinb; et es besser egene Lücks K. zo drage als andere Lücks Wess ze fahre Bo. Wer K. sät, bruch op kene Wess ze lure Sülzt. De het K. open Söller er ist reich Dinsl-Sterkr. De hät de Kopp voll K. ist dumm Dür-Pier. Samt om Lif (Leibe) on K. drennen Sol. De friss K. us der Hand einer, der zu allem ‘ja’ sagt Bo. Die häbben ömmer jet te quiddele (klagen); häbbe se genug Wet (Weizen), donn häbbe se Mongel (Mangel) a K. Kemp. De Möss (Müsche ‘Vogel’) es te alt, öm op de K. te gohn Geld. Ihr furz (furzt) bei Tije (Zeiten) en de K.! ihr geht früh ins Bett Kref-Linn. De ös och net möt K. gefodert (gefüttert) er sieht gut aus, ist sehr schwer Sieg. Al (alte) (lus kluge Köln) Mösche (Vügel, Kormöschen) fängk mer net met K. alte Leute lassen sich nicht überlisten Rip, Allg.; en al Huhn lesst (lässt) sich net mat (mit) K. locken Trier, Monsch; met dauwer (tauber) K. loten sech ale Müs (Mäuse) nit fange Mettm, Elbf. Dat es jo im de K. gedanzt der Gewinn hat die Mühe nicht gelohnt Siegld. De wor net va K. der Schlag sass Prüm-Reuth. Häcksel blif für K. Börg der Bürge besitzt selber nichts Rip, Mosfrk, Rhfrk. — Volksbr. Enem K. streuen nach dem ersten Aufgebot dem Bräutigam oder der Braut, die ein früheres Eheversprechen gelöst habt, vom Hause bis zum H. der früheren Verlobten den Weg mit K. streuen; ist der Betreffende von einem andern Orte, so wird der Weg nach der Richtung hin noch 20 Schritte ausserhalb des Wohnortes bestreut Eif; sonst wurde auch dem Mädchen, das sich vor der Hochzeit mit einem eingelassen hatte, am Hochzeitsmorgen der Raum vor ihrem Hause mit K. bestreut. — 2. übertr. verächtl. a. sachl. α. Knoppen (Knospen) en K. ungeniessbare Speise Sol. — β. leeres Geschwätz; dat es K., watsde (was du) säs (sagst) Kref. — b. persönl. arme Leute, Gesindel; dat es mar K. Klev, Kobl-Kapellen.

kaff-achtig -ęχtĭχ Sieg-Fussh Adj.: spreuähnlich. Kaff-benne -bęn Mörs, Klev, Rees f.: -korb. Kaff-bett (s. S.) Allg. n.: B., aus Haferspreu bestehend, das als gesund gilt. Kaff-botte -bǫt Aach-Euchen Vorweiden f.: -korb. Kaff-bratsche -t Mörs-Friemersh f.: dass. Kaff-brett Kemp-Lobberich n.: Br. an der Häckselmaschine. Kaff-bühne -bn Erk-Elmpt (-ȳə-), Geld, Mörs f.: der Söller, wo Kaff aufbewahrt wird. Kaff-dokter Bergh m.: Schimpfw. Kaff-hacksmüsche -m Düss-Stdt f.: billige Hure.