| Küttel II das Wort reicht als -et-, –ed- lrhn. n. einschl. Mos, rrhn. n. einschl. Westerw, Siegld im entrundenden Geb.; n. davon -øt- Allg. [-ot- May-NLützing; -et- Malm-Aldring; -yt- MülhRuhr; -ȳə- Heinsb, Kemp, Kref, SGeld, NMGladb; -- Mörs-Neuk; -- Geld, Mörs, Klev, Rees, Dinsl; Pl. -əln, –ələ [Klevld -əlts], Demin. -əlχə(n), –əlkə, -əltjə m. [im WMosfrk f.]: 1. der zusammengeballte Kot von Pferden, Eseln, Schafen, Ziegen, Hasen, Rehen, Kaninchen, Hühnern, Mäusen, dann überhaupt vertrocknetes, hartes Kotklümpchen, bes. von Hunden, Katzen, auch vom Menschen, weiterhin die an den Haaren des schlecht gepflegten Rindviehs anhaftenden Kot- oder Schmutzklumpen [vertrockneter Nasenkot SNfrk]; hart K.ə drisse; de K.ə op der Stross opscherre (oprafe). RA.: Der es esu ful wie ene K. Dür-NZier, — voll wie ne K. bezecht Dür-Winden, — huffärdig wie ne K. Monsch-Kesternich. He driff (treibt) rundj wie enne K. in de Fott (Gesäss) ist unschlüssig Heinsb-Millen. We as K. geboəren es, kömmt net en de glasere Kos (Kast, Schrank) Geld-Leuth. He sitt su voller Kumplemente es de Hippe (Gess, Bock) voll K.ən MülhRuhr, Rip, Nfrk. Die Krähe sagt im Winter: K. Honig (K., komm), u. im Sommer: Kore garz (bitter) (K., ba)! Kref, MGladb, Bo. Völ Gedrüs en wenig K.s viel Geschrei u. wenig Wolle Klev. O, ha, Hor, e Sömmer K.ən on e Fass Kor (Roggen), do kammer vierzehn Dag van backen, ävver net v. D. van esse! Bergh-Hüchelhv. De ment (meint) och, senge K. wog (wiegt) e Pongk (Pfund) der Wichtigtuer Dür-Nideggen. Da get et ävver schmal K.n ein Hungerleiden Malm-Weywertz. Du sallst noch klen K.ə drissen! noch Hunger leiden Sol, Rheinb-Meckenh. Jetzt hät e den letzten K. gedrissen er ist gestorben OBerg. K.ə lege kleine Eier legen Schleid-Hellenth. Klen Mösche (Spatzen) machen och K.ə Kleines soll man nicht verachten Bergh-Hüchelhv. En Öl (Aal) schmert der K. der Genuss von Aalfleisch fördert den Stuhlgang Düss-NKassel. Wohin gehst du? Antw.: En et Hohnerställchen, K.n kneppen (schnellen) Altk-Wissen. Treck de K. in! sei vorsichtig, lass ab von der Sache, ärgere dich nicht Heinsb-Millen. Kölsche Mädcher ha Bocksen (Hosen) a, ennen on owen sen K.cher dra! Prüm-Ihren. Der K. biəhne (bähen) im Kessel angetrocknete Speisereste durch heisses Wasser erweichen u. dann leicht entfernen MGladb. De frögt enem de K.n ut dem Liwe er fragt einen aus Gummb-Wiehl. Einen om K. kriegen auf der Tat ertappen Sol. Bi dem geht et van der Schottel op den K. er isst auch, ohne hungerig zu sein Sol. De het de Stöpp (Staub) van de K.ə geblosen er hat gefurzt Neuw-Asb. De Furz es över der K. gespronge (gegange) von einer übel riechenden Blähung Kref-Fischeln. Ech höue (hüte) nich de Säue üm de K.n arbeite nicht umsonst Wippf; dienen die Dienstboten einen Tag [Bd. 4, Sp. 1801]
länger, dann dene se für de K.ə Eusk, Rheinb, Köln-Widdersd, Bergh-Blatzh; für de K. arbede umsonst Sieg; he (der Alte) ärbeit für de K. auf Leibzucht Kemp-Süchteln; ömmes för de K.ə nehme für nichts aufnehmen Kref-Fischeln. — Im Kinderld. Hahn, H., lei (lege) ene K. op de Bahn, niet te wit, dann kriege we Strit! Abzählr. Geld-Straelen, Geilk-Beggend. Kösters kleine Kinderkes kacke kleine Kötteltjes Übung der Zungenfertigkeit Klev, Rees. Hänske schet (schiss) in't Haferströh, de K.ə wore Prume (Pflaumen); do komen de Kendjer van Ülstrot (Eulstrasse), die leckden Finger en Dume! Heinsb-Millen. Dor wor en Männeke, dat mesden et Ställeke, do fond et en Kötteltje, do sag e't för den Her, et wör enne Stockfesch, ond as den Her dran prüwne (kostete), do sag e: bu, bu, bu, wat en lelk Männeke! Mörs-Orsoy. Wo gehste her? No Nipe, Nape. Wat dehs du do? K.ə rape! Lot mech met goəhn! Jjo, komm mar, da rap ech met de Häng (Händen), on du met de Täng (Zähnen) Heinsb-Dremmen. Nipe, nape, K.ə rape, ich met de Hänj, du mit de Tänj! Heinsb-Höngen. Wat geəht dich dat a! Krig ene K. en biss dra; heits (hättest du) du et mich jet iəhder gesat, da hei ich et dich open Zong gelat (gelegt) usf. Aach-Stdt. Wo bös du van dann? Van K.ə Jann! Grevbr-Otzenr. Pittche va Hau hät K.che an de Mau (Ärmel)! MüEif. — Rätsel. Wat es kleiner äs e Möggeföttschen (Mückenarsch)? Et Köttelschen, wat drut kömmt Mettm-Haan. Wat för K.ə fallen het högste (höchsten), van en Get (Ziege) af (oder) van ene Bock? Van en G., die f. ut de twedde (zweiten) Stock Geld-Wankum. — 2. übertr. a. sachl. verächtl. α. etwas Geringes, Kleines, eine kleine Menge; dat es doch nur e(ne) K.(chen) Bo, uWupp, Erk, Kref. — β. kleiner Finger, im F.märchen MGladb, Kemp. — γ. Köttelche kleine, wilde Birne Rheinb-Meckenh. — δ. K.n kleine, verkümmerte Baumfrüchte Gummb-Wiehl, Remschd. — ε. hihre Keddelcher kleine Kartoffeln Siegld-NSchelden. — ζ. sehr kleiner Klicker Ess-Borbeck. — η. Köttelkes Schneckenfrisur Ess-Werden. — θ. stive (steifer) K. Schottisch MülhRh-BGladb; der Drickestanz, mit der Singweise: Drickes, stangk stell, hüər, wat ech well; dri Joəhr gefrit, noch kene Reng, alles en der Wengk (Wind), noch kene Reng Heinsb. — b. persönl. verächtl. α. kleiner Junge, lästig werdend, Pl. lästige Kinder; ühr K.ə, macht, dat ühr fort kott; klene K.; J-Köttel ABC-Schütz; auch ein im Wachstum zurückgebliebener Mensch Rip, Berg, SNfrk. — β. n. kleines Mädchen Altk (Sieg), Siegld; f. kleine rundliche Weibsperson, kl. Mädchen Allg.; Keddelche kleines Kind Siegld. — γ. Kleinigkeitskrämer Schleid-Hellenth. — δ. hoffärtiges junges Mädchen Monsch. — ε. möde K. Faulpelz Düss-Stdt. — ζ. Fisk. Feigling Klev; Friesk., Frostk. einer, der gegen Kälte empfindlich [Bd. 4, Sp. 1802]
ist Siegld; Öfk. (Üb-) eitler Mensch Schleid-Hellenth. — Abl.: dat Geköttel(s) viele lästige Kütteln, Kleinigkeiten. Küttel- in der Zs. zu Küttel u. kütteln, -əl-, –ələ-, –əlts-: Küttel-arsch ketəlā Prüm-Ihren; kø- Gummb-Nümbrecht m.: verächtl. u. kosend kleines Kind. Küttel-bach køtəlbękə Wippf-Dohrgaul, Ess f.: ein B., dessen Wasser langsam fliesst, Abflussbach. Küttel-bank køtəl- Jül-Linnich; -ələ- Dür-Stdt, Aach-Stdt; -əlts- Gummb-Frömmersb f.: die B. in der Schule, auf der die kleinsten Schüler sitzen. Küttel-birne (s. S.) -təl- u. -əlts- Siegld, Altk-Betzd, Sieg-Fussh, Gummb, Lennep, Sol, Ruhr, n. Ruhr, Klev, Mörs-Neuk, Geld-Schravelen, Kemp-SHubert, Monsch-Vossenack, Malm-Vith, MüEif; ketəlχəs- Prüm-Ihren; køtələs- Lennep-Hückeswg f.: kleine, rundliche, minderwertige Birnenart. RA.: Du dommer Donnerkil, du meins, he köm on öət (ässe) dine K.ən! er würde sich um eine solche Geringfügigkeit bemühen Lennep-Hückeswg. Küttel-bolz -ytələbōt Heinsb-Althaaren Brüggelchen; -ȳət- Frielinghv (s. auch kōtələbōt Koltelenbolz) m.: K. schlohn (poəte) Purzelbaum schlagen. Küttel-buckse -təlboks Mörs-Orsoy f.: verächtl. kleines, unreinliches Kind. Küttel-fei -təltsfe·i. (-sophie) Kref-Fischeln n.: verächtl. sehr kleine Frau. Küttel-gat -təlγat Geld-Kevelaer n.: verächtl. kleines Kind. Klein, kl. K., wat düht gej in minnen Hoff? Gej plöckt mej all de Blümmkes af usf. Küttel-grenze -tələjrę·n.ts Bergh-Hüchelhv f.: in der Wend.: De es van der K. aus einer kulturabgeschiedenen Gegend. Küttel-hiesfeld : Neckn. für Dinsl-Hiesf. Küttel-junge -təltsjo·ŋ. Rip, Düss m.: verächtl. 1. -təlχəs- J. in städtischen Diensten, der die Rossäpfel von der Strasse entfernt Köln-Stdt. — 2. kleiner, lästiger, unreifer J. Allg. Küttel-kerl -təltskəl Rip, SNfrk; -təl- Klev m.: verächtl. kleiner K. Küttel-kiste køtələkeis Eup-Raeren f.: scherzh. Abort. Küttel-körbchen ketəlkę·r.fχən Prüm-Büdesh n.: in der Antw. auf die Frage ‘gehe ich mit?’ Dau gehs mat den Hund hänken, dann drehst dau et K.! Küttel-kram -təltskr:m RRip, Elbf, Düss m.: verächtl. lästiger, wertloser Kr., unwichtige Sachen. Küttel-lehrer -təltslī·ə.rər Jül-Inden m.: verächtl. L. der ABC-Schützen. Küttel-mann -təlts- Schleid-Hellenth m.: verächtl. Kleinigkeitskrämer. Küttel-pfeife -tələpīf Aach-Stdt f.: Name des vor der Klosterkirche ‘Kind Jesu’ an der Jakobstrasse früher stehenden Laufbrunnens. Küttel-pflücker -təlplykər Ess m.: der die schmutzige Schafwolle von allen ihren Unreinigkeiten zu befreien hatte. Küttel-put -təltspūt Köln-Stdt n.: verächtl. kleines Kind. Küttel-rotte -təlkəsrǫt Heinsb f.: verächtl. Schar kleiner Jungen. Küttel-schar -təlār Heinsb-Dremmen f.: Name einer Strasse. Küttel-schule -tələu·l. Aach-Stdt; -təlts- Gummb; -təl(kəs)ǫul Ess f.: verächtl. die Unterklasse der Schule. Küttel-stösser -tələtøsər Aach m.: verächtl. kleiner gedrungener Mensch.[Bd. 4, Sp. 1803]
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