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Rheinisches Wörterbuch 
 
Kumpan bis Kundenmühle (Bd. 4, Sp. 1724 bis 1728)
 
 Kumpan kumpā:n, ko- [Rhfrk auch gumbān] , Pl. -nə(n) im ganzen Geb. verbr.; kump:l, –·ə.l, Pl. -lə Dür-Stdt, Jül-Hottorf, Heinsb-Lümb Saeffelen m.: 1. meist verächtl. Genosse, Bursche; dat es mech als so ene K.; ene egensennege K.; ene friə (zäher) K.; do hot de sinn K.ə bei gehat MGladb, Allg.; den es em Deiwel sei K. Trier [Witzbold Heinsb-Saeffelen]; bes. bei Trinkgelagen (Suffk.), bösen Streichen; no, sit ühr K.ə all widder beiənen; da mag et widder jet gen; de hät och sengen K. fonge (gefunden) Rip, Allg. — 2. verächtl. ene nette K. unbeliebter Gesellschafter; einer, der zu losen Streichen geneigt ist; der, auf den man sich wenig verlassen kann.

Kumpär = Genosse s. Kompär.
 
 
Kumpares kumpārəs , Pl. -əsən Remschd-Hasten m.: Schimpfw., Kerl; du dreckligen K.!
 
 
Kumpel gombəl Siegld; kompəl, seltener -u- Altk, Sülzt, Gummb, Ruhr, n. Ruhr, Mörs, Erk-Elmpt;

[Bd. 4, Sp. 1725]

[Bd. 4, Sp. 1727]
Pl. -ələ, Klevld -əlts m.: 1.a. Arbeitsgenosse, bes. Bergmann. — b. Kumpels umherwandernde Musikanten Geld-Capellen. — 2. übertr. f. tuberkulöse Kuh Monsch-Rötgen; minderwertiges Stück Schlachtvieh Bergh-NEmbt.

Kumpel-tag kmbəldāx Altk-Hecken m.: T., an welchem die Mädchen mit den Burschen in einer Wirtschaft zechen durften, am zweiten Weihnachts-, Ostern- u. Pfingsttage.

kumpeln -omp- nur im RhKlaaf schw.: die Kneipen durchstreifen.

Kümpel = Tümpel s. bei Kump II; Kumpenei = Gesellschaft s. Kompanie; Kumper = Genosse s. Kompär.
 
 
Kumperten kombərdə Goar-NGondershsn Pl. t.: tolle Pläne; K. em Kopp hon.

Kumpes I -o- = Badehaus in Aachen s. bei Kumphaus; Kumpes II = eingemachte Wirsingblätter s. Kompes II.

Kumpfur = Küchenherd s. Komfur; Kumplesante s. Kom-; Kumpol s. o. Kumpan.
 
 
kümsch -ȳ:- Grevbr-Kapellen Adj.: wählerisch im Essen. S. küpisch.
 
 
Kumulo en kumulō:, –məlō: in der Spr. der Städter, bes. der Gymnasiasten [in kumlus u. in komlĭtō: Elbf]: alle zusammen.
 
 
künchen -ynχ- MülhRh-Untereschb sch.: nach einer Anstrengung lebhaft atmen, keuchen. — Abl.: die Küncherei, dat Gekünchs.
 
 
kund kont, koŋk ist im Rip nach dem Nhd. in seltenem Gebrauch Adj.: bekannt, veröffentlicht; dat wor at lang k. em Dörp; enem jet k. dohn.

Kund-schaft f.: 1. dovan han ech gen K. davon ist mir nichts bekannt MüEif. — 2. konaf(t), –əp Kundenkreis im Geschäftsverkehr; auch der einzelne Geschäftskunde; dat es en gou (gute) K. van os MGladb, Allg.; den hot e gruss K. Kundenkreis; op K. gihn um etwas zu verkaufen, Kunden zu gewinnen Bitb-Mettend, Allg.; verdroht (vertragt) mer de K. nöt! kaufet auch ferner bei mir Trier, Koch. RA.: K. es kein Erfschaf Köln-Stdt. Kund-schule kono·l. Düss-Erkr Gerresh Rating f.: verächtl. Gesellschaft, Rotte Burschen.

Kunde I kun, –o-, ko·n., ko·ŋ.(k) Sg. t. f.: 1. nach dem Nhd.; K. vun ebbes kreien benachrichtigt werden Bitb-Mettend, Verbr. — 2. in folg. Wend. a. der os mer us der Kongk gewassen den habe ich als Kind wohl gekannt; er ist aber so gewachsen, dass ich mich seiner nicht entsinnen kann Schleid-Hellenth, Siegld. — b. sich ze Konn gewen sich zu erkennen geben; ech han den Mann net gekannt, er hät sich net ze K. gewen Altk-Bachenbg NFischb; ech kann en net ön de K. kregen ich kann ihn, z. B. der Dunkelheit halber, nicht erkennen Altk-NFischb.

Kunde II m., f.: 1.a. Geschäftskunde, u.

[Bd. 4, Sp. 1728]
zwar Rhfrk kunə, –o- Sg. u. Pl. m.; Mosfrk ko·n., Pl. -·n.ə(n) f. (schon Goar-Weiler -u-); doch auf dem Westerw, Siegld m. vordringend; Rip ko·n., ko·ŋ., Pl. -·n.ə, -·ŋ.ə f., doch dringt ko·n.t, Pl. -də f. u. jüngst auch m. vor; Berg kondə, Pl. -dən m.; Eup kǫnt, Pl. -·n.də m.; SNfrk ko·n.t, Pl. -də f., m.; Klevld kondə(n) Sg. u. Pl. m.; en gou K. van os (uns) ein guter Kunde; de K.ə bedene; de hat an döm en gou K. SNfrk, Allg. RA.: Krüddelege (gerne mäkelnde) K.ə lehren der Meister et Handwerk Köln-Stdt. De kennt sing K.ə er ist schlau Jül, Allg. De Bargeldkunne holt mer in acht Kreuzn. S. auch Schlisskunde. — b. übertr. α. das es e K. ein schlechter Bekannter Saarbr, Allg.; dau bist mer en schener K. merkwürdiger oder auch unzuverlässiger Mensch Simm, Allg.; du bös mer en nette K., — och en K. Rip; en versoffe K. Trunkenbold Dür; dat es als so en K. eine Art, Sorte von Menschen MGladb. — β. mei liewer Kunne Kosew. für kleines Kind Nahe. — 2. in der Form kundə(n), –o- (nie kunə, ko·n. usf.) Sg. u. Pl. m. a. reisender Handwerksbursche, mehr Landstreicher; do kemmt e K. Allg. — b. übertr. α. mit Beiwörtern; en verrickter K., en lustiger K. Rhfrk; dat es en hellen K. ein Schlauer Mettm-Neviges; gemeine K. schlechte Menschen; en gerewene K. Gauner; en fiesen K. unangenehmer Mensch; en fine K. vornehmer Herr NBerg; ene gerivvene K. Gauner Rip, Allg.; dat es ene wärme (glate, lose) K. ein Drückeberger Heinsb-Schalbr. — β. verächtl. Knabe, Junge Sol.

Kunden-brot ku·n.ə- Goar n.: vom Bäcker gebackenes Roggenbrot. Kunden-lappes ku·n.də- Ahrw-Franken m.: Schreckgestalt. Kunden-mühle ko·n.əmi·l. Prüm-Leidenborn f.: für feste Kundschaft mahlende M.