Kummer II -u-, –o- Kobl (Stdt auch kombər), May, Westerw (nicht kurköln. Neuw), Siegld Sg. t. m.: nicht spaltbares, lehmiges oder lettiges Kleingeschiebe, Abraum im Steinbruche, Bauschutt; Kleinschlag, Schieferbelag, Deckschiefer im Weinberge; lehmige, für den Landmann unbrauchbare Erdschicht unter dem Humus, frz. decombre, engl. cumber. — S. auch Kommerzien.[Bd. 4, Sp. 1719]
kümmern -i- uMos; -ø- Ahrw-Burgsahr schw.: den Wingert k., im Winter schiefern, ihm Schiefer u. anderes weiches Gestein zutragen u. den Boden damit bedecken.
be- kümmern: dass.
Kummer III -u-, –o- Allg. Sg. t. m.: 1. Seelenpein; meist nur in der Verb. necks wie K. on Sorge (on Leid, Elend, Verdross) hät mer Rip, Allg.; en hot viel K. mat dem; en micht sein Elderen ebbes K. Mosfrk, Allg.; met Honger on K. hät e de Kenger (Kinder) gruss getrocke Mü-Eif. RA.: Loss kumme, wat küt; wo K. erengeiht, do flüg de Lef (Liebe) drus Köln-Stdt. Spinne am Morge brengt K. un Sorge Simm, Allg. Gut Nocht (Nacht), dir K. on Sorgen, dat anneret verzehlen eich morgen! Kindervers Trier. — 2.a. sich den K. andohn Mühe u. Gedanken auf einen Auftrag verwenden Bitb. — b. K. häbbe Juckreiz haben Kemp-Grefr.
Kummer-falten (s. S.) Pl. t.: nach dem Nhd. verbr. Kummer-pott Kref m.: scherzh. Henkelgefäss, in dem die Arbeiter ihr Essen mitführen. Kummer-schaft -af(t), –ap f.: 1.a. geschäftlicher Verkehr, Geschäft, meist in der RA.: In de K. scheid sech de Frendschap Geld, Jül-Linnich, Dür-Stdt, Köln-Stdt, Sol, Eusk-Billig, Trier-Stdt; K. mät (macht) Feindschaff Köln-Stdt. — Die Kommerschaft () Kommissionen, Gänge, aber Kommęrsschaft () dicke Freundschaft Bitb-NWeis (veralt.). — b. Kameradschaft, Freundschaft; do hun eich noch en K. vu meiner Soldotenzeit her; mat dene Leit well eich kä K. hun; wat die der en K. zesumen hun! Trier-Mehring, Goar-Weiler, Kobl-Bend. — c. -ǫp Klatschgesellschaft Mörs-Neuk. — 2. Verarmung, Besorgnis, Elend Barm, Elbf, Prüm-Mürlenb 1860. — Doch s. bei Kommersch.
kümmer-lich -i-, –ø-, –y- Adj.: nach dem Nhd.; en k. Leəve föhre; e k. Verdens (Verdienst); he mott sech k. derdurschloəhn MGladb, Allg. Kümmer-ling -leŋ m.: 1. stets kränkelnder Mensch Bo. — 2. verkümmerter Mensch, verkümmerte Baum- oder Knollenfrucht Birkf, Waldbr. PfWB Kümmer-nis f.: nach dem Nhd. (selten).
kummern -u- Saarbg-Wellen schw.: in wilder Ehe oder schon vor der kirchl. Trauung zusammenleben.
kümmern -i-, –e-, –ø-, –y- schw.: 1.a. stöhnen Mörs-Gerdt Pelden. — b. -ø- Einspruch gegen eine Heirat erheben (absol.) Altk-Wissen. — 2.a. mit sachl. Subj. negat. u. in Fragen; dat (die Sak) kömmert mech net; wat kömmert dat os (uns)! MGladb, Allg.; wat kömmert mech der Ren (Regen), wann ech en Paraplü han! Rip, Allg.; kemmert's dich ebbes? geht es dich was an? Saarbr. — b. sich um etwas (einen) k. (häufiger als sich bek.), sich um etwas sorgen, sich etwas angelegen sein lassen; do bruch ech mech net dröm ze k.; ech k. mech öm sun Sache net; kömmer dech öm dech, [Bd. 4, Sp. 1720]
öm denge ege Nas (Arsch)! Rip, Allg. RA.: Den kimmert sich em jiden Drek der Kleinigkeitskrämer u. Einmischer Saarbg, Allg. De kömmert sech dodrom sovell as de Katt (Katze) om de Sunndag Ruhr. Kömmer dech net öm ongelate (ungelegte) Eier! Rip, Allg.
be- kümmern: sich um etwas b., wie nhd. (dafür ebenso geläufig das Simpl.). RA.: Wat eine ni ageiht, do bekümmert me sich ni üm MülhRuhr. Du bekömmersch dech öm Kölle on häs gen Hüser dren um Sachen, die dich nichts angehen Köln. — Sich Sorgen machen um etwas; e bekömmert sich ärg öm sengen Broder Rip. — Bekömmert öch met öch selv! Eup-Raeren. PfWB ver -kümmern: verkümmert Part. griesgrämig, verärgert, missmutig, kränklich, verelendet; nicht voranwachsend, von Pflanzen, nach dem Nhd. Allg.
Kümmerer -y- Gummb Sg. t. m.: Rehbock mit schlechtem Gehörn u. schlechten Hoden, in der Jägerspr.
Kümmes køməs Bitb-Ehlenz m.: Sichel, zum Abschneiden des Grases u. Unkrautes, auch Krumməs.
Kummet kumət, ko-, Pl. -dər das Wort ist ausschliessl. da heimisch, wo nicht Hamen (s. d.) herrscht, also Rhfrk, Mosfrk; doch dringt K. auch in das übrige Geb. vor; aber meist nur das K. des Kutschpferdes, während H. das K. des Frachtpferdes bleibt [kump Rees, Ess; komĭχ MülhRh-Glöbusch Odenth] n.: 1. wie nhd., mit K.hoke, –spon, –schloss; die gesonderte weiche Unterlage ist et Unnerk. — 2. übertr. scherzh. Kragen u. Vorhemd Birkf.
Kummi s. Kommi; Kummich s. o. Kummet; Kümmick = Wange s. Kümmback; Kumming = Kümmel II (s. d.).
Kump I -u- = Kummet (s. d.).
Kump II das Wort ist allg., u. zwar -u-, –o-; uErft, uWupp -ō-; Sol, Mettm, Elbf -ou-, Pl. køympə; Mörs, Geld -ō-, –o·m.p; MülhRuhr koumpə f.; Siegld, OAltk kombə f. u. komp m., Pl. kømbə; Saarbr, Ottw hier u. da kombə m.; Waldbr-Eckenhg komt m.; der Pl. mit Umlaut kimp, –e-, -ø-, –y- [OBerg kømpə]; Demin. kimbχə(n), –e-, kømpχə(n), –kə; das Wort ist nach Bed. u. Geschlecht in zwei grosse geschlossene Geb. geschieden m., f.: 1. m. das erste Geb. umfasst das Rhfrk u. Mosfrk (nicht rrhn.), Malm, mit der Hauptbed. a. Stein-, Zementtrog. α. grosser Futtertrog, länglich u. niedrig, Sei-, Schweins-, Viehk., bes. für die Saufe (ein kleinerer Trog ist en Trog); de K. sauwer machen; diese Bed. geht (nur lrhn.) bis über die Ahr (also ins LRip hinein); nördl. Orte sind Monsch-Hargard Zweifall, Aden-Hümmel, Ahrw-NZissen, Eusk-Dirmerzh, Bo-Berkum Hemmerich Keldenich Sechtem Walberbg Wesseling; Ahrw-Gelsd unterscheidet der komp m., Pl. kømp Viehtrog von die komp f., Pl. kompə Schüssel. RA.: Wonn de Schweng (Schweine) satt sen, da stoussen se de K. em Prüm-Ihren. E Sau soll bei ehrem K. [Bd. 4, Sp. 1721]
bleiwe Warnung vor einer Mischehe Birkf, Hunsr. De giht gut em Kempchen er ist gefrässig (wie ein Schweinchen, das mit den Füssen ins Milchtröglein steigt), er kann nicht genug kriegen Trier-Stdt. Mer mennt (meint), e wer och vum K. eweggedaut gün (weggedrückt worden) der Magere Trier-Mehring. — β. Wasserbehälter zur Viehtränke, gewöhnlich ein Holz- oder Steinsarg (in Birkf seit 1880 aus Guss) am Laufbrunnen (Born, Zeip) oder Pumpbrunnen, der das Wasser auffängt, auch zum Auffangen des Regens, en K. fir Renwasser; am K. am Brunnen; de K. läft iwer Rhfrk, Mosfrk (nicht ins Rip hineinreichend). RA.: De K. schleifen zu Fastnacht des Jahres, in dem keine Heirat stattfand, schneiden die Burschen einen Schlitten, einem Wassersarg ähnelnd, spannen ein Pferd davor u. ziehen durchs Dorf; dit Johr hun se net de K. geschleift Saarbg-Ockfen. Mer kann en Esel op de K. fohren, awer net saufen dohn Bitb-NWeis. Den laustert wie en Sau, de an (in) de K. secht (seicht) Bitb-Dahlem. — γ. Trog, in dem Runkelrüben, Birnen zerstossen werden mit dem Stossmesser, Stoss-, Rummele-, Bierenk. Rhfrk. — b. Kumpähnliches. α. Behälter für den Wetzstein, oft nur aus einem Kuhhorn bestehend, den der Mäher an den Gürtel hängt Saarbr, Ottw, Wend-Dörrenb Mainzw, Birkf, Bernk-Kautenb [kumbə Saarbr-Eiw Güding Wehrden, Ottw-Merchw Uchtelfang; -bəl Saarbr-Bübring]. — β. kleine Kipe, Mistrückentragkorb für die Weinberge (die grosse heisst Raz Räuze), auch Razekomp genannt Koch-Ernst Poltersd; die Rundung der Hotte Zell-Pünderich. — γ. die hölzerne Umhüllung der Mühlsteine, damit das Getreide nicht herausläuft, auch Zarg genannt Saarbr-Nassw. — δ. Messkasten zum Messen von Kiesmasse, für ½ cbm Saarl-Berus. — ε. Kempche (-i-) henkellose Tasse Merz-Schweml, Saarbr, Wend, Kreuzn-Weinsh, Simm-Schlierschd, Bernk-Rhaunen, Koch-Kaisersesch (sonst Köppchen). — ζ. der Bed. 2 nähert sich die Bed. grosse Schüssel, grosse tiefe Schale, Napf, etwa der Botterk. zum Butterwaschen, –kneten oder zur Aufnahme von gekochten Gemüsen, Suppe; de grosse K. fir Zalot; an (in) disen K. scheff Grompern; wenn vill Leit mötessen, da (dann) moss de K. of en Desch; en hot e K. voll gefress Saarbg, Trier, Bitb, Prüm, Malm, Wittl, Moselorte von Bernk, Zell u. Koch; in Birkf nur scherzh.; in Saarbr, Simm, Goar nur Suppe-, Zossek. RA.: Se essen all aus anem K. sie handeln einträchtig Trier. Et leit (läutet) Möttich (Mittag), schneid Zopp an (in), siewe Kömp voll fer ä Mann! gesagt Ostersonntag mittags, da nun die Fastenzeit beendigt ist Trier-Thomm. — η. kumbə m. Kelterrinne Wend-Dörrenb. — 2. im Westerw, Siegld, Berg, Rip, SNfrk, Klevld m., doch Rip, SNfrk (hier auch Pl. kompə neben kømp) auch f. a. runde [Bd. 4, Sp. 1722]
tiefe, bauchige, hölzerne oder irdene oder porzellanene Schüssel, Terrine, im Gegens. zur flachen Schuttel; sie dient als Suppen- u. Gemüseschüssel, aus der man in den Teller schöpft; en eərde, postelenge K. (früher auch aus Metall); Zuppe-, Erdäppels-, Gemös-, Schlote-, Bolek.; en K. Zupp, Gemös usf.; auch der Inhalt der Schüssel, mer han drei K.ə gesse; die hatten nöcks om Desch wie en K. Zupp un en Schottel Erdäppel Rip, Allg. — Auch die Porzellanschüssel, in die aus dem Lampett Wasser geschüttet wird, worin man sich wäscht, Wäschk. Allg. — Melkk. Milchschüssel SNfrk, Monsch. — Spülk. Rees-Wesel. — Et Zauss-, Kies-, Botter-, Krut-, Seifenkömpche Rip, Allg. — Pochkasten, K. ohne Boden, der durch seine Wände die auf der Pochbank zerstampften Schlackenteile zusammenhält; das von hinten durch Rinnen eintretende Wasser spült die leichtern Schlackenteile durch die siebartige Vorderwand in eine zweite Rinne, aus der sie weggeschaufelt werden, in der Bergmspr. Siegld, Altk; trogartiger, runder, konkav ausgehöhlter K. in der Pulvermühle (deren sechs), in dem Gemengsel zu Brei gestossen wird OBerg. — RA.: Vell Hängk (Hände) mache gäng (rasch) en Engk (Ende), ävvel der Düvel höəlt se an der K. sie verzehren viel Schleid-Dreiborn. Sengen wie en kapotten K. so schlecht Elbf. K. voll Brei un kein Leffel derbei, nu denk eis (einmal)! Nachahmung des Beierns der Glocken Neuw-Kasb. Breitsched, Br., schüne Stadt, bo mer nöcks ze fresse hät, grusse K.ə, winnig drän, de Deuwel söll en Br. sen! Neckspr. auf Neuw-Breitschd. Klenebrok (MGladb-Kleinenbr), ärm Dörp, gruətə K.ə, wennig dren! Zipp, zapp, Bottermelk; zipp, zapp, et Stöppke drop; zipp, zapp, help de Mann dat Kömpke ens op! wird von den Kindern beim Spiel gesagt, wenn sie etwas verkaufen Erk-Bellinghv. — Rätsel: Lef (lieb) Herrgöttche vam Prumbom (Pflaumenbaum), du bes us Kömpches Broder; minge Jong hät dech gemat (gemacht), dröm ben ech och deng Bestemoder (Grossmutter) ein Junge hat aus dem Holze des Pfl. ein K. u. ein Herrgöttchen geschnitzt; also sind beide Brüder; der Knabe ist der Vater seiner Werke u. seine Mutter die Grossmutter MülhRh. — Im Berg reichte die Braut nach der Trauung den Hochzeitsgästen et Kümpchen, eine alte, in der Familie fortgeerbte Metallschale, gefüllt mit Anisbranntwein, gemischt mit zerbröckeltem Honigkuchen, Zucker u. Wein oder Honigwasser, Kömpcheskost oder Timperbrei genannt. — b. Kumpartiges. α. Kömpke kleine Tasse ohne Henkel in Halbkugelform; dunn mech noch en K.! Kemp. — β. Backtrog Eusk-Herrig, Lennep-Scheideweg. — γ. Lampenglocke Kemp-Süchteln. — δ. Kömpke Porzellanglocke an Telegraphenleitungen ebd. — ε. Karrenkasten Jül-Dürboslar, Aach-Herzogenr, Geilk-Oidtw, Heinsb-Hillensbg [Bd. 4, Sp. 1723]
Millen; geschloəte K. vorn u. hinten geschlossen. — ζ. dat Kömpchen scherzh. das Gesäss Sieg-Fussh; e Kömpke geschwollenes Kinn Düss-Bilk. — η. Wasserloch, Vertiefung, Stauung des Bachbettes, auch nach der Seite hin; en K. em Sipen (Bachbett), em Bach OBerg, Lennep, Ess, MülhRh, Sieg-Sieglar, Siegld-Freudenbg, May-Andernach, Kreuzn-Wallhsn. — θ. schüsselförmige Senkung auf einer Feld- oder Wiesenflur Neuw-Datzeroth, Altk-Wissen, uWupp. — ι. verächtl. alter, ausgetretener Schuh Jül. — κ. em Kümpche Wirtshausn. in Köln; et Kümpke ErkBellinghv; et Hirzekümpche Gasthof zum ‘Hirsch’ (RhKlaaf). — Abl.: dat Gekömps Rip.
kump-achtig -ęitəχ MGladb Adj.: die Gestalt eines Kumps habend. Kump-haus kompəs Aach-Stdt n.: das ehemalige Armenbad an der Ecke Dahmengraben u. Bädersteig, jetzt allgemein von den Bürgern u. Fremden benutzt (im Mittelalter das Walkhaus der Tuchweber). Kump-holz -holt Gummb (um 1855) n.: K. met Kömpen (Komplökern) ein waagerechter, fester dicker Balken aus festem Holze, in dessen Löcher die Stösser der Pulvermühle stossen.