NRhWB PfWB LothWB Kapaun Rhfrk, Mosfrk kabaun, –bǫun, –ou- [-bǫu Wittl-Binsf; -pǫu Aden-Kaltenborn]; sonst im Mouillierungsgeb. kapoŋ(k), –puŋ u. dann kapūn [Eup, Selfk -nə; Altk-Bachenbg, Sieg-Fussh -pǫŋk] , Pl. -nə(n), –·ŋ.ə(n) m.: 1. kastrierter Hahn, Masthahn; doch ist diese eigentl. Bed., seitdem man nicht mehr kastriert, heute verschwunden, u. das Wort lebt nur noch in RA.: Gesond wie ene K. Sieg-Fussh; stolz wie e K. Wittl-Gladb; he krigt (he hät) en Kopp (su rut) wie ene K. Rip, Allg. Et (das Mädchen) hat en Gesit (Gesicht) opstohn wie ne K. ein freches Aussehen Malm-Bütgenb. — 2. übertr. a. ruder K. Rothaariger Kobl, Rhfrk, Mosfrk. Rude K., fleg (fliege) iwer de Zaun, fl. net zu huh, fl. net ze nidder, komm net mih widder! Neuw-Dierd. — b. Spottn. für den Wallonen; wälsche K., sprong üwer den Zong (Zaun), brech Hals on Beng (Bein), komm ze Lewen net no hem! Malm-Vith. kapaunen schw.: 1. -bǫu- einen Hahn k., kastrieren Trier-Stdt, WBitb; kapənī:rə MüEif. — 2. übertr. a. kapø·ŋ.ə töten uWupp 1870. — b. kapø·ŋ.ən eine Hecke k., zu kurz schneiden, zu weit ins Holz schn. Malm-Bütgenb.
Kapauner kabǫunər Saarbg-Rodt Sg. t. m.: verächtl. stumpfes, schlechtes Messer.
Kapausch Trier-Kenn f.: in der Wend.: [Bd. 4, Sp. 149]
Änen bei der K. paken beim Schopf, Wickel nehmen.
Kapause = kleiner Raum s. Kabause; Käpe -:- = Hagebutte s. Kiepe.
Kapee allg. verbr. kapē: ; Rhfrk, Mosfrk kab- Sg. t. n.: in der Wend.: (Gujen) K. häbben gut begreifen, lernen können; kennen K. h.; dor häbb ek kennen K. för Mörs, Allg.
NRhWB Kapelle Rhfrk, Mosfrk kabę·l. [Trier, Bitb, Wittl auch -b:l]; sonst -pę·l. [Selfk auch kəpę·l.] , Pl. -·l.ə(n), Demin. -·l.χə(n), –·l.əkə, –ltjə f.: 1. kleines, in Form einer Kirche gebautes Bethaus, in dem kein ständiger Gottesdienst stattfindet u. dem kein Priester vorsteht; doch im Gegens. zum Heiligenhäus-chen (s. d.) finden bei besondern, meist gestifteten Anlässen oder beim Patronatsfeste des Kapellenpatrons Messen in der K. statt; bes. Filialdörfer besitzen nur Kapellen; dat Dörp hät ken Kerk, dat hät mar (nur) bloss en K.; brav Kenger gonnt et oves (abends) en de K. de Ruəsekranz bedde MGladb, Allg. RA.: Himmel, Häl (Hölle), K., Fegfeier beim Blumenorakel Trier, Wittl, Bitb. He hät jet lögge (läuten) hüre on wess (weiss) net, wo et K.che ös Schleid-Scheven. Wu de liewe Gott (use Herrgott) en Kirkem baut, do sett der Deuwel en K. dernewen ein Wirtshaus MülhRuhr, Allg. Laufe de Mannder (Männer) övver Dag auch de K.chere (Wirtshäuser) noə, des Ovvends könnt doch jedderengen en sing Farrkerch Aach-Stdt. Es es kä K.chen eso alt, es werd als emol gebet dren vom geschlechtlichen Verkehr mit der älteren Frau Saarbr-Sulzb, — et kann emmer noch en Mess dren gelest gen Saarl-Roden, — et wiərd noch dren gelaut (geläutet) Ahrw-Heimersh; och en er alen K. wiərd dann on wann alt ens (schon einmal) Dens (Dienst) gedohn Sieg. Besser den ischten (erster) an (in) der K. wie den zweiten am Dum (Dom) Trier-Schleidw. Et wor su fein (ren) bei der (Frau), wie en em K.che; en Hus wie en K.che han Rip. Anhalde wie ene Kröpel an de K. Geld-Straelen. — Ännchen, mei Mädchen, wu worschte su lang? Lei (hier) owen, lei onnen en der hölzen K., do danzen drei Mädchen, drei Jongen en ener Budell (Flasche) Prüm-Flering. — Im Rätsel. Er geht de helzenen Berg erof on dat leinen K.chen? ins Bett Bernk-Rapperath. Ich klopp an e wiss (weiss) K.che, da könnt erus e gel (gelb) Männche (Pastürche, en gele Mönch) (on mat mir de Dür op)? das Ei Aach, Verbr. Ech kom an e klen K.che, et rent (regnet) nit dren, et schneit nit dren, un et es doch immer nass dren? der Mund MülhRh. Ech wess e K.che met zweiondressig Gesellche, et rent .. ebd. Klippe, klappe, en hölze K.che? Butterfass ebd., Rees. — Ens (einmal) gegewen, twets (zweimal) gegewen; K., K., de Kopp af! Kinderspr., der besagen soll, dass vollzogene Schenkung unwiderruflich ist (diese RA. soll von Wesel herstammen, wo ein Kommandant, namens Chapelle, die Festung zweimal dem Feinde übergeben [Bd. 4, Sp. 150]
haben soll, wofür er enthauptet wurde?) Mörs; eəmol gegeve blift gegeve; afgenommen es gestoəhle; drei Kanne Bier, drei Kanne Blot; K.che, K.che, der Kopp af! Aach; ens gegewe, bleft gegeve, Hänske, Kapänske, et Köppke af! Emmerich. — 2. übertr. a. Musikkapelle, nach dem Nhd.; de K. spillt got Rip, Allg. — b. Schmetterling Aach-Ld.
Kapellen-drüppel Ess m.: Dachrinne einer Kapelle. Kapellen-jungen -jo·ŋ.ə Pl.: Neckn. derer von Köln-Weiss. Kapellen-kirche kabę·l.kīrəχ Prüm f.: Filialkirche. Kapellen-küster -- MGladb, Erk m.: ein Mann, der die Kapelle in Ordnung hält, darin vorbetet udgl. Kapellen-schlüssel -ȳət- Geilk-Brachelen Pl.: Primel, primula auricula.
Kapellchens-kirmes -·l.χəs- Köln-Stdt f.: die K. bei der Elendskirche (veralt.).
Kapellen: ON vielfach; von Kobl-Kapellen RA.: Wenn mer de Kaffi em Esel en't Uhr schitt, läft (läuft) e em Drapp bis K. Kobl-Weissenthurm. De Kerl micht Oge, als wenn e K. verrode hett Kobl-Bend. Et es en K.ər Hurra jedes Mädchen, das sich bes. auffällig zeigt Goar-OSpay; Kapeller Nöss scherzh. Schläge auf den Kopf Goar-NSpay. — In K. (Krs. Mörs) knappe se de Lüs op den Teller on freten de Teller.
kapen -ā- = graben s. kappen; Käpen = Zipfel s. Käp III.
Kaper -āp-, meist Pl. -ərə(n) nach dem Nhd. f.: Frucht der Kapuzinerkresse u. diese selbst.
Käper = Dachsparre s. Käffer III.
kapern -ā:p- Rip, Nfrk nach der nhd. Umgangsspr. schw.: gegen den Willen eines andern sich aneignen, ohne gerade zu stehlen; einen für seine Pläne, Ansichten gewinnen; dat Mädchen hät sech ene Jong gekapert.
Kapfahl kap:l Bergh-Buir Sg. t. m.: störrischer, eigensinniger Mensch.
kapiddewitsch kapidəwit u. kapidəwidəwit () Düss-Stdt Vollmerswerth, Rees Adj. präd.: kaput, verloren. Mer gonnt k., mer gonnt kapot! Fastnachtld.
Kapier = Papier (s. d.).
PfWB ElsWB kapieren Rhfrk, Mosfrk kabīrə, –ī:rə(n), –ē:r-, –:r-; sonst kapī:rə(n), –ē:r- schw.: etwas (einen) k., verstehen, begreifen, fassen; ech han et kapiert; dat es net ze k.; ech k. dech net dein Tun Rip, Allg.
kapiert kapī:rt, –pīrt Geld, Mörs, Klev Part.: wurmstichig, vom Obst (zu Pier Wurm); de Appel es van bennen en van butten k.
Kapinkel kapiŋkəl Jül: Suchsp. Kapinkel, kruch ze Winkel! einem Mitspieler werden die Augen verbunden; er dreht sich gegen eine Wand hin; die andern treten, einer nach dem andern, zu ihm hin u. sprechen: K., ich kruch ze W., wievill Schrett giste mir? Er sagt etwa: 10 Schrett; die ihnen zugebilligten Schritte gehen nun die Spieler vorwärts; dann dreht [Bd. 4, Sp. 151]
sich K. um u. schreitet vor, damit er einen treffe; diesen betastet er, lässt ihn einen Laut sprechen u. sucht so seinen Namen zu erraten; gelingt es ihm, so wird er abgelöst; gelingt es ihm nicht, so bekommt er einen Plumpsackschlag u. muss weiter suchen.