| NRhWB Kraut das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -au-, –ǫu-; Mosfrk -ǫu-, –ou- [NBitb, Prüm -ogt]; Rip -ūt, -u-, –ok, –u- [an der Ahr hier u. da -yt]; Siegld -ut; OBerg -okt, –ūt; NBerg -ūt; SNfrk -ūt; Mörs -ūt; Klevld -ut, –y- Sg. t. [Pl. Rhfrk -airə; Mosfrk -ę·i.dər; Rip -øydər (nach dem Nhd.); Berg -ȳdər; Klev -yə für besondere Bed.]; Demin. -aidχə, –ęi-, -ei- [Bitb [Bd. 4, Sp. 1427]
-ędχən], -ȳtχə, –y-, –økχə, –y-, –ytə, –tjə. — Die Bed. ist je nach Geb. verschieden. — n.: 1. von Pflanzen. a. Gras schlechthin, wie es auf der Wiese wächst, in grosser Menge mit der Sense abgemäht u. zu Heu verwertet wird; et es dies Johr sche Kr. in de Wiesen uMos von Bernk-Neumag an, in Zell, Koch, May, Neuw-Heimb Weis, Altk-Willr. RA.: Do es lang Kr. driwer gewass Allg. De hirt de Flih em Schlof nessen (niesen) un seiht et Kr. wossen der Überschlaue Allg. Wenn de Honn on de Katze Kr. fresse, get et Ren (Regen) May, Allg. Märzestöpp (-staub) brengt Kr. on Lauf (Laub) Altk-Willr. — b. Gras als Futter, jedes Grüne zum Viehfutter (Gras, Klee udgl.), in kleinen Mengen mit der Sichel oder Krumme (durch Krauden) an Rainen, im Walde, aber auch in der Wiese genommen u. in Kopflasten oder in der Hotte oder auf der Schürgeskarre heimgebracht; Kr. hollen ebd. u. Schleid, Monsch, Jül, Dür, Bergh, Sieg, Mülh-Rh, NBerg, Mörs, Klev. Krütt trecken (ziehen) gohn zu Ende der Heuernte das an den Ufern der Niers wachsende Kr. (grosse, lange beblätterte Stengel), das sich um diese Zeit löst u. in den Fluss sinkt, u. das von den Weiden hergewehte Heu aus dem Flusse ziehen, damit er blank werde u. das Kr. nicht, weiterschwimmend, die Schleusen der Mühlen verstopfe; auf einem Nachen stehend, fischt man das Kr. mit grossen Härken auf u. wirft es in den Nachen; das so aufgefischte Kr. gibt fetten Mist für das Ackerland Klev. RA.: Jedder Bock föngk (findet) se Krock jedes Häslein findet sein Gräslein Schleid-Hellenth. Getraud fehrt de Kuh in't Kr. (s. Var. bei Getrud) Bernk, Trier, Wittl, Bitb, Prüm, Daun, Saar, aber auch Wend, Meis, Goar. Sint Gerdrut blöht et Kr. Kref-Fischeln, — set's (sät) Kr. Kreuzn-Boos. Em Urselendag muss et Kr. eron (herein), esos schnecht (schneit) Simon on Judas dron Prüm-Ihren. Beim Kr.suchen gilt die Regel: Klein un gruss fillt de Schuss (Schoss), oder bei nachlässigem Füllen der Hotte: opgegöppelt (aufgehäuft), hemgezöppelt, Frau belugen, Kuh bedrugen, Kälfchen hot immer noch neist; eich deien (drücken) net an (ein), eich kreien neist dran Trier-Schleidw. — c. Unkraut schlechthin, bes. Quecke (das man auch z. T. fürs Vieh jätet oder schneidet); eier Steck ös voll Kr.; et Kr. (aus)roppen Trier, Wittl, Bernk, Zell-Bärenb Starkenbg, Koch-Clotten Ernst Valwig, Bitb, Daun, Prüm, Aden, Ahrw-Kirchsahr Nierend, Schleid, Monsch, Rheinb, Sieg, Köln-Widdersd, Bergh, Dür, Jül-Calr (sonst Unkr.); et Kr. wiəsst (wächst) dorch de Sot (Saat) dorch Monsch, Allg. RA.: Dat Steck as esu voll Kr. wie de Hel (Hölle) voll Deiweln Wittl-Spangdahlem. — d. oberirdischer Pflanzentell, Stengel, Blätterwerk, grüner Büschel, von Kartoffeln, Rüben, Möhren; eier Gromberen ho schi Kr.; et Kr. hot omgeschlohn vor der Reife Daun, Trier, Bitb (nur bei Kartoffeln, [Bd. 4, Sp. 1428]
sonst gəlf Geläube), Prüm, Aden, May, Kobl, Neuw, Goar, Birkf, dann OBerg, MGladb, Erk, Mörs-Binsf; die Grombire sen dat Johr net so schen, et es viel en't Kr. geschlah Birkf-Herrst. RA.: Der es ze domm, fir Riwe (Rüben) ze roppe, wenn mer em et Kr. en de Hand (Hänn) get Kobl, Goar, Neuw. Et leit (liegt, et geht) alles durchenaner wie Kr. un Riben Bitb, u. so nach dem Nhd. allg. bis MülhRuhr, Kref-Fischeln, Mörs-Neuk. En et Kr. schesse (schiessen) nach dem Nhd. Allg. — e. Küchengewürzpflanze, Kr. em Garen (Garten); beim Jäten sagt man: dat ene es Kr., dat anger Onkr. Gummb. — f. weisse Rübe, anfangs August auf die abgeernteten Roggenfelder gesät u. noch vor Winter heimgebracht, sofort als Viehfutter dienend oder aufbewahrt oder eingemacht; Kr. siəne (säen); Kr. uttrecke; dat Kr. hät schonn Röbe angesatt; e Stöck Kr.; en Kar (Büərde) Kr.; ver hant twiə Kule Kr. engemäckt; Kr. opsette zum Aufbewahren für den Winter (Synon. in dem Geb. Brache (Broək), Grün(t), Stoppelgrün, Herbstgrün, Stoppelkraut, Krautrübe, Rübkraut) Dür-Heistern, Aach-Brand Hofstdt Verlautenheide Walh Würseln, Heinsb, Erk, MGladb, Grevbr, Neuss-Büderich Gohr, Kemp, Kref, Geld-Wachtendonk Wankum. RA.: Om Krutwiə (Kr. weihtag) mott et Kr. suə gruət sin, dät sech en Kroəh dre kann verberge Heinsb. Sint Gerdrut blöht et Kr. (Rübsamen) Kref. Öm Allerhellege es et Kr. rip, öm sent Meərte (Martin) et et plöckes Tit (Pflückzeit), on wem et dann noch net en poss (passt), öm senten Dres (Andreas), dann es et fos (fest durch Frost) Kemp-Waldniel. Zent Uərschel (Ursula) moss et Kr. eren, sos schneit Simon on Judas dren Dür-Heistern. Kr. verkope ein Kindersp. Kemp-Dilkr. — g. von Kohlgewächsen. α. Rotkr. Rotkohl, Weisskr. Weisskohl (doch meist der Kappes) Kreuzn, Meis, Birkf (sonst Rhfrk noch Sauerkraut, Krauthuəl –hobel, -ständer). RA.: Wann's Kr. gerore (geraten) duht, verderbt et Hei Nahe. Besser e Laus im Kr. (Sauerkraut) als gar kä Fleisch Kreuzn. Kr. in de Supp, Zwibbeln in de Pann; du warscht mei Schatz nit lang usf. Kreuzn-Dörreb. — β. grin Kr. Mus aus Grünkohl Wend-Pfeffelb, Simm-Laub; Krutt Klev. — γ. Wirsing Malm-Lengler. — h. Arznei-, Teepflanze. α. der Pl. Kräuder (Kreire, Kruər usf.) die Gesamtheit der Arzneipfl. u. der zum Krautwisch gehörenden Kr.; Kr. söken (suchen) Rip, Allg.; agesat (eingesetzte) Kr. in Branntwein oder Wein zu einem Trunk eingesetzte Teekräuter Mos. RA.: Wer wor der erscht Abbedheger? Antw.: Die Gäss (Ziege); vore frisst se die Kreire un hinne dräht se die Pille Simm, Heinsb. — β. in RA.: Für den Apotheker es gei Kr. gewassen Sol. Fir den Duckt (Tod, gen den D., fir hean (ihn), dofir) as ke Kr. gewoass Bitb, Allg. Fir Dommhät as kä Kr. g. Bitb-NWeis. Sälv (Salbei, im Wortsp. mit selv selbst) es got Kr., [Bd. 4, Sp. 1429]
et wäss ävver nit en allemanns (jedem) Garden Rip, Berg, Ruhr, SNfrk; selver es g. Kr. Sieg-ODollend; selfs es dat best Kr. Kobl. Muss (das Müssen) es bes (böses) Kr. Kreuzn, Birkf, Koch; M. as e batter Kr. Bitb, Köln; Moss eissen es e büs Kr. (et koddste Kr.) Aach-Stdt. Nut (Not) es en better Kr. Köln-Stdt. Gedold es et beste Kr., et wess äver net en allerlütts (allerleuts) Gart MGladb, Erk. Wann (Winde im Wortsp. zu wenn) as got Kr., et wässt äwer net op denger Haut Bitb-Metterich. Et soss ene Bor em Garde un dross (schiss) un dr. un dr.; he nohm en Hand voll Blader und wosch (wusch) un w. un w.; hätt de Bor dat Kr. (Brennessel) gekannt, hätt he nit sing Fott (Gesäss) verbrannt Köln-Stdt; hätt der Bauer et Kr. gekannt, da hätt en sech net de Arsch (Fenger) verbrannt Aden-Borler; dor ging enne Bur in den Hoff en droəss, hej noəhm sin Hand voll Nettelemoəs (Nesselnmus), on hatt dem Bur dat Kr. gekannt, dann hatt e nit sin Fott verbrannt Geld-Schravelen. Dat Krüttje kenn ek, sagg den Düwel, dor hatt hei sech in de Brennettele gesatt Mörs-Rheinbg. — Dausend Kr. noch emol! Fluch May-Trimbs; Kr. Million! Westerw. — γ. besondere Kräuter; gefteg Kr. Schirling Eup-Raeren; Krüttschen rühr mech nit an Springkraut, impatiens noli me tangere Sol, Allg.; Krückchen rühr mech nit an, wenn de mech anrührsch, spreng ech fortan Wippf-Lindlar; Krüttje rührt min niet an, of ek fist (furze) schamhafte Sinnpflanze, mimosa pudica Klev, Emmerich; Kröckche dörch der Zong (Zaun) Gundermann, glechoma hederacea Schleid, Ahrw, Rheinb, Eusk, Bo, Köln, Bergh, Dür, Eup, Aach, Heinsb [Winde Aach-Walh; Ehrenpreis, veronica Eup, Tausendgüldenkraut Eup-Raeren]; Kinderreim: Krüttsche, Kr. dor en Tun, ech bön schwatz, on du bös brun (braun)! Heinsb; Krüttsche dur on dur Ackergauchheil, anagallis arvensis Geilk-Brachelen. S. auch Bohnen-, Hühner-, Pfannen-, Wurstkräutchen. — 2. übertr. a. sachl. α. -ok Gewürz (veralt.) Köln-Stdt; -øjə Gewürze Klev (mehr in Zs. u. Gekräuts (s. d.)). — β. verächtl. schlechter Tabak; es das e Kr.! Saarbr, Allg.; e got Krüttje guter Tabak Eup. — γ. Kr. un Lot Pulver u. Blei uWupp 1815. — δ. eingekochter u. eingedickter Obstsaft (Birnen, Äpfeln, Möhren, Runkel-, Zuckerrüben), in folg. Weise: die Früchte werden, nachdem sie in einem Viehkessel mit nicht zuviel Wasser etwas gekocht sind u. diese einen Tag gestanden haben, in einer Presse (Parsch) mechanisch oder mit der Hand gepresst; der Saft wird dann stundenlang, zuletzt unter ständigem Rühren in einem kupfernen Kessel, der im Krauthaus (Krogges) steht, solange (oft zwölf Stunden lang) gekocht, bis er sich etwas verdickt; in diese kochende, brodelnde Masse werden nun rohe, geschälte Obstschnitzeln, –brocken (Möhren-, Rübenschnitzel, in Gummb auch Reis) hinzugetan (et wiərd gebrock, engebr. Allg., Inschlag [Bd. 4, Sp. 1430]
die Brocken Neuw-Kurtschd; Westerw auch deshalb Brockkräutchen, gebrockt K. genannt, dat beim Enkochen besser deckte), u. diese ganze Masse brodelt nun noch lange weiter, bis das Ganze eine rötlich-braune, breiige Masse ist, die nun in Steintöpfe gefüllt wird; das Quetschenkr. wird bereitet, indem die entsteinten Zwetschen sofort (also ohne, dass sie vorher gepresst werden) gekocht werden; auch der dünnflüssige Syrup aus Zuckerrüben wird Kr. genannt; in älterer Zeit wurde der Krautkessel über einer in die Erde eingegrabenen tiefen Krautkaule, in der das Feuer brannte, auf freiem Felde aufgestellt; man unterscheidet Appel-, Birren- (dies vorzüglich), Quetschen-, Röben-, Knollen-, Muəhrenkr. (dies SNfrk, Klevld) (Pefferkr. schlechtes Rübenkr. Gummb); Kr. kochen (stochen); mer han vier Döppe Kr. gestoch; Kr. schmeren aufs Brot; et Kr. geht üvver gärt Allg. lrhn. n. einschl. Monsch-Kesternich, Schleid-Glehn Lückerath Bleibuir Marmag, Ahrw, rrhn. n. einschl. kurköln. Neuw, Altk-Maulsb Kircheib Hasselb Birnb Busenhsn NErb Helmenzen Lenzb Urmersb u. ö. Weitef Dreisb Alsd Sassend Dernb (südl. Altk-Stdt Walmenr), u. in Siegld-Helberhsn Eisern; doch vor dem Kriege schon vielfach veralt., im u. nach dem Kriege wieder mehr auflebend; heute immer mehr fabrikmässig hergestellt; es gibt Dörfer, in denen vor dem Kriege jede Familie ihr Kr. stochte, heute keine F. mehr; südl. der L. herrscht Schmer, Schmeres u. im Saargeb., oNahe Lacksem, Lackwerg usf.; doch noch Kr. für Birnenkr. in May-Kell Lasserg NLützingen Stdt, Kobl-Malendar Vallendar Stdt, Koch-Brachtend Lütz, Goar-Brey Hirzenach Kratzenbg Oppenhsn OSpay, Simm-Nannhsn (-eitchen) Sabershsn; Birenkr. Trier-Clüsserath Eisenach Issel Leiwen Stdt; Biren- u. Quetschenkr. Saarbg-Eft Kelsen Wellen Weiten, Merz-Bietzen Düppenw Erbring Merching Schweml Silwing u. vielfach in Saarl; Quetschenkr., auch einfach Kr. genannt Bitb; Kr. gekochte Heidelbeeren Prüm-Mürlenb 1860; -ut Rübenkraut Wittl-Eisenschmitt; im übrigen ist Rhfrk, Mosfrk diese Art des Krautes vielfach unbekannt, u. Schmer bedeutet vielfach einfach Obstmus (Kompott); üblicher ist das Gebeize (Art Gelee, ohne Brocken); im SNfrk, wo Kr., auch deck Kr. genannt, vielfach bezeugt ist, wird dies Obstkr. meist Nat, Sipnat (-nass) genannt (geleeartig Seim, dies auch Dür, Jül, Aach); in Erk, Geilk, Heinsb, wo Kr. die weisse Rübe ist, bedeutet -ūt Rübenkraut, das Demin. -ytə das aus den verschiedenen Früchten (nicht aus dem Saft) gekochte Obstmus, das auf die Fladen gestrichen wird (op Kermes schlonn ech et Krüttsche dur) (das Obstmus zum sofortigen Essen ist dat Kompott); in Schleid, Monsch, Jül, Aach, Lennep, Siegld, Altk ist ausschliessl. das Demin. herrschend, das sonst bei behaglichem Essen angewandt wird [in [Bd. 4, Sp. 1431]
Grevbr-Otzenr bedeutet -uk die weisse Rübe, -ūt das Obstkraut]; im Klevld heute selten: Krütt aus Birnen, Zwetschen, Äpfeln Rees-Flüren; aus Rübensaft Dornick; Appel-, Pären-, Rüwenkrütt Ringenbg; der Saft Dinsl-Vörde (-u-) [Synon. s. Birnenflappes, –peffer, -prink, Brockes, Bunnes, Funnes, Lacksem (usf.), Mobbes, Nass (Sipnat), Peffer, Schlagmundes, Schmer, Schmudes, Schmures]. RA.: Kr. on Bruət ös minge Duət MGladb. Kr. on Botter üəweren (übereinander) git recht starke Ben Gummb-Berkenr, — dat gevve decke B. Bo. Fett on Kr. deht et net, die Schenk (Schinken), die klenk Grevbr-Otzenr. Botter on Kr. open (aufeinander) schmeren darf bloss der, wer (der) twe Huser hät Gummb-Berghsn. Scheniert ow mor niet, schmert mer Kr.! scherzh. greif nur zu beim Essen Klevld, Mörs; smert mar Kr., de Botter es ut! Kemp-SHubert, — de B. steiht im Kaste! MülhRuhr, Dinsl, — enne Kas! Mörs-Hombg, — de B. stoht in de Kelder, en de Trapp es ingefalle! auch zu einem, der zu viel verlangt oder zu sehr prahlt Rees-Wesel. Spott niet met de B., söst mosst dou Kr. eten! Rees-Ringenbg. As ek Kr. et, mag ek gene B. siehn, saij (sagte) de Bur, on schmerde de Bröck (Butterbrot) met Kr. bowen de B. so dick, dat hei de B. ni mehr siehn konn Mörs. Sparsam sin, saij de Frau, du schmerde sei Kr. as B. Klev. Alles Kr., wat de Klock schleht! nie Butter Mörs-Veen. Aprilsgeck, steck de Nas in den Dreck, st. se wiər herut, dann hest du se voll Kr.! Ess-Borbeck. De hät Kr. öm de Schnut Ausschlag um den Mund Düss-Kaiserswerth. Einem Kr. en (an, öm) den Bart schmeren ihm schmeicheln Sol-Wald, MGladb. He geriet (gerät) van der Botter en't Krückchen sinkt wirtschaftlich Sol. Karl, bleif beim Kreitchen, Margarine duht lauter Fett sein! Spottruf gegen die von Neuw-Dierd. Rätsel: Huh (hoch) gehange, nidder gefalle, durchgedaut (-gedrückt, gepresst), get Schwerenutskraut das Birnenkraut Koch. — b. persönl. α. e schen Kr. ein nettes Früchtchen Saarbr. — β. e lästig Kr. lästiger Mensch Sieg. — γ. dat ös e Kröckche ein Mädchen, das durch sein vorlautes Wesen überall auffällt Köln-Badrf. — δ. e koəd (böses) Kr. Schlingel Heinsb-Lümb. — ε. e (rechtig) Krüttche rühr mich net a eine Person, die keinen kleinen Scherz verträgt, bei jeder Kleinigkeit sich ärgert, überempfindlich ist Aach, Allg. PfWB ElsWB LothWB Un- kraut (Pl. sehr selten): 1. wie nhd.; O. usrissen, –roppen, –trecken (s. d. W.); O. mache Simm-Schönb [Synon. Dreck, Ungras, Wust, Rüd]. RA.: De Eərpel (Kartoffeln udgl.) wasse wie O. Rip, Allg. Wo ke O. deiht, do d. och ge Kruck Jül. O. vergeiht net; je länger et steiht, je wenniger et vergeiht wörtl. u. übertr. das Böse stirbt nicht aus, ein lebenslustiger Mensch entrinnt immer der Gefahr, Wahlspruch der Leichtsinnigen, scherzh. zu einem Genesenden [Bd. 4, Sp. 1432]
Ahr, Allg. U. wäss (wächst) en jedermanns Garde Köln-Stdt. Wer de Acker net baut, dem wächst U. Bernk-Lückenbg. U. verderbt net, et schleht doppelt aus Birkf-Oberst. — Volksgl. Ein noch nicht im Garten gesehenes U. kündet den baldigen Tod des Besitzers an Wippf-Pütz. — Unkrutskresbom Schachtelhalm, equisetum Kref-Oppum. — 2. übertr. dat es O. missratene Kinder, böse Menschen Rip, Allg. Kraut- in der Zs. zu Kraut u. krauten: Kraut-affe -āp Kemp-UWeiden f.: Presser bei der Obstkrautgewinnung. Kraut-apfel -ap- Gummb, Mörs, Geld; -økχəs- Ahrw-Bodend m.: A.sorte, bes. zur Obstkrautgewinnung geeignet; Kr.appelbom. Kraut-bank Kobl-Güls Kaltenengers f.: Häckselschneidbank. Kraut-bar Jül, Eup, Aach, MGladb f.: brauner Tontopf zur Aufnahme des Obstkrautes. Kraut-bart Allg. verbr. wie Kr. 2 a δ m.: 1. der mit Obstkraut beschmierte Mund. — 2. übertr. Ausschlag am Munde Mörs-Niep. Kraut-birne (s. S.) Verbr. wie Kr. 2 a δ [-ūbīr Mörs-Hülsdonk; -økχəs- Ahrw-Lantershv; -ęitχəs- May] f.: zur Obstkrautgewinnung geeignete B. Der Buchfink ruft: Dit, dit, dit Johr get kan Kreitschesbir oder schitt, sch., sch. (schütte) nur de Kr.! May-Trimbs Masbg. PfWB ElsWB Kraut-blatt Verbr. wie Kr. 1 f n.: Bl. der weissen Rübe. Kraut-britzel -e- Aach-Stdt 1836 f.: kleine, süsse Br. Kraut-brücke -brøk Verbr. wie Br. in dieser Bed. f.: mit Obstkraut bestrichene Brotschnitte. Kraut-bürde -bȳ·ə.t (s. S.) Verbr. wie Kr. 1 a, b, c f.: eine B. Kraut. Kraut-busch -ytbus Rees-Milling; -ȳ:bo (älter -ūt-) Barm m.: Büschel Heilkräuter (Majoran, Pepermönt, Basilekom, Pempernell, Quendel, Lawendel), am Frühmorgen des Johannistages (24. VI.) gepflückt. PfWB Kraut-bütte -bit Nahe, Saargeb. f.: B., in die der Weisskohl geschabt wird. Kraut-butter -o- f.: 1. B., nach Fütterung mit Runkelrüben; Kr. es de betste Botter Aach-Kohlschd. — 2. mit Obstkraut bestrichene Brotschnitte, Kr. met Käs Berg. Kraut-butterramme -botəra·m. Verbr. wie Kr. 2 a δ f.: dass. Kraut-dränge -drę·ŋ. Gummb-Homburgisch f.: Presse bei der Obstkrautgewinnung. Kraut-dreck -ūdręk Kemp m.: Unkraut, auszujäten oder ausgejätet. — Aprilsgeck, A., steckt de Nas in Krutdreck! Ess-Kupferdreh. Kraut-dung -uds- u. -idχəsdoŋ Siegld; -ydχəs- OAltk; -ok- OSieg f.: mit Obstkraut bestrichene Brotschnitte. — Voar en Kr. um ein Nichts, billig Siegld. Kraut-düppen -ø- Verbr. wie Kr. 2 a δ n.: hoher, steinerner brauner Topf zur Aufnahme des Obstkrautes. RA.: En Mull wie e Kr. Kraut-dutz -ǫ- Düss-Stdt m.: 1. ein Junge, der gern Obstkraut isst. — 2. übertr. kleiner, dicker Mensch, Knirps. Kraut-eimer (s. S.) Verbr. wie Kr. 2 a δ m.: E. zur Aufnahme des Obstkrautes. Kraut-eisen Simm-Bub Heinzenb Laub, Prüm-Leidenborn, Schleid-Ripsd n.: 1. Jätehäckchen zum Ausjäten des Unkrautes. — 2. übertr. zanksüchtiges Weib Schleid-Ripsd. [Bd. 4, Sp. 1433]
Kraut-esser (s. S.) Verbr. wie Kr. 2 a δ m.: einer, der gern Obstkraut isst. Kraut-fabrik ebd. m.: neuzeitige gewerbliche Obstkrautfabrik. | |