| NRhWB Kamm II [im Geb. von strählen (Wk. IV 6) veraltet K. 1, dafür langsam Strähl m. einrückend] die ältere Form mit schliessendem -mp ist noch geläufig Mosfrk in Saarbg, Trier bis Koch, Daun, Wittl, Bitb, Prüm [südl. im Rhfrk aus Birkf-Burgbirkenf (in Idar nur in hānəkamp u. kambrat), Simm-Laub], Rip, Berg bis n. Ruhr, SNfrk bis zur Ürd.-L., u. zwar kamp; doch -ā- Bitb, uErft, uWupp, Mörs; -aiə- WSchleid, SOMonsch; im sndfrk. Trübungsgeb. -ǫ-; innerh. einschl. Heinsb-Hontem Selsten Laffeld Aphv Haas Driesch -u-; in Heinsb-Karken Kempen -o-; in Heinsb-Stdt Unterbr Schwanken zwischen -ǫu- u. -ǫ- [n. einschl. Kemp-Boish Mackenst Hausen Busch Dülken Schirick Süchteln Vorst Hagenbr Grefr k:m; n. Kemp-Klörath kę·m.; südl. dieses Geb. bis einschl. Erk-OCrüchten Tetelr Merbeck, MGladb-Leloh Hardt kē:m f., Pl. -mə, Demin. kęmkə] [aber in diesem Geb. rǫskǫmp m.]; Geld, Mörs kamp ka·m.p; NBerg, MülhRuhr -ǫu-; doch dringt auch in [Bd. 4, Sp. 112]
dieses Gebiet kam vor, u. manche MA. haben zwei Formen nebeneinander, so Sieg-Ägid kamp u. kam; Eup-Stdt kamp u. kamə; Elbf kamp, –ǫu- u. kam; MülhRuhr kǫump u. kǫum; der Dat. Sg. im -mp-Geb. ka·m., –ā:- (u. daneben kamp); Pl. kę·m. [Bitb, Trier-Ld bis Bernk -:-, ebenso uErft, uWupp; NBerg, MülhRuhr -ę·i.-, ·y.-; Aach-Stdt -ę·i.-]; Demin. kę·m.pχə(n), -:-, –ę·i.- usf.; das übrige Geb. hat kam [Nahe, Saargeb oft getrübt -ǫ-], Dat. Sg. kam, ka·m., Pl. kem (Hunsr), -ę-, kę·m.; lrhn. von NGeld, NMörs an [Geld-Wankum kēm, aber kmprāt] u. n. Ruhr kām, Pl. -- m. [Heinsb, Kemp vielfach f.]: 1. Gegenstände, Werkzeuge, mit Zacken versehen, u. zwar a. der Haarkamm. α. zum Kämmen, Ordnen, Strählen der Haare; ene höərne, isere, hölzerne K.; ene grove, fenge (feiner) K. Rip, Allg.; der Userek. (Auseinander-) breitmaschig zum Auseinanderkämmen zerzauster Haare MülhRh, Köln, Bergh; der Opk. (Auf-) dass. MüEif; der grusse K. dass. Allg.; en offe K. dass. Trier-Mehring; en oprechte K. Altk (hire K. Staubk.); der Läusk. Staubk. Mosfrk, Allg.; der Niətek. (Niss-) dass. SNfrk; de Perdsk. Allg.; et sind völl Täng (Zähne) ut dem K. MGladb, Allg.; den K. ren mache (röste Nfrk) Allg.; de K. möt fönf Zinken scherzh. Hand, insofern man mit ihr durch die Haare streicht Trier-Stdt. RA.: Käft (kauft) Kämm, mer gehn lausigen Zeiden entgent (entgegen)! Saarl-Berus; Kenger (Kinder), kopt Kämm, et es en lusige Tit! MGladb-Viersen. Die zum ersten Male zur Beichte gehenden Kinder schreckt man, indem man sagt: Du krigs van Pastur de (isere) K. en de Kopp geschlage (gehaue)! Ahr, LRip. Ach Gottchen, sprach Lottchen, siewe Keannerche on kane Mann; die Keannercher han Leis-che on et L. kane Kamm May-Trimbs. Der es so arm wi en Lus om K. Gummb-Berghsn; de ös su ferdig wie en L. om K. er stirbt bald Altk-Herdrf. We en Glatze hat, bruch für de Kämm net ze sorge Siegld. De sen (all) üvver ene K. geschore taugen alle nicht Rip, Allg.; de hät mich üver der K. g. hintergangen Köln-Stdt. — β. gewöhnlicher K. oder Schmuckk. zum Befestigen, Aufstecken der Haare bes. der kleinen Mädchen; du has ävver e fein Kämmke en de Hoəre MGladb, Allg. — b.α. K. zum Bearbeiten, Glätten des Garns, Flachses Allg.; ein Holz mit hölzernen oder eisernen Zähnen, das man in ein Loch der Wand der Scheunentenne steckt, um Schöf (Schauben zum Deckstroh des Daches) hindurchzuziehen Gummb-Berghsn. — β. K. zum Abstreifen der Beeren; met dem K. de Wolpere (Waldbeere) afströppe Rip, Allg., doch Rhfrk Sträff f. — γ. der Webkamm, durch den die Fäden der Wirp gehen; fir dat deck Gor (Garn) as de K. ze fein; hat der och e gude K. fir dat feng Gor? Mosfrk, Allg.; de K. ophange Aach; machte der Weber früher mit seiner Arbeit Schluss, um [Bd. 4, Sp. 113]
sich nach einer andern Arbeitsstelle umzusehen, musste er der K. enbrenge (er wurde ihm von der Firma geliefert) Kref; (de) K. scheren Allg. RA.: Die gonnt en de Kämmkes kapot (aus der Weberspr.) die gehen an ihren Erfolgen zugrunde Kref. K. scheren solange auf die neun Kegeln werfen, bis alle umliegen, de hät den K. geschoren Gummb-Berghsn; einem de K. schere jmd. ausschimpfen, ihn übertölpeln, übervorteilen Ahrw, Sieg, Gummb. Dat Lampewirke (Arbeiten bei der Lampe) jeht jetz neit; et spatt (zwei Fäden setzen sich aufeinander) sech tösche K. on Reit die Sache ist augenblicklich untunlich Kref. We tösche (zwischen) K. en Reit (Riet) dritt (scheisst), ka Straunt (Kot) weve wer eine Arbeit unordentlich, schmutzig anlegt, muss auch die Folgen tragen Eup. Du kris er jetz einen töschen (zwischen) K. on Ret! Hiebe in den Nacken Mettm-Langenbg, Kemp. — δ. der Rechenk., das Kopfstück mit den Zähnen Allg. — ε. kam, –ā- (nie -mp), Pl. -mə(n) Zahn am Kammrad Rhfrk, Mosfrk, uWupp, NBerg (kǫumən m. gegenüber kǫump 1), Klev. — c. kammartige Gegenstände oder Teile eines Gerätes. α. der Bart des Schlüssels Altk. — β. Spitze, Rand des Strohdaches am Giebel, früher mit Rasen belegt Bitb-Geichl NWeis. — γ. der über den Kopf des Trägers hinausragende Rückenteil des Rückentragkorbes, der Hotte Merz, Saarbg, Trier, Wittl, Bitb; Kopfteil der Bettlade Eusk-Dirmerzh. — δ. enen K. mähen, — stihn lossen nicht kahl mähen Simm, Goar, Bernk, May, Daun. — ε. an (in) de K. loden die Garben mit den Ähren nach innen aufladen, so dass nach aussen eine Wölbung (K.) entsteht, veraltete Art des Getreideladens Bitb-NWeis. — ζ. de Hohnder machen en K. die Hühner blüstern sich Gummb-Vollmershsn. — η. das Stielgerüst, Gerippe der Traube Saarbg, Trier bis Bernk-Dusemond Neumag; sonst Rappe, Krappe; Käm Trauben, die nicht geschlossen sind Trier-Clüsserath. — θ. kę·m. Pl. Kardendistel Ahrw-Bodend Hepping Kripp. — ι. kę·m.bχə Tannenzapfen Koch-Laub. — κ. Bergrücken, nach dem Nhd. — λ. Dass (Dachs) möt K. Stielmusgericht Kref, MGladb. — 2. kammartiger Auswuchs bei Tieren. a. der Hahnen- u. Hühnerkamm (s. auch Krät); Dubbelk.; die Hinkel(Hihner) leə (legen) ball, se honn so rore (rote) Kämm Rhfrk, Allg. RA.: Jeder Hohn hot seine K. jeder hat etwas Stolz Goar-OWesel. Ek bön enne propere Kerl, sät den Hahn, ek höbb de K. ömmer be mech Mörs. He hot ene K. on kämmp sich net, he hot Spoəre on es kene Ritter der Hahn MGladb. Füəre (vorn) wie ne K., meddse (mitten) wie en Lamp (Lamm), henge (hinten) wie en Schoətgaffel (Schossgabel, Getreideg.) der Hahn MGladb-Neuwerk. Welcher K. os net von Bein? der Hahnenkamm Daun-Strotzbüsch. — Auf Menschen bezogen: Üm schwellt de K; dem üs de K. geschwolle er wird [Bd. 4, Sp. 114]
zornig, eitel, hochmütig Ruhr, Allg.; dem Kerl wächst awer de K. net schroh; wat sall dat gewe, wenn de iərscht ebbes es! Mosfrk, Allg. He blöüht (blüht) üm et Käümpken (in de K.) es en Hühnschen er ist recht gesund, hochmütig MülhRuhr; dat Wicht lücht (leuchtet) op dem K. wie en Leghenn das Mädchen hat rote Backen Gummb-Berghsn; he es su fresch öm den K. wie en Hohn Wippf-Thier. De Nobere (Nachbarn) hant sech wiər (wieder) en de Käime sie liegen sich in den Haaren Sol. Du hätts wahl Spass, wann de die (das Mädchen) es en de K. bissen könns oAggert. Der möt (müsste) en Stipp (Stütze) onger de K. han von einem, der gebückt herankommt Dür. — b. Mähne des Pferdes [Manekamp Bergh] Allg. — c. Halsstück des Schweines Aach. — d. Zwerchfell der Kuh Eup. — e. e nitsch Kämpchen hartes Köpfchen Jül. Auf- kamm: opkamp der K. zum Strählen der Haare mit weiter auseinanderstehenden Zähnen, Frisierkamm, im Gegens. zum eng-gezähnten Staub-, Lausk. Zell-Sohren, Mosfrk, MüEif, Monsch-Witzerath, Mettm-Cronenbg. Kamm-back -bak, –bękskə Klevld m. (n.): Dose zum Aufbewahren der Haarkämme. Kamm-bank Westerw f.: an dem dicken Querbalken der Stube angebrachtes Brett, auf dem das Notizbuch, die Bibel, Kämme, Bürsten u. sonstige Sachen aufbewahrt wurden (veralt.) Kamm-eisen -ī:zər (s. S.) Allg. n.: das E., das den Webkamm unten hält. Kamm-fell Saarl-Berus n.: Notizbuch. kamm-fest -vas Eup-Herbesth Adj.: fest gebaut im Nacken, vom Pferde. PfWB Kamm-futter (s. S.) Rhfrk, Mosfrk, Rip, OBerg, Eup, MGladb n.: 1. ursprüngl. aus Pappe u. Tapete oder buntem Papier (Blech, Holz) zusammengeklebter Kasten oder Wandledertasche unter dem Spiegel zum Aufbewahren von Haarkämmen, Bürsten, Spiegel, aber auch der Rechnungen, Quittungen, Briefe u. a. wichtiger Papiere (diese Bed. nicht mehr lebendig). — 2.a. ein Etui mit Spiegel, Kamm, Haar- u. Bartbürstchen u. dazu mit einem Notizbuch, Bleistift, das in der Brusttasche getragen wurde, auf den Jahrmärkten erstanden (auch veralt. Bed.). — b. eine Art Brieftasche, in der Rocktasche zu tragen, aussen in glänzendes, schwarzes Wachstuch gebunden, innen mit gelbseidenen Taschen; Notiz- u. kleine Geldmappe (diese Bed. ist noch bekannt, bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts Rip noch geläufig, in der Eif heute noch). RA.: Su as et op der Welt; die änen han et K., die anern et Geld Bitb-Wiersd. — c. Lederfutteral des Fuhrmannes Dür-Heimb. Kamm-garn (s. S.) Allg. n.: nach dem Nhd. Kamm-grube (s. S.) Rhfrk, Mosfrk f.: Gr., in der sich das K.rad der Mühle bewegt (Eishaus); der Wellbom geht durch et Well-loch iwer de K. Kamm-macher (s. S.) (bis 1900 noch in Kreuzn-Kirchbg) m.: Handwerker, der Haarkämme [Bd. 4, Sp. 115]
aus Horn verfertigt. Kamm-nagel Rheinschiff m.: eine u-förmige Klampe, auf dem Grundholz des Rheinflosses festgeschraubt; in ihr ruht mit seiner Mitte die Steuerungsvorrichtung (Traglappen) des Flosses. PfWB LothWB Kamm-rad (s. S.) Allg. n.: Zahnrad mit Zähnen (Riffeln) on Sperrhok, bes. das zweite R. in der Mühle, das den Wellbaum treibt; es ist an der Ass (Achse) befestigt; es greift zunächst in die Weg (Wiege) (Spindel); über diese geht das Kronenrad, dies greift in das Rötz Sieg-Fussh; das K. hat 90 Kammen aus Hainbuche, die in dat Spinnel eingreifen mit 9 Spindeln, so dass sich dieses zehnmal umdrehen muss, wenn das K. einmal rund geht Hunsr. RA.: Et K. schloəhen sich überschlagen, im Spiel Gummb, Sieg, Köln. Kamm-schacht SNfrk m.: eine der zwei (oder mehr) Latten des Kammes am Handwebstuhl. Kamm-schachtel (s. S.) Allg. f.: Sch. zum Aufbewahren der Haarkämme. Kamm-speck Bernk-Wolf, Monsch-Rötgen m.: Sp. vom Nacken des Schweines. Kamm-stecken MGladb m.: St., an dem der Webkamm befestigt ist. Kamm-stock Altk, Siegld m.: das in das Zahnrad eingreifende gezahnte Eisen, in der Bergmspr. Kamm-stück (s. S.) Rhfrk, Mosfrk, Rip, MGladb, Geld-Straelen Veert n.: bestes St. vom Schweinenacken, Karbonaden-, Filetstück; et zweit K. war früher der Lohn des Hausschlächters Schleid-Dollend. NRhWB Kamm-tasche kǫumptęə Sol; kampətęi Eup; kāmtę Geld f.: Brieftasche.[Bd. 4, Sp. 116]
Kämme-dingen Koch-Laub n.: K.kasten. Kämme-fett ka·m.ə- Eif n.: F. zum Einschmieren der Zähne des K.rades. NRhWB PfWB LothWB kämmen Rhfrk -ę-, –e- für Bed. 2 (für Bed. 1 a gilt bis zu einer best. L. strählen, s. Wk. IV 6); Saar -ę- (bei kurzem ę im Geb. der Schürfung (auch sonst) -ę·m.-) [Merz-Silving -a-]; Trier -ę- [in der Umgebung der Mos --, –ā-, –ē-; Merzlich -i-; Eding -a-]; Wittl -ę- [zur Mos hin --; Salmrohr -i-; Heidw -iə]; Bernk (Mos) --; Bitb -ę-; WBitb --, –ē- [Biersd -a-; Mackel -ā-]; Prüm -ę- [SPrüm --; Brandschd Sellerich -a-]; Daun -ę- [Dohm Lammersd -a-]; Zell, Koch, May, Kobl, Neuw, Altk, Siegld -ę- [Koch-Weiler, Goar-Halsenb, Kobl-Rhens, Neuw-Brubb Kausen -a-; Neuw-Gr-Maischd -ă-]; OBerg, Rip -ę- [Ahrw auch gę-]; in Aden, Eusk, Bo, Köln, Bergh, Dür, Jül vielfach -:-; Monsch hat --, –·ə.- ‘-a- [Höfen -ē:-; Rötgen -ā:-; Eicherschd Huppenbr -ę·i.-; Kesternich, Schleid-Einruhr -ę·i.ə-; Aach-Stdt -ę·i.-, Ld -:-, –ē:-; Neusen -·ə.-; Herzogenr -:-; NWAach -ę·i.-]; Eup -ā:- (Prät. ka·m.də, Part. γəka·m.t); rrhn. WWippf, NWMühlRh (uWupp), Köln (rrhn.), NBerg, MülhRuhr -ę·i.-, –ęi- [Sol nur um Gräfr-Stdt -ęi-; sonst -:-, –·ə.-; Wald -y-; Wieschd -ā:-; Düss-Ld hat nach Mettm hin -ęi-; sonst --, –ę-; Calcum -ā-]; SNfrk in Geilk -ę-, –-, –- (Baesw Beggend Oidtw Puffend Üb), -ə- (Immend), -ə- (Grotenr Scherpenseel Teveren); Heinsb -ę-, –- [Bd. 4, Sp. 117]
[Schafhsn Scheivendahl --]; Erk -ę- [Holzw -ə-; Elmpt -ē:- das Haar k., aber -ę- das Vieh k.]; MGladb -ę-, -ēə-, –-, –īə-; Grevbr -ę-, -ə-, –-; Neuss -ę-, -, –ə-, -īə- [Anstel -ā-; Delhv Zons -ęi-]; Kref -ę-, –e-, –-, –īə-; Kemp -ę-, –e-, –ēə-, –ə-, –ē- [Niep Süchteln -ęi-]; Geld -e-, –ē-, –-, –ē- [Pont Walbeck Issum -ęi-]; Mörs --, –ē-, –ęi-, –ę- [-ę-, –e- OMörmter]; Klev --, –ai-, –ęi-, –ę-; n. Ruhr --, -ęi- [in Rees auch -ę- u. -e-] schw.: 1.a. die Haare k. (dafür in dem in Wk. IV 6 gezeichneten rhfrk. Geb. strählen; andere Synon. bitschen (-ī-), britschen, fritzen, hauben, härken, machen, reche(l)n, schlichten, strähnen, strecken, streichen, striegeln (s. d. W.); de Hor k.; sich (enem) de H. k.; sich (enen) k.; sich üvver de Hor k.; sich en Strüss-chen (Sträusschen) (Ponniche, Putsch udgl.) k. Rip, Allg. RA.: Enem de Hor (us de Oge) k. ihm ungeschminkt die Wahrheit sagen Aden, Schleid, Rip. De hät de H. gekeimt er ist durchtrieben Aach, Heinsb, Eup, Jül, Dür, Bergh. Der wiərd dir de Bart k. die Wahrheit sagen Neuw-Etschd, Berg. Gott help die Lüt (Leute), die sek all Dag k., säj Ulenspiegel, du kemmden hei sek alle sewen (7) Johren Mörs-Neuk. Wer en Plat (Glatze) hät, bruch sich nit ze k. Köln-Stdt. De hät sech mem Rasiermetz gekämmt hat eine Glatze Düss-Stdt. Wäisch on käm dich, bett on sen (segne) dich, da küt och nüs Schlemmes an dich! Jül. Dau bas eweil gewäsch un gekämt von allem Verdacht rein Bitb-Dudeld; dann bin eich gewäsch un gekämmt die Sache ist für mich erledigt, ich habe alles, was ich zu bekommen hatte, bin fertig; wann dau mir de Sachen gescht, kriegschte dein Geld, un dann sin mer allen zwen (2) gewäsch un gekämmt Saar, Trier, Bitb. Ongewäschen un ongekämmt in der Kerken, dat sind dem N.N. sin Ferken! Spottr. auf schmutzige Kinder Gummb-Berghsn. — Ongekämmt roh, ungeschlacht, ausgelassen; enen O.ə, dat send o.ə Kerls Aach, SNfrk. — b. den Flachs k. Verbr. wie 1 a. — c. mit dem Rechen auf der Wiese, auf dem Felde, in der Scheune Reste zusammenrechen; Gras, Heu, Hälm (de Frucht), Spreu (Kaff) k., — zesamme-, beienenk.; de Wis, et Feld k. Rip, Allg. (auch wo k. 1 a fehlt). — Am geladenen Heuwagen mit dem Rechen auf- u. abfahren, um das lose Heu abzustreifen Allg. — 2. übertr. a. einen k., ihm seine Sünden vorhalten, die bittere Wahrheit sagen; de hät den ävver es (einmal) gekämmp; de es van dem gehüreg g. wuərde Rip, Eif; den as ewel äs (einmal) ze gotst (gut) gebirscht (gebürstet) a gekiemt gen Bitb-Mettend; käm em dran! rücke ihm zu Leibe, prügele ihn Bergh-Hüchelhv. — b. sich k., sich gegenseitig die Fehler vorwerfen Merz, Saarbg. — c.α. mit einwärts gerichteten Füssen gehen Sol. — β. eilen; he kämden op hem an Bergh-Hüchelhv. — Abl.: die Kämmerei, dat Gekämm(s) (s. folg.). ab- kämmen: 1. etwas a., durch Kämmen entfernen; [Bd. 4, Sp. 118]
den Dreck (de Lüs) a.; der Koh de Klattere (Kotklümpchen) a.; mit vertauschtem Obj. de Hor a. Rip, Allg. — Im bes. de Kar (Wagen) a. mit dem Rechen von allen Seiten die Heu- oder Getreideladung a., damit unterwegs kein Heu udgl. abfällt Rip. RA.: We got lade deht, hät et a. gespart Rheinb-Wald. — Waldbeeren a., mit der Räffe Allg. — 2. einen a., scharf durch die Zähne ziehen, über ihn herhalten; do setzen se beiənen, nummen fir de Leit ofzek. Bitb-Dudeld. auf -kämmen: 1. das Haar a., in die Höhe k., frisieren; de Hor opk.; ech moss mech noch opk. Rip, Allg. (1 a) RA.: Dem han ich ens (einmal) de Hor opgekämmt die Wahrheit gesagt Schleid-Reifferschd. — 2. Gras, Heu, Getreidehalme, die nach dem Fortschaffen der Hauptmenge noch zerstreut liegen, zusammenrechen; et Heu udgl. opk.; mit Vertauschung des Obj. de Wis (et Feld, Stöck) opk. Rip. PfWB aus -kämmen: 1. (sich) die Haare a., dass sie ausgehen; usgekämmte Hor Rip, Allg. (1 a) — 2.a. die Haare a., strählen, von Schmutz reinigen Allg. — b. Flachs, Werg a., von Unreinigkeiten reinigen Allg. | |