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Rheinisches Wörterbuch 
 
Kolik bis Koll III (Bd. 4, Sp. 1128 bis 1130)
 
  PfWB  LothWB Kolik kolik, –lek, ku-, seltener kō-, kū-  [klik Erk-Elmpt] Allg. Sg. t. f.: wie nhd., bei Pferden (mehr Balgpein); heftiger Durchfall, bei Menschen; et Perd es met K. angemakt Rees-Haldern.

[Bd. 4, Sp. 1129]

Köling = Spatz s. Lüling; Kolitsch = Lakritze (s. d.); Kolitz = Kohlentreiber, unsauberer Mensch s. Kohlgitz; Kolj = Hundehütte s. Kolde II.
 
 
 NRhWB Kolk I das Wort ist geschlossen als Appellat. in Geld, Mörs, Klev, Ruhr u. n. Ruhr heimisch als kǫlək; südlich davon -o- rrhn. im NBerg ziemlich geschlossen in Mettm, Düss, Barm, Elbf, Lennep bis Wippf-Egen, Gummb-Linge Marienheide, lrhn. noch in Kemp-Breyell (køləkər), Erk-Beeck, MGladb-Mülfort, Heinsb-Karken, in Neuss u. Grevbr vielfach; Pl. -kə(n), Demin. kləkskə, –ø- m.: ein kleiner, gewöhnlich kreisrunder See, wie sie am Niederrhein zu beiden Seiten des Rheins sehr viel vorkommen; anderswo Wasserlache, ausgespülte Vertiefung, tiefe gefährliche Stelle in Teichen, in Bachkrümmungen, Strudel; dazu Mühlenteich Geld-Straelen, Grevbr-Weckhf Wickrathh. — Häufig in FlN.

 NRhWB Kolk-bällchen -bę·l.ə Heinsb-Karken 1870 n.: Wasserhuhn. Kolk-dotterblume -diərblūm Emmerich f.: Sumpfdotterblume. Kolk-wasser -wātər Klevld n.: W. des Kolks.

kolken -o- Barm schw.: hineinreden.

an- kolken: einen a., anbiedernd ansprechen Rees-Wesel.auf -kolken: op- aufbrodeln, von Wasserbläschen Sol-Herschd.
 
 
Kolk II, Kölk das Wort ist geschlossen im mosfrk. Teil von Goar, in Koch, Kobl, May, Daun, Aden, Ahrw, Neuw (nicht kurköln.), Altk bis Wissen verbr., vereinzelt nach W. in Bernk-Longkamp, Wittl-Reil, Bitb-Ehlenz, Prüm-Stdt Waxw; nach N. in Rheinb-Stotzh Wald, Köln-Longerich; Abl. des Wortes (kölksen, kölzen, kölschen) gehen noch weiter (s. d. W.); kolək Kobl-Stdt (meist -e-); -ę-, verbr. in Koch, May, Daun; -- Neuw, Altk, sonst im entrundenden Geb. -e-, im nicht entrundenden (Ahr) -ø-; Pl. selten -kə(n) m.: schleimiger Auswurf des Hustenden, besonders des Lungenkranken.

kolken, kölken -o-, –ę-, –-, –e-, –ø- schw.: mit Auswurf husten, Auswurf in kleinen Mengen von sich geben; er kelkt arg. RA.: En hot gekelkt wie e faul (lungensüchtiges) Schof (Schaf) Prüm-Waxw. — Abl.: die Kölkerei, dat Gekölk(s), der Kölker.

aus- kolken, aus- kölken: auswerfen Allg.

kölkern -- Altk-Steckelb schw.: kölken.

Kölkert -ərt, Pl. -tən ebd. m.: Kolk.

Kölkes keləkəs Goar-Boppard Sg. t. m.: der Nasenauswurf des Menschen.

kolksen, kölksen koləgsə Zell-Wahlenau, Bernk-Riedenbg Rhaunen Merschd; -e- Daun-Hörschhsn, Prüm-Masthorn; -ø- Daun-Wiesbaum, Neuw-Asb; køləkə Rheinb-Meckenh schw.: kolken; de kolkst von morgens bis owends; wann der esu wigger (weiter) kölks, äs he en em halve Johr en der Erd. — Abl.: die Kolkserei, dat Gekolks, der Kolkser.

[Bd. 4, Sp. 1130]

ver- kolksen, ver- kölksen: -o-, sich v., sich an etwas leid essen, den Ekel anessen Kreuzn-Merxh.

Kolks -o-, –ø-, Pl. selten -sə m.: der schleimige Auswurf.

Kolken-trecker = Korkzieher s. bei Kork; kolksen s. o. bei Kolk II; Koll I -ǫ- = Wechselfieber s. bei kalt; Koll II -o- = grüne Baumnussschale s. Kulte.
 
 
Koll III kol Eup-Raeren Sg. t. f.: Steinkitt, frz. colle Kleister.