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Rheinisches Wörterbuch 
 
hopp bis Hopps (Bd. 3, Sp. 807 bis 811)
 
 hopp Interj.: 1.a. hǫp, –o- [Mörs -u-; Ahrw, May -ø-, –y-; Koch, Daun -e-] Ruf, der das Zugtier auffordert, zurückzugehen Allg.; h. gohn (lopen) Gummb; meist hopphü, hobbi, hoppihopp [hiopp MülhRh; hihöpp Wippf-Dohrgaul], hopp zeröck (s. auch hüf) Allg. RA.: Verkehrt wie e Pogg (Schwein); treck (zieht) me et an de Ohren, löpp (läuft) et hupptrück; treck me et an de Stert (Sterz), löpp et förwarts Mörs. — Auch übertr., z. B. hei geiht h. (trück), et g. met öm h. wirtschaftlich Mörs, Allg.; de Auər geht h. Ahrw; h. bleiwen hinten zurückbleiben Koch. — b. hǫp, –o- zum Antrieb des Zugtieres Bitb-NWeis, Aden-Hümmel, Grevbr-Wickr. — c. hǫp die Treiber schrecken die Hasen auf mit dem Rufe: Has, h., h.! Aden-Liers; h., h., prr! Heinsb-Roerkempen (s. hüpfen). — d. allg. Ruf zum Antrieb, Aufstehen, Gehen, Springen, Heben, wohlan, vorwärts! Allg.; alle () (allong) h.! Allg.; h., füran, jö! Sieg; jetz geht et h. üvver de Grave; h., do sen mer; 1, 2, h. u. dann wird gesprungen oder gehoben; en enem H. wor e drüvver Rip, Allg.; h., Schopp erop! Ruf an das Weidevieh, nach Hause Dür-Gürzenich; h., h., raus da! Ruf beim Schlittern Remschd; h. maken schnell machen Wesel; bes mer hinkomme, es de Zug h. fort Saarbr; h. diwipp! ruft man, wenn man ein Kind zu dessen Vergnügen hochhebt oder aufs Knie hebt oder einen schweren Gegenstand; im Nu, auch Warnruf Berg; h.dihoppdiwutsch! beim Springen Köln; hoppedipopp! uWupp. RA.: Me darf net h. son (sagen), bis dat mer iwer de Bach es Koch. H., h.; et Hemd es länger as de Rock! Mörs.

[Bd. 3, Sp. 808]
A.: H., h., h., mei Geld es op (verbraucht)! B.: Scheiss in den Büəl (Beutel) un hang en op! Gummb-Berghsn. — Bes. auch im Kinderspr. H., h., h., dem Berg herop; märge schlachte we ene Geitebock; den sall sägge: mä, m., m.! die Kinder fassen sich an die Hand u. drehen sich schnell im Kreise; bei setzen sich alle plötzlich in Knieschwebe, wobei jeder bestrebt ist, seinen Nachbarn auf den Boden zu ziehen, oder die Kinder halten sich am Rockschoss fest, bilden eine Reihe u. spielen Nachlaufen Klev. H., h., h., den Berg erop, morgen steht der Jakob drop! Gummb-Berghsn. H., h. (Perdchen), op den Drapp, morgen es et Sonndag; dann komen de Here möt de wite Fere (Federn), dann komen de Fraue möt de bongkte Maue (Ärmeln), dann kömmt den Ackerschmann, hät si Pertschen eiter (achter) dran; h., h., dem Berg erop! Kniereiteld. Kref, SNfrk, Klevld (h., h., zehren Mörs; da kommen all de Hercher op de blanke Perdcher; trippel erop, tr. eraf, lofe se all der Berg eraf Bergh-Ahe). H., h., Perdsche no der Müəhle; Pastuər, de rick (reitet) et Füəhle, der Köster rick op de bongkte Koh, so geht et trapp, tr. de Müəhle zo MGladb-Liedbg, NRip, Nfrk verbr. (op der bonte Kouh on dor dann no Holland tu; te H. öm de Kerkhof, wor dij bonte Kouh de wette Melk gof Mörs-Wallach). H., Peərdche, riə (reiten), va Kölle no de Wiə (Weide), van de W. en de Bösch, fange me och ne fette Fösch, och ne fette Has, de krit dem (N. N.) met de Nas, de käck (scheisst) dem op de Nas Jül-Inden (van der Wije no de Wade (Warden), komme se ze jage, h., h., h. Jül-Tetz). H., h., Pettsche, te Köllen op dem Schwättsche (Schwärzchen), to Oken (Aachen) en de Nonnebösch hant se gefangen ene fette Fösch usf. Nfrk (o. O.). H., h., Peərdchen, zu der ruden Erdchen, zu der ruden Millchen; et P. dräht e Fillchen; et F. dräht e Säckelchen, dau bas e Quickquackquäckelchen (Quiqua-) Saarbg-Soest. Hoppeldie, h. die Herekenn (Herrenkinder), wenn se noch klenwarzig sen; wenn se gresser were, reise se of Pere (Pferden), kemmt der Bauer hinneno: halt mer emol de Gascht (den Kerl) elo! Wend-Remmesw (u. so viele Var., s. bei Pferd). H., h., Perdje met et flasse (flachsen) Stertje, wuj harder et P. löppt, wuj korter wörd et St.; roje, r., wat es dat? Nadel mit leinen Faden Geld-Schravelen. H., Marijänneke (Margrittje, Schillewillewittje Mörs-Rheinbg), h., M., lot de Pöppkes danze, en guje Mann en en brave Mann en en M. van Komplesanze! Emmerich, von der uSaar an verbr. (Var. s. Maria-Anna). H., Mariänneke, Bier in et Känneke, Fusel is min Lewe; komm ek dann in den Hemel niet, komm ek doch dornewe! Emmerich. H., h., de Trapp erop; die Mädche kren de Schnüss gestopp! Neuw-Mendt. H., h., h., min Geld es op; fall in den Dreck un stangk (steh) wir op! NBerg; h., h., h., dat Geld es op middsen in de Weke (Woche)! Gummb.; h., dir (ihr) Bouwen (Buben),

[Bd. 3, Sp. 809]
et Geld is rar; wer kän G. hat, krigt kän Fra! Saarl-Berus; hä, höpp, h., h., hes alles verjöckt! Sieg-Fussh. H., Karoline, h., K., ich verwitsch dich doch emol! Saarl-Berus. H., h., Hohnerkack, werp Appel on Bire erab! am Thomastage von den Kindern gesungen (um 1830) Jül-Gereonsw. Fasselowend met Gott, da rammelt de Pott, dann klenken de Kettels, dann danzen dij Mädjes, dann wuppert den Rock, h., h., h., h.! Fastnachtsld. Mörs-Wallach. H., h., Weire (Weide), Saft, S., Seire (Seide), mei Messer will net schneire, werfe ich et en de Grawe, komme de jonge Rawe, hockt e Männche of dem Dach, dat hot sich kromb on schepp gelacht Bastlösespr. Birkf-Neunk, u. ähnl. Zell, Wend. Hopper, Binner, be (wen) ech fonnen (finde), de os dren! Ruf beim Verstecksp. Koch-Müllenb. Hoppsopp, Märgemopp, et Hemb es langer as de Rock! Geld-Schravelen. Hoppdipopp, die Pierlapopp; wie schriff (schreibt) me dat met drij (3) Buchstabe? Mörs-Rheinbg. Hopp-mich un Schlag-mich gingken en der Keller, H. m. kom erus, un wer blef dren? Köln-Stdt. — 2. de is h. er hat alle Klicker im Spiel verloren Goar-OWesel (-ǫ-).

hopp-arsch (s. S.)  (u. so alle Zs. betont) mSieg, Gummb, Wippf, Lennep Adv.: rückwärts; h. gohn (lopen). Hopp-gaul hǫbə- Simm-Schlierschd m.: Schaukelpferd. hopp- hǫphȳ, hobȳ Rip; hobi Gummb, Wippf, Waldbr; hephȳ, hebī Daun, Koch Interj.: Zuruf an das Zugtier, rückwärts zu gehen. hopp-la -lā:, –la, –əla Allg. Interj.: 1. Achtung! Entschuldige! bes. wenn einer fällt oder man einen unabsichtlich gestossen oder getreten hat oder wenn man auf ein Hindernis stösst, so dass man plötzlich halten muss; frz. hopla. RA.: H., Bettje, Muder kann schwemme! Emmerich. H., do leit en Spillmann begrawe! sagt man, wenn einer stolpert Neuw-Dierd. Ja, h.! abweisende Antw. Kref. — 2. aufmunternd; h., da spreng och! Zuruf an kleine Kinder, wenn man sie unter den Armen gefasst sprungweise aufhebt u. niederlässt Allg. H., h., Perdche; P., lauf no Mülle, holl dem Kond en Fülle; F. hät en kromme Foss (Fuss), dat dat Köndche schlofe moss Alt-Willr. Hopp-mann s. Hupp-. Hopp-märe -m:r Aach-Herzogenr f.: watscheliges Weib. PfWB Hopp-pass s. Hupp-pass. PfWB hopp-sa -sā:, –sa, –sasa  Allg. Interj.: 1. aufmunternd, zum Springen, zu Kindern; Ausruf der Lust beim Spr.; (auch) steh auf, geh mit! RA.: Mer dorf net h. son (sagen), bos mer iwer de Bach os Prüm, Schleid. H., Jänneke, strop (sträufe) in't Känneke, Fusel (Schnaps) es gen Ek (Essig)! Klev-Warbeyen. H. en Dollen! ein toller Kerl Mettm-Cronenbg. — 2. Subst. m. a. en enem H. in einem Sprunge Allg. — b. Tanzart Eup, Geld-Aldekerk; H.walzer Merz-Büschf. — c. persönl. α. ein Hinkender Wend-Wieselb, Eusk-Zülp. — β. der welde H. (Jürgen H.) ein in der berg. Sage lebender Räuber u. Wilddieb aus der Gegend von MülhRh-Bensbg, der ca. 1750 lebte; er verstand es nach der Sage,

[Bd. 3, Sp. 810]
Wildhüter, die ihn aufs Korn genommen hatten, festzubannen, so dass sie oft tagelang im Anschlag stehenbleiben mussten. RA.: Su weld (ondühnig) wie der H. — En frechen H. frecher Kerl Remschd. — γ. Springer, Springinsfeld, lustiger Kerl Merz-Saarhölzb. — δ. Person mit hopsendem Gange Erk-Körrenz; tolles Frauenzimmer Erk-Rurich, Grevbr-Garzw; flüchtiger, oberflächlicher Mensch Heinsb-Roerkempen. hopp-sacken s. –hupp-. Hopp-steffen (-stephan) Schleid-Kronenbg m.: ein Hoffärtiger.

hoppel hǫbəldĭbǫbəl  Saar, Trier, Bernk, Koch, Westerw, Siegld Interj.: lautmalend für das Geräusch beim Herunterfallen über eine Treppe; bes. auch im Kinderspr. Kummt e Bauer hinneno, macht als h. di hoh, tripp, trapp, tripp, trapp, schmeiss ne doch vum Perd erab! Saarbr. Me machen net lang H., do mos senn! Auszählspr. Koch-Lutzerath. H., di mein, wennste di Bohne all räts, sein se all dein Bohnenratesp. Bernk-Longkamp. Et kom e Mann van H., de hatte de ganze Welt op em Bockel, nur enen Zegebock net gesagt, wenn einer behauptet, nicht getragen worden zu sein; so ist er der Ziegenbock Altk-Birken. Hopple, h. di hosche, die Mäde gelle e Grosche, die Buwe sin a (auch) fäl (feil), hunnert vor e Strohsäl Saarbr-Blittersd. Hobbelde, h. Reider, Sawel of de Seider, Feder op den Hut, dat stiht dem Häns-che gut Trier-Stdt.

hoppeln -ǫp-, –ǫb-, –o- schw.: 1. hopp, h. machen, z. B. auf federnder Unterlage; of em Kannebee h.; auf den Knien reiten, schaukeln, von Kindern Saarbr, Hunsr, Nahe, Rees; wackeln, in zitternder Bewegung sein, holpern; ein Wagen hoppelt über einen holperigen Weg; bei einer solchen Fahrt werd mer gehoppelt Saarbr, Saarl, Hunsr, Klev, Rees; h. un bottele Kreuzn-Boos. — 2. von dem ersten Gehen der kleinen Kinder; et Kend hoppelt at (schon) Saarbr-Quierschd, Ahrw-Hepping Königsf, Goar-NFell; der Fettleibige hoppelt watschelt Malm-Amel; enen Has hoppelde dör dat Feld Mörs-Rheinbg; rodeln Siegld. — 3. bei der Quadrille heisst es: hobbel du gen mich, dann h. ich gen dich! Schleid-Glehn. — Abl.: die Hoppelerei, dat Gehoppel(s), der Hoppeler.

Hoppel hǫbel, Pl. -ələ Kreuzn-Daxw Genh Heddesh Schweppenhsn Warmsr Weiler f.: Kinderschaukel.

Hoppel-bunzel -bələ-  Bitb-Bollend m.: de H. setzen Purzelbaum schlagen. Hoppel-gaul Hunsr m.: Schaukelpferd. PfWB Hoppel-pferd (s. S.) Klev, Rees n.: dass. Hoppel-stein -- Saarl-Altforw m.: Schnappstein beim Fangsteinsp.

 PfWB  ElsWB  LothWB hoppelig Gummb-Stromb Adj.: wackelig; so h. wie en Gans.

hoppen I -ǫp-, –o- Berg; -u- Dür-Ellen schw.: 1. intrans. zurücksetzen, vom Pferde; do hoppte dat Perd op emol (teröck); et P. h. loten. RA.: Mer kann üəver sech h. on fahren lossen, awwer net op sech stell halen (halten)

[Bd. 3, Sp. 811]
(äwwer nich op sik rästen Gummb-Berghsn) sich alles gefallen lassen OBerg. — Teröckh. übertr. sich von einer Sache zurückziehen OBerg. — 2. trans. ein Pferd h., teröckh. zurückgehen lassen; et Perd (de Kar) h.; de Mestkar h. rückwärts in die Mistgrube schieben.

hoppen II schw.: in Wend.: Dat es gehoppt wie gesprung Koch, Trier-Stdt, — wie gedoppt Kobl.

Hopp Sg. t. m.: 1. Galopp Siegld. — 2. H. oder Dopp alles oder nichts Sieg-ODollend (vgl. o. gehoppt wie gedoppt).

hoppern May-Kirchesch schw.: hin u. her schwanken, wackeln.

hoppsch -o- Sieg-Ägid Interj.: beim Springen; h., üver de Bach!

hoppsen -ǫ-, –o- (s. auch huppsen) Saar, Hunsr, Trier, Bitb, Koch, Siegld, Sieg, MülhRh, Monsch, MüEif, Elbf, Kref, Geld schw.: recht hoch u. wiederholt springen; beim Laufen grosse Sprünge machen; über Unebenheiten hinwegspringen; den hoppst wei sou en Häsprongk (Heusprung, –schrecke) Merz-Saarhölzb; hopps der jet! ich tue es nicht Koch-Brohl; meist in der RA.: Dat es gehoppst wie gesprongen es ist einerlei, ob es so oder so gemacht wird Allg. — Abl.: die Hoppserei, dat Gehopps, der Hoppser.

Hopps Sg. t. m.: Sprung, bes. ein Weitspr. Verbr. wie hoppsen.