| NRhWB Hopfen hǫpə(n), –ǫb-, –ob-; doch hp, –o-, –a- uSaar; -- WEif; -ǫ- Rip, Nfrk (lrhein.); -u- [Bd. 3, Sp. 805]
Heinsb-Breberen Millen; -ō- Heinsb-Kirchhv; -o- Simm-Laub; hǫp Kobl-Kettig; -a- (wilder H.) Neuw-Raub Sg. t. m.: wie nhd., humulus lupulus; H.bau früher im Kylltal, Neuw-Isenbg (bis 1910), MGladb-Neersen Schiefbahn; der H. wird gesetzt; die jungen Triebe werden im Frühjahr ufgegrabe u. gestickt mit H.stangen; später wird der H. beschnirre (beschnitten); die jungen Triebe dienen zu H.gemes (-gemüse); die stehengebliebenen Sprossen werden mit Lind (Bast) angebunn; im Laufe des Sommers wird der H. geblatt (entblättert), von den Blättern wird H.schlot (-salat) bereitet; zur Zeit der Ernte wird der H. afgedohn, geblickt u. gestoppt; des Abends versammelt sich die ganze Familie, nicht selten durch die hilfsbereite Nachbarschaft verstärkt u. unterstützt, um einen mächtigen H.haufen, u. mit staunenswerter Gewandheit lassen die emsigen Finger ein Köpfchen nach dem andern über die vorgebundene Schürze in den Korb rollen; so ist unter fröhlichen Liedern u. mehrfachen Neckereien (Pfänderspielen), bei welchen sich die Nachbarn gern die vollsten Dolden in unbewachten Augenblicken auszuspannen suchen, der H.vorrat mehr u. mehr zusammengeschmolzen; schliesslich müssen sich die Schnitter bis nahe an den Boden bücken, um den kleinen Rest noch erreichen zu können; aber dort liegt noch die Mutsch, ein Gemisch von abgerissenen Blättern, Köpfchen u. Stielen; die M. ist gewöhnlich der Schnitter Verdruss; indess auch sie muss ausgerafft werden, u. so nimmt die ganze Gesellschaft auf der blossen Erde Platz, um auszuraffen; ist diese lästige Arbeit vollendet, tragen die Schnitter et Geläf (Geläube) in den Futterraum, kehren das Zimmer aus u. reinigen sich die Hände in warmem Wasser von dem dick anhaftenden, klebrigen, ausserordentlich bitter schmeckenden H.mehl; nicht jeder, bes. nicht schwachnervige Personen, hält es einen ganzen Abend in der von einem durchdringenden Geruche erfüllten H.stube aus; vor dem Rupfen erfolgt ein Vorsprechsp.: Hier ist der Schlüssel vom Sack, wo der Hafer drin stak, wo das Pferd draus frass, wo der Mann drauf sass, der den Knüppel trug, der den Hund tot schlug, der der Katze nachlief, die am Ofen schlief oder Hier ist der Schlüssel zur Kappelle; hier ist das Band, woran der Schlüssel hing; hier ist die Maus, die das Band zernagte, woran der Schlüssel hing zur Kapelle; hier ist die Katze, die die Maus frass, die das Band zernagte, woran ...; hier ist der Hund, der die Katze biss, die die Maus frass, die ...; hier ist der Wolf, der den Hund zerriss, der die Katze biss, die ...; hier ist der Jäger, der den Wolf schoss, der den Hund zerriss, der die Katze biss, die ...; von dem lustigen Treiben der H.zupfer erfährt auch die Nachbarschaft oft, wenn auf der Strasse der Hilferuf ertönt: Ihr Leutchen, eilt u. helft mir [Bd. 3, Sp. 806]
schnell; ich kann fast nicht mehr von der Stell; ich bin grad wie ein Stockfisch steif; kommt, schippelt mich wie einen Reif; nach dem H.plicken gab es einen Schmaus, bestehend aus Kaffee mit Brot, Butter, Limburger Käse, Kuchen u. Kümmel, Madelgast genannt Neuw-Isenbg. — RA.: Dat wiəss (wächst) wie H. sehr üppig Sieg. Vell H., vell Koərn Verbr. Wenn de H. gestakt es, don (dann) föngt der Öngerer (Mittagsruhe, Under) ane Heinsb-Kirchhv. Do üs H. un Mault (Malz) dra verloren Mülh-Ruhr, Allg. Wo mer H. schött, sch. mer kei Malz Köln-Stdt. Wenn H. un M. der Bräuer scheut, der Drinker dat et mihts (meist) bereut ebd. H. binne (binden) Verstecksp. Koch-Laub. Rätsel: Krengele, Kr. öm de Stecke, wor die Buren dat Bier af make; roje, r., wat es dat? Geld.Hopfen- in der Zs. mit wenigen Ausnahmen hǫp-, sonst -pə(n)-, –bier, –ballen, –händler, –haufen, –karre, –korb, –züchter wie nhd.; dazu: Hopfen-binder -bi·n.ər Koch-Laub m.: Lockruf für die Ziege. Hopfen-blatt n.: wie nhd. RA.: En H.blättje, en H., säj den Bur, duw schluckten hej en Mus met et Bier Rees, Mörs. Hopfen-brühe -br:t Köln-Stdt f.: wie nhd. NRhWB Hopfen-ditz Elbf-Stdt, Düss-Stdt, Altenessen m.: 1. Pritschenmeister zu Fastnacht, Narrenkönig. — 2. kleiner Mensch; nicht gediegener M. Hopfen-dreck Neuw-Isenbg m.: Milben, die sich an die Spitzen der Triebe setzen. Hopfen-gerhard -je·r.ət Dür-Stdt m.: in der RA.: Paraf (paf!), sät H., du schlog he seng Frau met der Pörk (Perücke) an en Uhr (Ohr). Hopfen-gerte -jēərt Aach f.: 1. –stange. — 2. übertr. lange, hagere Person. Hopfen-jahr -j·ə.r Heinsb-Karken n.: in der Bauernregel: E got H. brengt go Koəreschoər (Roggenernte). Hopfen-kaffee im Westerw H.baubezirk m.: H. wird getrunken, wenn der letzte Hopfen geschnitten ist; runde Kuchen mit einem Stück Würfelzucker werden an alle Schnitter verteilt; in jede Kaffeetasse kommt eine H.flocke. Hopfen-kirmes Westerw f.: K. zur Zeit der H.ernte. Hopfen-klee (s. S.) Saarbr-Eiw, Gummb-Wasserfuhr; hǫpklī: Sieg m.: Goldklee, trifolium dubium, als Vorsaat für Roggen angepflanzt. Hopfen-kränzchen Neuw-Isenbg n.: eine kreisförmig gewachsene Dolde im Hopfen; die jungen Mädchen setzen es beim H.rupfen scherzweise nacheinander auf; man sagt, wem es am besten stehe, die werde zuerst der Brautkranz schmücken. hopfen-leicht Wend, Birkf Adj.: sehr l. Hopfen-monat hǫpm:nt Bitb-Speicher m.: Januar (ganz veralt.). Hopfen-pfännchen -pę·n.χə Köln-Stdt n.: -kessel in der Brauerei. Hopfen-ram -:- Rip, MGladb-Giesenk m.: 1. –stange. RA.: Dat floriert wie en Fluər (Flor) op de H. Dür-Stdt. Su langk wie en H. Allg. — 2. übertr. grosser, hagerer Mensch. PfWB ElsWB Hopfen-sack m.: 1. wie nhd. RA.: Der Hond es esu voll Flih be en H. May-Collig. — 2. übertr. a. gieriger Fresser Sol. — b. Löveniger H.säck Neckn. derer von Erk-Lövenich. PfWB Hopfen-spitzen -e- Allg. Pl.: H. (auch des wilden [Bd. 3, Sp. 807]
Hopfens), zu Salat verwandt. Hopfen-stak -ā- Nfrk m.: 1. –stange. RA.: Wi et langk hät, lett (lässt) et l. hange, sei (sagte) de Düvel, du stok (stach) he sin Moder enen H. in et Gat Mörs, Rees. De Schlöttel is gebroke, wille we os ene neije make van die alde H.ə Schlussvers zum Krunekranen-liede Geld-Kevelaer. — 2. übertr. lange, hagere Person. Hopfen-stange (s. S.) Allg. [hp- uSaar, WEif] f.: 1. wie nhd. RA.: Lang wie en H. Allg. De hot de H.ə gestreppt er hat lange, dünne Beine Westerw. — 2. übertr. a. sachl. dünner, langer Stempel im Bergwerk Saargeb. — b. persönl. lange, hagere Person Allg.; en lebendig H. Kobl-Bend; en lang H. WEif. Hopfen-strick uWupp 1870, Wermelsk m.: ein fingerdicker Str., dickes, loses Tau, en Lipziger H. Hopfen-stück -e- Westerw n.: Acker, mit Hopfen bebaut. Hopfen-tierchen -d:rχən Neuw-Isenbg n.: kleine Käfer, Spinnen, Ameisen udgl., die sich an den H.blättern aufhalten. Hopfen-weck Neuw-Isenbg m.: runder Platzkuchen mit eingestecktem Stück Würfelzucker, am Schluss der H.ernte den Arbeitern gereicht. | |