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Rheinisches Wörterbuch 
 
Heu II bis Heubunnes (Bd. 3, Sp. 584 bis 591)
 
  NRhWB Heu II Rhfrk hāĭ, hi; n. des Soonw, Meis, NWWend hāu; Saarl hāu, hau, hǟu, [Felsbg Altforw Berus hāf; KerprichHemmersd GrHemmersd hǟw; NWSaarl hä·i.]; Merz, Saarbg hǟ:, h:; sonst Mosfrk hāi u. vom Hunsr aus über die uMos hāu; Rip, Berg, SNfrk (hier auch ohne Schärfung) h·y.; Eup ; Klevld h, h Sg. t. n.: 1. wie nhd.; Gras-, Klee-, Wiesen-, Bänden-, Stengel-, Brechh. (s. d. W.); lang, kurz H.; gut, schlecht H.; hart, grof, freid, burschtig, holzig, rauh, rauhelig, krauteg, stengelig, storkelig, strohig, storzig, strossig, struppig, strunkig, zäh, verbomt (verbaumt), verstanden (das Gras hat zu lang gestanden) H.; weich, zart, sanft H.; reif, reid, gar, dorr H.; sprock (zu dürr), schier, rappelig H.; nass, föcht, klamm, blutt, schleh H.; bespelig (voll Binsen), schmielerig (schmelig) H.; süss, sauer H.; steckig, muckig, müffeg, müff, möffs, bemüfft H., zwischen dessen Lagen Vehsalz gestreut wird (s. d. W.); et H. es hart wie Ret (Riet) Eusk-Bürvenich; et H. ös esu drü (trocken) wie Polver, — Schnüffche Aach-Walh, — Schnauf Wittl, — dat et rappelt Mosfrk, — dat et brecht (kracht) Allg.; et H. es lauter Sime (Besen, Bespele Binsen usf.), — de renste Mest Allg., — hart Gescherr Allg., — de renste Widderbart (Zeggenheu) Bernk-Rapperath; es H. es angezo (-gezogen) feucht Kreuzn, Goar; et H. stickst (möppst usf.) Allg.; et H. es sauer, et Veih kret Leis dervun Merz-Bergen; et H. es got enkunn, — schün grön wie Schlot (Salat) Rip; et H. os (noch eckersch) gebiht (gebäht) halb trocken Malm; et H. es usgeschwess (-geschwitzt) ist gut; et H. schwesst (schwitzt) wenn es einige Zeit auf dem Heuboden gelegen hat, dünstet es aus Rip, Allg.; et H. kimmt zou sich wenn anscheinend trockenes H. auf dem H.stall wieder feucht wird Bernk-Lieser; et H. hot sich gesetzt auf dem H.stock Bernk-Rapperath; dat H. es got, für de Köh de Lüs op der Balg te foren (füttern) Grevbr-Wickr. — Eine Portion (Bündel) H. es en Arvel, Bündel, Bünsel, Bunzel, Buss, Gebündchen, Hafel, Gedrag, Dräger, Grapp, Last, Laken, Maul, Pack, Pussen, Putschen,

[Bd. 3, Sp. 585]
Ration, Schlapp, Walm, Warf, Wek H. (s. d. W.); en For (Futter) H. die gewöhnliche Portion für eine Kuh Aach-Walh; auf der Wiese so un so vill Hoppe H., en Leder voll H., en Won (Wagen) voll H., 1, 2, 3, 4 Gelogen H. Prüm-KlLangenf. — Et H. machen (wiəre Kemp; haue LRip); en et H. gohn Rip, Allg., u. zwar das gemähte Gras (s. Gras), das op Bahnen, Furren (Furchen), Gängen (Mähjgäng), Gassen, Jähnen, Kidden, Kiggen, Kitzen, Lagen, Madden (Maren, Gemadden), Raupen, Reihen, Riemen, Rippen, Rütschen, Schladen, Schladern, Schlachten, Schlägen, Schlawen, Schnaden, Schoren, Schollen, Schwichten, Schwaden (Geschwaden), Siemen, Spreite, Straden, Streifen, Wellen (s. d. W.) liegt, zunächst (auseinander-)spreiden, zeden, userenduhn, –streuen; dann et H. drehen, kehren, wenden; dann es wieder zusammenkämmen, –kratzen, –kropen, –härken, –scheren, –schlohn, –machen, opkämmen, –machen, beikämmen, –machen, –stossen oder uf Balken scheren, op Reihen sch. (kratzen), op Gassen dohn (schmissen), op Schwaden härken, op Wellen hauen, uf Mare (Madden) scheren, op Gemadder schlagen, op Wellen schl., op Ramen schl., op Wälzen machen, op Spreden m., uf Schlader m., uf Rauden m., in Kitzen m., in Keggen m., op Renke m., op Sieme m., of Schläh setzen, op Spridden zesammenscheren, Bahnen machen, Rämmele m.; et H. on (in) enletzig on daubel (doppelte) Gemadder dohn (Büsten, Drudelchen, Gaupen, Göfen, Guppen, Haufen, Haupen (Heipcher), Hoppen (Häppcher), Höppkes, Höppere(-rkes), Huppern, Hüppeln, Huppen, Hüppen, Hüppəs-chen, Hüffeln, Huweln, Hückelchen, Hückern, Hucken, Hütschelchen, Jonges, Kaggen, Kegel, Kerschilchere, Klatschen, Kotten, Kötzchen, Kuppen (Küpp, Küppchen), Kaupen, Kneipəs-cher, Mollen (Möll, Möllcher), Oppers (Öpperkes, Nöpperkes), Schlarven, Schobber, Wällen; s. auch Beinhuf, Futter-, Gabel-, Gras-, Jonges-, Härk-, Kott-, Mollhauf(en), Brech-, Rechhoppen, Gabel-, Grasöppers, Gabel-, Gras-, Härkels-, Kau-, Moll-, Rechels-, Schlarfkotten, Käuzchen, Grindkopp, Käshoppen, –kuppeln, Krempsack, Hund) mit dem Rechen oder der Gabel gegen Abend zum Schutze gegen Tau oder Regen aufhäufen; et Heu op Kotten, Öppers usf. setzen (machen, schlohn); et H. opmachen; et H. guppen, hoppen, hüppern, kegeln, kotten, kuppen usf., auch opkotten usf.; ist das H. in der Reife schon mehr vorgeschritten, so setzt man es auf grössere Haufen (Barm, Dorr-, Drechenhoppen, Garkegel, Hausten, Heischthaufen, Futter-, Ladhausten, Mieten, Reidhoppen); bei der Gefahr plötzlich eintretenden Unwetters, zur Zeit also, wenn sonst das H. auf der Spreite liegen kann, setzt man in grösster Eile Wetterhaufen, –hausten, –hüppern, –knabben, –kotten, –oppers, Wateröppers, Spitzhausten [vielfach unterscheidet man je nach der Grösse der H.haufen noch mehr Unterarten,

[Bd. 3, Sp. 586]
z. B. Köttsches mit dem Rechen drehbar, Hong (Hunde) mit der Gabel zu wenden, Holfhusten, Husten Kemp]; all diese Haufen werden dann bei der wirksamen Sonne wieder auseinandergespreitet, die Kotten (usf.), et H. ausenanderlegen, –machen, –strauen, –duhn, –werfen; et H. brächen, auslegen, –deilen; et H. em(um-)hausten, –hoppen, –schmeissen; vor dem Laden (et H. laden, opladen, opsteəken –stechen) wird vielfach das H. auf der Spreite noch einmal mit der Gabel aufgelockert, dat de Loft (de Sonn) derdurchgeht; et H. opflocken, –flockern, –plüsen, –pratzeln, -rieren, –riseln, –ruseln, –schockeln, –schüdden, –schüddeln, –ziseln; et H. piddeln, lüften, lichten (lichen), stülpen; mer gehn et H. noch e biss-chen durchenannerschlohn, dat et poffig göt Trier-Mehring. — Et H. op der Härkel drugen (trocknen) gesagt, wenn wenig Sonne da ist Sol, Mettm; jmd., der an einem vorbeigeht, der H. wendet, ruft diesem scherzend zu: hätt der et gleich of die richtig Seit gespret, dann braucht der et net se wenne Zell-Sohren; et H. en de Röpe (Räufe) duhn Gummb, Allg. — Bauern- u. Wetterregel. Wann et am (im) Advent viel rent (regnet), get et viel H. Bitb-NWeis. Of Lichtmess muss des halwe H. noch of dem Balke sei Wittg. Gerdrüt (17. III.), de Plug, de mott dem Hof herüt; ös äwel noch Hawer on H. genug, hät ok de Plug noch Tits (Zeit) genug Klevld. Drockner Miarz, nasser Apröl, köuhler Maij fellt de Scheier on breangt vill H. Merz-Nunk. Märt schrapp, Aprel natt (nass), Mäj wärm, gef de Mäjd en guje Gärf en H. in den Ärm Geld-Weeze. Märtsch Gras, Aprel H. Mörs-Repelen. Blost den Aprel in't Horn, göft et völ H. on Korn Mörs-Xanten, Allg. Der April liefert dem Mai halb Laub u. h. H. oNahe. Ber (wer) wässert (die Wiesen) öm Mai, der hät öm Summer Wise, awer kein H. Altk-Willr, Siegld, — kreit Gromich (Grummet) un kei H. Neuw-Bonef. Wenn et rent em Mai, göft et Wass (Wachs) on vill H. MGladb. En Bei (Bienenschwarm) om Mai os wert e Fuder H. Prüm, Allg. Wie de Blumen em Herrlechemesdag dreien (trocknen), esou drechent et H. Prüm, Allg.; wie drechent de Lesch (Schilf) op Herrleichendag, su dr. et H. Prüm-Waxw, Malm. Hät Margrith kene Sonnesching (-schein), küt et H. net drüg (trocken) hering Rheinb, Dür. Wenn vor Weihnachten die Bäche nicht iwergehn, ist ein schlechtes H.jahr zu erwarten Simm-Argenth. Wann de Herverläənner (Limburger) en got H.zeckt (-zeit) han, dann ha mer en schleht (schlechte) on ömgekihrt Malm-Amel. Rennt (regnet) et en et H., da r. et en der Bäu (Getreideernte) Erk-Örath. Wenn et in't H. regent, wäss (wächst) de Hawer Mörs-Budbg. Rent et dem Bur en et H., dat scheut he schlemmer we Kräu (Krätze) MülhRh. Beim Ren (Regen) geht mer mihen (mähen), beim guden Weder micht mer H. Trier-Gilzem. As et renden

[Bd. 3, Sp. 587]
(regnete), seit der Jong: dat es wall Wedder für mi Morsch (Mutters) Köhl (Kohl), äver nit für mi Varsch (Vaters) H. Sol. Bei godem Wedder mächt e (ein einzelner) Mann mih H. drechen (trocken) op en halven Dag as wie e ganz Dorf op en Woch, wenn et rent (regnet) Malm-Dürler; bei Sonnenscheng (-schein) kann en Bur mih H. mache, als em Ren sibbe Scheffen Bo-Mehlem, — en Narr mehr H. als bei schlechtem Weder zehn Gescheide Zell-Sohren. Drei got Sonnen, dann es et H. gewonnen MülhRh. H.weder bleibt immer iwerig Nahe. Geht et H. got heren, da könnt alles drüg heren Erk-Granterath. Wer em Sommer net well gehn mem Rechen, wenn de Mecke steche, der muss em Wenter gehn mem Strohsel on froə (fragen): dir Leitcher, wer hat H. fäl (feil)? Ottw, Rhfrk, Mosfrk; wen am (im) H. net gowelt, an der Ernt net strowelt, am Hirst (Herbst) net frih opsteht, den kann kucken, wie et em am Wanter geht Trier-Schleidw, ebd. Destele em H. es gut för Streu Kref-Lank. Wenn de Kehl (Kohl) geroden, dann berderft (verdirbt) et H. Bernk. Et es ke Zidderchen (Zittergras) su klan, et brengt en Zentner H. Koch-Leienkaul. An e Hand voll Pimpernell fresst sech et Perd gesond, an e H. voll sauer H. fresst et sech de Magen wond ebd. Striele (Striegel) un Strau deiht su vill als H. Neuw-Bonef. En Arwel sess (süss) H. es besser be en Won (Wagen) voll sauer H. Koch-Lutzerath; sauer H. es half Foder ebd.; en Ärvel Dreschheu (H. vom Driesch) os mih wert as zehn Ärvele Bändenheu; fodert mer B., da moss der Mehlsack dernevver stonn Schleid-Schönseiffen. Gut H. as esu grin wie Gras un riecht wie en Kreideraptekt Bitb-Dudeld; en godem H. sett et Meəhl dren; van godem H. krit et Veh et Fell gewitt (geweitet) Grevbr-Wickr. Wer H. genog im Stall hat, dem geft sein Kouh net moger Bernk, Daun. Wenn man beim Grasmähen an der Grenze der noch nicht abgemähten Nachbarswiese vorbei etwas scharf anhält u. bei der Weinlese hier u. da einen kleinen Übergriff an der Grenze macht, sagt man: Beim H. doht et fir en Rend, un em Herst fir en Kend Koch. — RA.: So drüg (trocken) wie H. Erk-Örath. Wenn et Zeit es, mächt mer H. man muss das Eisen schmieden, solange es heiss ist May. Tit mäckt H. Erk-Grambusch. Mer muss net am (im) Wanter H. machen alles zu seiner Zeit Prüm-Rommersh. Lang Wil (Weile) mäck H. nur Geduld! MGladb-Giesenk. En jong Frau on en jong Perd siən got för on't H. Malm-Weywertz. Wer alle Lügge (Leuten) de Mul well stoppe, de muss vill H. on Strüh han Köln-Stdt; so völl H. es nit gewasse (gewachsen), öm öm (ihm) de Mul te stoppe Klev, Rees, — de Lü de Müler te st. Kref, allg. Nfrk, Rip, Eif, — för all de Eəsele de Mul ze st. Aach. H. get et överall; der en hät et em Kopp, der angere om Stall MülhRh.

[Bd. 3, Sp. 588]
Osem Herrgott es net zo traue, sät der Bur, do mäht he si H. op den Sonndag Jül; usem Herrgott is alles antevertrauen, bloss kein drög H. Ess. Freien on H. drugen (trocknen) geschüht döckes (oft) ömsös Mettm, Berg, Ruhr, Mörs, — mänchmol küt Renəweər (Regenwetter) dertöschen Bergh-Hüchelhv; H. mache on freie gonn (treffe) net emmer got en Jül-Langerw. Fröh H., langk H. Rheinb-Wald. Langk H. ös flöck (schnell) gelade Rip; von ihm heisst es: flott op de Stall, su fl. dervan Rheinb-Wald. Der fihrt H. en er hat ein Loch im Strumpf Merz-Nunk. Em Besoffenen soll e Fuder H. weichen (aus de Fisse gohn) Saar, WEif. Wo mer H. hät gelat (gelegt), ka mer kei Strüh lege Köln-Stdt. Awer do war H. geroppt! da war das Mass voll; da ging der Streit los Saarbr-Sulzb. Er versteht so vill devon (der stellt sich dron (an), sicht aus, micht e Gesicht) wie en Katz (Sau, Gluck), wo H. roppt (frisst) (beim H. roppen) Rhfrk, Mosfrk; den hat Schiten (Schichten Geschick) zur Arbet wie e Wolf zum H. fressen Prüm, Bitb; en hot en Hunger wie e Wolf, fir H. ze fr. Bitb-NWeis; eich hon en Appetit dezou wie zum H. fr. Trier-Waldrach; dat schmeckt dem wie dem Wolf et H. fr. Trier; et leit (liegt) em an, be er Sau et H. kaue May-Trimbs; ech han Honger, ech könnt H. fressen Altk-NFischb; hei es te domm, öm H. te frete Geld, Rees. Wenn de Pastuor sät, he söl H. fr., frett he et Laken met so sehr hält er den P. fast für seinen Gott Wermelsk. Du machs jo en Gesich, als wenn et der en't H. gerent (geregnet) hätt OBerg. Dat es kle Werk, sät de Frau, du sponn se H. Geld-Leuth; do sühste me W., sät der Düvel, du spon he H. Kemp-Grefr; dat es anger W., sät de Frau, du sponn se H. gesagt von einem, der etwas besser macht als sein Vorgänger Grevbr-Wickrathbg. Der (Dummer) hät och mih H. we sös jet em Kopp Rip, Allg.; mer ment, der hett lauder H. un Stroh im Kopp Kreuzn. De hät Äppel em H. ist sehr reich Wippf, Gummb. De sök (sucht) en Stechnol (-nadel) en er Börd H. Köln-Stdt. Häs du och H. en der Botz (Hose)? zu einem Knaben, der Tabak raucht Sieg-Thomasbg. De hät Geld wie H. Rip, Allg., — nur net so lang Allg., — awer et roppt sech nure net su gut wie H., — awer et roppt sech wie Grum Goar. Et Korn (Roggen) röcht wie neu H. MülhRh-Overath. Dat Eəte (Essen) schmackt wie H. Nfrk, Allg. E Weər (Wetter) wie H., net all so rauh Kref-Osterath. So dumm wie H. Bernk, — wie H. on Strüh Altk. Der süht us, als wenn he et H. dorch de Röf (Raufe) hätt kriegen er ist ein eigner Mensch MülhRh-Overath. De hätt de Kopp met H. ütgepolstert der Dumme Mörs-Xanten. Et leit dorchenanner wie H. on Stroh Rhfrk, Allg.; wie H. on Str. opwasse (-wachsen) ungebildet Monsch; du bes esu domm, dat de H. on Str.

[Bd. 3, Sp. 589]
an de Ben gebonge (gebunden) han moss Bo. Wenn H. un Str. zesumekommen, göt et Feier von Liebenden Mosfrk, Allg. Str. em Dorf (im eigenen D.) es besser als wei H. em annern D. eine weniger bemittelte Frau im D. ist zum Heiraten besser als eine reichere von auswärts Saarl-Niedaltorf. Ömmes für H. on Str. verkopen ihn missachten; ömmes für H. on Str. legen loten nicht nach einem Kranken sehen Sol. De hülpt em vam H. up et Str. ruiniert mich Waldbr-Wildbg. En Scheier kann neist verdrohn wie H. un Str. Trier-Fell. Dau worsch of e Beərd H. jung, on do kom en Esel, hät se ofgefress, on du häste dein Hem (Heim) verlore May-Andernach. En Biard H. oader en B. Str.? diese Frage richtet man an denjenigen, der etwas wünscht, es aber nicht oder nicht so recht aussprechen will Bitb-Rittersd. Met em Strühhälmche kammer och alt ens ne Wagen H. verlade Köln. Da wesst (wächst) der Groum (Grummet) dörch gen H. wenn die Jüngere vor der Ältern heiratet Eup, Rip, Berg. Der miht (mäht) för (vorne) H. on henge (hinten) Grommet er lässt beim Mähen Büschel stehen Monsch-Zweifall. Dat geht de Kar H. nöcks an! hat mit dieser Sache nichts zu tun Sieg-ODollend. He het et letzte H. op der Räupe nur noch kurz zu leben NBerg. Et H. es op, den Oss (Ochse) es blend, en Gat (Loch) in de Bocks, wor de Sonn dör schinnt? Spottvers auf den Ochsenbauern Geld. H. käuen ohne Appetit essen Sieg. Herrgott, werp H. eraver, de Öəss (Ochsen) hant Honger! Aach. Drenk dech en Gläske H.! Kemp-UWeiden. Et rent (regnet) dir (dem Bur) doch net en't H.! zu dem, der unnötige Eile hat; du gehs jo net en't H.; du löfs noch kenem Bur en't H.; mer ment, du gengs en't H.; ech bruch (moss) jo net nom H. Rip, Nfrk; he het en Il (Eile) om Lif, äs wenn he in et H. wöull MülhRuhr; et geiht nach nit no et H. Mörs, Rees; wotte (willst du) en't H.? Elbf. Leg dech en't H.! Rat für einen Unfähigen Sol. Bleif mer nure von de Äppel, sos helt dich der Deiwel em H.! Westerw. Drickes em H. alter Tanz (s. Drickes) NEif, LRip. Op et H. gonn sterben uWupp. — Tösche (zwischen) H. on Bäu Gras- u. Getreideernte Geilk. Es war oms H.mache ungefähre Zeitangabe Rhfrk. Sint Jöttemess (ist kein Heiliger, fingiert), as et H. blöhjt, sak (soll ich) ow betahle niemals Klev. Jo, du worsch jo och derbei, wie et H. rente (regnete) zum Lügner Altk-NFischb. — Scherzfragen. Wer fährt ohne Won (Wagen) en't H.? die H.gabel Bernk-Gonzerath. Wo get H. gemäht? Nirgends; man mäht doch Gras Daun-Strotzbüsch. Lirum, larum, Leffelstell, wie schrift mer drü (trocken) Gras met drei Bustawen? Heu OBerg; wie wüərd dörr Gras geschreve en drei Del (Teilen)? uWupp. Wie san (sagen) de Bauere vor Hei? Antw.: Hau (dann bekommt der Antwortende einen Schlag) Simm-Horn. —

[Bd. 3, Sp. 590]
2. übertr. a. sachl. Der hät (jet) H. ist reich Jül. — b. persönl. α. söss (süss) H. Schmeichler Eusk, Köln. — β. alde H. altes, schmutziges Weib Mörs-Bönninghardt.

Nach- heu n(r)- Klevld (n. Ürd.-L.) n.: Grummet (dies Wort fehlt dem Klevld).

Heu-apfel -ab- Wend-Berschw m.: A.sorte, zur H.ernte reif. Heu-arn -ān-, –r- usf. (s. S.) Rhfrk, Mosfrk [hāijr Bernk-Neumag], Rip, Berg (sonst Nfrk -bäu) m.: -ernte; de H. geht an beginnt Rhfrk. RA.: Wenn of Froleichnamsdag de Blome net welch were, dann git's raulich H.äre Bernk-Sulzb. — Heiətəwan Birkf-Oberst. NRhWB Heu-balken -baləkə, –kər (s. S.) Ruhr, n. Ruhr, Mörs, Geld, Klev Pl.: das Obergefach der Scheune, auf dem das Heu aufgespeichert wird. Heu-baltes Daun-Strohn Tettschd m.: sehr langer Mann, Flappes. Heu-bände LRip f.: -wiese, das Bändenheu liefernd. PfWB Heu-barn -bān, –bār, –bęrəm (s. S.) Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg, SNfrk bis Geld-Pont m.: 1.a. –schober, aufgeschichtet wie ein Getreideschober, bes. dann, wenn das H., für das in der Scheune noch kein Platz ist, längere Zeit auf der Wiese in Barnen aufgeschichtet bleiben muss. RA.: Wenn de H.bärm stonn, de Nachtigalle net mih schlonn im Juni Köln-Stdt. — b. –speicher, –boden Berg, Eup. — 2. übertr. Vagabund, einfältiger, ungeschliffener Kerl; gemeiner Mensch Eup. Heu-barns-pack -bęrəms- Eup n.: Lumpenpack, Gesindel. Heu-bau -bǫu, –bę·i.χə Merz, Trier, Kobl-Capellen m. (n.): -stall; Dachaufbau zum Aufspeichern des Heus. Heu-bäu , Heu-baut SNfrk, Klevld m.: -ernte. RA.: Sent Jonn fängt den H. an Kemp-Breyell. NRhWB Heu-baum -ō- (s. S.) Siegld, Altk, Gummb, Barm, uWupp, Eusk-Bürvenich, Monsch, MGladb-Rheind, Geld-Pont Straelen, Rees m.: Wiesbaum, der auf dem H.wagen das Heu niederhält. Heu-bein Sieg-Rhönd n.: -schrecke. Heu-berge -bęrχ Rees f.: Abteil in der Scheune zur Aufnahme des Heus; -barn mit drehbarem Dache. Heu-besicker -zek- Sieg-ODollend m.: kleine Regenschauer zur Zeit der H.ernte. Heu-binder -ę- Wittl, Bernk, Zell, Koch m.: Vorrichtung am Hinterwagen zum Anziehen des Wiesbaumes. Heu-blässe -blęs Gummb-Nümbrecht f.: dummer Mensch. Heu-blume (s. S.) 1.a. die im Heu befindlichen getrockneten Bl., zu Kompressen verwandt; H. em Säckelche of de Owe gelet on an de Backe gehall (gehalten) bei Zahnschmerzen Ottw, Allg. — b. geflügelter Ginster, cytisus sagittalis May-Monreal. — 2. übertr. Pl. Sommersprossen Bitb-Wiersd.  PfWB  PfWB Heu-bock m.: 1. Lattengestell, auf das das Heu auf der Wiese gesetzt wird, dass es nicht unter der Bodenfeuchtigkeit leidet; –reiter May, Prüm, Rip, Mettm, Neuss, Rees-Haldern. — 2.a. Heuschrecke Goar-Braunshorn Holzf NGondershsn Lingerhahn. — b. verächtl. altes Pferd Mörs-Rumeln. Heu-boden (s. S.) Verbr. Goar, Kreuzn, Meis, Simm, Birkf, Ottw, Saarbr,

[Bd. 3, Sp. 591]
Bitb, Wittl, Koch, Kobl, Rip, Wippf, Sol, Düss, Erk, Grevbr, Kemp, Geld m.: oberster H.speicher. Heu-boz -:- Bitb-Dudeld m.: Schreckgespenst. Heu-brücke -ø- f.: eine schmale mit Geländer versehene einfache Holzbr. über die Sieg bei Altk-Schönst, die nur im Sommer bei niedrigem Wasserstand benutzt u. im Winter zu Lande aufbewahrt wird. PfWB Heu-bühne -bīn Saarbr-Bischmish; -bn Wippf, Gummb, Ruhr, Mörs, Geld-Hinsbeck, Kref f.: -boden in der Scheune oder im Stalle oder im Hause. PfWB Heu-bund (s. S.) Nfrk m.: -bündel. PfWB Heu-bündel (s. S.) Verbr. m.: 1. –bund. — 2. übertr. kurzes, dickes Weib Koch-Lutzerath. Heu-bunnes Prüm m.: ein Kalb, das schon Heu frisst.