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Rheinisches Wörterbuch 
 
Herbst bis Herbstkirmes (Bd. 3, Sp. 541 bis 543)
 
  NRhWB Herbst Rhfrk uNahe hęăbt; sonst bis zur t/st - L. hrbt, hē-; n. davon -st; in Bernk (Hunsr), Birkf, Wend hīăbt, hīər-, –st; WWend hębt [hērəst Birkf-Bundenb, Simm-Buch]; Saarbr, Ottw hęrbt; Saarl hęrbt [Saarl-Limb Dorf -e-]; W- u. NWSaarl hęrwət [Saarl-Pachten hęrət]; Merz, Hochw hęrbt [Merz-Weisk -ø-]; Merz-Stdt Bergen Mond, Saarbg hę·r.ət; sonst Mosfrk hęrst, –·r.əst [Trier-Ld (Mos, n. Mos), Wittl, WBernk, Bitb, Daun-Utzerath, SPrüm --, –ē-, –ī-, –ēă-, –īă-; Zell-Merl --; Zell-Panzw hęrwəst; Bernk-Merschd hęrfst; Zell-Trarb Zelting hērəbst; in Koch, Kobl, May vielfach hę·r.bst = Ernte u. für die Jahreszeit Spätjohr; sonst aber May hę·r.(ə)s(t); -ē:- May-Allenz, Koch-Ellenz, Neuw-Weroth; -i- Koch-Moselkern]; Siegld hērwəst; Rip hę·r.əs, hę·r.s u. vielfach daneben im selben Orte hę·r.(ə)fs [Ahrw-Heimersh, Köln-Stdt -i-; in Monsch vielfach --; in Aden, Schleid, Monsch nach dem Mosfrk hin hę·r.əst]; OBerg hērəfst, hērəst, –ēə-, –e- [Gummb-Lautenb hirwəst]; NBerg hęrwst, –ę·r.-; Eup, SNfrk hę·r.əs, hę·r.s [in Grevbr, Neuss, Erk, MGladb vielfach auch hę·r.fs; Neuss-Nievenh -i-; in der Selfk hę·r.əs, im WRande -st]; Mörs, Geld bis zur Ürd.-L. wie SNfrk; n. der L. wie lrhn. Klevld hrəs(t), hrs(t) [Geld-Walbeck, Mörs vielfach hęr(ə)ws(t); Klev-Calcar Frasselt hrwst]; rrhn. n. Ruhr hrfs(t) Duisb, Ess-Lippern Sterkr Holten Königshardt u. am ORande um Rees-Schermbeck; dann um Wesel, Spellen u. um Dinslaken, Eppinghv u. um Rees-Elten; hăfs(t) w. Rees-Milling Heeren Heldesloh Willenhorst Mehrhoog Bislicherwald Diersfordt Fluiren bis Hüthum nach N.; hăfs innerh. Rees-Bruckhsn Hünxerwald Hünxe Buchold Welmen; sonst harfs(t) [hāăfs, hāfs innerh. Rees-Möllen Holthsn Stockum Löhnen Mehrum; hāĭfs innerh. Drevenack Damm Wachtenbrink]; der Pl. ist selten (-s(t)ə(n)) m.: 1. die Jahreszeit des Herbstes; en schünen (schroən, drügen, nassen, kalen, warmen) H.; den H. im Herbste; em H., op de H., vam H. an Rip, Allg.; van en H. kommenden H. Nfrk; be so Weər (Wetter) schiete (schiessen) we all wit en den H. eren bei schönem H.wetter Kemp. RA.: De H. es wie e Weckelkend (Kennerarsch), ball nass, ball trocke Rhfrk, Mosfrk. En Krohn (Krähe) mat der H. net us Dür. De hot en Gesicht wie en Arme im H. (der nichts geerntet hat) Zell-Trarb, — en Arsch im H. ein schmutziges G. Bernk; die sieht aus (hat sich gebotzt, gemoschtert) wie es Gredel (Grete) em H. von einer putzsüchtigen Frau Saarbr, Ottw. Alles op en Tit (Zeit), Bockeskok (Buchweizenkuchen) op en H. Nfrk. Gej sit ok bang för en heiten H., den et selde geft zu einem ängstlichen Menschen Rees. — Wetter- u. Bauernregeln. Wenn de Has (Wend) iwer de (Hawer)stoppele läft (läuft), es der H. do Mosfrk, Rhfrk. Em H. setzt henner jerer Straup (Hecke) e anner Werrer Ottw-Theley. Wie Bartelemies (de Gilles, Remiəs)

[Bd. 3, Sp. 542]
sech (ver)hält, su es der ganze H. bestellt Rip, Allg. Schuner H., da lisst (lässt) de Wanter lang op sech warden Prüm-Steinmehlen. Es em H. det Werer hell, brengt et Wend em Wenter schnell Bernk-Bruchw. Es et em H. nass, fillt et nächs Johr Keller un Fass Zell-Pünderich. Am (im) Januar muss de Kält krachen, da get et am (im) H. och jet an de Säck Prüm-Steinmehlen. De Sumer muss broden (braten), wat den H. soll geroden Trier-Issel. Wer de Heimond net gowwelt, də Er (Ernte) net strowwelt, de H. net freh ofstaht, kann sehn, bi et em dat ganz Johr gaht Koch-Laub, Rhfrk, Mosfrk verbr. — 2.a. Herbstfäden; de H. flügt Geld. — b.α. Erntewitterung, –ertrag; mer han en goden H. gehat; noch es (einmal) su ne H., on mer sen fein herus Rip, Allg. — β. im bes. in den Weinbaugebieten Traubenlese, –ertrag; vom Hunsr u. der SEif gehen vielfach junge (dat Jungvolk) Leute in de H., um bei der Traubenlese Beschäftigung zu finden; mer mache bal H.; et get en goden (vollen, halwen, schleehten, armen) H. RA.: Beim Heu deht et fir en Rend, em H. fir en Kend wenn man bei der Heuernte u. der Weinlese ein wenig über die Grenze erntet Koch-Eller.

Herbst- in der Zs. wie –birne, –ferien, –mässig, –nebel, –saat, –wetter wie nhd.; dazu: herbst-ächtig SNfrk, Klevld Adj.: herbstlich. Herbst-bände -b·n.t Eusk f.: gute Wiese. Herbst-bau SNfrk, Klevld m.: das Pflügen des Ackers im Herbste. Herbst-beie -bę·i. Prüm-Burb f.: Drohne. PfWB  LothWB Herbst-blume (s. S.) f.: 1. jede im Herbste blühende Bl. Allg. — 2. Herbstzeitlose, colchicum autumnale Verbr. Saarbr, Ottw, Kreuzn-Weiler, Goar, uMos, Merz, Eif, Rheinb, Eusk, Bo, Sieg-Lichtenbg Wahlschd, Altk-Birnb Weyerbusch, Jül-Bourh, Aach-Alsd, Heinsb-Hilfarth, Kref-Ürding. Herbst-brache -br:x (s. S.) Allg. f.: das Pflügen im Herbste. PfWB Herbst-bütte -bīt, –i- Mos, Nahe f.: die B., in die die gelesenen Trauben hineingeschüttet u. zur Kelter gefahren werden; e federig oder en halffederig (-fuderig) H. Herbst-drähte -dr Klevld von Geld, Mörs an Pl.: Sommerfäden, fliegendes Spinngewebe. RA.: Wenn de H. fliege, dann es de Sommer van de alde Wiwer. Herbst-fädem (s. S.) LRip Pl.: dass. PfWB Herbst-ferkel (s. S.) Allg. n.: ein im Herbste geworfenes F. RA.: H. un Sommerhochzeiden dagen (taugen) neist Trier-OEmmel. Herbst-fluren Jül-Tetz Pl.: -fäden. Herbst-flügel -flγəlts Geld-Kevelaer Pl.: dass. PfWB Herbst-futter -fūr Klev-Cranenbg n.: Immergrün, vinca minor. Herbst-garn Bergh-Berghsn n.: -fäden. Herbst-geschirr -gəēr Mos n.: die Gerätschaften für die Traubenlese. Herbst-glocke -glǫk Bernk-Neumag f.: die Gl., die zur Traubenlese ruft. Herbst-gräft -jrf Siebengeb f.: das Umgraben des Weinberges im Herbste. PfWB Herbst-hahn (s. S.) m.: 1. ein im Herbste jung gewordener H.; dreiviertel ausgewachsener H. (diese Bed. kaum mehr üblich). — 2. übertr. halbwüchsiger

[Bd. 3, Sp. 543]
Bursche (in den Flegeljahren), Grünschnabel, vorlauter Bursche, zu jugendlicher Freier NBerg, SNfrk, Klevld [junges Mädchen, das in die Reife kommt Klev, Rees]. RA.: H., komm heren, et fängk an! Kemp-Hüls. Herbst-heu Geld-Winnekendonk n.: Grummet. Herbst-hochtentag Mörs-Neuk m.: Erntedankfest. Herbst-hund (s. S.) Gummb m.: in der RA.: De H.höng blichen (bellen) die Flachsbrechen klappern. Herbst-hünkel -i- Trier-Gilzem n.: 1. Küchlein vom Herbste. — 2. übertr. Kind, das nicht gedeiht.  PfWB Herbst-katze -kats Sieg, OBerg f.: im Herbste geborene K. RA.: H.ə sen Äschekröcher kriechen in der Asche umher, gedeihen nicht. PfWB Herbst-kirmes (s. S.) Allg. f.: K. im Spätherbste.