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Rheinisches Wörterbuch 
 
Hacke III bis Hackbeil (Bd. 3, Sp. 39 bis 42)
 
  NRhWB Hacke III hak Allg. (doch nicht belegt Mosfrk) [-ǫ- im sndfrk. Trübungsgeb.; -ę- Sieg-Seelschd; hakə Berg in Sol u. ö. der Ürd.-L.]; Pl. Rhfrk -gə, sonst -kə(n), Demin. hękəlχə, –ęg-, hękskə f. [Kref m.]: 1. einzinkige Haue für das Erdreich u. Steine; s. Erdappels-, Heid-, Häuf-, Rauh-, Spitz-, Streuh. RA.: Nome (Name) des Tick, N. des Tack, hei de Schöpp en doə de H. Spielgebet Aach. Schwer H.ə! Fluch Kobl-Stdt. Sej schmiten Schöpp on H. derniər werfen die Flinte ins Korn Kemp-SPeter. St. Gertrud blost men Lampe un de Kerze ut, schmitt H. un Schöpp erut es ist Zeit für die Gartenarbeit Ruhr, Geld-Capellen. Me wet nit, wo de H. an de Stel sett er weiss sich nicht zu helfen; den wett, wor de H. an de St. sett weiss sich zu verhalten; ek sall dech ens lehren, wie de H. an de St. sett! den Standpunkt klar machen Mörs, Geld, Ruhr; der bringt e H. un e Still dran er erzählt gewandt Saarbr. — Früher führten die Fuhrleute eine H., auch Hauwiəl genannt, mit, um üble Stellen auf den Fahrwegen auszubessern; sie wurde neben der Stip (Stütze) auch wohl zum Stützen der Karrenbäume gebraucht; daher noch die RA.: De H. ongersetten (opsetten) eigentl. an der Wirtschaft mit der Karre halten; jetzt übertr. kurze Rast machen, um Einkehr zu halten während der Wanderung, pausen in der Beschäftigung NBerg, SNfrk, Klevld. — Bei der H. sein pünktlich auf Posten sein, auf etwas achten Kreuzn-Hahnenb; of die alt H. auf die alte Art u. Weise; of ain H. erauskomme übereinkommen

[Bd. 3, Sp. 40]
Kobl-Stdt. — 2. hāk Eckzahn Simm-Craster. — Das Wort ist Rhfrk (Nahe, Saarbr, Ottw, Simm, Goar), uMos bezeugt; nicht im übrigen Mosfrk; auch das Rip zieht Hau(e) vor; H. ist hier eine stärkere Haue; Häckelchen eine schwache Haue, um Unkraut auszuhacken.

Hacken-auge (s. S.) Allg. n.: Öhr der Hacke, in das der Stiel hineingesteckt wird. RA.: He es su frid (zähe) wie en H. uWupp. Hacken-äuger -jər Gummb-Berghsn m.: zweizinkiges Häckelchen, in einem H.auge festsitzend. Hacken-bohnen Waldbr-Lüsbg, Neuss Pl.: eine B.sorte. NRhWB Hacken-fest Altk-Birken Dermb n.: F. der Jungleute mit Biertrinken nach Abholzen des 18jährigen Haubergbestandes u. dem Hacken des Han, in der Nähe des Han gefeiert; zu Hause gibt es dann noch Zuckerkaffee mit Kuchen. PfWB Hacken-hälft Rip n.: -stiel. PfWB Hacken-haus -ū- Eup-Raeren n.: -auge. Hacken-stab Gummb m.: Eisenstab, aus dem die Hacken geschmiedet werden. PfWB Hacken-stiel (s. S.) Allg. m.: wie nhd. RA.: Unse Schöppenstell un inke H. sind beide van Holt scherzh. Ausdr. für entfernte Verwandtschaft Lennep-Radevormwald. Hacken-zau Bergh-Elsd n.: Leinewebstuhl, Gezau.

hacken Rhfrk, Nfrk; sonst nur mit best. Obj. schw.: 1.a. den Boden h., graben Rhfrk, SNfrk, Klevld. RA.: Grave on H. makt schmale Backe MGladb, Erk. — Gemis h. die Erde um die Gemüsepflänzchen auflockern Bernk-Rhaunen; Grombere h. das Kartoffelfeld um die Pflanzen lockern Rhfrk, Saar bis Merz, Altk, Eup-Raeren, SNfrk, Klevld; blen(d) h. ehe der Keim aus der Erde ist Merz-Berking (sonst behauen); op Forre h. Kartoffeln häufeln Sol-Rheind; Streu h. Waldstreu OBerg. — b. im Walde, Hauberge h., roden Siegld, OAltk; he wont em gehackten im neugerodeten Grundstück MülhRuhr. — c. Fleisch, Gemüse h., wie nhd. Allg., auch Mosfrk, Rip (hier also die einzige Verwendung von h.). RA.: De kriet et Mus uf em Kopp gehackt er lässt sich alles bieten Simm, Ottw, Saarbr. He es ze schlet (schlecht), für onger de Mest ze h. ein sehr schlechter Mensch Wippf (rip.). Un (an) de Baken seiht mer, wat die Zähn h. Trier-Schleidw. — d. Holz h., klein h. zum Feueranmachen, –schüren Verbr. südl. Soonw bis Birkf, OWend. — e. dat eas net gestoch un net gehackt es taugt nicht Merz-Losh. — 2. picken; soə (soll) dich der Hahn h.! dich soll der Kuckuck holen Aach-Merkst; einen öwer de Nös (Nase) h. Emmerich; ofenanmer h. sich zanken Goar, Verbr.; op enem erömh. wie nhd. Allg.; dem kammer of em Kopp h. Ottw; hei es met H. on Stöt (Stössen) grot gewarde unter Mühseligkeiten Mörs-Wallach. — 3. mit dem Hacker, dem dicksten Klicker werfen; Küllke (Kaule) (Krenk) h. Neuss-Kaarst, Kemp-UWeiden, Geld, Mörs-Birten Xanten, Ruhrort; Höppken h. mit Klickern auf ein aus Kl. gebildetes Häufchen werfen Mörs-Neuk; s. auch hacken bei

[Bd. 3, Sp. 41]
Hack.4.a. de Plog hackt dörch de Erd pflügt nicht ordnungsgemäss Schleid-Blumenth. — b. gehackt durcheinandergeredet Kreuzn-Langenth. — c. ongerh. (unter-) die Fuhrmannshacke unter den Karrenbaum setzen uWupp 1870. — Abl.: die Hackerei, dat Gehack(s).

ab- hacken: nach dem Nhd., dafür mdl. ab-hauen.an -hacken: 1. einen Gegenstand a., beschädigen durch Hacken Verbr. wie h. 1 a. — 2. Kartoffeln a., behäufeln Klev, Rees; -hgəln Ess.  PfWB auf -hacken: 1. wie nhd.; et Eis ufh. Rhfrk; de Boddem oph. Nfrk; de Voər (Furche) oph. Eup; Verbr. diese Anwendung wie h. 1 a. — 2. Kartoffeln udgl. a., die Erde um sie lockern u. sie behäufeln Neuw-Heddesd, MülhRh-Herrenstrunden Refr, Köln-Holweide Flittard, Sol, Düss-Buchholz, Neuss. aus -hacken: 1. wie nhd. Verbr. wie h. 1 a. RA.: En Kräih, die hackt die andere gen Og üt Klevld, SNfrk, Sieg-Süchterschd, Altk-Wildenbg. — 2. Klicker aus der Kaule heraustreffen Ruhrort. be -hacken: 1. Pflanzen b., die Erde um sie lockern Klevld. — 2. das Schwein b., in seine Teile zerlegen Kreuzn-Münster.  PfWB bei -hacken: Erde um junge Gemüsepflanzen häufen Birkf, Goar.nach -hacken: mit dem dicksten Klicker Nachwerfen spielen Neuss-Kaarst, Kemp-UWeiden.ver -hacken: 1. etwas v., durch Hacken 1 beschädigen; die Grombire sen arg verhackt Rhfrk. — 2. Fleisch v., durch Hacken 1 c all verbrauchen; wer sei Fleisch ze Worscht verhackt, de kimmt nit weit Simm-Horn. zer -hacken: etwas z., zerkerben, beschädigen Klevld. PfWB zu -hacken: 1. eine Vertiefung z., durch Herbeihacken von Grund schliessen Rhfrk; absol. im Weinberg nach der Lese (im Herbst) graben uNahe. — 2. hacke tou (hin), Brouer (Bruder), et geht för't Vaterland! Losungswort des westfäl. Infanterieregiments 16 (in Köln garnisonierend) im Feldzug 1870/71; daher wurden die 16 er Hacketäuer  genannt; übertr. a. schlechthin der Westfale. — b. Dreinschläger; eigenwilliger, eigensinniger Mensch; vierschrötiger Kerl (auch Mädchen) Allg.; Krummbeiniger Köln-Frechen, Jül; schefe (kromme) H. diejenigen, die den Schluss eines Zuges bilden Sieg-ODollend. — c. altes, abgetriebenes Pferd MGladb-Korschenbr; ein Mensch, Tier oder Gegenstand mit allerlei äusseren Mängeln und Gebrechen MGladb-Rheind. — d. Zahnreste, e paar H. Bergh-Hüchelhv. — e. plumpe Schuhe Geld.

hack Interj.: zur Nachahmung des Dreschertaktes: Schepp op die Papp, hack - ma - huck (kuck)! Klev-Cranenbg. — Erhalten die Knaben beim Heischen zum Martinsfeuer nichts, so singen sie: Haak de Schaak de Rupp de Krupp May-Bell.

Hack m.: 1. Sg. t. a. einmaliger scharfer Schlag mit der Hacke u. mit einem sonstigen Werkzeug; et gaf enen H.; met enem H. et afkrige Rip, Nfrk. — b. den H. op immes

[Bd. 3, Sp. 42]
höbben ihn nicht leiden mögen, ungünstig gesinnt sein Mörs-Neuk; de han en H. openanner sie hassen sich Prüm-Mürlenb; et es alltit H. op den ihm wird alles zur Last gelegt Klev; ene eng H. geəve einen Vorwurf machen Aach-Merkst. — 2. hak, Pl. -gə dickster Klicker Simm-Zell.

hacken Verbr. wie Hack 2 schw.: mit dem Hack spielen, bes. mit ihm die in einer Grube liegenden Klicker herauswerfen.

 PfWB Hack-bank Kreuzn-Boos f.: Holzklotz, auf dem das Fleisch gehackt wird. PfWB Hack-beil (s. S.) Verbr., doch mehr -messer n.: 1. B. zum Hacken des Fleisches. RA.: En Gesicht, als wenn et mem H. utgehauen wör Wippf. — B. zum Hacken der Fassdauben uMos. — 2. übertr. in der Form eines H. verlaufendes Feldstück.