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Rheinisches Wörterbuch 
 
Hass bis Hassinger (Bd. 3, Sp. 296 bis 298)
 
  PfWB  ElsWB Hass has; aber -ā- Trier bis Bernk, Wittl, Bitb, LRip; hāt Eup, Geld Sg. t. m.: wie nhd.; aber nicht recht mdl., meist Wut, Rasch oder umschrieben: ech kann de Mensch net für de Sil legge (leiden) Rip, Allg.; H. drage gehässig sein, gegen andere Groll haben Geld. RA.: Den hot en H. gent (op) en, dat en e könnt verdilgen (fressen) Bitb-Mettend, Allg. En enem Fass es Lief on H. Prüm-Mürlenb 1860; Neid un H. wohnen en enem Fass Eif (o. O.). De Lef es enögig (einäugig), äver de H. ganz blöngk (blind) Bo-Dransd.

 PfWB  ElsWB hassen hasə(n), –ā-, hāt- schw.: 1. einen (sich) h., wie nhd.; doch meist umschrieben enen (sich) net leiden (ausstohn, kauen, verknausen) kennen Bernk, Allg. RA.: Er hasst en wie Fauer (Feuer) Simm-Schlierschd, Allg. Unsen Herrgott hät der Verrieder (Verräter) gehass Köln-Stdt. De Lü hate mech, sät Ülespegel; waröm? Ech mak et dernoə Nfrk, Schleid; de Mensse h. mej, säj de Voss (Fuchs), et hät wäll sen Reije (Grund) Geld-Schravelen; de Düvel sät: se h. mech, mar he wet ok, waröm Geld-Leuth. Wemme de Wohrend sät, da wird me gehasst May-Trimbs. Die sich net hate, dohn sich den en den angere (andern) gape veranlassen einander zum Gähnen Heinsb-Höngen. De Fresser h. sich, on de Söffer leve sich Schleid, Monsch, Rees. — 2. etwas h. (seltener einen h.) a. scheuen, verabscheuen, unangenehm empfinden, ungern sehen, nicht ausstehen können; dies die eigentl. mdl. Bed. Allg.; wenn de Vigel esu freih (früh) fortzeihen, dat soll mer h., da get et freih Wenter Bernk-Neumag, Allg.; dat h. ech (ech kann et h.), wenn de Löck (Leute) gar esu ärg fröndlech dohn; ener soll et h., wann su jet en der Familig fürküt; de rut Flecke em Gesech (als Vorboten der Krankheit), die hass mer Rip, Allg.; eich h. neist mih, wie dat enen sich beim Schaffen knecht (kniet) Bitb, Allg. RA.: En hasst et wie de Bock et Measser Trier-Mehring, — de Pestilenz Sieg, — de Düvel Rip, Allg., — et Feier (Feuer) Bitb, Allg., — Brand Goar-Weiler.

[Bd. 3, Sp. 297]
Ech h. et Wasser en de Schohn (Schuhen), villmih em Mage sagt der Weintrinker Köln. En Weit (Mädchen), dat sech an et Für gebrand hät, deht et h. Klev, Rees. Wat mer op der ener Platz (on dem änen) hasst, dat find mer op der anerer (on dem annern) Bitb, Trier. Et gaht, be me sät: der Jud hasst neist mih as en bise Noper (Nachbar) May-Trimbs. Mer hass et Gemömmel (Gerücht), sät de Jödd Sieg. Dat h. de Jödde, wenn sich ener de Schinne (Schienbein) ströf (sträuft, abstösst) Sieg-ODollend. Dat h. de Jüdde, wann inne de Steck fällt nicht wegen der Vorbedeutung schlechten Geschäftes, sondern dat se de Steck widder oprafe mösse Bergh-Hüchelhv. Do h. et de Jödde! gesagt, wenn jmd. mir auf die Zehen tritt Sieg. — b. bedauern; ich h. et mih wie zevill, dat ich dem do op ene Foss getrodde han ihn beleidigt habe; ich h. et vom Deuvel eweg, dat ich de Puərsch net glich öm de Höərner (Hörner) schlog; ech h. et ärg, dat dat mir passiert es Rip, Allg. — Abl.: die Hasserei, dat Gehass.

 PfWB  LothWB ver-hasst Allg. Part.: v. sein wie nhd.; mach dech net v.! etwa durch deine Redensarten. RA.: Heə es v. wie kuə (böse, falsche) Busche (Geldmünze) allgemein verachtet Aach-Stdt, — kodd Geld Köln-Stdt, — e Perdcheskastemännche ebd., — et Füre (Feuer) Eup.

hassig -a- Neuw-NMühlen Adj.: happig, alles für sich verlangend.

ge-hässig Adj.: 1. wie nhd.; wie kammer nore so g. sen! Saarbr, Allg. (auch Gehässigket) RA.: G. wie Katz on Hond Neuw-Harschb. — 2. einer Sache, einer Person g. sein, leidenschaftlich darauf versessen, erpicht, verliebt sein; de Jung as de Kirschten (Kirschen) ebbes g.; en as dem Framensch ganz g.; de Krankhet as em g. er ist empfänglich für diese Kr. Bitb-Dudeld, Daun-Strohn, Koch-Weiler.

 PfWB  ElsWB  LothWB häss-lich Adj.: nach dem Nhd., aber kaum gebräuchl., dafür eklig, fies, wös (wüst), schro Rip, Allg.; dat as en h. Sach Bitb-Mettend; so h., dat hen rappelt Malm-Weywertz; h. wie en Elster Grevbr-Kapellen; de Hongk (Hund) es van Hässlichkeit schöan Elbf.
 
 
hass has Siegld-Afholderb, MülhRh-Rösr, Sol-Höhschd (u. -ę-), Lennep-Dhünn; -ę- Bitb, Prüm, Barm, Mettm, Dinsl, Rees, Neuss-Büderich; hasā Prüm-Stadtkyll: Hetzruf an den Hund; h., krig en; h., kiss, kiss!

hässen -ęs- schw.: 1. Hunde, Menschen opənen (aufeinander) (gen enen) h. hetzen Bitb, Prüm, Dinsl, Rees. — 2. stechen, wenn im Kartensp. bei der Entscheidung zwei oder mehrere Spieler gleich stehen Birkf-Idar.

Hass-sau hasau Wend-Reichw f.: die Sau beim Sausp.; die H. dreiwe.
 
 
Hässe hs u. hęŋs Siegld-Obersd 1845; jetzt hsə f.: Brautschmuck.

[Bd. 3, Sp. 298]

hässen ebd. schw.: 1. die Braut h., schmücken. — 2. Brautleuten, die zur Trauung gehen, vermittelst eines Strickes oder einer Stange den Weg versperren, um einen Zoll zu bekommen.

ver- hässen: -hsə etwas zum Trocknen in die Luft hängen Siegld 1845; verhässt halbtrocken Siegld-Kromb.
 
 
Hassel I -ās-, Pl. -əln Bernk-Lieser f.: der Fisch Bitterling.
 
 
 NRhWB Hassel II -as- Prüm-Steffeln, Rheinb-Schönau Sg. t. m.: Grauwackenschiefer; verbreiteter die Zs.

Hassel-bodem has- Prüm-Balesf, Aden, Schleid, Rheinb; hā- Bitb-Dudeld m.: Art des Bodens im Gebiet der Grauwacke. Hassel-stein ha- Schleid, Ahrw m.: Grauwackenschiefer.

hassig -ās- Bitb-Dudeld Adj.: h.ə Bodem mit Grauwacke.
 
 
Hasselter hasəltər Eup Sg. t. m.: Branntwein aus Hasselt.

hassen s. Hass; hässen I = hetzen s. häss; hässen II = laufen s. hächsen.
 
 
hasserant  Kobl-Stdt Adj.: kräftig, grob, energisch eingreifend; s. asserant.
 
 
hasses -as-  Rip, Erk Interj.: des Erstaunens, Bedauerns; h. nouch! h., wat en Dier, — wie huh! Rip, Allg.; h., Kenger, hölp on noch emol! Erk-Bellinghv. — S. auch hösses, jasses, jösses.

hassetieren s. hasardieren; Hasswasselei = Wirrwar s. Harrewarr.
 
 
Hassinger Kreuzn m.: Personenn., in der RA.: Es geht em wie's H.s Seichen (Sau); wie's neischt meh hott, is's freckt.