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Rheinisches Wörterbuch 
 
Hasel bis haselieren (Bd. 3, Sp. 289 bis 292)
 
  NRhWB Hasel nicht allg., dafür Abl.; Rhfrk hęsələ [-a- Kreuzn-Münster, Ottw-Neunk; -- Birkf; -i- Wend-Föhren Berglangenb Linden Ausw, Goar-Bickenb, Neuw-Heimb Weis; -ī- n. des Soonw in Simm, Zell (Hunsr), Goar; -ęts- Goar-Morshsn]; Koch -ā:z-; May -·ă.z-; Kobl, Westerw, Siegld (-s-), Waldbr, Gummb, Sieg-Scheiderhöhe Kaldauen Rott (-lər), Wippf-Ohl, Sol-Herschd, Bergh-Horrem -ęz-, –-, –ēə-, nur Pl. (eigentl. das Adj.); der Sg. nur ganz vereinzelt hazəl Malm-Vith, Monsch, uWupp, Elbf, Wermelsk; -ę- Kreuzn-Heddesh, Altk-Flammersf, Altk-Schürdt Hellert; -ēə- Waldbr; -- Trier-Mehring; -ęis- Eup-Raeren; Pl. -ələ, –əln [sonst Zs. mit dem Adj. häselen Struch usf. oder Häselter (s. d.) f.: Haselstrauch, –gerte; die Häsele hänke em Herbscht strack voll Ness Ottw, Allg.; de Herbst wian de Hesele gestreppt, wenn et nur e poar Ness get Westerw, Allg.

Hasel-baum hzələbōm Trier-Mehring m.: -strauch, –staude. Hasel-busch hęsələbu Wend; hsəl- Trier; hęsəlnbø Remschd m.: -strauch. Hasel-döpp hazəldpə Lennep-Hückeswg Pl.: mehrere H.nüsse an einem Stiel. Hasel-fett hazələnfęt uWupp n.: scherzh. –rute zum Schlagen; enen met H. schmeren. PfWB  ElsWB Hasel-gerte hsəlgęrdə Siegld f.: wie nhd.; zum Binden der Schanzen. Hasel-glück hazəljløk Sieg-Lohmar n.: -döpp. PfWB Hasel-hecke hasəlhęk, –hk Saarbr-Dudw Heusw Sulzb, Schleid-Kirchseiffen, Rheinb-Wald; hęzəl- Koch-Bertrich Clotten Eller Lutzerath Urschmitt; sonst hazələ(n)- Malm-Amel; -ę-, –ē-, –ī- Rhfrk, Mos, Eif bis Ahr (nicht WEif, nur Prüm-KlLangenf Leidenborn) f.: wie nhd. Hecke Häns-che hat henner hirem Haus hunnert H.ə Sprechübung Daun-Strotzbusch. Hasel-holz hsəl- Siegld; h:zə- Ahrw-Sinzig; hęzələ- Koch-Lutzerath n.: wie nhd. Hasel-huhn (s. S.) wie nhd. lautend; hazən- Sieg-ODollend n.: wie nhd. Hasel-klöbbchen hazəlklpχər MülhRh-Bensbg n.: -döpp. Hasel-lappen hā:zəlabən Koch; -lapərχər Aden-Nohn; -lpə Prüm-KlLangenf Pl.: Blütenkätzchen der H.nussstaude. PfWB  ElsWB Hasel-maus hasəl- Saarbr-Sulzb, Monsch-Rohren; -- Trier; -- Altk-Herdrf, Goar-Boppard, May-Saffig; hęsələ-, –:- Kobl, Koch; -lər- May-Kehrig f.: wie nhd. RA.: Läft viel erum de H., bleibt Schnee un Eis noch lang aus Saarbr-Guiding. NRhWB  PfWB  ElsWB Hasel-nuss (s. S.) hazəl-, –ā-, –ā:- Allg.; -- Bernk-Lösnich, Wittl-Neuerbg, Trier-Stdt, Saarbg-Fellerich, May-NMendig Polch; -ę- Kreuzn-Oberhsn, Ottw-Aschb, Saarl [hęzər-,

[Bd. 3, Sp. 290]
hęzələr- Roden]; -e- Merz, Saarbg; -ę- Bernk-Dhron, May-Kehrig, Sieg-Honnef, Waldbr-Eckenhg, Gummb-Lautenb (-īə-), MGladb-Viersen, Kref-Linn, Mörs-Friemersh Hombg; -ēă-, –īə- Bitb; -(ə)- Siegld; -ī- Simm-Schlierschd, Bernk-Rhaunen, Saarbg-Perl; hāzələ-, –ā:- Kreuzn-Bretzenh, MülhRh-BGladb, Dür-Gürzenich, Aach-Breinich; -ās- Eup; -s- Birkf-Herrst; im Rip, Nfrk aber durchweg hazə-, –ā:-, –ā- [-ę- MGladb-Viersen, Kemp-Breyell Dülken Süchteln, Geld-Hinsbeck, Mörs-Bergh Ostrum; -ǫ- Klev-Donsbrüggen Wyler; hasə- MülhRuhr]; aber auch Rhfrk, Mosfrk hier u. da, hāsə-, –ā:z- Kreuzn-Kirn Monzing Weiler, Goar-Hirzenach, Wittl-Salmrohr, Kobl-Neuend; -s-, –:z- Kreuzn-Dörreb Weiler Winterb, Saarbg-Onsd, Trier-Mertesd; -- Saarbg-Faha, Koch-Greimersbg, May-Bell, Aden-Engeln; -ǫs-, –ǫz- Goar-Gondershsn Salzig, Koch-Poltersd Ulmen Bremm, Aden-Kelbg; -ū·ə.- Saarbg-Köllig; -- Trier-Heidenbg, Bitb-Speicher (-ō-); hūəzər- Saarl-OEsch; dazu einige Entstellungen: hā:də- Sieg-Rheidt, Bo-Roisd; has- Geilk-Grotenr; azə- Geilk-Gangelt, Heinsb-Breberen Höngen Millen Schalbr Saeffeln f.: 1. wie nhd. Allg.; de H.nött fosse (fuchsen) werden braun Geld, Rees. RA.: Gesond as en H. Duisb. En H. möt em gouden Ker, o, wei hun eich dei sou ger! Saarbg-Schoden. Dor tappe se H.nötte dör den Trechter da gibt es nicht viel; man wird mit leeren Komplimenten abgespeist Klev, Rees. Wenn et op Margritendag rent (regnet), werden de H. wurmig, ful; et Grit hät op de H. geseck Rip, Allg. Was haben wir gekocht? Antw.: H.nöt met Katzefleisch Wesel. — Rätsel. Hückske sot om Strückske, het e wölle (grön) Waimsken an; wat üs dat? MülhRuhr, Grevbr-Hochneuk. Ek gong ens dörch en Strötschen (Strasse), do sohch ek en Kamerödschen, dem streppten ek et Böcksken (Hose) ut on leckten em et Arschlok ut NBerg, — un ot (ass), wat dronder sot, herut Mörs-Rayen. — Kinderld. Hajo, bumbausen, mor gimmer (gehen wir) no Klausen (Wallfahrtsort), da kumme mer durch de Birkebesch, da plecke mer e Schiss-chen (Schöss-chen) voll H.ness, de H. ho Keren, om Himel hinken de Steren usf. Bitb-Speicher, Mosfrk verbr., — on plöck e Körfche H.nöss, de Jonge solle se krache, de Mädche sollen es lache Bergh-Blatzh. Wall en den depen Sife (Schlucht), wo de H.nöss rife, wo meng Moder Wengele (Windeln) wischt aus einem Kinderld. Sülzt. Jöddere, j., Perdje, no Köllen um ein Örtje (Pfennig), no Oken (Aachen) um ein Assenot; mörge is os Kindje grot Heinsb-Millen. — Aus H. macht man eine Mihl (Mühle) oder eine Darr (Rassel), indem man die Nuss entkernt, mit drei Löchern versieht, durch die man einen Rundstab mit einem Faden durchführt; am unteren Ende sticht ein Apfel; durch Ziehen am Faden dreht sich der Rundstab mit

[Bd. 3, Sp. 291]
dem als Schwungrad dienenden Apfel Mos, Verbr. — Volksgl. Eine H. mit doppeltem Kern, von einer jungen Frau geöffnet, kündigt ihr Zwillinge an Saarbr-Guiding. — 2. übertr. hāzəlnȳət, drei för ene Grosche Kopfnüsse, Schläge auf den Kopf Kref. — Statt der Zs. mit Hasel-, sind beliebter die Zs. mit H.noss-, z. B. H.nossblatt, –bom, –heck, –kätzcher (-blüten), -koppel (mehrere Nüsse an einem Stiel), -stock, –stecken, –staude.  PfWB Hasel-pusch hasəlpu (Pl. -pe) Saarbr-Camphsn; hēsələ- Goar-Salzig Boppard; -i- Goar-Braunshorn; hisələput Wend-Berschw m.: -staude. PfWB  ElsWB Hasel-rute hęzəlro·u.t Saarbg-Schoden; -rō:t Neuw-Rodenb; hazəlrō:t Malm-Vith f.: wie nhd., sonst durch Adj. hęzələ(n) rō:t, ju, rīs. — Ein Bündel H., vors Fenster gehängt, schützt vor Blitz Koch. Die beste Rute zum Züchtigen ist eine H., auf der die Nachtigall viermal geflötet hat Ess; en H., dei ös gout, dat wöll eich der son, fir de Könner ze schlohn Saarbg-Schoden. Eine gegabelte H., vor Sonnenaufgang bei Vollmond, rücklings sie greifend, in drei Schnitten geschnitten, hebt die Schätze, wenn man mit ihr die betreffende Stelle im Namen die hl. Dreifaltigkeit schlägt; Wünschelrute Allg.; schneidet man den einjährigen Schössling am Johannistage (Ostersonntag) vor Sonnenaufgang, zu der Staude rückwärts mit nach Osten gewandtem Gesicht schreitend, so kann man damit hexen, z. B. jmd. damit prügeln, auch wenn er weit entfernt ist; man braucht nur auf einen Rock desjenigen zu schlagen, der die Prügel haben soll, u. dieser fühlt den Schmerz Schleid-Wollenbg, Merz, WEif; Hexen konnte man dadurch prügeln, dass man siedende Milch mit H. peitschte Monsch-Rollesbr. Hasel-staude hīsəl- Simm-Argenth; -- Birkf-Kirschw, Saarl-Schwalb; sonst adj. -ələ f.: wie nhd. PfWB Hasel-stecken hāsəl- Saarbr-Sulzb m.: wie nhd. PfWB Hasel-stock hāsəl- Ottw-Merchw m.: wie nhd. PfWB Hasel-strauch (s. S.) hazəl- Sieg-Sieglar, Bergh-Elsd, Erk; -a- u. -ę- Koch-Laub; -ę- Neuw; -- Altk-Birken NFischb m.: wie nhd. Hasel-strunk hęsəl- Zell-Merl m.: dass. Hasel-truff hāzən- Dinsl m.: mehrere H.nüsse an einem Stiele.

haseln -s-, –ē-, –z- Rhfrk, Koch, Kobl, May, Altk, Siegld, MülhRh [-ī- Simm, Goar, Zell (Hunsr)]; -az, –ā:- Monsch, Eup, Aach, Dür; -ę- Sieg, Bergh Adj.: zur H.nussstaude gehörig, z. B. en h. Stock (Staf, Stecken, Gusch, Holz, Schanz, Ris usf.); en h. Struch (Staud, Heck udgl.) Allg.; en h. Gottwals (walte es) Koch-Leienk, Rip; immer betont .

häseln schw.: 1. --, einen h., mit der Rute schlagen Bernk-Dhron; -ēă- einen bändigen Bitb-Geichl. — 2. -ēă(r)z-, –ēz-, sich h., sich fügen, endlich folgen, sich artig benehmen Bitb-Geichl NWeis Röhl; -- Wittl; ein Kind, ein junges Zugtier well sech net h. lossen; et häselt sich gut; well (jetzt) häsel dich awwer!

[Bd. 3, Sp. 292]

Haselter hazəltə(r), –də(r) Dür, Jül, Aach; -e-, –ę-, –-, –ēă- Saar von Saarl an, Mos bis Zell-Alf [-ə- Trier-Geizenbg; hsəndər Trier-OEmmel], WEif, Sieg, MülhRh, Wippf, Waldbr, Gummb, Grevbr, Neuss, MGladb, Geilk [asəldər, - Geilk-Gangelt; ę- Geilk, Heinsb hier u. da]; hęzəltə MülhRuhr, Gummb; hęzəldə(n) Mörs-Neuk m.: Haselnussstrauch, –stock; ech han ene gode H. parat H.gerte zum Prügeln Grevbr, Allg. — Gewöhnl. in der Zs. oder als Adj., z. B. en H.stock (Gert, Gusch, Holz, Heck, Noss, Kätzchen udgl.)  oder ; en h. Dricko dicker Stock Saar; h. Hoor Flachshaare Merz-Bergen; h. Johrlabbe dicker Knüttel Zell-Burg. — Rätsel. En Hässelte sühs de mit twe Augen un kik sche (dich) an mit dausend Augen MülhRuhr.
 
 
 NRhWB  PfWB haselieren hasəlī:rə(n), –lē:r-, haz-  Birkf (u. hasənērə), Saarbr, Mos, Wittl, Bitb, Prüm, Aden, Rip, NBerg, SNfrk bis Geld, Mörs, Dinsl schw.: 1. zanken, streiten, necken, quälen, doch ohne geradezu feindliche Gesinnung Saarbr, Prüm-Mürlenb 1860, Wittl-OKail (besoff un greilich haseliert), Elbf, Geilk-Düren; aus Unzufriedenheit Lärm machen Prüm-Steffeln. — 2. mit Unruhe u. vielem Geräusch hin- u. herhantieren, wirtschaften; mit den Händen eifrig gestikulieren; mit vielen Gesten, laut u. eindringlich (verworren) reden; sich lärmend bewegen, unterhalten, lärmvoll arbeiten Rip, Nfrk; se han de ganze Dag eröm haseliert un han doch nüs gedoh krege Rip, Allg. — Prahlen, gross tun Sieg-Ägid; phantasieren Dinsl-Sterkr; unsorgfältig mit einer Sache umgehen Eusk; gemütlich hausen Grevbr-Wickr; Kurzweil treiben Geld; eilig, flott sein u. arbeiten Kref; planlos herumgehen Bo. — 3. schwärmen, auf rohe Weise brüllen, toben wie bei der Kirmes, ausschweifend sein, verschwenden Allg. — Abl.: die Haseliererei, dat Gehaseliersch, der Haselierer.