| NRhWB hart überall unflekt. mit Kürze des Vokals hart, meist hat [hęrt südl. einschl. Saarl-Hostenb Schaffhsn nach Saarbr hinein, dann innerh. einschl. Saarl-Ittersd Düren Kerling Leiding u. innerh. einschl. Ottw-Eidenborn, Saarl-Körprich Piesb Diefflen Saarwelling Elm Sprengen (nach O. in Ottw hinein); in Merz, Saarbg bis einschl. Saarl-Biring Merz-Harling Menning Haustdt Honzr Erbring Hargart Oppen hat; n. davon bis ausschl. Saarbg-Büding Weiler Nohn Orscholz, einschl. Merz-Saarhölzb Bergen Scheiden -ǫ-; w. einschl. Saarbg-Eft Hellend OLeuken Collenleuken Kelsen Cahren -ə-, das auch (-ə-, –ă-, –ōă-) in Bitb, Wittl, SWDaun gilt, doch hier jünger -a-; Koch-Hambuch Urschmitt -ę-; Neuw-Steinb -ǫ-]; flekt. -də(n); Komparat. hęrdər, –ę·r.d-, –ęd-, Superl. hęrtst, –ę·r.t-, –ęt- [doch Rip, Berg, SNfrk flekt. hā:rdə, –ā-; Komparat. hā:rdər, –ā-, seltener --, –:-, –ēə- [-ęd- MGladb], Superl. hā:rtstə u. hatstə, seltener -:-, –ę-; Klevld flekt. ha(r)də, Komparat. ha(r)dər, –ę-, Superl. ha(r)tstə, harstə] [Eup, Selfk hat das Wort nicht, dafür hęlə; Aach hl; im SNfrk konkurriert stark hęl] Adj.: I. Adj. 1. von leblosen Gegenständen, ganz wie nhd., Gegens. ‘weich’; verstärkt knochen-, klenken-, steinh. Allg.; su h. wie ene Knochen, — enen Sten Allg., — ene Kei (Kiesel) SNfrk, — en Knippel Goar, — en Koascht (Kruste) Allg., — e Wack(en) Rhfrk, Mosfrk, — Eisen (Stohl) Mosfrk, Allg., — Gold May-Allenz, — en Denn (Tenne) Allg., — en Schürendenn Allg., — Schürdäl Klevld, — en Schürgedenn Waldbr, — en Däl (Tenne) Klev, — en Dorsdäl (Dresch-) Klev, — Horn uWupp, — Kristall Ottw, — ene Perdsstert (-sterz) Kref. RA.: Twe (2) h.ə Stən male selde gut Mehl (sellen ren (klen), neit klein, schlecht) Nfrk, Allg. Stein sind överall h. Sol. Was haben wir gekocht? Antw.: Dreck un klän Stän, h. un weich beienanner Merz-Brotd. Hor (Haare) su h. wie Strüh Grevbr. Je alder der Bock, je h.ər et Hor (Horn, Fell) Hunsr, Allg. Bei den Sägen unterscheidet man ganz h.ə ganz gehärtet u. en den Tängen (Zähnen) h. NBerg. — Fleisch so h. wie Suhllere (Sohlleder) Hunsr, — Lappledder Rip, Allg., — Leder [Bd. 3, Sp. 270]
Allg.; dat Brut os esu h., mer könnt dermot mure (mauern) Schleid-Hellenth. H. Br. eas gesond May (s. weiter bei Brot). Den Weck es so h. wie senter Klos sin Kont (Gesäss) Klev. Je h.ər et Speck, je leckerer de Wuərsch Kref-Ürding. — En h. Ei hart gekocht Allg.; h.ə Bohnen Mittagsessen aus grünen B. Saarbr-Rentrich; h.ə Käs Faustkäse NBerg, Hunsr, kleine Malve, malva neglecta Hunsr; je aler (älter) de Noss, je harder de Schal von alten Leuten gesagt Eusk; h. Wasser kalkhaltig Allg.; der Wein es h., man nennt ihn h.ər Knochen Allg., — Borsch Kreuzn; de Drauwen fäwwen sich, se hon de h.ə Wein Bernk-Cues. — En h.ən Daler um den Wert hervorzuheben; dat kos mech en h.ən D., — meng h. Geld Rip, Allg. — Dat Feld lit noch em H.ə ist noch unbebaut; auch lit h. Neuss, Kref. — Mehr bildl., zu I 3 b überleitend; dat as fir den en h. Noss; den hot noch en h. N. ze krache eine schwere Aufgabe Eif, Allg.; dat ös äver en h.ə Knoche für den dass. Sieg-Ägid; dat es öm ne h.ə Knodd (Knoten) Rip; et geht dur h. Bäng (Bände) Sol, NBerg; den hot un em h.ən En (Ende) ze halen er hat es schwer Bitb; he hät et wir am h.ən Eng gepackt Sol. RA.: Honger es en h. Schwert Jül-Linnich. En h. Lus (Laus) es em üver de Lever gekroffe er ist sehr missstimmt Köln. — 2. von lebenden Wesen, bes. Menschen. a. phys.; beim Arbeiten git et h. Hänn; beim Prügeln git et h. Köpp Rip, Allg. RA.: E h. (knochiges) Wif on ne kalde Herd donnt niəmes got MGladb-Rheind. — b. ne h.ə Jong stark, stämmig, etwa 14—15 Jahre alt; auch spöttisch halbreifer Bursche, angehender Herr Sol, uWupp. — c. bildl. zu d überleitend; en h. Natur han unverwüstlich, kernig Allg.; das es e h. Kneis-che (Knäppche) widerstandsfähiger Mensch Saarbr; en h.ən Kopp han schwer begreifen, unempfindlich sein, nicht leicht nachgeben Allg.; je aler de Kapp, desde h.ər de Ster (Stirne) unnachgiebiger Bitb-Kyllbgw; sich den h.ə K. noch arennen (ein-) Bitb, Allg.; er es h. furm K. begreift schlecht Altk-NFischb; he es h. förm Arsch hartherzig Elbf. — d. geistig u. moralisch, unempfindlich, nicht weichlich. α. gegen sich selbst; ne h. Bursch abgehärtet; he es h. gegen sech selver bezähmt sich Rip, Allg. — He es ne H.ə, ne h.ə Knoək (Knochen) streng katholisch NBerg. — β. gegen andere, hartherzig, unfreundlich, barsch [in Sieg-Ägid h:t neben hat] Allg.; du moss net su h. gent (gegen) de Jong sen; en Herz su h. wie Sten han; de es noch h.ər wie der Düvel Rip, Allg.; ne h.ə Sure (Saurer) geiziger u. unfreundlicher Mensch Bergh-Blatzh. RA.: Märten es enen h.ən Mann unnachgiebig, da er die Pacht verlangt Mörs. — 3. von Handlungen, Worten, Zuständen. a. phys. α. en h.ə Fall, Stuss (Stoss), Schlag udgl. Allg.; e h.ər Schlof fester Schlaf Saarbr; h. ist der Lauf eines Schiffes, wenn er schnell ist; ein Schleppstrang [Bd. 3, Sp. 271]
kommt h. an, wenn er sich so strafft, dass er aufschlagend aus dem Wasser kommt Rheinschiff. RA.: Je höhger den Baum, je h.ər de Fall Mörs, Allg. — β. laut; en h. Stemm han; ene h.ə Schrei (Kresch) dohn Rip, Allg.; den hot esun h. Stemm wie e Morder Wittl. — b. schwer, mühsam, schmerzlich; ene h.ə Dens (Dienst), en h. Strof (Strafe) udgl.; en h. Zeck (Zeit) durchmache Rip, Allg.; en h.ən Firowend han noch vorher schwer arbeiten müssen Gummb; en hot neist mih wie en h. Leawen, ewie en Schweng (Schwein) Bitb; en h.ə Fall (Schlag) Trauerfall Allg.; h. Wedder kalt Sol; ene h.ə Wenter (Frost) Allg.; enen h.ə Knodde schwere Aufgabe Rip; ebbes H.əs schwer Ausführbares, Schmerzhaftes, Leid, kaum Glaubliches Prüm-Mürlenb 1860; dat es arg h. für de Löck (Leute) beschwerlich, bedauerlich Rip, Allg. RA.: Dat ös h., sät den Bock, do soll hej lammen Mörs. — Unfreundlich; do es ken h. Wort gefalle kein Schimpfen; he kann em ken h. W. sage; en h. Antwort dem Redenden schwer fallend (auch en h. Frog schwer zu beantworten) u. en h. A. gen barsch, abweisend [Sieg-Ägid h:t neben -ā:-] Rip, Allg. — II. präd. Adv. [für alle adv. Bed. steht im hell-Geb. nur hell] 1. phys. a. et es h. gefrore; en h. gekoch Ei; ze h. gesalze (gepeffert) udgl. Rip, Allg. RA.: Be leit en Kaz of der Mauer? Antw.: h. Koch-Urschmitt. Halt ow h.! gesund Mörs. — Sech h. mache sich kugel-, hieb-, stichfest, unverbrennlich m. durch Zauberei Allg. (veralt.). — b. laut; et geht net schin, äwer h. vom Gesang Daun, Allg. — c. schwer, mühsam; et (de Arbet, et Bezahle) hat mer h. gehalde SNfrk, Allg.; et fällt em h.; et deht em arg h.; et geht em h. op (an); et geht h. op h. Rip, Allg.; dat geht dech ok de h. op Kemp; et küt em h. an; et geht em h. her schlecht; er wird es kaum erreichen Merz, Saarbr; de hät et h. Allg.; se (die Frau) hät et h. geholt eine schwere Geburt Rip; we et sech h. mät, de hät et h. Rip, Allg. RA.: H. op h. geiht nit, — deiht niemols got Köln-Stdt. Dat geiht mer h. op! Antw.: Dann muss mer et höərsch (leise) zodunn ebd. — III. reines Adv. 1. phys. a. ech gohn su h. en den Schohn; op dem Bett schlöf mer su h.; ech han h. gesesse (gelege) Rip, Allg. — Fest dagegen; he ös h. gefalle; du häs en vill z. h. geschlage (gehaue), — gestusse; h. drophaue, — däue Rip, Allg.; h. oftabbe auftreten Saarbr, Allg.; de geht emol h. drop zou er ist gut zu Fuss Merz-Saarhölzb. RA.: Je mih mer den Esel bitt (bittet), desto h.ər hen tritt Prüm. Der trett eso h. wie e Gäss (Ziege) Wend, Saarbr, Ottw. H. op dorst (drischt) gut Klev. — b. laut [verstärkt laudenh. Daun-Neroth 1860]; h. schwätze, rofe, schreie, krische, senge; schrei noch h.ər; wer kann am h.ste logge (lauten)? udgl. Rip, Allg. [in diesem geschlossenen Geb. gibt es im Süd. nach dem Sprachatlas einige Inseln mit laut, u. zwar [Bd. 3, Sp. 272]
Saarbr-Bischmish, zwischen Köllental u. Primstal in Hülsw Schwarzenholz Illing Uchtelfang, in Wend-Steinb Münchwies Wellesw, fast ganz Birkf, das Rheintal von Bingen bis Kobl, Nahetal von Bingen bis Kreuzn, dann weiter Glan aufwärts, um Bernk u. Trarb, Lötzbeuren Raversbeuren; dann steht neben h. zwischen Aden u. May vielfach dicht u. SNfrk, NWRip hell (s. d.); s. Wk. laut nach dem Sprachatlas]. RA.: Der sengt net schin, awer h. Westerw, Allg.; dat es en Verein apart, dat sengt nit nett, awer h. Elbf; er sengt so h. wie en Knochen Neuw-NBieber Birkf, uWupp; schrei so h., wie de mar konns SNfrk, Allg.; ech kann doch schänge (schimpfen), so h. ech well Düss, Allg.; he schwätzt so h., als wenn en un er Mill (Mühle) jungk gewes wär Daun; he lachten so h. wie dattig (30) NBerg; ech hammech h. genog gebett laut u. inbrünstig genug Rip, Allg.; sa's net se h.! zu laut, so fest bestimmt Saarbr, Allg.; der denkt h. spricht für sich Saarbg, Allg. H. gesat (gesagt), h. gedohn! was laut gesagt wird, muss auch schnell u. kräftig getan werden, Schifferregel Kobl-SSebastian. Je h.ər (lauter, ärger) gekrete, je ehr vergeəte vom übertriebenen Wehklagen beim Tode eines Gatten Kref, Mörs, Ess. Der kann höəsch on h. leise u. laut; er ändert jeweilig seine Gesinnung; et es besser höəsch heren on h. erus ze gohn als wie h. heren on höəsch erus man muss still sein Ziel zu erreichen suchen Rip. — Enen h. agohn grob anfahren Aden-Siebenb. — c. schwer, mühsam; h. arbeden (schaffen, wirken, schuften, dran mossen udgl.); h. trecken (ziehen) mossen; der Berg geht h. an; et geht h. op es glückt eben udgl. Rip, Allg.; dau gähscht henne ganz h. hebst das rechte Bein zu hoch Ottw-Bub; h. hire schwerhörig sein Mosfrk, Rip; de Koh lisst (lässt) sich h. streichen schwer melken Wittl-Spangdahlem. RA.: Die Mensse, de et h.ste ärbeije, die wohne in die kleinste Hüskes Rees. Van't h. Ärbeije gonn de beste Perd kapot Geld. — d. sehr, zu sehr, übermässig. RA.: Besser h. geblose, als de Mul verbrannt Nfrk, Rip. — Im übrigen beschränkt sich dieser Gebrauch von h. bei Verben auf das SNfrk, Klevld (aber auch Rip seltener möglich), z. B. et es h. am regenen; den Ove brand h.; h. lope (fahre); dat Perd kann h. (schnell) goəhn; wu h.ər enen löpt, öm so ehder strukelt he on fällt; do liep e su h., äs e mär em Balg koun; de's h. an den Drönk er trinkt gern und stark; me mutt der Boəge net te h. spanne. — Bei Adj. ist der Gebrauch Rip, NBerg, SNfrk allg., z. B. et es lech h. ze vill übermässig viel; dat es h. winnig; et Mädche es jet h. jongk für de Mann; et es h. lang, kurt, gruss (genog); ech sen h. bang ein Unglück tritt mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Rip, Allg.; de es h. blau (katollesch) strenggläubig NBerg; de os h. bestat steht unter dem Pantoffel Schleid-Hellenth, — h. verhirot Köln-Sinthern, Grevbr-Hemmerden. — e. dicht [Bd. 3, Sp. 273]
dran, nahebei, beinahe; h. bei dem Dorf; h. am Grave derlangs; h. dran verbei; h. derneve; h. hengerm Dörp; et wor h. am Arn (Ernte); he es h. am Eng (Ende); h. derwider Rip, Allg.; he os h. an de Vierzig beinahe 40 Jahre alt Schleid, Allg.; harrs no gleich nach Eup. Hart-apfel -ap- Simm-Riegenr, Trier-Paschel, Geld-Walbeck m.: A.sorte. hart-bäuchig -eiχ- Bitb Adj.: dickleibig. Hart-baum (s. S.) m.: 1. Feldahorn, acer campestre Hunsr, Koch, Daun. — 2. geler H. Kreuzdorn, rhamnus frangula Hunsr. — 3. Hartriegel, cornus sanguinea Elbf-Beyenbg. Hart-birne -bīr Goar-Salzig Weiler Werlau, Bernk-Allenb f.: 1. B.sorte, eine kleine, harte B., zum Trocknen u. zur Birnenweinbereitung verwandt. — 2. übertr. Weilerer H. Neckn. derer von Goar-Weiler. Hart-buche -bō:k, –:- Kref, Kemp, Geld f.: gemeine Hain-, Weissbuche, carpinus betulus. hart-büchen -b:kə ebd. Adj.: 1. hainbuchen. — 2. übertr. halsstarrig; ene dreihöərige H. Hart-däs-chen -dęskə Geld-Schravelen n.: eine kleine, rote, etwas rauhe Apfelsorte, so hart, dass sie sich vorerst nicht beissen liess, erst im Frühjahr geniessbar (Däs Pferdebremse). Hart-ding = Drüsengeschwulst s. Hagel. Hart-dorn hǫtdōr Bitb-Betting m.: Hauhechel, ononis spinosa, auch H.n:l (-nadel). Hart-driss -e- MülhRh-Ensen m.: Stuhlverstopfung; den H. han (in derber Spr.). hart-drissig -e- Rip Adj.: 1. –leibig. RA.: H. wie ene Hongk (Hund); de lurt sech öm we en h.ən Hongk ängstlich Allg. — 2. übertr. geizig. Hart-esche - Heinsb-Rathm f.: Eberesche. Hart-frucht -frūt, –frūiχt uSaar, Trier, Bitb f.: Roggen, Weizen, Hafer, Wintergetreide. hart-früh hartsfrȳ Gummb Adv.: sehr fr. Hart-füsser -īs- Saarbr m.: Neckn. für die Bauern u. bes. die Bergleute aus dem Köllertale (H.fisserdal). Hart-gänger Eup m.: feuriges Pferd. hart-gebacken Part.: 1. im eigentl. Sinne Allg. — 2. übertr. a. geizig Elbf. — b. schmollend Waldbr-Wildbg. Hart-gewann uSaar, Trier, Bitb n.: Flur mit Wintergetreide. Hart-hacker -hakə, –hakər, hǫrthākəl, hrt- Klev f.: Hauhechel, ononis spinosa. PfWB ElsWB LothWB Hart-hengst -hęŋgt Nahe m.: Rebsorte, Orleaner. PfWB LothWB hart-herzig (s. S.) Allg. Adj.: nach dem Nhd. NRhWB PfWB Hart-heu (s. S.) Verbr. n.: Johanniskraut, hypericum perforatum. Hart-holz n.: 1. Feldahorn, acer campestre Koch-Kaisersesch, Bitb-NWeis, Aden-Kelbg. — 2. Hartriegel, cornus sanguinea Saarbg-Beurig, uWupp. — 3. Mehlbeerbaum Bitb-NWeis. PfWB LothWB hart-hörig (s. S.) Allg. Adj.: 1. schwerhörig. — 2. ungehorsam Allg.; h.ən Donner! Mörs-Neuk. Hart-klee -klēwər Geld-Schravelen Aengenesch m.: niederliegender Kl., trifolium procumbens; Hopfenluzerne, medicago lupulina. | |