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Rheinisches Wörterbuch 
 
Hammer IV bis Hammerwelle (Bd. 3, Sp. 182 bis 184)
 
  NRhWB Hammer IV -a-, im Geb. der Schärfung -a·m.-; doch Mosfrk -ǫ- (Saargeb.); -- (NSaarl); -u-, –ū- (uSaar, Trier-Mos), --, –ōă-, –ō- (Trier, Wittl (u. -ǫ-), Bitb, Bernk); -ǫ- (uMos), s. Hahn; dann -ā- Prüm, Malm, Monsch, Schleid, Aden; dies auch Neuw (nicht kurköln. Teil), Altk, Siegld, Berg, Ruhr, n. Ruhr, Klev bis südl. nach Geld-Weeze Capellen Schravelen, Kemp-Dülken, Mörs im Süd; das LRip von Rheinb, Eusk [hamər Eusk-Commern], Bo, Köln, Bergh, Dür, Jül, Aach hat ha·m.əl [Eup hā:mər]; daran anschliessend das SNfrk bis Geld-Niederd Nieukerk -ā-; Pl. -ęm-, –e-, –ę·m.- [--, –i-, –ī-, –ē- im Mosfrk (s. o.); -- (wo -ā- gilt); -ēə-, –īə- OBerg; hēəməl(ts) SNfrk; Klevld auch hāmərs, –ər]; Demin. -χə(n), –kə(n) (mit den Umlauten) m.: 1.a. wie nhd.; en isere, hölze(re)n, schwären, decken H. Rip, Allg.; de gläsere H. lihne Aprilscherz MüEif, MülhRh-Ensen, Aach. — Arten: Bank-, Für- (der grosse Zweihänder des Schmiedes), Hand-, Hütten-, Kisel-, Kipp-, Nägel-, Pinnen-, Reck-, Spitz-, Sten-, Tüdder-, Widd-, Zuschlagh.; Büschhei, Schlage (s. d. W.). — RA.: Gotts H. on Tang! Ausruf (veralt.) Elbf. Et Hetz (Herz) kloppte wie en H. Köln. De H. oggert (eutert) gesagt, wenn die Maurer zu Frühjahrsanfang von der Winterarbeit fortgehen, um das Handwerk wieder zu beginnen Prüm-Burb. Der Schmeds H. klengt wit Heinsb. Wenn mi Var dat kleine Hämelschen bruckt, sät der Jong, dann es et kapot oder et geht ball kapot Kref-Osterath. Stoəhl on H. han leistungsfähig (geschlechtl.) sein MGladb-Rheind; deə hat St. e genen H. Eup. Schmit H. on Tang ner! höre mit der Arbeit auf Mörs-Wallach; H. en T. dalege mit der Arbeit aufhören Eup; loss H. on Zang falle! Kobl; H. en Tang lije loəte von einer Sache plötzlich Abstand nehmen (müssen) Eup; do küt e möt H. on Zang erangeres (-gereist) mit seinem Handwerkszeug Rip; möt H. on Tang mit aller Gewalt Kref, Neuss; dem muss mer de Wört met H. un Zang erusholle Bergh-Bedbg. Den hat H. on Traufel falle losse er ist gestorben Prüm-Ihren; er hat alles im Stiche gelassen Trier-Mehring; H. on Tr. niderleə (-legen) aufhören zu arbeiten, um etwas anderes Dringenderes zu beginnen Merz-Mettlach. Trifft en de H. net, dann trifft en de Still der Unglück haben soll Goar-Alken. Mot seim H. es et en Jammer Bernk-Andel. Esu domm, dat mer ment (meint), e wär met dem H. gehaue Bo-Limperich. Onger de H. komme (brenge) versteigert werden Rip, Allg. De sett ärg onger den H. in der Klemme Geld-Hinsbeck. — H., den Bamel, den Beitel (Beissel) es los (dem B.

[Bd. 3, Sp. 183]
in de Fott)! wird gesungen, wenn Knaben sich die Hände reichen u. einen Kreis bilden, um einen Haufen aufgeschichteter Steine ziehen u. versuchen, durch Zerren einen Mitspielenden gegen den Steinturm zu drängen Mörs, Rees. — Hämmerle, Dämmerle, sind wir im Kämmerle, macht keins dem annern uf im Rätsel von der Baumnuss Kreuzn-Kirn 1800. — b. H.werk mit Wasserkraft Allg., bes. Berg; op dem H. Hammerwerk; nom H. gohn Hammerschmied sein Berg. — 2. übertr. a. sachl. α. hammerartiger Verschluss- oder Haltenagel mit einer oben wulstartigen Verdickung (Knopp), mit dem das Zugscheid (beim Einspänner der Kluəf, beim Zwei- u. Dreispänner et Wiərschholz) an den Hundspflug festgehalten wird Grevbr; dasselbe zur Befestigung der Wage, an der Sielscheiter hängen, beim Wagen Simm-Argenth, Dinsl-Hiesf. — β. Hämmerchen ganz dicke Schuhnägel Bitb-Betting Cruchten, May-Löf, Malm-Meyerode Mürring, Dür-Bürvenich. — γ. Hämmerches sechster Gang beim Fangsteinsp. Ahrw-Königsf. — δ. Hämmercher; dat sen so H. Schalkheiten, Torheiten, Lausbubenstreiche; er macht lauter H. Saarl-Roden. — b. persönl. höltere H. plumper Mensch Geld-Nieukerk.

Vor- hammer: der Zuschlaghammer der Schmiede Allg.

Hammer-achse -āsə Berg, Siegld f.: 1. A. des Wasserrades im H.werk. — 2. übertr. starker Mensch Elbf. Hammer-asche -ęə Berg f.: A. des H.werkes. Hammer-bäuchen -bęjχə Siegld (veralt.) n.: eine Art Schuppen, den jedes Gewerke als Eigentum besass. Hammer-beil (s. S.) Simm-Ebschd, Ottw, Dinsl-Sterkr n.: gewöhnliches B. mit Hammer. Hammer-gewerkschaft Siegld (veralt.) f.: die Vereinigung der Gewerke, die das ganze H.werk (Hauptgebäude, Wasserkraft, –rad) besassen (deshalb auch Hauptgewerkschaft geheissen); die im Werke befindl. Herde waren im Besitz von einzelnen oder mehreren Gewerken (Herdgewerkschaft). Hammer-hälft Berg [-əhę·l.əf Remschd] n.: -stiel aus Buchenholz, hinten mit einem eisernen Band versehen, auf das die Däuer der Achse stossen, zurückgeschlagen von einem im Boden eingelassenen Eisenstück; vorn steckt das H. in dem eisernen Hammer, der daran festgekeilt ist; das H. selbst ‘geht’ in einer Hülse von Eisen, das an den Seiten Nocken (Zapfen) hat, die im Patteisen stecken, welches auf jeder Seite in den Sulen (hölzernen Säulen) eingelassen ist. Hammer-hütte -hedə Siegld f.: -werk. Hammer-hütter -ed- ebd. m.: Bergleute. Hammer-knecht -əknęit Remschd m.: Gehilfe des H.schmiedes. Hammer-knopf -knǫp Mettm m.: Blüte der römischen Kamille. Hammer-kopf -kǫp m.: 1. die Schlagfläche des Hammers Allg. — 2. übertr. ganz dicker Schuhnagel Malm-Vith.  PfWB Hammer-mann NBerg (bei Montanus) m.: Grünspecht. Hammer-nüsse hāməltsnȳət Erk-Doveren Pl.: veredelte Haselnüsse. Hammer-pinn -e- Sieg-ODollend

[Bd. 3, Sp. 184]
m.: Schmiedehammer mit spitzem Kopfe. Hammer-rad Siegld n.: Wasserrad im H.werk. hammer-richten -rītə Aach schw.: in der Nadelfabrikation mit dem Hammer richten. Hammer-schlag m.: 1.a. Schmiedehammer mit breitem Kopf Sieg-ODollend. — b. Oxydreste, die während des Hämmerns vom glühenden Eisen abfallen, zum Dichten der Scheunentennen u. zum Reinigen eiserner Töpfe verwendet Allg. — 2. übertr. a. ganz kleine, einen grösseren oder kleineren Teil des Himmels schuppenartig bedeckende Wolken; et es H. e jen Locht Geilk, Heinsb, Geld, Klev, Rees, Bo-Mehlem, Jül-Linnich; de Luf es gehammerschlag Jül-Boslar; wenn H.schläg en de Locht sette, dann geft et Regen Klev. — b. Kartoffelsorte Bitb, Wittl.  PfWB Hammer-schmied (s. S.) Allg. m.: 1. wie nhd. Allg. — 2. übertr. a. Mistkäfer Daun-OBetting Stroheich. — b. Kartoffelsorte Bitb, Daun, Prüm. Hammer-schottisch OBerg m.: eine best. Art Sch. (Tanz) mit dem Texte: (Leute), passt op un sieht es (einmal) hie; hie kümmt der Tillmann Hamer; duht de Hörchen (Härchen) ganz op Si (Seite), vergesst es korz den Jamer! PfWB Hammer-stiel (s. S.) m.: wie nhd. PfWB Hammer-stock Siegld m.: das in die Erde vertikal eingegrabene Holz, worin der Amboss des H.werkes sitzt. Hammer-tag Siegld (veralt.) m.: der H. gibt die Anzahl der Tage an, an welchen der Gewerke zu schmieden berechtigt ist. Hammer-weiher Berg m.: W. beim Eisenhammerwerk. Hammer-welle -węl Siegld f.: schwere Buchenwelle, an der der Hammer des H.werkes befestigt ist.