| NRhWB halten Rhfrk südl. Soonw haldə, meist halə; n. davon halə; Saargeb. dass.; in Saarl ha·l.ə [nw. einschl. Niedaltorf GrHemmersd -āl-]; an der Saar n. einschl. Saarl-OEsch, Merz-Mond, Saarbg-Weiten Nohn Orscholz Taben Greimerath -ā:l-; sö. davon -a·l.d-; weiter im Mosfrk n. der kurtrier. pfälz. Grenze hā:lə(n), wie auch Rip [Siegld, OBerg ö. Ürd.-L. -āl-; am WRande des LRip -a·l.d.-, –ā:ld-]; NBerg hǫulən (s. alte), [ö. Ürd.-L. hǫlən]; Eup, Aach (jünger ha·l.də) hǫ·u.ə; SNfrk haldə; doch w. ausschl. Erk-Gerderhahn KlGladb Doveren Rurich, Jül-Linnich bis einschl. Geilk-Gillr Hatterath Randerath, Heinsb-Hilfarth Rathm Luchtenbg Orsbeck Ophv Steink hdə, -:-, seltener -t-, hwə, –γ-; innerh. einschl. Geilk-Straeten Baumen, Heinsb-Horst Porselen Oberbr Schafhsn Scheivendahl Pütt Waldenr htə neben -ǫ-; w. einschl. Geilk-NBusch Stahe Birgden Schierwaldenr Laffeld, Heinsb-Unterbr Kempen Karken -ǫut-; innerh. MGladb-Beberich Bockert Nopd Rahser Donk Ummer Helenabrunn hǫ·u.ə; n. einschl. Erk-OKrüchten Tetelr Merbeck, Kemp-Leloh Hehler Dohr Hausen Busch Dülken Süchteln Klörath, ausschl. Kref bis etwa zur Ürd.-L. hanə (Dülken-Stdt), -ā:-, –:- (Dülken-Ld), h:n; Klevld lrhn. hāldə; rrhn. MülhRuhr hǫulə(n); sonst hldə, hālə, –-, –ald- (s. falten). — Flekt. (typische Beispiele) 1. Pers. Sg. Präs. wie der Infinit. (doch kommt Rip z. T. neben eχ hā:lə auch eχ hā:l, halt vor; Eup hǫ; Selfk hǫut, hǫt usf.); Rhfrk uNahe dau helt; n. Soonw -ī-; Saargeb. halt; Mosfrk, Rip dū hę·l.ts; WRip he·l.ts; Selfk helts, helt; Barm hlts; mit demselben Vokal die 3. Pers. (helt Selfk; Klevld helt; NBerg hø·y.lt; nRuhr hlt); 1. Pers. Pl. Präs. wie Infinit.; 2. Pers. mit dem Vokal des Infinit. ȳr hā:lt Rip (usf.) (Eup hǫt; Heinsb-Breberen -a-); Imperat. hal, halt usf. (Aach hǫu u. halt) (s. alt), Selfk hǫlj –-, hǫt; Pl. hā:lt Rip (usf.); Prät. (Rhfrk fehlend) hī:lt, –ē:-, –e·i.-, –ę·i.- (MGladb-Schelsen hilt; Aach he·i.l, hiəlt, hǫ·u.ət); daneben ohne -t: hē:l usf. (Rip im gleichen Orte hē:lt, hē:l, hēlt, Konj. stets ohne Schärfung hēlt); Klevld hīl; Part. Rhfrk, WMosfrk gəhal, –ā:-, sonst -lə(n) mit dem Vokal des Infinit. (Selfk γəhǫutə u. γǫutə) st.: I. trans. 1. in sinnl. Bed. a. festhalten. α. mit einfachem Obj.; etwas (einen) h., mit [Bd. 3, Sp. 147]
den Händen oder einem Werkzeuge Allg.; de Pann h. beim Schweineschlachten die Blutpfanne hinhalten Rip; de Lüch (Leuchte) h. den Aufpasser spielen Neuw-Dattenbg; de Hawer h. die Haferhalme vor dem Schnitter mit einer langen Rute niederhalten Gummb-Rebbelr; de Brems h. die Wagenbremse zuschrauben Köln-Widdersd; sech de Seiten h. voa Lachen Bitb, Allg. RA.: Wat mer net en der Hand hot, kann mer net h. Ottw-Uchtelfang. Do hät keiner de Kerz bei gehalde es ist keiner (als Zeuge) dabei gewesen Köln, Allg. — En Kend h. auf dem Schosse; komm, ech h. dech jet! Rip, Allg.; halt! Kommandoruf; Ruf bei der Verfolgung eines Flüchtenden; halene, h.! Saarbr; hau a! Aach; et es ge (kein) H. dra es ist nicht aufzuhalten Allg. RA.: Ech h. dech net ich gebe dir keine guten Worte, um dich zum Bleiben zu bewegen; wenn du willst, so gehe nur Rip, Allg.; lof, war de wells; ech weəre dech net h. MüEif. Hej es so weinig te h. as en Aal bei de Start (Sterz) er ist unbeständig Klev, Rees. E Peərd krit mich net gehale Dür-Winden. He hält et Perd mem Stetz Köln. Den kann men met en natte Finger h. er lässt sich abends in der Kneipe, in Gesellschaft leicht h. Emmerich. Hal mech hockt (heute), dann h. ech dech moren Prüm-Ihren. Ech hauen dech, dat de mengs (meinst), der Deuwel hiel dech! Remschd. Dann git et ken Hölp (Hilfe) on ken H. mih bei einem plötzlichen Unglück Rip. — De hält der Hongk on hecks en och er spricht bald für, bald wider einen Dür-Winden. Et (Mädchen) moss den Schemmel h. wenn es bei der Tanzmusik keinen Tänzer bekommt Altk. — In mehr übertr. Bed.; de Mul (Schnüss, Mond, Rand, Schnabel, Bart) (s. d. W.) h. schweigen; de däht och rechter et Maul h. Kobl, Allg.; hall dei Maul, bis der Hund de Axt hollt, dann saschte (sagst du), er soll se leien (liegen) lossen, sonscht fällt se em of de Fiss un schleht em de Zehwen (Zehen) ab Saarl-Berus; holt de Mul un sing mit! widersprich nicht Duisb; Goddes Weər es Goddes Wille; holl de Mule un schwig stille! Ess, Rees; den hält alen (allen) de Kapp (Kopf) er beharrt auf seinem Entschluss Bitb, Trier; ümmes en Beinschen h. ein Bein hinhalten, dass er darüber stolpert; ein Hindernis bereiten Ruhr, Allg. — Enem de Stang h. ihn in Schutz nehmen Allg.; auf einen Wortstreit eingehen Merz-Saarhölzb, Köln; Pohl (Pfahl) h. nicht nachgeben, ausharren, Widerstand leisten n. Mos bis einschl. SNfrk. — β. mit Obj. u. präd. Zusatz (Adj., Adv., präpos. Bestimmung) αα. mit Adj., Adv., zunächst in deutlich sinnl. Bed. Allg. RA.: Wat mer hät, dat muss mer fas h. Köln, Allg. Halt fas, was de häs, un nemm, wat de krige kanns! Köln-Stdt. Wann de Kugel am rollen es, hält keiner se fas Köln. Halt fas am Rich, do kölsche Bor, et falle söss of falle sor Köln (s. fest). Je mehr man de Katte strikt, je högger hält se'n [Bd. 3, Sp. 148]
Stat (Sterz) Ess, Allg. Huh hal es mer! Zuruf beim Klickersp., um vom Knie aus schnellen zu dürfen LRip; def h. den Pflug tief einsetzen Allg.; de Uhren stif (strack) h. nicht zuhören, gesund bleiben, nicht mutlos werden Rip, Allg.; de Kopp (de Fenger, de Stock udgl.) grad h. in grader Richtung Rip, Allg. — Mehr übertr.; de Hau (Haube) hilt mer so warm Simm; den Ohme mödde vir os wärm h. ihn umschmeicheln MGladb, Allg.; enen (jet) lef (lieb) (got, schlech) h.; seng Löck (Leute), et Veh got h. pflegen Rip, Allg.; enen frei h. für jmd. die Zeche im Wirtshause bezahlen Allg.; enen kurz h. ihn an strenge Befehle binden, ihm spärliche Mittel gewähren; de Bom k. h. Rip, Allg.; enen knapp h. ihm nicht viel geben Allg.; enen (jet) huəhch h. verehren Erk, Allg.; jet hemlich (hählig) h. verheimlichen Allg.; voll h. aushalten Goar-Weiler, Neuss; de kann de Sach net voll h. seinen Verpflichtungen nicht nachkommen; deck h. überlaut sprechen, polternd schimpfen Bitb, Prüm, Malm. Enem der Lapp nat (nass) h. ihm Getränke traktieren Grevbr-Wickr. Halt et Hofd (Haupt) kalt, halt de Füt warm, halt et Portchen ope, dann lot de Dokters mar lope! Geld-Kevelaer. Et as ken Frau eso arm, se hält immer noch e biss-che warm Mos. Ne gode Frau un ne gode Katt h. dat Hus rein Ess. Eich weren im det Maul sauwer h.! ihm nichts geben Rhfrk, Mosfrk. Wen de Brutroicht (Brotlaib) net hält gleich (im Schnitte eben), de get sei Lewen net reich WBitb. Bei den Alen as mer gut gehalen Trier-Ehrang, Allg. — In sinnl. u. leicht übertr. Bed.; die kann mer net uterenh. (auseinander-) nicht unterscheiden MGladb, Allg.; de Ben beienenh. wörtl. u. sich nicht überreden lassen Kref, Allg.; dat hält Lif on Sil (Seele) bejen; alles beiənenh. sparsam hausen; de Kopp beiənenh. sich zusammennehmen Rip, Allg.; droph. zielen, prügeln Rip, Allg.; dep derdurchh. tief pflügen Geld; tegenh. (gegen-) die Wagenbremse fest zuschrauben Geilk-Gangelt; derginth. (dagegen-) vergleichend prüfen Bitb, Allg.; drenh. z. B. in die Kegel werfen; enem dranh. ihn schimpfen, prügeln Allg.; de Hand drüverh. wörtl. u. schützen; halt mar ens effes möt dem Büərschel (Bürste) drüəver, do sind de Schuhn wer blonk! Kemp, Allg.; noch ens drüver h. noch einmal so obenhin pflügen, dreschen usf. Rip, Nfrk; doə häbbe se dech wer ens drüəver gehalde einmal übers Ohr gehauen Kemp; enem drüverh. ihn prügeln; enem üver et Fell (Garn) h. dass. Rip, Allg.; de melkt net en ene Körf, oder he hält ene Emer dronger Aach-Warden; jet derlangsh. dran vorbei Allg.; se han em gehüreg (ordentlich, en schweren) derlangsgehale ihn gehörig geprügelt, ausgeschimpft Sieg, Gummb; wat hältste dervan? was ist deine Meinung darüber Allg.; er hält em de Kopp dehin leistet hartnäckig Widerstand Birkf, Goar, Neuw; ech moss de K. für alles hinh. für [Bd. 3, Sp. 149]
alles aufkommen, büssen Rip, Allg.; he hält de Kopp oven lässt sich nicht verwirren Allg.; änen nirerh. einen Zornigen dämpfen Wend; jet zeröckh.; met der Wohrhet z.h. Rip, Allg.; de hät et zesamme (te Hop Nfrk) gehale gespart Rip, Allg.; dobei muss mer de Kopp (Kopf) z.h. sich gehörig besinnen Bitb, Allg.; der ene Pennek hält ous (uns) tesamen die Schuld bindet uns Gummb. RA.: Hall dei siwwee gebackene Bire (Birnen) zesammen! Kobl. Wie ener den Zaun hält, su hält er ach den Gorden Mos. — ββ. mit Präp., in sinnl. u. leicht übertr. Bed. (nur einige Beispiele). Enen an't Brot h. ernähren Dinsl, Allg.; enen an der Reih h. hinhalten Aach-Merkst; den Schornstein am rouken h. (udgl.) Sol, Allg.; dat hät den op der Plaz auf der Stelle, auf der Höhe Bitb, Allg.; den hält de Hänn op dem Reck, os wonn he Koren zu verkofen hätt er kann müssig gehen Prüm-Ihren; en hält et op de Pinn er nimmt's genau Daun-Tettschd; enge jet op en Og h. etwas nachhalten Aach; ene op ene Geck h. zum Narren Eup; e gruss Stöck (vill) op ene (jet) h. ihn sehr achten Rip, Allg.; op Afstand h.; op got Esse on Drenke h. Rip, Allg.; Fess-che beim Mol h. Koch, Allg.; der Verschwiegene hält et bei sech; enen beim Wort h. Allg.; de hält dem dur en Isendür pflichtet ihm bei Waldbr; enen för de Geck (ne Hot (Hut), et Läppke, et Männcke, doll, verröck usf.) h. zum Narren; dat soll mer doch net fir milich (möglich) h. Kobl, Allg.; den Kopp en't Lok h. mötten Sol, Allg.; de Hänn en de Schuss h. müssig sein Kobl, Allg.; eich h. em ke Fanger an't (ins) Maul ich traue seiner Ehrlichkeit nicht recht Trier-Mehring; enem en den Bart h. Widerstand leisten Sieg-Eitorf; he mott (muss) de Bocks (Hose) en de Häng (Händen) h. oft zum Abort gehen MGladb, Allg.; enen en de Kleder h. ihn mit Kleidern dauernd versorgen Rip, Nfrk; enen en de Erpel (Kartoffeln, et Mehl, de Koəhl) h. mit diesen Lebensmitteln versorgen SNfrk, Klevld; en de Ride (Richte) h. aufrecht h. Bergh; gent enen h. ihm widersprechen Rip, Allg.; ich hal dich ens lans de Wand! Androhung von Hieben Dür-Ellen; die habbe öm ens gehörig longes de Wäng (Wände) geholden an die Wand gedrückt Kemp-SPeter; ümmes langes der Batz h. jmd. etwas abknöpfen, bes. im Spiel Kref-Linn; de Hand üver enen h. Rip, Allg.; ower et Fell h. prügeln Nfrk; die h. em över dat Krütz (Kreuz) lassen ihn übermässig bezahlen Kemp; völl Kenger h. der Nopp vam Rock SNfrk; de neist voan sech hält, den as neist Bitb; ze Rot h. beieinander h., schonen Mosfrk; enen zum Aff h. (zom besten) Allg. — b. einen (etwas) h., tragen können Allg.; et Is hält dech (net); de Bröck hält den Wagen net; de Stohl kann dech net h. usf. Rip, Allg.; et hält den Nol (Nagel) net es ist nicht von langer Dauer, z. B. unreelle Geschäftsführung Trier, n. Mos, Goar; dat hält net Stech (Stand) Allg. — [Bd. 3, Sp. 150]
2. übertr. a. etwas im Besitz h., behalten n. Mosel bis Ürd.-L. (sonst be-, das aber auch im Geb. von 2 a gilt); du kanns alles h., watste fends; halt et nur, ech han et net mih nüdeg Rip, Allg.; das buche Holz halt emol die Hitz Saarbr, Allg. RA.: Wat wej habben, wellen wej h. Geld-Leuth. Hau, watsde has, en li (leide), watsde kanns! Aach. Hong (Hunde) tusche, ich hau, wat ich han abschläg. Antw. auf die Aufforderung zum Tausch Aach. Hier sind se von Höbben on H. de Hus bei einem Geizigen Mörs, Rees. Van't H. kömmp et Höbben Sparsamkeit bringt Reichtum Mörs. Beəter h. als gripe Kemp, Kref; we gript, de hält Heinsb. Beis (am besten) verkof on geraut (gereut) als gehale on geraut Eusk. Geəve, g., h., h., afgenoəhme es gestoəhle! das einmal Geschenkte bleibt in meinem Besitz; nimmst du es mir wieder weg, so ist das soviel wie gestohlen MGladb; fonge (gefunden), f., weddergeve; g., g., h.! das Gefundene muss man wiedergeben; das Geschenkte darf man behalten Dür; fongen, f., h.! Gummb. Hal et, bas (bis) den Hohnen (Hahn) Woscht (Wurst) krihcht (kräht)! Bitb-Kyllbgw. De hält ken Pann om Dach das ganze Vermögen ist verloren Rip. We sich wiəhrt, de hält si Piərd Köln-Poulh, Rheinb-Meckenh. Öm et haldes! es gilt, wir spielen um das Behalten der Gewinne (Klicker), aus Ernst MGladb; ze hales sen Bitb. — Etwas h., bei sich behalten, zurückhalten; de Koh hält de Melch lässt sich nicht gut melken Hunsr, Mosfrk; de Koh hat gehale sie ist trächtig geworden May. RA.: Wu neist as, ka mer de Fanger got h. nicht stehlen Wittl. — b. (sich) ein Tier halten, unterhalten Allg. RA.: We en Peərd bruch on hält er zwei, dem schlohn se nachs de Dür vanen (voneinander) MülhRh. De kann sich en Hipp (Ziege) h. er sass im Gefängnis (u. hat damit mit dem Bürgerrecht das Weiderecht erworben) Duisb, Barm. — c. Menschen h., bei sich haben, beherbergen; halt en noch es! lass ihn bei dir; halt en noch jet bei dir! in deinem Schutze, in deiner Fürsorge; dat (angenonn) Kend kann ech net mih h.; ech han en gehalen wie meng egen Kind Rip, Allg.; hen es gehalde fein heraus Geld-Kapellen. — Bes. en Mäd, enen Knech h. zur Dienstleistung; Kostgänger h. Rip, Allg.; du mosst der en Frau h. heiraten Rip. — d. etwas h., unterhalten, nur in best. Wend.; en Zeidung (Kalender, en Blatt udgl.) h. darauf abonnieren Allg. — Met döm es geə Hus ze h. nicht zu hausen Aach; he hält net Hus met sengem Geld Rip, Allg. — Schull h. (aber Mess dohn, Gerich afhalen) Rip, Allg. — Der Back es gehaue das Backen ist besorgt Aach; et Dresche es gehalde Jül; du kemmst, wann der Mart (Markt) gehalen es Westerw; wenn de Sonn schinnt (scheint) on et rent (regnet), dann hält der Düvel Kirmes Rip, Allg.; si Fes (Fest) h., seng Ustere h. die Osterkommunion empfangen [Bd. 3, Sp. 151]
Rip, Allg.; de nüng (9) Dag h. eine neuntägige Andacht verrichten Aach; Huchzeit h. die Hochzeit feiern Bitb, Allg.; zur ersten Kommunion gehen SNfrk; en Gelog (Gelage, Feier der Burschenverbände) h. Rip; Kenddof h. Allg. u. so überhaupt bei Feierlichkeiten. — Zehn Uhr(e) h. zum zweiten Male frühstücken Rip, Allg.; Mettag h. zu Mittag essen Rip; besser en gespaulen (gespaltene) Mohltit äs en ongehaulen (nicht gehaltene) Elbf. — En Nücksken (Nüppchen, Gümpchen, den Nören, Enonder) h. Nachmittagsschläfchen Nfrk, Allg. — De riche Lü (Leute) h. ger Fröndschaft, mär me moss hön us jen Teisch (Tasche) blive Aach. — E Schwätzche (Pröttche, Doddem, Klaf, Kall, Tratsch usf.) h. schwatzen Allg.; ömmes de Stäut h. jmd., dem man irgend wo begegnet, unterhalten Sol; sengen Lof (Gerenns, sei Rannt usf.) h. den gewohnten Lauf unternehmen, seinen Gang machen Allg.; sengen Stivvel h. die gewohnte Arbeit tun Rip, u. so bei jeder gewohnten Arbeit Allg. RA.: Halt Rot (Rat) fir der Doht (Tat)! Mos. — Et h. es so oder so einrichten, z. B. dat kannste h., wie de wells Rip, Allg.; ech h. met beteilige mich, tue bei der Wette mit Berg, Rip; (et) met enem h. mit seiner Partei, seinem Interesse; de hält (et) met mir; du hälts dem mih wie mir Rip, Allg. RA.: Hej hält met den Bäcker en met den Brauer er trägt auf zwei Schultern Klev, Rees. He hält em bi Brand Sieg-Ägid. De hält met Jann un allemann Ess. Su giht et en der Welt: de anen hot et Geld, den annern de Beidel; möt wem hältst et dau? Antw.: Möt der Hand Trier. — De hät ene goue (guten) gehalde ein gutes Geschäft gemacht MGladb-Rheind. — e. etwas h., durchhalten, daran festhalten; de Farf h.; en Gebot, sein Wort, Versprechen h.; de Fasten h. usf. wie nhd.; si Denge h. seinen Glauben MGladb; de Schlag h. im Takt bleiben beim Hämmern in der Schmiede Sieg; de Strech (Streich) h. beim Dreschen Rhfrk, Mosfrk; de Richt h. gerade gehen, fahren, die Linie gerade ziehen Mosfrk; Striək (Strich) h. genau gehen, von der Uhr Heinsb; Schrom (Schram, Strich) h. beim Klicker- oder Kreiselsp. auf dem Malstrich bleiben Rip; ene Kik (das Sehen) h. stier auf etwas hinsehen Geilk; Kartell h. sein Wort h., ausharren Bitb-Rittersd; Parol h. dass. Zell-Sohren; treu aushalten Heinsb, Neuss; enem et Wort h. widersprechen MülhRh; de Bass h. widerstehen Bitb-Geichl; Wederpart h. MüEif; de Buicht h. Bitb; enem de Partie h. auf seiner Seite dauernd stehen Allg.; ech h.! beim Kartensp. = ich spiele mit, passe nicht Allg.; dat Ganzt h. beim Kartensp. Bitb; Kipper h. halbpart machen Merz-Bergen; Neid on Hass h. Westerw; Krach h. fortdauernd lärmen Westerw; Moss on Ziel h. Kobl, Birkf; Schur h. jmd. schützen Merz-Bergen; der Lach net h. könne übermässig lachen Rip, SNfrk; genge Still (Pfosten) h. keine Ordnung h. Aach; die Sens hält de Schnitt net sie ist bald [Bd. 3, Sp. 152]
stumpf Westerw, Bitb. RA.: Wat ek geseit (gesagt) häf, haul ek Wort Elbf. So Mann, so Perd, enen Schof, den sin Wort nit hält! Mörs, Rees. Verspreiche ös net h. Bo-Dransd; völl v. en wenig h. deəht de Gecken e Freude leəve Aach; v. on h. steht got bei Jonge on Alde Jül-Linnich. De Mode moss gehaue werde, sat de anger Frau, du hau se op de huəhch Afsätz e Ben zerbrouche Monsch. Wat uns Ale (Alten) gehalde, mosse mir Jonge och h. Rip (u. so bei allen Sitten u. Gewohnheiten). — Er es gehale, dat ze dohn verpflichtet Rip. — f. enthalten, fassen, wie nhd.; de Tonn hält 100 Liter Weng (u. ä.) Rip, Allg. — g. glauben, sicher meinen Eif, Rip; ech h., de Sach geht schef; ech h., dau ges krank Rip, Eif; en as noch do, h. ech meiner Meinung nach Eif; eich h. och! Ausruf der Verwunderung, der Entrüstung, z. B. bei den Unarten der Kinder; eine gelinde Form der Abweisung im abschläg. Bescheid u. bei Bestreitung der Wahrheit dessen, was jmd. zu uns sagt; es ist dir wohl nicht gut! Bitb. — h. op enen (jet) h. auf ihn (etwas) bauen, rechnen, ihn (etwas) vorziehen Mosfrk, Rip, Berg; dem moss den Her (Pastor) e paar Schöppen (Schaufeln Grund) mih gen, well en ömmer esu vill op de Sach (Grundbesitz) gehall hat Bitb-Seimerich. — II. refl. 1. in sinnl. Bed. sich festhalten; sech fash. an jet Rip, Allg. RA.: Hall dich am liewe Herrgott (zu dem Kreuzträger, der in den Bach gefallen war)! Do harr er gesat: Eich halle mich an de Weire! Wend-Baltersw; holt dich an de Wiə (Weiden) (fas)! eigentl. zum Ertrinkenden; mach nicht, dass es dir schlecht geht, Kopf oben Nfrk, Rip, Kobl; schneide nicht so sehr auf Duisb. — Dat Kend löt sech h. auf den Schoss nehmen Rip, Allg. — Ech kann mech net mih h. für Lache Rip, Allg. — 2. übertr. a. sich h. lassen, sich auf-, zurückhalten lassen; der löt sech h. lässt sich überreden, zu bleiben, auch von einer Person, die, brauchbar zu den vorkommenden Arbeiten, etwa durch höheren Lohn sich zum Bleiben bewegen lässt Rip, Allg.; lofe losse, wat sech net h. lässt Birkf, Allg., loss dech van dem net hinh. hemmen Rip, Allg. — b. sich aufhalten, bleiben; he hält sech niərn, allewegen bröht he durch Altk, Allg. — c. sich behaupten, auf seinem Posten sein, so bleiben, wie man (es) ist; dat löt sech h. die Behauptung ist haltbar, verfechtbar; dat Geschäft löt sech h., hält sech es ist gut fundiert; he kann sech net mih h. geschäftlich oder seinem Rufe nach; hält menge Jong sech? bleibt er tüchtig, benimmt er sich gut; he hält sech (got) er bleibt brav, wacker, geschickt; er bleibt immer jugendlich, kräftig; er bleibt immer derselbe; er hält sech net er gibt auf seine geschwächte Gesundheit nicht acht (er trinkt zuviel); et Wedder (de Sommer, de Botter u. a. Speisen) hält sech behauptet sich; de Äppel h. sech (got, net lang); auch an den Äppel es gen H. dran Rip, Allg. RA.: [Bd. 3, Sp. 153]
Atys, op wersins (Wiedersehen), halt ow! Abschiedsgruss Klevld. Geröch Flesch hält sech got Rip, Allg. — Her hält sech (net) hat gerade (keine gr.) Haltung Allg. — Mit präd. Zusatz; sech klen h. die Aufmerksamkeit nicht auf sich lenken; sech got h. sich wacker h., kräftig, gesund bleiben, dauerhaft sein; met schlechte Minsche moss mer sech frönd (got) h.; sech stif (steif) (frid freide) h. sich nicht unterkriegen lassen, nicht nachgeben Rip, Allg.; sech domm h. sich dumm stellen Aach, MGladb, Erk, Neuss, Rees. RA.: Hau dich stif, Bamberg (dieser ein berüchtigter Trinker)! zu einem Betrunkenen Aach. Haut dech klen on ren! Geilk-Gangelt. Hau dich brav, net wie ne Gecke, dann hant de Lüj (Leute) för dich Respeck Aach. Halt eich gesond on monter! Abschiedsgruss Rip, Allg.; halt dech gesalze (scherzh.)! Verbr.; halt ow hart! Mörs. Halt ow mar läg (niedrig) an de Grond en flieg nit te hohch! Klev. Den hält sich, als wei wenn en e Bliser (Blasrohr) geschleckt hät er hat eine gerade Haltung Prüm. — Mit präp. Zusätzen, dauernd bleiben; halt dech an den! folge seinem Beispiel; hole seinen Rat ein; wende dich an den wegen Schadenersatz, mache ihn verantwortlich; sech an de Börger h. zu ihnen stehen; he hält sich am krische (schreie, ärbede udgl.) er weint fortdauernd Rip, Allg.; so lang mer sech am essen hält, sterft mer net Gummb-Nümbrecht; de hält sech dran tut fortdauernd dasselbe; et hält sech dran es regnet, schneit andauernd; de moss sech fis dra h. gehörig anstrengen; halt dech drus! mische dich nicht ein Rip, Allg. RA.: En hält sech drun wei e Geck un der Bottermölch er lässt nicht nach Merz-Mond, — e Katz am grine Käs Saarbr-Völkl, — de Narr am Käs Wend, Saarbr, — der Matz am lauden (läuten) Saarl-Roden, — de geckig Mattes em läude Aden-Wanderath, — de geckig Michel am l. Kobl; halt uch net dran be de Hansgerg am dängele May-Trimbs. — Sich open Beən (Stecke) h. trotz vorgerückten Alters sich bester Gesundheit erfreuen Aach, Allg.; sich of si Stöck h. sich gemessen benehmen, bes. sich keine Ausschweifungen zuschulden kommen lassen Aach; haut dech op di Döppe! Eup; hout dech op Eupen aən! sei bescheiden, nimm dich etwas zusammen Eup, Aach; sich drop h. steif u. fest behaupten, bei seiner Meinung bleiben Rip; sech bover Water h. geldlich Sol, Rip, Nfrk; sich derwir h. mösse sich gehörig anstrengen Aach; halt dech jet derzo! arbeite besonders eifrig MüEif; sich für sech h. eingezogen leben Rip, Allg.; sech henger de Bäng (dem Berg, dem Zaun) h. nicht hervortreten Kemp, Allg.; sech mat annern h. verkehren, bes. unerlaubt WEif; mit schlechte Mensche muss mer sich h. mit den Wölfen muss man heulen Simm-Horn; met dem moss me sich got h. mit dem Einflussreichen Rip, Allg.; ber sech net well h. meat de Seine, moss freasse met annerleits [Bd. 3, Sp. 154]
Schweine May-Trimbs; sech em Gang h. fortdauernd arbeiten Rip; sech en der Reih h. die Reihe, Ordnung nicht verlassen; gesund bleiben Rip; sech ömmer in sin egen Hus h. nicht ausgehen zur Geselligkeit Nfrk, Allg.; halt ow in't Fell! Abschiedsgruss Klevld; sech (no) lenks h. die Richtung nach links einschlagen Rip, Allg.; sich h. iwer ebbes sich über etwas aufregen Bitb-NWeis; sich va Kank (Kante) h. sich von Geschehnissen fernhalten, die persönliche Unannehmlichkeiten im Gefolge haben Aach; sech dervan h. nicht teilnehmen, bes. an Gefährlichem Rip, Allg.; sech ze Gang h. fortdauernd dasselbe tun Rip. — III. intrans. mit ‘haben’. 1. dauern, aushalten; dat hält (got, net, schlech), — wie Isen, — wie gelimp (geleimt); dat hält su lang, wie et kann; de Schohn h. lang; dat Fass hält rinnt nicht (usf.) Rip, Allg. RA.: Et hält wie en Kei bombenfest Erk-Körrenz; dat hält anen (aneinander) wie Kottendreck (Katzenkot) die Erzählung hat nicht Hand noch Fuss Kemp-SPeter. Ze fas bengk (bindet) net, ze los hält net Rip, Allg. Dat hält van zwölf (elf) Uhr bes Mettag gar nicht Rip, Allg. Dobbel genäht hält besser Bernk, Allg. Wat ni h. will, mutt basten (bersten) MülhRuhr. Wat hält ewig, säj dem Bur, duw fiel öm de Backoəwen in Geld-Kevelaer. Et es necks, wat ewig hölt, säij de Metzeler, du fiel öm de Kellder in, as hej öm grad ferdeg hatt Emmerich. Hal du hie, ek hal do von weiten Stichen beim Nähen Lennep-Hückeswg; steək wit, halt fos (fest) Kemp-SPeter. Wat et Denge mar heil so schnell es ging Kref-Fischeln; wat et Tüg (Zeug) mar h. kann Nfrk. Dem wid och bang, em hel de Mul net so lang wie der Arsch Gummb-Hombg. Sondagswedder hält net wochelang Ahrw. De krachende Wages (krache Kare), die h. et längste schwächliche u. kränkliche Leute leben oft noch länger als gesunde Nfrk, Rip; gebaschte Schottele (Pött, gerösse Deppen Trier) h. et längs Rip, Allg. E redd esu wabbelig (unbeständig), as wenn em de Gedanke net helte MüEif. A.: Hält den Bank (Geldbank) och? B.: Wenn e mar hält, bös mer hant os Geld! Kref. — Wenn's nure von oven eronner halt! es nur nicht regnet Saarbr, Allg.; et hält! wenn zwei Klicker der beiden Spieler bis ungefähr ein Fussbreit zusammenkommen Saarbg-Wincheringen; et hält net widder diese Speise sättigt nicht Rip, Allg.; dem hält et genau er ist kleinlich, geizig Mosfrk, Rip, NBerg; dat hält him deck fällt ihm schwer, kommt ihm hart an Bitb, Prüm, Malm; dat hält em schwer (hart); et hält hart (schwer), dat .. es ist schwierig Allg.; dat hält nit Stech (Stich) Köln, Rip. — Mit persönl. Subj.; die h. got (net got) bleiben (nicht) lange an einer Dienststelle, vom Gesinde Rip, Allg.; he hält wie Botter an der Sonn Siegld. — Die h. (deck) zesammen stehen zueinander, sind gute Freunde; die h. arg open (ofenanner) Rip, Allg.; die h. open (zesamme) [Bd. 3, Sp. 155]
wie Katteplack MGladb, SNfrk, — Katzedreck Simm, — ene Knoch Monsch-Kalterherbg, — Pek (Pech) Nfrk, Allg.; die h. bejen as de Klette Eup, Allg.; die h. su fas wie de kalvinsche Glauben Bergh-Heppend. — De hält kaum noch anen (aneinander) so mager ist er Rip, Nfrk. — 2. Halt machen, rasten; he moss ech h. (met menger Kar); met War om Mart h.; wo hältste? wo stellst du ein; wie lang hält der Zug? Rip, Allg. RA.: Mer hält elo we en Ochs am Berg Daun-Hillesh; eich h. hei wie op Desteln un Diaren (Dörnern) Bitb. Den hält, grod als wie wanne frosch (frisch) Brout rüch (riecht) Prüm-Mützenich. So lang h., äs noch en Wors (Wurst) in den Ketel (Kessel) is Geld, Rees. — H. bleiwen hintenan bleiben, sich festgefahren haben, in der Rede stecken bl., stottern; der es esou elendig, dät e bal h. bleift; am Berg h. bl. Angefangenes nicht ausführen können; dau solls mol noch h. bl. im Husten ersticken, in der Rede stecken bl.; h. bl. mot der Sproch WEif, Saar, Wend. — Stohn on h., seltener h. on st. schmerzlich aushalten u. abwarten, seine Pflicht tun; de giht lorim spatzere; ech moss stih on h.; hei muss ich h. un stoh, bas dat et eriwer as Mosfrk; doə steht e nou on hält er weiss keinen Rat Kemp; du moss et sage, wie et am Stöck steht on hält den Sachverhalt genau erklären MGladb-Rheind; h. stohn nicht vorankommen Schleid-Hellenth. — Halt! im militärischen Sinne, in der Turnerei Allg. Halt es (einmal)! warte einmal, gehe nicht weiter; halt, dat git et net! das geschieht nicht; nu halt es! nun nicht weiter im Fordern; halt emol, jetz fällt et mer en! nur ein wenig Geduld Rip, Allg.; hal ü! halt ein! Rip; hal dor; hal um əlo! beim Viehhüten Bitb. RA.: Halt, Kutscher, et Perd scheisst! damit will man einen anderen in seiner Rede unterbrechen oder Einspruch erheben Verbr. Halt ens jet on wart ens jet on stipp dem Bur de Kar ens jet! nur Geduld! Rip, NBerg. Met hop (hoffen) on haut (halt) mit Ach und Krach Heinsb. — Mit adv. Zusatz; stell h. auf der eben angekommenen Stelle mit dem Wagen oder Tieren anhalten, stehen bleiben; in der Rede einhalten; sich unter den Händen eines andern, er mit oder an uns etwas vornimmt, nicht rühren; ruhig mit sich etwas geschehen lassen Allg.; lepp h. in einer Bewegung, Arbeit einhalten, sie verlangsamen, mer hält l. om Mähen usf. Prüm; hü h. still h., vom Fuhrwerk Rip. — Hej hölt domet achter (hengerm) den Berg (Backs) er hält es noch geheim Nfrk, Allg.; net lang mat ebbes hanner der Dir h. Bitb; hennerm Zaun h. mit etwas nicht herausrücken Saarbr. — Ech wess net, wu et hält wenn unbekannte Hemmnisse eintreten Prüm-Mürlenb; wo häult et denn? wie steht es Sol. — 3. die Richtung nehmen; wo solle wi hei em Düstere op an h.? MGladb, Allg.; halt meddse drop! Rip. — IV. ungehalten über etwas (einen) [Bd. 3, Sp. 156]
sein. 1. aufgeregt, ärgerlich, zornig sein. — 2. beunruhigt, befürchtend sein Allg. — Abl.: die Halerei. PfWB ElsWB ab- halten: 1. in sinnl. Bed. a. etwas (einen) a., fernhalten; dei Parapell (Regenschirm) hält och kä Ren (Regen) meih ob Merz, Allg. RA.: Dau gehscht met es (uns), dan hältscht es de Wolf ob zu Kindern, die mit durch den Wald gehen wollen Merz-Saarhölzb. Der Furchtsame hält enem de Greiel af Prüm-Ihren. Wat de Kält afhält, hält och de Hetz af Sieg-Süchterschd. — b. einen a. α. einen hindern, hemmen in der Arbeit; halen ech dech och net (van der Ärbet) af? Rip, Allg.; meist ophalen. RA.: Do h. mich kein zehn Perd vun af Köln, Allg. — β. einen zurückhalten von einem unüberlegten Schritt; eich halen deich net of, fer ze heiroden Mosfrk, Allg.; ech han en dervan afgehale, fortzelofe Rip, Allg. — γ. ein Kind a., zum Urinieren Allg. — c. sich a., sich fernhalten; van dat Spetzbovevolk sech a.; hall dech van dem af! MGladb, Allg. — 2. übertr. a. etwas a., vom Lohne, Preise zurückhalten; der Halfen hät mer ene Daler va mengem Luhn afgehale; du hälts zevill af von der dargereichten Summe für diese Ware Rip, Allg. — b. einem nicht a., nicht recht geben; de wersch doch deiner Frau net ofh. Daun-Tettschd. — c. eine Versammlung, ein Fest udgl. a., nach dem Nhd.; en Andacht a.; sein Beicht a. Eif. ab-be -halten: 1. die Kopfbedeckung herunterbehalten Allg. — 2. etwas a., vorbehalten; ech hammer dat afbehalen Rip. an -halten: 1. in sinnl. Bed. a. etwas an etwas (einen) a., hinhalten; halt es (einmal) dat Fürspönchen an dat Strüh an Rip, doch meist das Simpl.; aber sech an jet (enen) a. festhalten Allg. RA.: He hält sech an der Karen an lässt nicht los, will bezahlt sein Remschd; sech an der Fleiten (Flechte) a. Sol. Halt dech an de Wegge (Weiden) an! ruft man dem Stürzenden (eigentl. dem Ertrinkenden) zu Rip. He steiht do en hölt sech a gen Loət (Luft) an ist ganz kopflos Eup. — Ohne Bez.; du moss got a. (dich an das Seil udgl.), soss fällste Rip, Allg., — Absol. a. (den Pflug an die zu durchfurchende Stelle) rechte Furchen pflügen; schmal a. on net ströppe Rip; mer muss brät (breit) anh. Wittl; drä (untief) a. May-Luxem; die bescht Zackerei ist, wenn mer schmal anhält Kreuzn, Birkf, Simm; hal nit so brät an, sust git's e Ritsch Simm-Schlierschd; auch dief Fir (Furchen) a. Zell-Raversbeuren. Auch beim Mähen; der Mähder hält brät an nimmt eine breite Bahn Mosfrk. RA.: De hält br. on er prahlt Trier, Birkf. — Rufe beim Klickersp.; ahaldens! Aach-Eschw; anhaldəmər! Köln-KlKönigsd; anhauens mich! Aach; wenn der Klicker des Gegners fest an der Mauer liegt u. der Spieler ihn nicht von seiner Stelle aus treffen kann, erhält er mit diesem Rufe das Recht, eine günstigere Wurfstelle zu suchen, ‘dranzuhalten’, falls der andere nicht vorher [Bd. 3, Sp. 157]
schnell ehauens mich! gerufen hat. — b. ein Kleidungsstück a., anbehalten Rip. — c. etwas (einen), das (der) sich bewegt, zum Stehen bringen; den Wage, de Uhr udgl. a. Rip, Allg. RA.: Ver hant os der Buk (Bauch) angehalde för Lache SNfrk, Allg. — Zurückhalten; den Odem a. (auch op-, enh.) Allg.; hal de Loft on! zu einem, der übertreibt Trier, Allg.; de Koh häll de Melch an Rip; halt de Häng (Hände) ens an! SNfrk; hall es die Woərt an! schweige still Sieg-ODollend; wat muss ich a.? fragt die Verkäuferin die Käuferin, die ein grösseres Geldstück für mehrere Waren hingereicht hat Aach; Her as H., Jung, hal die Schwein un! Trier-Mehring; halt in an, he lit do! Zuruf an einen Bezechten Köln-Stdt. — Absol., mit zu ergänzendem Obj.; he moss ech a. (den Fuss) pausieren; he lef (lief), ohne anzehale (den Fuss, Lauf); de Fuhrmann hält gewöhnlech he an (den Wagen). — 2. übertr. a. trans. α. e Löppke a. Anlauf nehmen Kemp-SHubert. — β. et Für (de Lamp udgl.) a. brennen lassen; ech han et Für angehale, für üch noch jet ze koche Rip, Allg. RA.: Ene de Keərz a. jmd. aufhalten Aach-Merkst. — Übertr. ek kann gen Pöggske (Schweinchen) mehr a. aufziehen, unterhalten Rees. — γ. einen zu etwas a., drängen, bestimmen; den fule Streck (Faulenzer) moss mer luter (immer) zor Arbet a. Rip, Allg. — δ. einen um etwas a., bitten; ech well mengen Vatter dröm (öm de Sach) a. Rip, Allg.; mehr, bei einem um etwas a.; hean hat bei him um gut Weader onh. mussen Bitb, Allg.; de kann (bei enem) a. bi en Hond öm en Stöck Brut Sieg-Ägid, Allg. — Auch absol., bes. in Vergleichen; de kann a. wie en Kröppel (Beddeler) am Weg Rip, Allg., — en Köster am W. Sol, — en Kröppel an der Kapell Geld, — 's kanänisch (kanäisch) Weibche (Wif) Saarbr, Schleid-Dottel; su bettwis (betweise) a. Rip; dröcklech (lef, schün) a. Rip, Allg.; de orm Kerl hot gekresch on ongehall vor Gott on no G. Rhfrk; om Goddeswelle a. Rip; om Dud on Deiwel oh. Trier; Himmels ter (zur) Erden anhollen Lennep-Radevormwald. — b. intrans. durchhalten, dauern α. mit persönl. Subj.; beim Saufe hot de Hannes mit angehal bis deletzt Hunsr; e gut Förspannsperd, wat gut op die Kettings treckt (zieht) on stif anhalt, mihr wert es äs et beste Kareperd Geld. RA.: Wen anhält, wennt Rees; a. batt (nützt) Mörs-Xanten. — β. mit sachl. Subj.; et renig (regnerische) Wedder hält noch lang an; dat hält noch an bes en alle Iwegket Rip, Allg.; wenn dat Zeig mol brennt, dann hält et och un Merz, Allg. RA.: Wenn de Kält en de irschte Adventsweich küt, hält se zehn Weiche (Wochen) an Bo-Dransd. Decke Tröppse (Tropfen) on al Weiwersch Dänz h. net lang an May. We gut hirot, dat hölt dat ganze Lewen an Rees-Drevenack. — γ. unpersönl.; et hält at (schon) en Johr an, dat ech nüs van em hüre Rip, [Bd. 3, Sp. 158]
Allg. — δ. Part. Präs.; et hot in der letzt Zeit anhalend gerent (geregnet) Hunsr, Allg. RA.: Den anholdende Märt (März) es Geld wert Rees. auf -halten: 1. in sinnl. Bed. a. etwas a., emporhalten. α. de Axt wär och nüdeg opgehale auf den Schleifstein, da sie voller Kerben ist Rheinb-Wald; absol. vom Rande aus anfangen zu pflügen Düss-Kaiserswerth. RA.: Hältste nett et Tellerke op, on donn ech dech och jet drop Erk-NCrüchten. — Liegt beim Klickersp. der Klicker des Spielers in einer Vertiefung oder hinter einem Steine, u. der Spieler möchte gerne aus dieser Lage hinaus, so ruft er: ophauəs! Eup, ophautəs! Heinsb-Breberen, ophaldəs! Jül, ophaləs! Bergh, ophaldəstər! Jül-Hasselsw, ophaləmər! Bo-Keldenich, u. er darf entweder seine rechte Hand über die aufgestülpte Linke oder aufs Knie zum Schnellen legen, wenn nicht vorher schnell ein anderer gerufen hat: enhauəs, ophaləstər net, huch haləstər net! — Ophaus! wird dem Verlierer zugerufen, der dann seinen Mergel zwischen die Fingerknöchel klemmt, worauf der Gewinner diesen M. oder auch die Knöchel zu treffen sucht Eup. — β. drauf behalten (ohne Nennung des erhöhten Ortes); halt de Kapp op (auf dem Kopfe); halt der Kopp op! werde nicht verwirrt, mutlos Rip, Allg.; he es so kahl (kahlhäuptig), dat e gen Lus ophält Geld-Leuth. — γ. in die Höhe halten u. dabei öffnen Allg. RA.: Pafgot (Pfaffengut), Rafgot; Deuvel, halt den Sack op! Rip. Den enen hält den Sack op, den anderen jegt (jagt) et drin Geld-Nieukerk. Halt de Schüss (Schoss) op, ove fällt noch ene! Zuruf, wenn einer hinfällt Jül-Selgersd; de Sch. oph. betteln gehen Bergh-NEmbt, Rip. Puətche (Pfote) oph. Schläge auf die Hände bekommen Aach; oph. Tor aufh., ein Knabensp. Kempld. — Ist der Begriff des Öffnens betont, so steht n. der ufrk. op/oəpen-L. oəpen, de Häng (Hände) oph. in die Höhe halten u. öffnen, um eine Gabe zu empfangen; aber de H. oəpen h. offenhalten. RA.: Die hält och gern de H. op sie bettelt Allg. Mer muss sich immer en Hingerpörzchen (Hinterpforte) oph. Köln, Neuss. — Folgende RA. stammen aus dem uf-, op-Geb. (für offen) u. ufh. bedeutet schlechthin ‘offen halten’; de Dür, de Ogen, de Graven udgl. oph. Ech h. de Dür für all Löck (Leute) op jeder kann mich besuchen Rip. Halt de Porz (Pforte) op, dann häste och kenen Dokter nüdig! sorge für Stuhlgang Rip. De Mul oph. neugierig, mit offenem Munde zuhören; wat stehste do, de M. opzeh.; de hält Nas on M. op Rip, Allg.; de hält dat Maul uf, dat en Hauwan (Heuwagen) renfahre kann Bernk-Hochschd, — als wenn Graf Deuvel möt singem Staatswagen erenfahre söll Bo-Walberbg, — wie en Kroh (Krähe) Eup, — en Schüredür Rip, Allg. He löt (lässt) sech överall de M. oph. der Schmarotzer lässt sich traktieren; de let sich va sing Frau de M. oph. die Sorge [Bd. 3, Sp. 159]
für die Wirtschaft überlässt er seiner Frau Aach, Eup; sech der Bock (Bauch) oph. lote Eup. — b. etwas aufrecht, in Gang halten; et Hus oph. die Haushaltung führen Aach, MGladb, Sol; sei hölt der Huschert (Haushalt) för de Käinder op Eup; Schull oph. Schule halten, vom Lehrer, auch als Kindersp. Allg. (nicht Rhfrk); halt mech de Platz op! verwahr mir die Stelle Kemp, Allg.; et Geschäf oph. Allg. (doch hier mehr der Nebensinn des Öffnens). — c. etwas (einen) a., an-, zurückhalten, etwas (einen) zum Stehen, Verweilen bringen; de Kugel oph.; Wasser oph. auffangen, stauen; de Bach oph.; et Wasser oph. das fliessende W. stauen, den Urin zurückhalten; de Koh hält de Melch op, auch absol. de K. h. op bes. wenn sie von einem Fremden gemolken wird; den Wagen (den Zug, et Perd) oph.; den Odem oph.; halt en op! den Laufenden, Fliehenden; hat op! lass nach Rip, Allg.; ophauens dich! Zuruf beim Klickersp., halte zurück Aach. — 2. mehr übertr. a. einen a., mit Worten, unerwarteter Arbeit hinhalten; ihn veranlassen, dass er seine Arbeit unterbricht, ihn stören; du hälts mech met dengem Geschwätz (Kall, Bubbeln udgl.) och mih op, als de wert bös; sun kotzelege Arbet hält enen mih op, als mer glöven soll; halen ech dech och net op? Rip, Allg.; mir haden viel Ofhales wurden oft gestört, — lang O. lange Rast; ohne O. Mosfrk; opgehale! mit diesem Rufe hält ein Spieler den rollenden Klicker des anderen auf Ahrw-Calenborn. RA.: Den Fuhrmann soll mer net oph. Daun-OStadtf. — b. an etwas (einem) aufgehalten sein, durch das Fehlen einer Sache oder Person am Fortschreiten der Arbeit gehindert sein; mant dir, ich wär on eich ofgehal, wenn ich heirode wollt? Trier, Bitb; on mir es er net ofgehal Saarbr, Birkf. — c. einem etwas a., vorenthalten; he hält den Arbetslöggen (-leuten) et Geld op zahlt nicht zu rechter Zeit die Löhne Rip. — d. sich a. α. sich an einem Orte a., verweilen; ech han mech en N. ze lang opgehale; auch ohne Ortsangabe: ech kann mech net lang oph. Rip, Allg. — β. sich mit einer Sache, einer Person a., in der eigentlichen Beschäftigung gestört werden; dor kann ek mej net mät oph. Klev, Allg.; der hält sich met der Sach (met dir) net lang of Mosfrk, Allg. — Sich mat änem oph. vertrauten Umgang pflegen Bitb, Allg. (nicht Rhfrk); sech met der Mäd (udgl.) (Magd) oph. geschlechtlichen Verkehr mit ihr pflegen Rip, Nfrk. — γ. sich an einer Sache, einer Person a., Zeit verschwenden; sich net a Klaf en Weisch (Geschwätz) oph. auf übele Nachrede nicht hören Aach; de hält sech dodran en Längde an op; an der Arbet (an dir) halen ech mech net lang op Rip, Allg. — An etwas Anstoss nehmen; de Jong es esu frech, (an dem) do han ech mech alt lang an opgehale Rip, Allg. — δ. sich bei einer Sache a., zwecklos die Zeit verschwenden; dor kann ek mej nit bei oph., dor [Bd. 3, Sp. 160]
häbb ek ken Tit för Klevld, Allg.; bes. bei einer selbstverständlichen Sache brauch mer sich net ofzeh. Mosfrk, Allg. — ε. sich über eine Sache, eine Person a., sich entrüstet, unwillig zeigen durch Wort u. Gebärde; en hot sich org driwer (iwer de Geschicht, iwer de Kerl udgl.) opgehalen Bitb, Allg.; wat geht dat dech an, halt dech net dröver op; e hält sich över alles op bekümmert sich unbefugt um anderer Angelegenheiten Rip, Allg. — ζ. halt dech op! hör auf mit dem Gerede, kümmere dich nicht um anderer Leute Sachen; warte mal ab; du wirst noch etwas erleben! Rip. — e. dat opjəhęl Abhaltung, Störung in der Arbeit durch Besuch, Wetter udgl. Gummb. aus -halten: 1. etwas a., a. (sich) etwas a., vorbehalten; ech hammer frei Fleg (Pflege) usgehale Rip, Allg.; awer dat h. ek mej ut, dat Klevld. RA.: Dat hält sech am Leinen aus ist ganz selbstverständlich (die Dienstboten hielten sich das L. aus) Trier-Mehring. — Bes. den Altenteil sich a.; geb de Kinn det Haus, hall de Sitz der aus! Simm, Rhfrk, Mosfrk. — b. eine Zeit bis zu Ende durchhalten, ausharren; seng Lihrzeck (Lehrzeit), Johre, den Kammiss (Soldatendienstzeit), de Pach udgl. ush. Rip, Allg.; hen hat net bas zum Enn ausgehal; dat hält him aus Bitb, Allg. RA.: Itzig (jetzt) h. mer us, su lang noch en Wuərsch em Kessel es! bis zum Ende MülhRh. Hean hat ausgehal bas zum Stippchen Bitb-Rittersd. Der hält aus b'en Katz of de Lauer May-Collig. Der halt aus bes of hunnert (dausend) bei Arbeiten u. mehr noch bei Vergnügen Saarbr-Sulzb. Dat hält mir et Spell us mein Leben lang Sieg. — c. ertragen, Pein, Hunger, Schläge, Lasten, überhaupt Ungünstiges, selbst Günstiges, wenn es im Übermass schaden kann (oder ironisch gemeint); de hät ene brede Puckel, de kann at jet Schläg ush.; de kann die Schännerei (Schimpferei) got ush. Rip, Allg.; die Pein sein net mih auszeh. Mosfrk, Allg.; die Ärbet bei dem winnige Esse hält ke Peərd us Rip, Allg.; dat hält den Zihnden (10.) nöt aus Trier, Allg. RA.: Dat hält Neres (Werner) net ut! das übersteigt meine Kräfte SNfrk, Köln. Appelensupp on Krut, dat holl der Düwel ut! Ess-Rees. Ech möut (möchte) wite, of de dat uth. kann, sät Pitter, du hott singe Nober (Nachbar) ne neue Hot op MGladb. Enge der Kick (das Anblicken) ush. unerschrocken sein Aach. — Obj. es; ich halen et op de Dur (op der lange D. Eup) net us Rip, Allg.; bei son (solchem) Eten, dor lött (lässt) et sich bei üth. Mörs, Allg.; en dem Islouch (Eisloch, kalten Behausung) kammer et jo va luter Kält net ush.; de kann et wahl ush. bei seinem Reichtum Rip, Allg. RA.: Ech kann et met ene Nöntere (Nüchternen) uth. wenn man sich satt gegessen hat MGladb. Nau kann mer'sch aush. mer änem, de neischt gess hot Simm. Wenn ech vertehn Dag dren bön, donn konn ech et möt dem besten Düvel uth., sät Schuftnickel, du [Bd. 3, Sp. 161]
degerte (drohten) se öm möt de Hell (Hölle) Geld-Leuth. Emol em Johr konne vir et (die Kirmes, Festlichkeit) ush. grad esu got wie de Grof van Ihrigshoven (Ehreshv) Wippf. — Bes. ausharren in Krankheit, Dienst, friedloser Ehe; et es arg, su krank ze sen, äver mer moss (et) ush., wat es ze mache; et es met dem versoffe Mann net mih uszeh.; bei der Frau h. de Mäde kens (et) lang us Rip, Allg. — 2. ein Mädchen a., unterhalten zwecks geschlechtlichen Verkehrs Allg. (nicht Rhfrk.). — 3. uthauəs! Ruf beim Klickersp., der es dem Rufer erlaubt, seinen Klicker eine Spannweite von der ihn behindernden Mauer zurückzulegen Eup; aushallen! Saarl-Roden. aus-be -halten: sich etwas a., vorbehalten; heə ho sech utbehouwe, dat e Vakanz (Ferien) kreg Eup; de Alen behalden sech en Stub aus Simm, Allg.aus-ent -halten: sich den Altersteil vorbehalten Hunsr.be -halten 1. in sinnl. Bed. a. an seinem Orte festhalten α. etwas b.; behalt deng Mötz op dem Kopp; ech well at die al Schohn an de Föss b. (doch meist opbeh., anbeh., op dem Kopp, an de Föss h.) Rip, Allg. — β. einen b.; enen do b. im Arrest, zum Nachsitzen in der Schule Rip, Allg. — b. schützend verwahren, unverletzt bewahren, erhalten; du kanns mer dat en bess-che b., bes ech widderkunn; behal mer de Kender en bess-che (doch mehr bei dir h.) Rip. — 2. mehr übertr. a. etwas b., nicht wieder zurückgeben oder verlieren; wat ech han, b. ech och; behal dengen Dreck! zum Geizigen Rip, Allg. RA.: Bester verkof on geraut (gereut) wie b. on geraut Sieg-ODollend. Wer sich weəhrt, behält si Peərd Dür-Golzh. Han kömmt van B. Kref. Fonge (gefunden), f., half meng; fenge (finden), f., wedder geve, schenke, sch., b.! Ruf des Kindes, das etwas gefunden hat Dür; fonge, f., halen! Gummb-Berghsn. Ärbet te kriege, es ken Kons, äver Ä. te b. MGladb, Verbr. Jedem et seng, dann behält de Düvel necks Rip. De traut (heiratet) der Dreck (viel Land) on behält der Geck (eine böse Frau) Jül-Linnich; et Geld git sich aus, un de Narr behilt mer im Haus Simm-Horn. Wann men ens jet Gots hät, da mott (muss) men et mar b., sät de Bur, du hel (hielt) de se Ferke fif (5) Joəhr Selfk. Wen den Nam geckig hat, behält en, on wenn e honnertmol gescheut es Koch; wen den Nam Wolf hat, behält hen, onn wonn hen e Schof (Schaf) on (in) den Stall brengt Prüm-Ihren. Der treckt et längste Eng (Ende), de et letzte Wort behäult Elbf. He behält de Kalwerstrock (-strick) sei Lewe langk er bleibt kindisch Prüm-Ihren. Wenn de Henne net ut den Reəge goəhn, b. wer long schleit (schlecht) Weər SNfrk. De well emmer Rech b. Rip, Allg. Den as su besoff, dat en die Rit (Richte) net meih behält Saarbg-Winchering. De Overhand b. Allg. Ech wess net, wou den't olt (schon) am Gohn behält wie er noch auskommt Prüm-Mützenich. — Ech sing bei behalenen Sachen bliwen habe nichts [Bd. 3, Sp. 162]
verloren u. nichts gewonnen, mein Vermögen b. Prüm, — bei behalde Got SNfrk; et as ken behale Sach mat him auf ihn kann man sich nicht verlassen Bitb-Speicher; dat do hun ech fir Behales zum B., zu Eigentum Bernk-Neumag; [es kann heissen: ech b. nüs bei mir (keine Nahrung) u. ech h. nüs bei mir; b. mer de Koh (verkaufen wir sie nicht), aber Rip, Nfrk meist halə mer de K.? (udgl.); den han se dehem b. nicht mitgehen lassen (Saar), aber Rip, Nfrk meist den han se derhem gehalen; ebbes iwerig b. Rhfrk, Mosfrk, aber Rip, Nfrk meist jet üverig h.; ja im Nfrk heisst es statt du häs de Groschen b. lieber du häs de Gr. gehalden oder tröckgehalden]. — b. absol.; de Koh (et Peərd) hät b. (d. h. den Samen) ist bei der Begattung trächtig geworden; de K. behält net Rip, Allg. — c. vom geistigen Festhalten α. etwas b., nicht vergessen; ech kann got (schlech) b.; ech kann em Kopp schlech b. Rip, Allg.; de behält van twelf bis Meddag Nfrk; er behält alles von Anno en (1) Altk-Hecken. RA.: Wat der net behält, motten (müssen) de Föt (Füsse) messgelden Nfrk. Ech han nit en Kopp wie den Dom esu gruss, für alles ze b. Wippf-Bechen. — β. für sich b., nicht weiter sagen; de kann nüs bei sech b., alles klatsch he Rip, Allg. — d. die Frau es b. sehr mager Klev. PfWB bei -halten: 1. in sinnl. Bed. a. etwas b., fest, nahe daranhalten; halt et doch nöhter (näher) bei, dat ech et bester sehn kann! Rip, Allg.; dau muss et b. an dorhalen möglichst nahe hinh. Bitb-Mettend; immer flott vorweg un hinnen beigehall wenn etwas flott gehen soll Saarl-Berus; de musst de Sack besser b., dat nit alles denewe fällt nahe Hunsr, Allg.; beim Schmieden mutt das zu schmiedende Eisen ömmer wer (wieder) beigehalde weərde Nfrk, Rip. — b. absol. den Kahn nach dem Ufer hinlenken Mos. — c. die Kuh hält de Melch bei zurück Westerw. — d. de Katz hält de Müs bei, ävel se mackt och vüll nötzliche Vüəgel kapot sie hält sie kurz, verhindert ihr Überhandnehmen Grevbr, MGladb. — 2. übertr. a. etwas b. α. im Gedächtnis behalten; wenn em jeden Dog jet dervon les, dann hält et em bei Kemp. — β. weiter besorgen, Bestehendes weiter aufrecht erhalten; ech moss dem doch noch de Wäsch b. weiter besorgen Sieg-Ägid; de Wetz b. sorgen, dass der Kuchenesser immer etwas auf der Schüssel vorfindet; einen niederhalten Selfk (o. O.); dat halt ech bei diese Sitte, Gewohnheit Rip, Allg. (auch beibeh.). — b. einem b. α. ihm im Laufe gleich kommen, gleichen Schritt halten; de löpp (läuft) mar, de konn em net b. Nfrk, Rip. — β. mit gleicher Schnelligkeit oder gleichem Geschick handeln; ne, Jong, ech kann der net b., su gau (schnell) beste en allem Rip. — γ. es mit jmd. halten, ihm beipflichten, ihn in Schutz nehmen, Partei für ihn ergreifen, meist mit Worten; du hälts em och luter bei Rip, Allg.; die Frau hält ihre [Bd. 3, Sp. 163]
Kinneren immer bei dorch deck un dorch dinn Bernk-Neumag. — c. einem in der Arbeit b., nicht zurückbleiben; de hält em Werke twiə Mann bei MGladb. bei-be -halten: etwas b., einen Brauch, eine Gewohnheit Allg. PfWB durch -halten: nicht Schluss machen; bes. bei einem Vergnügen; die häbben de gonze Neit duərgehalde Kemp, Allg.; do hesch et d. Rip, Allg. PfWB ein -halten: 1. in sinnl. Bed. a. etwas e. α. absol. Eisen ins Feuer legen, in der Spr. der Schmiede Sieg-ODollend; enhaus! Ruf beim Klickersp., worauf der Gegner nicht op-, uthaus! rufen darf, um seinen Klicker etwa aus einer Vertiefung oder hinter einem Stein oder über seine Hand (Knie) hinauszulegen Eup. — β. de Koh hält de Melch en hält sie zurück Rip, May, Kobl. — γ. bei der Geldherausgabe den Preis abhalten Gummb, Rip. — δ. einen Stoff beim Nähen e., eine Seite einziehen, so dass die andere länger wird; dau hos dat ä Däl (Teil) zu viel ingehal, dorim stimmt dat nit ganz Hunsr, Allg. — b. einen e., im Zimmer h.; et wär viel besser, wenn se de Bu (Knaben) nit so viel dähre (täten) inh. Hunsr, MüEif; sech enh. im Hause bleiben, bes. von Genesenden Aach. — 2. übertr. (intrans.) a. absol. mit dem Fahren e. Allg.; mit etwas e., es nicht weiter tun; halt ens e bess-che (e Keidche) en! Rip, Allg.; hie hal emol in, dat lo is ach (auch) nit wohr! Hunsr; halt ens en möt Leəse! Kemp, Allg. RA.: Halt ens jet en, wart ens jet en stipp de Bur de Kar ens jet! Aach. — b. etwas e., befolgen; de muss genau de Strich enh. die Linie; de Stroət net mihr enh. könne bezecht sein SNfrk, Allg.; du hälts ken Fur (Furche) on Mol (Mal) en kennst kein Mass u. keine Zeit Sieg-Rheidt; du kanns de Zeck (Zeit) (de Mohlzegge, de Termin) net enh. Rip, Allg.; de Schor inh. den Flurzwang beachten Rhfrk. — c. inhaldende Märt (März) es Geld wert Klev-Calcar. ent -halten: 1. etwas e., im Gedächtnis behalten; hei kann nit (gut) e.; dat mutt gei e., wat ek noch schöllig (schuldig) bön Klev, Geld, Mörs, Kemp, Heinsb; drop e. etwas nicht vergessen Aach-Merkst. — 2. sich einer Sache nicht e., wie nhd.; ich konnt mich des Laches (Krisches, Hostes) net e.; ech konnt mech (des) net e., ech han em gehüreg de Wohrhet gesat; he kann sech des Branntewengs (des Schlofs udgl.) net e. Rip, Eif. PfWB ElsWB er -halten: 1. etwas (einen) e. a. bewahren; vor de Kinn is doch neist ze e. Rhfrk, Allg.; die al Burg soll e. blive Rip, Allg.; mer kann ken Peck (Obstrest) on kene Krabbe (Traubenstiele) e. es wird alles gestohlen Sieg-ODollend; sech gesond e. Allg. RA.: Wat Gott well e., dat kann net verrife (mit Reif beschädigt werden) noch verkale (erfrieren) Rip, Nfrk, — dat sall noch verhetze noch verkaue Eup, Eusk, — dat liesst (lässt) en nöt verkalen Mosfrk, Rhfrk; weə Gott well e., deə sall sich net verhetze noch verkalde Aach. Brot un Salz, Gott erhalt's! Kreuzn, Verbr. Wen am Gras oder Kli de [Bd. 3, Sp. 164]
Fur (Grenzfurche) botzt (wer zuweit über die Grenze mäht), den erhält e Rand (Rind); wen se (die Furche) an der Fruicht (Getreide) botzt, erhält e Kand Bitb-Seimerich. — b. et erhal hun mit der Arbeit zu Ende sein Merz-Saarhölzb [etwas e., bekommen, geschenkt erh. fehlt, dafür kriegen]. — 2. sich nicht e. können. a. sich nicht aufhalten k.; ech kummich (konnte mich) nit im Haus e. Rhfrk. — b. sich nicht vor einem e. k., sich zu schützen wissen; dat Mädche kann sech für den Jongen net e. Rip. ge -halten: in der Grussformel: gehalt öch wahl! Rip, Düss-Gerresh (veralt.).nach -halten: 1. beim Klickersp. n., in der erlosten Reihenfolge schnellen; n. oder nohaləstər! Ruf zu dem hin, der dagegen verstösst Dür, Neuss; ganz nohaldes schribbels! beim Nachwerfen spielen mit den eisernen Dommeln Kref-Linn. — 2. sich n., in der RA.: Et es emmer derbescht (das beste), mer hält sech seim (seinem) no man bleibt bei seinem eigenen Ziel Saarbg-Faha. — 3. einem etwas n., eine Kränkung nicht vergessen Allg. RA.: Bies (böse) gen as menschlich, äwer n. as deiwelig (teufelhaft) Prüm-Ringhuschd. Klen Jonge on jung Hong (Hunde) h. no Sieg, Sol. um -halten: 1. ein Kleidungsstück u., umbehalten, dafür meist ömbehale Rip, Allg. — 2. etwas (einen) u., ab-, aufhalten, bewahren; Stitzelen hale de Dreck im Koch-Laub; hal um! ruft man jmd. zu, der einem wildgewordenen Tiere begegnet oder es beim Beschädigen fremder Felder antrifft Bitb. RA.: E Bauer, den de Fohn (Fahne) dreht (trägt), en Oss (Ochse), den am Won (Wagen) geht, e Framensch, dat op et Bestode (Heiraten) steht, de lossen sech net omh. Prüm-Ringhuschd Krautschd. unter -halten (s. d.).ver -halten: 1.a. etwas v., auf-, zurückhalten; de tärfst (darfst) die Notdurft nit zu lang v. Simm; krank vun verhalde Belös (Belust, Verlangen nach einer best. Speise) Köln, Rip. — b. Schmerz v. keine Schmerzenslaute von sich geben Trier-Stdt. — c. einem etwas v. α. vorenthalten uWupp 1870. — β. etwas nachtragen, übel nehmen Schleid-Hellenth. — γ. dat v. ech mer net, dat ... das weiss ich wohl Sieg-Ägid. — d. etwas v., behalten, u. zwar α. nicht vergessen, im Gedächtnis behalten; eich kann neischt v.; eich hon en gehau, dat en et sei Lewe langk verhält Saar, Trier, Bitb, Prüm. — β. de Kuh verhält (net) behält die Befruchtung (nicht) Saarl-Hüttersd, Bitb, Prüm. RA.: Dau wäərsch en got al Koh gen, dau hätts got v. zu einem, der alle Kleinigkeiten behält Prüm-Burb. — e. sich die Hand (den Arm) v., verrenken, verstauchen; ech han mech de Hangk v. Erk, MGladb, uWupp 1870. — f. absol. α. einhalten, eine Ruhepause machen Trier-Ld. — β. aufhören, vom Schmerze Aach. — γ. böse werden, verbittert sein, Schwierigkeiten machen Daun-Neroth 1860, Sol 1870; de N. verhol we'n bisen Hond Neroth. — 2. sich v. a. mit persönl. Subj. [Bd. 3, Sp. 165]
α. sich aufhalten, verweilen, verspäten uWupp u. Sol 1870, Monsch, Eup, Aach, Geilk, Heinsb, Erk, Geld, Mörs, Klev, Rees; so wolle sech net lang v. — β. ich han mich verhall zu lange gewartet, bis ich urinieren ging Saarl-Berus. — γ. im Irrtum sein, sich vertun; wat ha mir os v.! Siegld. — δ. über das rechte Mass hinausgehen, etwa beim Wehklagen, Prahlen, Verwundern, Entsetzen, dabei sich anders haltend, als man innerlich denkt; der kann sich ebbes v. wegen einer Kleinigkeit wehleidig sein; wie hat der Kerl sich verhall met sein bis-ching Geld! Saarbr, Saarl, Birkf, Koch-Laub; sich überarbeiten Merz. — ε. sich ungeschickt anstellen; sich widerspenstig zeigen; sich verstellen Saarbr-Völkl. — ζ. sich benehmen, betragen; de Kenger han sich en de Kerk onräuhig v.; de muss dech mar jet stöll v.; wie soll ech mech v.? SNfrk, Rip, Berg. — b. mit sachl. Subj.; de Sak (Sache) verhält sech so ist so beschaffen Nfrk, Allg.; et verhält sech so, wie ech gesat han; wie verhält et sech met dir? was ist deine Meinung, was wirst du in dieser Sache tun Rip, Allg. vor -halten: 1. im Klickersp. die Hand unauffällig etwas vorschieben beim Schnellen; ruft der Spieler fürhaldens (-haləsmər)! so ist ihm dies gestattet, falls nicht der Gegner vorher gerufen hat fürhalde gelt net! Dür, Geilk, Gummb-Rennerschd, MülhRuhr. — 2. übertr. a. einem etwas v., Vorwürfe machen, dat hält hei mej noch ömmer för, dat hei mej es (einmal) fif (5) Daler gelennt hät, — dat ek op Kermes besope no Hüs gekomen bön Mörs, Allg.; ich hon em all sei Sende vorgehall Saarbr, Allg. — b. einen ermahnen, warnen; der Her (Pastor) hot mir esu schin firgehalen am (im) Bechtstuhl eine Ermahnung gegeben Bitb; ek häbb ör genug förgehalden, dat se sech örntlech opführe sall; ek häbb et ör genug f., wat dat för nen Suppsack (Säufer) ös, äwer sej wolden jö nit lustere Mörs, Allg. — c. ausdauern, mit sachl. Subj.; dat (de Fliss udgl.) hält net lang für; dat hält net lang für, dat e flisseg ös; et hät äver net lang fürgehale Rip, Allg. zer -halten: sich z., übertrieben eine Gemütsstimmung äussern, sich aufführen, bes. im Zorn laut sprechen u. schimpfen, sich streiten Bitb, Prüm. PfWB zu -halten: 1. etwas z. a. die Türe, das Fenster, den Deckel, den Korb, die Augen, überhaupt Schliessbares z., geschlossen h.; de Stoppen as aus dem Fass, de muss mat dem Fänger z. Bitb, Allg.; halt de Uhren zo, wannste't net hüre wells! Rip, Allg.; dat Bies (die Kuh) hält de Melch zo hält die Milch zurück Neuw-Etschd. RA.: Hau ding Dör zou! sei vorsichtig im Verkehr mit den Nachbarn Aach. De hält de Zuglöcher zou er steckt die Hände in die Tasche Bernk. Mer hält den domme Jong net de Aən (Augen) zou er macht mir nichts weis Merz-Saarhölzb. De Fus (Faust) z. nichts beisteuern Rip, Allg. — Absol. beim Verstecksp., von dem, der suchen muss (er muss die Augen mit der Hand z., bis er durch einen [Bd. 3, Sp. 166]
Ruf [etwa alert! Ottw-Neunk] zum Suchen herbeigerufen wird) Nahe, Saargeb., Simm, Aden-Borler, Dür-Birkesd, Gummb-Berghsn; davon heisst das Spiel Zuhallches, –les Nahe, Saargeb., Simm [Zuhall Kreuzn-Kirn]. — b. einem den Hals, die Gurgel z., ihn erdrosseln, ihn wirtschaftlich ruinieren Allg. — 2. übertr. a. einem z., seine Partei ergreifen; de hät dech (möt dech) tugehalde Kemp, Allg. — b. absol. aushalten, halt zo! Rip, Allg. PfWB ElsWB LothWB Halt Allg. Sg. t. m.: nach dem Nhd.; H. machen, han, kriegen, geven; ene H. söken; ohne H. sen Rip, Allg. An- halt: 1. Tränke für Pferde MGladb. — 2. in der Wend.: He es van Anhaut geizig Eup. 3.a. Anhaltspunkt; hätt eich nummen (nur) änen Onh., dat ich wesst, wu ich mich sollt hilossen an (in) der Sach Bitb, nach dem Nhd. verbr. — b. Stütze, Trost; se woər sinne A. Eup; wie seng Motter sturf, hatt e kenen (rechten) A. mih on verkom Rip, Allg. Auf -halt: Hindernis bei der Arbeit oder Reise; mer hatten viel Ophal Bitb-Dudeld; do gif et Ophoul MülhRuhr. | |