| NRhWB Johann(es) johan, –ha·n., auch ju- , Demin. -hęnχə(n), –ę·n.-, –hęnəkə; seltener joha·n.əs, jə- [-hā- Bitb], Rhfrk, Mosfrk gə- [joa·n., ju-, jū- Allg.; jǫxhan Wend, Ottw, Saarbr; hywę·n. Köln-Frechen]; Kurzf. ja·n.əs, –ę-, ję·n.əsχə(n), ję·n., ję·n.i WEif, Aden, Ahrw, Rheinb, Köln-Stdt, Mörs [-ā:-, –:- Bitb, Prüm]; jān, ję·n.χən Bitb; jan, ja·n. LRip, NBerg, SNfrk, Klevld [jən Monsch-Witzerath; -ā- Aach-Ld; janə Eup, Selfk; jn, –ǫ- Heinsb; juən, janə, –ę- Heinsb-Breberen; jan, –ę-, jęnəkə Geld, Mörs; jantjə nach dem Ndl. im Klevld]; hanəs, –ę-, –·n.əs [-u-, –ū- Saar, Mos (s. Hahn); -ā-, aber -ę- Bitb]; hę·n.əsχə Allg.; hants, –·n.ts [Bitb -ā-, –:-, –ę-; Trier-Stdt -a-, –ę-] meist spöttisch u. in übertr. Bed.; ha·n., –ę- Prüm; ha·n.ī, –niχən [Bitb -ā- u. -a- u. -ę-] Trier, WEif; spöttisch hās Bitb-Rittersd; hāsor Bitb-Hütting; a·ŋ., –ę-, ę·ŋ.əlχən (-əlkə, –əltjə) Allg.; ę·ŋ.əl Mosfrk [jedes Dorf hat mehrere dieser Kurzformen] m.: 1. die Heiligen u. ihr Tag. a. J. der Täufer. α. sein Geburtstag, 24. VI., der Summerjehannsdag, [Bd. 3, Sp. 1179]
der lange J.dag. RA.: Et es mar Oəvend en Morge, sät (sagte) de Frau, du wor et öm Sint Jann en de Sommer Geld-Wachtendonk. Fastelowend es ene Geck, Possen (Ostern) es enen Eierbeck (-schnabel), Pengsten es en groten Her, sent Jann (es enen gujen Her) brengt ons de Sommer wer (wieder) Klevld. Jehansdagmoargen danzt de Sonn Bitb-NWeis. — Bräuche. Man windet Kränze aus J.blumen (verschiedene Bl., meist nicht Hartheu, hypericum, sondern am Nrhn. Fetthenne, Mauerpfeffer, s. telephium u. acre; im Kr. Sieg, Bo Wucherblume, Ochsenauge, chrysanthemum leucanthemum, in der Eif Kamille u. Donnerkraut, sedum telephium, in Daun-Katzwinkel Windrös-chen, in Geilk Johanneskreuzkraut u. Rainfarn) u. wirft sie während des Mittagsglockengeläutes auf das Dach, das dann vor Blitz bewahrt wird Daun, Aden, Ahrw, Bo, Sieg, Bergh-Mödr, SNfrk hier u. da; in Monsch-Witzerath werden die J.kränze in der J.nacht auf den Rasen gelegt u. am Tage über die Haustüre gehängt; in Bergh-Grouven werden unter dem Dachgiebel oder an einem Fenster J.kronen aus Klettenstrauch mit Feldblumen am Vorabend des Festes befestigt; um Mitternacht geht der hl. J. durch das Dorf u. segnet sie; die Krone bleibt hängen, bis das erste Getreide eingefahren wird; dann nimmt man sie ab u. legt sie unter die ersten Garben, damit die Scheune von Mäusefrass, Feuer u. a. Unheil verschont bleibe; in Daun-Rengen 1856 wurde am J.tage vom Küster eine Stunde lang nachmittags geläutet; beim Beginn des Läutens liefen die Kinder in die Wiesen u. flochten Kränze aus Blumen, die sie dann auf die Dächer warfen; in Bitb-Speicher 1856 warf man solche Kränze auf die Dächer u. hing solche an den Türen auf; in Prüm 1856 wurden Kränze an den Ecken der Strassen angebracht; die Kinder tanzten unter denselben u. sprachen die Vorbeikommenden um Geld an; in Trier-Schleidw 1856 verzierten die Burschen ein Bäumchen mit Blumenkränzen u. Bändern, zogen damit in die nachbarlichen Orte, heischten Eier u. verzehrten diese bei Tanz; das Bäumchen wurde im Orte zur Schau gestellt; in Altk-Wissen hängt noch heute während der Prozession am Feste des hl. J. vor jedem kath. Hause der Johanneskranz, ein Blumenkreuz; in Daun-NEhe (1856 schon veralt.) flochten die Kinder Kränze aus J.blumen u. Jungfrauflachs u. warfen diese auf die Dächer; einige Zeit darauf, wenn die wilden Stachelbeeren reif wurden, sammelten sie sich an einem Sonntag Nachmittag um ein altes Mütterchen, nahmen die jetzt welken Kränze u. zogen betend aus dem Ort; die Kränze wurden auf einen Haufen geworfen u. angezündet; hierauf liefen sie mit den noch brennenden Kränzen an die Stachelbeerhecken u. beräucherten diese; dann zogen sie mit dem Mütterchen betend wieder in den Ort, knieten sich hier vor das [Bd. 3, Sp. 1180]
Mütterchen u. empfingen nebst dem Segen mit der Hand derselben den Jesusknipps, einen leichten Schlag auf die Stirne; von da an durften die Kinder die Stachelbeeren essen. Im Klevld wird der Sent Jannstack, ein mit Jannskrütt (sedum telephium) bekränzter Nussbaumzweig, über der Türe mit einem Segensspruch aufgehängt zum Andenken an die Legende, dass J. bei seiner Gefangenschaft in ein Haus gebracht u. über dessen Tür ein Nussbaumzweig angebracht worden sei, damit die Häscher das Haus wiedererkännten; am folgenden Morgen aber hätten über allen Türen diese Zweige gehangen, u. auf diese Weise sei J. gerettet worden; in Rees (1878) fertigen ärmere Leute, meistens Kinder eine Krone aus Jannskrütt (sedum telephium) an u. nageln diese in der Nacht zum 24. VI. über die Haustür anderer Leute fest; am andern Tage gehen sie dann an das Haus, halten einen Teller in der Hand, auf dem ein kleines Gläschen mit Schnaps steht, u. sagen: Ene kühlen Dronk, ene lustige Sprongk ter Ehre van sint Jann; sie empfangen nun etwas Geld; te Ehre van sent Jann, en Mötje (Mass) en de Kann, en M. en de Fuselfläss (Schnapsflasche), te Ehre van sent Jann! Mörs-Xanten. In Köln-Vingst wurde (bis ca. 1880) eine Blumenkrone in der Stube aufgehängt, die mit auf Ketten gereihten ausgeleerten Eierschalen geziert war; Mädchen von 9—12 Jahren gingen rund u. baten: Geft us jet unger (unter) de J.krun; zum Danke für Spenden wurde ein Gläs-chen süssen Likörs gereicht; aus dem Erlös wurde ein dicker Reisbrei bereitet; die Eierschalen wurden nachher unter leichtem Müll verdeckt, u. mit verbundenen Augen schlugen die Teilnehmer auf sie los [der Tanz unter der Johanneskrone, von dem Montanus berichtet, ist der Erinnerung entschwunden]; dieser J.kranz bleibt nach dem Volksgl. das ganze Jahr grün. In Monsch steckt man den Mädchen Maien an die Giebel. In Bitb-Genting ging früher (vor 60 Jahren) am J.tag eine Prozession bis ans Dorf zu einem Kreuz; in Bitb-Wiersd wurde bis 1880 J.brot gesegnet. Johannesfeuer werden noch angezündet in Kreuzn-Heddesh Hergemf Rüdesh Sarmsh Wallhsn, Goar-Trechtinghsn, Bernk-Monzelf, Bitb-Echtershsn, Trier-Schleich, Daun-Katzwinkel, May-Kehrig, Altk-Herdrf Betzd Wolsf Lissing Kirchen Hommelsbg Molzhain (früher noch in NSchelderhütte Alsd Kötting), bis zum Weltkriege in Wend-Alsw Marping Berschw Urexw; ausserdem gibt es noch 22 Zeugnisse früherer Übung (von 1817—1850) bis Ahr, Wied; dazu Dür-Birgel 1870, Kemp-Tönisbg 1860; in Köln-Stdt (XIX/1) verbrannte man Kräuterbüschel, um die bösen Geister zu bannen; im übrigen wurden 1762 die J.feuer von der Regierung in Jülich, Berg verboten. Lied beim Einsammeln des Holzes: Kling, klang, Gloriam; morge hommer Feierdag; sitzt de reiche Herr im Haus, wirft e Wellche Holz eraus zum J.feier! [Bd. 3, Sp. 1181]
Kreuzn-Sarmsh, — langt mer e Wellche Holz eraus vor's J.feier! Goar-Trechtinghsn; erhalten die Heischenden nichts: die Isel un die Stockfisch, die gewe alle Johr nichts! Strih raus, udder den Wolf an't Haus! Prüm-Waxw. Steuert, st. fer't J.feuer! May-Kehrig. Im Kr. Wittl 1853 eilten die Burschen u. Knaben ohne Teilnahme der älteren Leute am Vorabend des J.tages auf die Berge; sie trugen Pech- u. Kienfackeln u. ein mit Stroh umwundenes Rad; diese wurden auf der Höhe angezündet, u. das Rad wurde unter Jubel den Berg hinabgerollt; die Burschen aber eilten mit den brennenden Fackeln ihm nach ins Tal, u. man hielt es für eine glückliche Vorbedeutung für den, dessen Fackel dabei nicht erlosch, so auch aus Birkf 1840 überliefert, noch lebendig, aber in die Mainacht verlegt, in Birkf-Schwarzenb, Trier-Braunshsn Castel. In Bitb-Speicher 1856 wurde vor dem Orte ein Feuer angezündet, u. alle Burschen mussten über dieses springen; denen der Sprung nicht gelang, durften nicht mitgehen, Eier zu heischen. Ein Hüttenbaum wie am Hüttensonntag in den Fasten bildet in Bitb-Echtershsn den Mittelpunkt des Feuers. — Mancherorts sind Heischegänge um Eier als letzte Reste der J.bräuche überliefert; so in Prüm-Fleringen 1856, an der Blies u. Nahe mancherorts; dabei werden Heischelieder gesungen, so folg. aus Birkf: 1. Heut haben wir Johannisnacht; grün ist die Linde; da wandern wir die ganze Nacht; Junge, grüss den Wirt im Tal, Euer Hausgesinde. 2. Wir fordern Käs, ein halbes Brot; das tut uns jungen Burschen gut. 3. Es tut uns zwar so nötig nicht; wir fordern unsere Jahrespflicht. 4. Dort droben auf der Leie, dat steht ein Korb voll Eier. 5. Ei, sein sie denn so grosse? So wollen mir drum lose. 6. Ei, sein sie denn so kleine? So gebt mir zwei für eine. 7. Ei, sein sie denn so süsse? So gebt uns eure Ziege. 8. Ei, sein sie denn zerbrochen? So gebt uns eure Tochter. 9. Das Kindlein in der Wiege, der liebe Gott soll's wiege. 10. Ach, Fräulein, tummel dich balde, der Tag ist schon vor'm Walde. 11. Ach, Fr., tu dich ringen; wir müssen noch nach Bingen. 12. Wir müssen noch nach B. hinein; morgen müssen wir im Wirtshaus sein. 13. Dort droben ist der First, da hängt ein Stang voll Würst. 14. Ach, lasst uns nicht so lange stehn, wir müssen noch in's Wirtshaus gehn. 15. Det Hinkel uf dem Seddel, det schläh en Donnerwedder. 16. Die Frau, die hat sich bald bedacht, hat uns die Eier im Hemd gebracht. 17. Wir danken auch für Euer Gab, die wir von Euch empfangen hab. 18. Jetzt legt Euch wieder schlafen; wir ziehen unsere Strassen; die eingesammelten Gaben werden am nächsten Sonntag mit den Mädchen im Wirtshaus fröhlich verzehrt (Eierball). In Waldbr-Eckenhg wird gesungen: Feier, Rose, Blümelein, Eier, wackersch [Bd. 3, Sp. 1182]
Mädelein; sing (sind) de Eier klen, get mer zwei för en; Pi-pa-soll, mir han et Körfchen voll bis øven an de Henke, mir konnen et nit me schwenke! — In May-NMendig marschieren die Junggesellen durch die Strassen des Ortes; an jedem Platz halten sie, bilden einen Kreis, in dem einer das Fähndel schwenkt. In Wend-Urexw ziehen die jungen Leute mit dem Pastor auf den Wasen mit Musik, um da zu tanzen; sie führen dabei eine grosse aus Teig gebackene Popp mit; die Mädchen tanzen mit der P. herum, die dann später zur allgemeinen Freude zerteilt u. gegessen wird. In May-MüMaif backen die Bäcker zum Johannimarkt geflochtene Kränze, die die Jungen für ihre Mädchen kaufen. — Mancherorts finden auch noch Johannesmärkte statt (Siegen, Neuß (zingk Jannsmart)); in Geld-Hinsbeck wird an der J.kapelle eine kleine Kirmes abgehalten; in Kref-Anr wird bei der Jehänneskeskermes (auch zent Jehannsk.) die Johannestracht gefeiert, eine kirchliche Prozession, bei der das Bild des Hl. getragen wird; noch 1879 wurde Korn u. Wasser gesegnet; kleine Teile davon wurden von den Pilgern mitgenommen. In Alk-Fischb erhält der Hirt am J.tage seinen halben Lohn vom Jahre; in Altk-Sassenr haben die Hirten an diesem Tage frei u. besuchen den Johannismarkt in Siegen (s. weitere Hirtengebräuche bei Hirt). In Altckötting Isert Peterslahr Seelb findet die Brunnenreinigung statt; in Seelb streute man Salz hinein, damit das Wasser gesunder würde. — In der J.nacht kann man vergrabene Schätze heben; geht man zwischen 12 u. 1 Uhr nachts auf einen Kreuzweg, erblickt man ein blaues Flämmchen, das zu der Stelle hinführt Waldbr-Wildbg. In der J.nacht werden von Kundigen die heilbringenden Kräuter gesammelt, so vor allem das J.kraut u. Arnika, Allg.; wenn Kamillentee gesammelt werden soll, muss man warten, bis Johannestau drop kumme es, sonst wirkt er nicht u. lässt sich auch nicht aufbewahren Grevbr-Jackerath, wie denn dör sent Janns Dauw gonn in aller Frühe als heilbringend gilt Geld, Allg.; früher war es am Nrhn. Sitte, in der J.nacht etwa auf ein Kleefeld sich zu begeben u. im Tau sich zu baden u. diesen ausserdem mit einem Tuche zu sammeln, um damit die Angehörigen zu waschen u. sich so bes. vor Krätze zu sichern. Dat Wasser es Weng (Wein), on du bes meng (mein)! mit diesen Worten soll der Teufel den Frevler ergreifen, der das in der J.nacht zwischen 12 — 1 Uhr zu Wein gewordene Wasser schöpft Waldbr. Erbsen, am J.tage gekocht, heilen als Salbe während des ganzen Jahres alle Quetschungen u. Wunden MGladb-Korschenbr; im Heilspr. heisst es: hele, h., bute, Ferkesschnute; achter sint Jann, do wohnt ene Man, de dat Kinnecke (Fengerke) hele kann Geld. Mit einer Haselnussgerte, am J.tage vor Sonnenaufgang geschnitten, kann man einen Abwesenden [Bd. 3, Sp. 1183]
prügeln, wenn man auf einen ausgezogenen Rock mit ihr schlägt Schleid-Wollenbg. Ruft ein Mädchen in der J.nacht um 12 Uhr in den Schornstein hinauf ‘Wie heisst mein Bräutigam’, so wird ihm ein Geist Rede stehen MGladb-Korschenbr 1881. In der Umgegend von Elbf pflanzten junge Leute, wenn sie um das Liebesverhältnis anderer wussten, am J.tage zwei Exemplare von sedum telephium oder zwei braune Kohlstauden in eine alte Mauer oder Böschung u. benannten diese mit den Namen der Liebenden; derjenige nun, dessen Pflanze sich beim weiteren Wachstum von der anderen abneigte, löste das Verhältnis; wuchsen beide Pflanzen aufeinander zu, so wurde ein Paar aus den Liebenden. — J.tag darf man nicht stricken oder flicken, sonst schlägt der Blitz ein Koch, May. — Haben die Mägde bis J.tag das Möhrenfeld noch nicht von Unkraut gesäubert, so stecken ihnen die Knechte einen Dornenzweig (-mai) auf das Beet; sie sagen: ihr krit plaz ene Mann ene Mai Grevbr-Wickr; sie bekommen einen Strohmann aufs Beet gesetzt u. dürfen nicht mit zur Kirmes gehen MülhRh-BGladb, Bergh-Horrem. — Zent Jann wellt sebbe (7) Dude han: ene em Bett on ene em Klemme, ene em Fahre on ene em Schwemme, ene zo Perd on ene zo Foss, on ene andersch nouch blive moss Dür; zint J. well han sibbe dude Mann; ver, de schwemme; drei, de klemme Köln-Stdt; zink J. well drei Dude han: ene ze Wasser, ene ze Land on ene om Kerschbom Neuss, Düss; zönt J. brengk ene dude Mann; et küt ze klömme odder ze schwömme Köln-Sürth; om zint J. mott er ene dran, ene huəhge Klömmer off ene depe (tiefer) Schwömmer Kemp; de J. verlangk ene huhe Klemmer odder ene depe Schwemmer Sieg-ODollend; zent J. wellt han ene duə Mann; krit heə öm net beim Schwemme, dann krit heə öm beim Klömme MGladb; zinkt J. well drei Dode han: ene em Water, ene op der Erd (Blitz), ene ut der Loft Düss-NKassel; op zint J. geven et drei duət Mann: ene huəhge Klömmer, ene diepe Schwemmer on ene volle Süper Geld-Straelen; zengk J. brengk ne dude Mann, om Bom odder em Wasserstrom Dür-Kreuzau; Johannes hasst de huh Klemmer on de def Schwemmer Kobl-Neuend; von de Johannes onversagt seəven (7) duət en ene Schlag Viersen; de Jəhannes klemmp on schwemmp geərn Sieg-Rhönd; Petrus wor ken Schwemmer, J. wor ken Klemmer Neuw-Gladb; J. wor käne Schw. un käne Kl. Wittl-Reil; J.dag net klommen, Margretendag net schwommen! Bernk-Burgen (diese Anschauung ist von der Mos an nördl. verbr.). Jan un Trin (Trine) trecken an en (derselben) Lin (Leine) an diesen Tagen dasselbe Wetter Heinsb-Süsterseel. Wenn menge Dag (Fronleichnam) op denge D. (J.tag) fällt, dann vergeht de Welt Dür-Poll. — Bauernregeln. Michels Damp es besser wie Jehanns Moll wenn M.tag der [Bd. 3, Sp. 1184]
Dampf die angezündeten Schiffelhaufen (s. d.) durchzieht, ist das besser, als wenn die Haufen zu J.tag rasch zu Staub verbrennen Saarbg. Johannis-Newel krit kan Brut geborgt, er muss seinen Broder Michel als Birgen brengen Goar-Alken. De Johannes döf (tauft) met Wasser es regnet gern an diesem Tage MülhRh-BGladb. Dat et of J.dag on Pitterschdag rent (regnet), es sicher; denn J. on Petrus woren Fescher Altk-Willr. För sint Jann beid öm Regen, na s. J. kömmt hen ongelegen Geld, Allg. Wenn's uf de J.dag rent, dann rent's noch hunnert Dag deno Simm-Schwarzerden, — vierzig D. Aden-Virnebg. Wäscht sent Jann den Hahn de Pöt (Pfoten), gef et seker schlechte Nöt (Nüsse) Mörs-Rheinbg. Wenn et zint Jann reəgent, dann kömmt der Worm en de Nüət (Nüsse) Heinsb-Waldenr, — worren de Nötten dof (taub) Rees-Haldern, — dann krig alles de Wurm en Jül-Boslar. Wonn't am J.dag rent we dörch e seiəre (seiden) Doch (Tuch), da bliwt keng Bras (Rasen) e keinem Broch (feuchte Stelle) dann kann der Haubergsbesitzer die Rasen brennen, dass kein Stückchen R. im Bruch liegen bleibt Siegld. — Im April leit (liegt) mer e Stinnchen still; im Mai l. mer er zwei, im Jann l. mer, so lang mer kann Trier-Schleidw. — Johanni Blot (Blüte) es immer got, Petri Bl. es auch noch g., Margreten Bl. deiht selle g. bei der Traubenblüte Ahrw. Eine Dag fir J.dag gesät, daəht (tut) acht Dag em Räfen (räffen) Koch-Laub. Johanneskore halb verlore Bernk-Gösenr. Maidag en Rab, J.dag en Knab am 1. Mai soll sich ein Rabe im Roggen verstecken können, J. ein Knabe Altk. Zingk Jann brickt dem Korn (Roggen) die Wortele Mettm, Düss. Der Hafer sagt: breckst de mich för zint Jann de Nock (Nacken), dann föll ich dich in den Herres (Herbst) de Sock (Sack) Geld-Leutherheide. Fällt J.dag en den Neumond, quillt de Hawer bes en de Widd (Bindseil) wächst er bis zum Ende gut Altk-OIngelb. Jehannsdag, de Morge, besicht de Bur de Haver; es he net gerode, es he och noch net verdorve Sülzt; J.dag morge is die Hawwer gewunn ore verlore Kreuzn-Pferdsf; — net gerot (geraten) on net verdorf Goar-Morshsn; am Johannismorgen steht die H. noch em grossen Sorgen Bernk-Hundh, Wend-Steinb, — steht de H. eam Bedat (Bedacht), of se H. soll gean oder Hawerchen Merz-Nunk. Sint Jann drett (scheisst) of frett (frisst) Hawer Rees. Fir Jehannsdag brauch mer kei Gerscht un Hawer ze lowen Koch, Allg. En Buhn, gesatt für zingk Jann, kömmt noch op de Wann Sol. Öm sint Jann seve (7) unger (unter) ene Wann auf ein Flächenmass einer Fruchtwanne müssen J.tag 7 Möhrenpflänzchen stehen, dann stehen genug Heinsb-Höngen. Zent Urban es den Buckendmann (Buchweizen-); den nit anders kann, set (sät) öm op sint Jann Geld-Leuth, Kemp-SHubert, mit der Forts. on wenn öm [Bd. 3, Sp. 1185]
sät met St. Vit, es de Bukent met de Sack quit Geld-Hartef Leuth Veert, Mörs. Potts (pflanzest) du de Planten öm zent Jann, dann kriste Köhl (Kappes) wie ne Wann Kref-Osterath, Verbr.; enne Kappes en de Mai, en Deng näs (als) en Ei, K. öm sent J. so grot as en Wann Geld, Rees; sönder Jann, dat es den besten Kappesmann Dinsl-Gahlen, Köln-Sürth; für zent J. ene Kuhl (vom Winterkohl), no z. J. e Kühlche Aach-Merkst Kohlschd. Fir J.dag get et Rommele (Runkelrüben), no J. Remmelcher Goar-Morshsn. Am J.dag zwischen 11 u. 12 Auer morgets muss der Sommersalot gesät weren Saarbr-Fürstenhs. Zingk Vit (Veit) send de Kiərsche rip, z. Jann send se de han MGladb, Kemp. Für sent Jannt eine Band die Reben sind zum ersten Male anzubinden Sieg-Rhönd. Wenn de Drauwen Jehannsdag hänken, da ka mer Märtesdag de Gläser schwenken Bernk-Dhron. Sent Jonn fängt den Heubäu (Heuernte) an Kemp-Breyell. Es J.dag do, so as det Mähen no Wittl; J.dag ös et Gras (Heu) rif Bo-Muffend, Jül-Linnich; för sent Jann mähjt Jann en alle Mann, no s. J. m., wij mähje kann Klev, Rees, Eup-Herbesth. Blöht der Hedderich fir J.dag, dann schad er der Frucht net; bl. er no J.dag, es de Fr. verdorwen Altk-OIngelb. De Destele motte op Jannsdag gestoəke weərde, dann goəhn se kapot on komme net miəhr MGladb-Bockert, — dann blöhn se sech duət Kemp-Breyell. Gegen den Erdfloh half es, wenn man am J.tage auf jedem Beete drei Pflänzchen behackte u. Erde anhäufelte; dann musste der Erdfloh von den anderen Pflanzen wegbleiben Birkf 1840. J.dag mutten de Eərpel (Kartoffeln) geritzt (behäufelt) sin Gummb-Berghsn. We mer St. J. kann de Äppel sichten, muss sich de Bur op Stippe (Stützen) richte MülhRh-BGladb. Bei zingk Jann em Summer darf mer de Botter deck schmerre, dann sin de Köh melk ebd. Em Aprel sengkt der Kuckuck, wann he well, on zengk Jann, wenn he kann Monsch-Rollesbr; wenn der Guguck no Johannesdag sengt, enen nassen Herfst er us brengt Mos, — dem Bauer winneg Notze brengt Daun-Tettschd, — git et en düər Johr Sieg; vor Jehonnesdag is er Guguck un no J. is er Stossvogel Saarbr-Riegelsbg. Wonn d'Beien em Herrlechemsdag (Fronleichnam) schwärmen, bauen se en Hochwerdeg (Monstranz); wonn se em J.dag schw., bauen se e Kelch geringeren Honigertrag Prüm-Ihren. — β. J. Enthauptung, 29. VIII. St. Jann Kopp af, Schlop (Schlaf) üt, Bottramm af mit dem Tage hört wegen der drängenden Erntearbeit der Mittagsschlaf u. das Vesperbrot auf Rees. Zint Vit makt os (weərde vür) de lang Dag quit, zint Jann hölpt os (flott) dervan Heinsb-Wassenbg, SNfrk, Jül-Boslar. Senter Klos (Nikolaus) sett de Dag (se) op de Moət (Mass); s. Janne sett se wer dervanne Eup. — b. J. der Evangelist, 27. XII. Wenn ek in min Beddcken trej (trete), tr. ek in Marias Stäj [Bd. 3, Sp. 1186]
(Stätte); M. es min Moder, J. es min Broder usf. Gebet der Kinder Klev. Im Trierischen noch vielfach Weinsegnung in der Kirche; in den Winzerorten trinkt jedes Familienmitglied von der Flasche gesegneten Weines einen Schluck u. schüttet etwas davon in das Fass Bernk-Dhron. Im Rhfrk u. Mosfrk ist nach Wk. Lichtmeß der J.tag Ziehtag des Gesindes: Stäfen (Stephan) däht de Gesinner de Kläder (Lompen) räfen, St. J. dräht (führt) se zum annere Mann. — c. J. von Nepomuk, 18. VI. (Johannes Bommesiənəs Kref-Anr). Dat es der J. von N., hät kene Steck on och ken Schmuck (Gerte) Eusk-Weilerswist. Hannes von N. höt (hütet) de Säu un hät ken Sehmuck Aden-Liers. J. va N. es versoffen em Kaffemuck Monsch. J. von N., hast de die Knöf (Knöpfe) alt (schon) zu an der Struck (Gamasche)! Prüm-Rommersh. — 2.a. der männl. sehr häufige Vorn. Neckverse. Gohann, steck's Licht an, es Kend hat gefurzt! Ottw-Spiesen. G., spann an, drei Katze voran, drei Meis druf, J. uə (oben) druf den Blocksberg ənuf! Birkf. Johannes, Schlabannes, Schlabotzeben, schlag der Koh e Ben vanen (voneinander)! Schleid. Johannes, Klapphannes mot dem kromme Bockseben wirft seng Frau mot Scheissdreck hem! Prüm-Elchr. Wippupp, Johännes-chen, ich wet (weiss) en Duwennest; de Ollen fleigen druten, de Jungen bliwen im Nest! NBerg. Pedder Johannes woll Fesche fangen, do blef he met der Angel en der Bocksenpipe (Hosenbein) hangen Lennep-Hückeswg. Jannes, Bärbannes, Bärbotzenben, koch sur, k. söss, k. van allerei Gemös! Malm-Weywertz (andere Neckverse s. bei Hannes, Hans, Janes, Jann, Schang). — Der Buchfink (Drossel) singt: Juhämche, J., bös de kalvinsch? MGladb, Grevbr. — RA.: Me han de Johann verzehrt gesagt vom Begräbnistrunk (bei Junggesellen u. Jungfrauen) Bo-Alfter. — Rätsel. Johannes, de lange, hät alles do hange; en Weər (Wetter) on Wengk (Wind) bommelt alles öm Johannes si Dengk Bohnenranken an der Stange MGladb. — b. der Vorn. ist mit zahlreichen anderen Vorn. zu Doppelnamen verb., hierbei J. stets in Kurzf. Hannesjösep, –jupp, –ju, –jokob, –bäərtes (Hubert), -krest, –mechel, –mäərtes (Martin), -pauəls (Paul), -pitter, –teis (Mathäus), -wellem Rip, -neckel (Nikolaus) Goar-Gondershsn, -jusep Koch, -änner Siegld, -arem (Adam), -perer Hunsr, -ändun (Anton) Goar-Condershsn, -gierend, –girret (Gerhard), -görg, –jusep, –mades Altk, Neuw, -tieres (Dietrich) Sülzt. — Hansneckel Prüm, Malm, -pitt Bergh, -wellem Aach, -derick (Dietrich), -dores (Theodor), -pitter, MGladb, -mates, –nickel, –pickder (Peter) Bitb, Wittl, Bernk, Daun, -piter, –pear, –wellem, -hermen NBerg, -klos (Nikolaus) Gummb, -gört (Gerhard) Kemp-Dornbusch, -pitter, –görgen, –adem Bergh. — Hannadəm, –arəm, –dəm (Hännäddəm Koch-Hambuch) Rhfrk, Mosfrk, -edunn (-anton) May, -oləf (Adolf) [Bd. 3, Sp. 1187]
[Bd. 3, Sp. 1189]
Wittl, Koch, -berdəs (Bernhard, auch Hamm-) Mosfrk, -bäste (auch ham-) Birkf, -dries (Andreas) Trier, -diel (Tillmann, Daniel) Simm, -filəp Zell-Merl, -filəps, –fipps, halipps Neuw-Datzeroth, -fränz Trier, -friderich OBerg, -gerlach Altk-Hellert, -gerg, –girge (Georg) Rhfrk, Mosfrk, -enner (Heinrich) Siegld, -jochəm (Joachim) Neuw-Datzeroth, -job, –jäb, –jockəm, –jockel Rhfrk, Mosfrk, -jusəp, –jupp Mosfrk, Sieg, Ahrw, Rheinb, Wippf, -krist Simm, Gummb (Hang- Neuw-Datzeroth), -karəl Simm-Schlierschd, haŋkāl Birkf, -krischduffel Simm, -matteis (ham-) Koch-Urschmitt [haməteis Kobl-Weissenthurm; hanteis Neuw], -michel (ham-) Bernk-Rhaunen, -nickel Rhfrk, Mosfrk [Hannick Malm-Aldring; Hannklos Koch-Gevenich; Hannikl. Bernk-Maring], -pauts (ham- Paul) Altk-Flammersf, -perer, –pitt(ər) Rhfrk, Mosfrk [meist ham-; Hapitt Bitb, Prüm; Handpitter Sieg-ODollend; Hamm oder Häpp Aden-Dollend], -lipp (Philipp) Nahe, -bäschte (Sebastian) Nahe, -dorəs (Theodor) Trier-Fell, -tobbes (Tobias) Saarbr, -dummes (Thomas) Saarbr, Siegld, -welm Bernk-Neumag, Neuw-Datzeroth. Siegld. — Janespitter Prüm, Aden, -jösep Rheinb-Queckenbg. — Jannderk, –därk (Dietrich) Klevld, -händrek, –hänn Geld, Mörs, -kasper Barm, -klas (Nikolaus, auch Jakloəs) Eup, -mechel Eup, -wellem Aach, Nfrk. — Schangbatiss (Baptist) Aach, Schambadist Trier-Stdt, Malm, Düss-Stdt, Schambətist Kobl, Schambəs Nahe, Kobl; Schammechel Eup; Schampiər (Peter) Saar, Trier, WEif [Schmpjär Saarl; Janpiă uWupp, Elbf]. — Jasarət (Arnold), -lennərt (Leonhard) Monsch. — Spottverse. Hannickel, mach Zickel, mach nore kä Bick (Böcke), sust kriesde haut (heut) mettag kä Salz in de Supp! Simm-Klosterchumbd. Hannickel, loss de Mout (Mut) net sinken; Reinche will noch e Schobbe drinke! Bernk-Hottenb. — Hannickola, de Fasenacht es da; ihr Leutche, stiht op on schneid mer jet vam Schenke usf. Fastnachtsheischeld. Aden-Siebenb. — Anodem, zwei Fodem, drei Reiser, Dreckfresser, klitsch, klatsch! Trier-Mehring. — Hannarəmə (-adam) Neckn. derer von Meis-Meddersh; Hannmärder (-martin) derer von Kreuzn-Daxw; Hanneckele derer von Kreuzn-Bockenau; Hampitt derer von Saarl-Bous. — c. übertr. a. persönl. α. Kutschername Allg. J., spann an! Barm. — β. Diener; ek sin dinnen J. nit; den J. maken NBerg, Allg. RA.: J. mott en Jännschen höbben der Diener muss ein Dienerchen haben Mörs-Neuk. Ene fir seine J. halen zum Narren Merz-Saarhölzb. — γ. gutmütiger Mensch Kreuzn-Oberhsn. — δ. J.əs durch de Wald (so wurde der Schinderhannes genannt) leichtlebiger Mensch Bitb-Dudeld. — ε. Johanner Jasager (im Wortsp. zwischen jo = ja u. J.); zwin Grusser (Bürgermeister), zwin Wisser (Weisse, Greise), zwin J. (Jasager) on enen on (in) sinen Sack das macht [Bd. 3, Sp. 1190]
den Gemeinderat aus Malm-Weywertz. — d. sachl. α. Goldfinger, im F.märchen Simm-Unzenbg, Birkf-Herrst, Saarbg-Beurig Freudenbg NZerf Schoden, Trier-Mehring Züsch, Koch-Bertrich Landkern, May-MüMaif, Kobl, Schleid-Blumenth, Monsch, Eusk, Bo, Dür, Aach, Eup, Geilk-Marienbg, Heinsb-Karken, Kemp-Stdt, Geld-Weeze, uWupp, MülhRuhr, Ess; jan Rees-Wesel; jō:də jan Sieg-ODollend; jox(h)ǫumə Koch-Greimersbg, May-Trimbs. Deimeling, Fingerling, Langermann, J., Butzhäns-chen Trier-Züsch. Dumelänger, Leckfenger, Langmann, J., Pipsock Geilk-Marienbg. Dümeling, Fengeling, Langkmann, Juhann, Pittemann em Lofstall (Laubstall) uWupp. Dümeleng wol schlopen gohn, Landmann wol wat eən (essen), Kochmaun seit (sagte), wo es dann wat, J. sot (sass) henger de Düər on ot (ass) sek wat, klen Pippmüsken sog (saugte) am Fläschken Barm. Dümmling hät en Kuh gekocht, J. hät se na Hus gebrocht, Langkmann hät se gesteəke, Fillefacks hät de Wursch gemäk, on de Klene hät alles gegeəte Kemp. Dümlengk ös enne Pötz gefalle, Lecksplöss hät en erusgeholt, Longkmann hät en nohem gefahre, J. hät en enne Bett gelat (gelegt), kle Ditzche hät et senger Mo gesagt (gesagt) Dür-Bergst. — β. scherzh. Platzregen Trier-Thomm [andere übertr. Bed. s. bei Hann(es), Hans, Jann, Janes, Schang]. Johannes-angst gəha·n.ts- Saarbr, Saarl, Saarbg-Castel f.: jähes Auffahren aus dem Schlaf; Krämpfe der Kinder. PfWB LothWB Johannes-apfel gəhants- Wend-Alsw; gəhānts- Bitb; gəhę·n.əs- Trier; joha·n.əs- Kref-Willich; ja·n.ts- Eusk m.: A.-sorte, Ende Juni reifend. Johannes-aufrecht joha·n.es-oprx Bo-Dransd m.: scherzh. ein schmaler, hochgewachsener Mann. Johannes-bäckelchen nach Wk. III 20 johanəsbęgəlχə, –bg- Bernk-Thalfang Talling Bäsch Etgert Lückenbg; hants- Bernk-Thalfang Immert Gielert Etgert; -gəbgəlχə Bernk-Lückenbg Deuselb n.: Marienkäfer, Siebenpunkt. J., flie nach Trier, bring mir e Fläsch Bier, mir e Fl. Wein, dann beste mein! Bernk-Thalfang. H., flie uf Kreizgorde, bring mir e Weck un dir e Weck; die annere kinne worde bis iwermoar! ebd. Johannes-baumgart joha·n.əsbøŋətχə Sieg-Sieglar n.: Name des Friedhofes. PfWB Johannes-beere (s. S.) das Wort kommt nach Wk. IV 30 nach dem Nhd. auch in den Geb. von J.kirsche, –droschel, –groschel, –knurschel, –ma(r)daune, –traube, –weinbeere vor; mdl. ist es NBerg, Ruhr, Klevld jantsbzə (sentj.) auch johanəs- [hanəs- Rees-Obrighv, Klev-Wyler Louisend; jantswints- Geld-Winnekendonk] (auch trøskəsbzə, jantswinə) [gehansələbērə, gəhantsb. Bernk-Rhaunen] Pl.: wie nhd. — J. kann man zu jeder Zeit einpflanzen; man muss den Setzling am unteren Ende spalten u. in diesen Einschnitt ein Roggen- oder Haferkorn stecken Eif, OBerg Johannes-behelfdich joha·n.əs- uMos 1808 m.: scherzh. Schlaf-, Hausrock. Johannes-beil joha·n.əsbejəl Aach-Eschw, Geilk-Üb n.: [Bd. 3, Sp. 1191]
eigentl. das B., das Joh. Baptista führt. RA.: De es met et J. getitscht der hat einen Hieb weg; de hät ene met J. krege. Johannes-berg m.: B. bei der Kirche, die dem hl. Joh. geweiht ist Verbr., z. B. May-Hatzenport. NRhWB Johannes-bettstroh joha·n.əsbęttrȳ: Bergh-Blatzh, Aach-Breinig n.: Hartheu, hypericum perforatum; Dost, origanum vulgare. PfWB Johannes-birne (s. S.) joha·n.əs- Koch-Laub, May-Bell, Kobl-Güls, Goar-Salzig; gəhants- Wend-Berschw; ja·n.ts- uWupp f.: B sorte, Ende Juni reifend. NRhWB Johannes-blume (s. S.) f.: 1. Wucherblume, chrysanthemum leucanthemum, u. zwar gəhanəs-, joha·n.əs-, jəha·n.ts- Allg.; ja·n.ts- Daun, Aden, Rip (neben jəh-), Nfrk; ha·n.ts- Aden-Antw; a·n.ts- Daun-Katzwinkel, Aden-Borler; hanəs- Klev-Goch [gruss Jannsbl. Daun-Üdersd]. — 2. Bergwohlverleih, arnica montana Siegld-Kromb, Sieg-ODollend, Malm-Bütgenb. — 3. Frauenmantel, alchemilla vulg. Daun-Dreis. — 4. gəha·n.tsblē:mχən Massliebchen, bellis perennis Verbr. nach Wk. Madenblume in Trier-Trittenh, Wittl-Altrich Bergw Bombogen Carl Dierschd Eckf Greimerath Gipperath Hetzhf Honth Hupperath Kinderbeuren Krinkhf Kinh Lüxem Miederlitgen Minh NÖffl NSchleidw Pantenbg Plein Wallschd, Bernk-Erden Lösnich Maring Noviand Zelting, Zell-Brieden Liesenich Löffelschd Mittelstrimmig Neef Peterswald Senh, Koch-Alflen Büchel Bruttig Eller Fankel Gillenbeuren Valwig Weiler Wollmerath, May-Kerben, Daun-Gillenf Mückeln NWinkel Schalkenmehren Strohn Strotzbüsch Üdersd Udler, Schleid-Dollend, Altk-Steineroth; ha·n.əs- Koch-Auderath; ja·n.ts- Daun-Ellschd, Schleid-Hecken Krekel Reifferschd Wildenbg. — 5. ja·n.əsblo·m.ə Flieder, syringa Monsch-Kalterherbg. PfWB Johannes-blut I Mos f.: Blüte des Weinstockes um Johannistag. J. duht immer gut, Margaredeblut duht selde gut. Johannes-blut II Koch, Saarbr-Heusw n.: Hartheu, hypericum perforatum. Johannes-bob gəhants-, gəhǫnts-, hantsbōp, meist -bēbχə, –bχĭn Wend, Saarbr, Ottw, Saarl [-bębχə Saarbr-GrRosseln Fürstenhsn Riegelsbg OVölkl, Saarl-Bous; -i- Ottw-Landsw, Saarbr-Hilschb Püttl] m. (n.): -würmchen, Junikäfer, aber auch Marienkäfer, Siebenpunkt (s. Wk. III 20). J., flie eweg, fl. in Herrgotts Garde; bring mir e Weck, die annere kenne warde! Allg. Hannesböbchen, flie fort, dein Mamma is mit Kriegen (Krügen) fort, dein Pappa leit (liegt) im Bollerloch, die Hasen han en dot gestoch! Saarl-Berus. NRhWB PfWB Johannes-brot (s. S.) n.: 1.a. die Frucht der ceratonia siliqua Allg. — b. Feldmarbel, Hasenbrot, luzula campestris MGladb-Schiefbahn, Mettm-Cronenbg, Prüm. — c. Hirtentäschelkraut, capsella bursa pastoris Aach-Würselen. — d. Joh.trauben Kreuzn-Kirn. — 2. der süsse Kuchen, der bei der Joh.feier gegessen wurde Birkf. Johannes-bübchen nach Wk. III 20 gəhantsbībχə, hants- Wend, Trier-Beuren; -bībəlχə Wend-Berschw Lichtenbg Pfeffelb; gəhantsbībχə Kreuzn-Niederhsn, Meis-Medard; [Bd. 3, Sp. 1192]
hansəbībχə Wend-NAlben n.: Marienkäfer, Siebenpunkt. G., G., flie en Goddes Garde, breng mer e Weck un der e W.; de annere kenne warde! Allg., — flie in Beyersch Garde, bring mer e Äppelche ... Kreuzn-Niederhsn. Hansbibche, flie fort, se Trier kommen se met den Stangen, die wollen deich erhangen! Trier-Beuren. Johannes-droschel (s. S.) ha·n.tsgədrunəln, –i- Neuw-Rüschd Thalhsn Pl.: Stachelbeeren; klän J. Johannisbeeren (s. Wk. Knurschel). Johannes-düppchen nach Wk. III 20 gəha·n.tsdebχən Merz-Weisk, Ottw-Heiligenwald n.: Marienkäfer. Johannes-engelchen j:s- Prüm n.: -würmchen. Johannes-erdapfel tsint jantsrtapəl Klevld m.: frühreife Kartoffel. Johannes-essen joha·n.is- Wippf-Wipperf n.: Festschmaus am J.tage. PfWB Johannes-fest jəhę·n.əskəsfs Kref-Anr n.: F. zur J.kirmes. PfWB Johannes-feuer (s. S.) n.: s. Johannes 1 a; J.förche früher F. von Kräuterbüscheln zur Bannung böser Geister Köln-Stdt. Johannes-filippchen n.: 1. nach Wk. III 20 gəhantsfilebχə Marienkäfer Wend-Eckersw Ruschbg; hantsflībχə Wend-Ausw. — 2. hantsfilibχə Apfelsorte Saarbr-Völkl. | |