| NRhWB Hure hūr, –ūə-, Pl. -rə(n) Allg. [-ō- Köln-Stdt; im Geb. der Schärfung meist ohne diese; doch hört man auch ho·u.r Merz, Hochw; -ō:- Heinsb, Eup; houwər Birkf (früher, jetzt dafür rōlĭχ męnt)] f.: 1. gewerbsmässige Dirne; Ehebrecherin, liederliches Weib (schlimmstes Schimpfw.); dau H., die de bas! Bitb, Allg. RA.: Jong H.ən, al (alte) Betschwestern Trier, Allg.; wenn en H. al (alt) get, get se gewehnlich och noch hellig (heilig, fromm) Bitb-Seimerich. De H.ən loten sek föraf (vorab) betahlen Elbf. De H.ə gonnt öm ene holle (hohlen) Bom eröm uneheliche Mütter werden nach der Niederkunft in der Kirche nicht ausgesegnet Monsch-Witzerath. Et ös ken H. esu klen, se wöll, et wör de ganze Gemen (Gemeinde) Rheinb-Meckenh. Weə seng H. lofe liet (lässt), nemmp en angermanns (ander-) Dür-Birkesd. Wann men gein Jongfern hät, mott (muss) men met H.ən dangsen (tanzen) Sol. Wer neist hot ze schaffe, fang an mit Jure (Juden), H.ə orer Paffe Simm-Schlierschd. — 2. übertr. a. Mäzweller H.ə Neckn. derer von Wend-Mainzw; M. H.ə, scheisse en de Ture (Turm), sch. en's Botterfass, ei, ei, ei, wie rompelt das! — Hur-Huckingen Neckn. von Düss-Huckingen. — b. zu früh kalbendes Rind Ottw-Neunk. — c. Pflanzen. α. Kornrade, agrostemma Sieg-Kuxenbg. — β. nackig H. Herbstzeitlose, colchicum autumnale Ottw. PfWB Huren-bankert Saarbr m.: gemeines Schimpfw. NRhWB PfWB Huren-bengel Allg. m.: dass. PfWB Huren-bettstroh [Bd. 3, Sp. 1019]
-trȳ: Dür-Pier n.: in der Wend: Dat legg (liegt) dorchee (durcheinander) we H. Huren-beutel -bøgəl Sieg-Ägid m.: Schimpfw. Huren-binnes m.: Helzber H.ən Neckn. derer von Merz-Hölzb. Huren-blag Nfrk n.: uneheliches Kind. Huren-bude -būt Simm-Schlierschd f.: Dreckbude. Huren-bummel -o- Elbf m.: liederlicher Kerl. Huren-ditzchen Kobl n.: 1. Feldmohn, papaver rhoeas. — 2. gefleckter Aronstab, arum maculatum. Huren-garten (s. S.) MGladb-Viersen m.: eine Wirtin sagt zu einem leichtfertigen Burschen: Mine Gart ös gene H.; doə kömmste mich möt din Flut (Dirne) net wiət dren! Huren-geschirr -gəēr Trier-Mehring n.: verächtl. schlechtes Handwerkzeug. Huren-gut Saarbr n.: in dem Spr.: H. geht en e Fengerhut. PfWB Huren-haus (s. S.) Allg. n.: Bordell; H. mit liederlichen Weibern; übel verrufenes H. PfWB Huren-hengst Rhfrk, Mosfrk m.: liederlicher, weibstoller Kerl. Huren-junge (s. S.) Allg. m.: schlechter, liederlicher Bursche. Huren-kasten (s. S.) Elbf, Kref n.: -haus. PfWB Huren-kerl Allg. m.: liederlicher K. PfWB Huren-kind (s. S.) n.: 1. uneheliches K., K. einer Dirne Allg. RA.: Staats (geputzt) wie e kurförschtlich H. Eusk-Zülp 1880. H.ər on Gessböcke hant selden Onglöcke Wippf. Es gibt viel H.kinder, wenn die Nüsse gut geraten Elbf. — 2. übertr. a. -ke·ŋ.kχə gefleckter Aronstab, arum maculatum Eup-Raeren; -kint Simm-Buch. — b. -kinər Rindenstücke von kleinen u. dünnen Ästen, beim Lohschälen Wend-Steinbg. — c. H.kennches spiele ein Ballsp.; soviel Kaulen als Spieler vorhanden sind, weniger eine; das Kind, das beim Losen ausfällt, ist das H.; zehn Schritte von den Kaulen befindet sich der Malstrich; das H. stellt sich mit dem Balle auf die Linie u. versucht den B. in eine Kaule zu schieben; gerät dieses, so ist der Besitzer dieser Kaule H.; dieser aber kann sich davon lösen, wenn er einen andern schnell mit dem B. trifft Neuw-Datzeroth. Huren-kram -:- Trier-Mehring m.: dat as H.! Ausdruck des Unwillens beim Nichtvorankommen; Arbeit, die nicht vorangeht, Durcheinander. Huren-kuck Aach-Merkst m.: allgemeines Unwohlsein, Fieber; he hat der H. meist iron., wenn man noch nicht weiss, was recht los ist. Huren-kuh Trier-Mehring f.: Schimpfw., auch Hurə Stöckvieh. PfWB Huren-lamm Westerw, uWupp n.: Schaf, das schon im ersten Jahr Lämmer bekommt. Huren-laub -lāf Saarbg n.: Nebentrieb der Blattwinkel am Rebstock, der manchmal Trauben trägt. Huren-mehl (s. S.) Simm, Birkf, Merz, Rip, NBerg, Klevld m.: in den Spr.: H. geft H.əpannekuck wie die Erziehung, so die Kinder; der Apfel fällt nicht weit vom Baume. PfWB Huren-mensch (s. S.) Allg. n.: Dirne; Schimpfw. | |