| NRhWB Galgen galĭjə(n), im Geb. der Schärfung -a·l.- Allg.; doch -āl- uSaar, Trier, Bitb, Wittl m. Sg. u. Pl.; ja·l.əχ, γa- m., f., Pl. -·l.əjə Monsch, Aach, Erk, Selfk (u. Sg. -jə), Grevbr; γaləχ m., Pl. -γə Klevld, auch Geld, Kemp: 1. wie nhd. RA.: Do steht G. on Rad drop Elbf; er küt van de G. op et R. Aach-Stolbg; gej kommt ok noch an G. en Ra Emmerich; der hät de G. verdent Altk-Bachenbg; du küs noch an de G. Rip, Allg.; meinetwege lof (lauf) an de G.! Trier-Trittenh, Verbr.; dau stearbst am G. Wend; du hersch gehänkt an de hehgschte G. Kreuzn; ek sieh de hangen an den G. Rees; den heng mer besser an de G. Gummb; den es rip (reif) för de G. Klev, Allg.; de verdrüg (vertrocknet) noch am G. der junge Taugenichts; der brengt sech noch selver an de G. der Schwätzer Sieg, Aach; en as ze schlecht fer an de G. Trier-Euren, Allg.; Jong, wenn de meng (mein) wärsch, ech heng dech an de G.! Ahr, Allg.; goht (lop) no de G. geh zum Henker, auch Ausdr. der Verwunderung Klevld; nömm dech en Och (Acht) för dem, de hölp dech a jen G.! SNfrk; hej hät min an de G. geroje mich verkehrt beraten Rees; er hot sich de G. bis an de Hals getrieb Bernk-Wolf. Ber annern enen G. baut, get selwer dron gehängt Koch-Clotten. Den krall ich mir am G. Altk-Herdrf. Ene goə (guter) Verbreəker kömmt net an der G. Heinsb-Myhl. Armot hät mancherein zom Her gemat, äver och vill an der G. gebrat Köln. Gliche Def (Diebe), gl. G. ebd. De lüt (lügt), de stillt; de sengt, de brennt, de get zeletscht un de G. gehänkt Merz-Saarhölzb, Birkf. Vum Futtele küt mer an et Lege, vum L. an et Bedrege, vum B. an et Stelle, vum St. an der G. Köln. We am G. hange soll, de sterf net om Bett Köln, Dür, Elbf; wer am G. sterve sall, wed em Rhing net versuffe Köln; we tum G. geboren es, versüppt nit Elbf, Köln, Kemp-Hüls. De et Leve mög (müde) es, de hingt sich an de G. Heinsb-Hillenbg. Dat sall mech nit noch ens passieren, sät Jann Timm, do moss hej an de G. Mörs. Me moss alles probere, sat der [Bd. 2, Sp. 984]
Hanswoərscht, we se em no jen G. fuəhrten Monsch. Des Weək (Woche) fengt got an, ment Spitzbof, du hingen se öm es Moənes (Montags) morges an de G. Kemp. Vörsechtig, v., sät Jann, duə hongke se öm an de G. Kemp, Geld. He es so egensinnig as Jann Fink, de soll an de G. on woll net Viersen, Ess. Fonge (gefunden), sät de Jong, duə fongk heə si Var (Muər) an de G. SNfrk, Jül, NBerg. Gottlof, dat et nömmes va minen Verwandten es, seit de Frau, äs se ehren Mann nom G. breiten Sol. — Mot (Kühnheit) geht no de G. Mörs-Wardt. He geiht esu gern, we der Def an der G. Köln. Nen Bur wed ets (erst) Minsch, wenn he am G. hängk Köln-Deutz. An em gölde G. hange von Ehemännern, die eine Frau des Geldes wegen heiraten; reiches Elend Aach, Köln. Wat nötz mer ene gölde G., wann ich dran hange (bampele Saarbg) moss! Rip. Kall (Karl) Ender (Wortsp. zu Kalender) es in Gartrop an en G. opgehangen sagt man auf Neujahr Dinsl-Gahlen. De hängt do, wie e Dieb am G. Wend; Du lefs (lebst) wie en Kroh am G. Gummb-Stromb. De sitt us, als wənn heə va jen G. afgeschneə wür Aach, Allg., — vam G. köm (käme) Rip, Allg., — van de G. gedröpp es Rees-Elten. We sech duət werkt (arbeit), wörd onger de G. begrave Kemp, Köln, Dür. Vam G. op et Rad aus dem Regen in die Traufe Schleid-Hellenth. Dat es Botter an de G. geschmert für eine Wohltat kein Dank; vergebliche Arbeit Rip, SNfrk. Söwen es (grad) en G. voll Emmerich, Mörs, Geld, Aach, Köln; nu es de G. voll sieben Personen sind beisammen Köln; en G. voll = 7 Stück Aach; söwe Fraulüj sin ene G. voll Mörs-Xanten, Rees. — Alter, noch lebender Rechtsspruch. De Hatzper (Mettm-Hatzbg) höart no Kettweg in de Kirken, no Möllem (MülhRuhr) an et Gerich un nor Lipperheid an de G. — Halslöserätsel. Huh op klomm ich, sebbe Jonge fong ich, ene Dude bove dren, ihr Here, rot, wat dat sall sen (Galgen, ein Toter dran, Nest mit 7 Vögeln) Dür, Sieg-Ägid. — Wat häs de lever, ene Platz (Gebäck), en de Sonn gebacke, oder ene schwatze Mann am G.? Kuhmist oder Weintraube Sieg-NDollend. — Eərte (Erbsen), Bohne, G., Wepp Spruch beim Seilspringen Klev-Calcar. — Der mutt G. stohn wer im Spiel verloren hat, muss, an einer Wand stehend, mit dem Gesicht zur W., den Ball durch die Öffnung unter dem linken Arm herwerfen; wo dieser liegen bleibt, da stellen sich die andern Kinder auf, um ihm auf den Rücken zu werfen Gummb-Berghsn. — 2. übertr. Galgenähnliches. a. oberer Querbalken des Vorderpfluges mit zwei Ringen, zum Durchziehen der Pflugleine, oder die beiden aufrechten Leisten am Vorderpflug, die durch eine Querleiste [Bd. 2, Sp. 985]
oben verbunden sind; in ihm lässt sich das Hücksel (s. d.) auf- u. absetzen Meis, Simm, Koch, May, Bitb, Daun, Aden, Schleid, Neuw, Sieg, Mülh-Rh, Dinsl, Rees. — b. Überbau über dem Rade einer Schiebkarre (Schürgeskarre) Ahr, Schleid, Neuw, Sieg, Mettm, Rees. RA.: Dat es em äver noch ens vam G. op et Rad geschlage das hat aber noch einmal einen glücklichen Ausgang für ihn gehabt Sieg-Sieglar. — c. zwei senkrechte Stäbe mit einer Anzahl Querstäben an Stelle des vorderen Kopfbrettes beim Erntewagen; der Wiesbaum wird vorn durch den G. festgehalten, während er hinten mit einem Strick an den Leitern festgebunden wird; der G. ersetzt die ältern Laubreiser (s. d.) Simm-Laub, Saarbr. — d. Krummholz, an dem das geschlachtete Schwein hängt Aden-Nohn. — e. kleines Gerüst zum Aufhängen der Lampe u. Kugel auf dem Schustertische Trier, Köln, Aach, Mettm, SNfrk, Klevld. Schuster met de Pekendroht liep met de G. ower de Strot! Klev-Appeldorn, — schmitt de G. öwer de Strot! — f. Querbalken, auf dem in der Weberei das Tuch zur Revision gegen das Licht gehängt wird MGladb. — g. Teil der Kloppmaschin in der Stecknadelfabrik Aach. — h. das Gestell, in dem die Fassdauben mit dem Krummesser ausgezogen werden Kobl-Winning. — i. Schlinge an der Jagdtasche zum Anhängen der erlegten Rebhühner Bergh-Hüchelhv. — k. Gerüstteil in der Scheune Meis-Meddersh. — l. Hosenträger Wend, Ottw, Saar, WMosfrk, die Mos abwärts bis Kobl-Moselweiss (nicht Mayf, Daun, Aden); dann im Klevld in Klev, Emmerich, Mörs-Xanten. RA.: Mer muss de Bocksen droh wie de al Leckt (Leute), ohne G. nicht alles Neue nachahmen Prüm-Ihren. — In Prüm-Ihren heisst der Sg. dazu die Galg, während meist das Wort Plur. t. ist; der Plur. lautet in Wend, Saarbr, Ottw, Saarl galĭjər. Galgen-achse -s Sieg-Fussh f.: A. des Vorderpfluges. Galgen-auge -ō:x ebd. n.: Ring am Pfluggalgen zum Durchziehen der Leine. Galgen-bändchen Trier n.: B. zum Aufschnüren der Kleider. Galgen-baum -ō- Geld m.: -pfosten. RA.: Krützer (Kreuze) wie G böm schloəhn. PfWB ElsWB Galgen-berg m.: vielfach noch in FlN. RA.: Öhr bruckt net so te lopen, sät et Wif; ehr ech net do bön, fange se doch net an; du geng et möt öhr no de G. Geld-Leuth. Galgen-braten -·ə.dən MGladb-Rheind m.: ne fresche G. sen junger Taugenichts. Galgen-buckse -boks Verbr. wie G. 21 f.: Hose, die an H.trägern getragen wird, im Gegens. zur Leibchens- u. Klapphose. Galgen-dreck WMosfrk m.: in der Wend.: Su frech wie G. Galgen-driesch m.: noch vielfach FlN, z. B. Bo-Dransd, Bergh-Elsd, Ahrw-Löhnd. PfWB Galgen-feld n.: dass., z. B. Monsch-Witzerath. galgen-frech [Bd. 2, Sp. 986]
Malm-Bülling Adj.: sehr fr. Galgen-futter -ū:d- Trier-Stdt, Bitb-Geichl n.: Taugenichts. PfWB ElsWB LothWB Galgen-gänger Essen m.: dass. NRhWB PfWB ElsWB LothWB Galgen-holz n.: in den Wend.: Kromm, frech, schlecht, falsch, zäh wie G. Saar, Birkf, Simm, WEif, Malm, May, Aach; so mager wie G. Kref. Galgen-kämpchen n.: FlN. in Düss-Karnap. Galgen-kaule -kū:l f.: dass. in Jül-Güsten. Galgen-kette (s. S.) f.: K. des Vorderpfluges, die ihn mit dem Hinterpfl. verbindet Verbr. wie G. 2 a. PfWB Galgen-köpfchen -kpχə Schleid-Blumenth n.: FlN. Galgen-küppel -i- Birkf-Tiefenst m.: dass. NRhWB Galgen-mahlzeit Verbr. f.: in der RA.: Mer ment, he hel de G. er isst viel. Galgen-männchen MGladb-Rheind n.: in der RA.: Der mäckt e Geseit, äs wenn e et G. te senn (sehen) hätt. NRhWB PfWB ElsWB Galgen-nagel m.: 1. Verstellstift am Vorderpflug Kobl-Winning. — 2. Pl. scherzh. Möhren uSaar, Neuw, MGladb-Odenk. Galgen-pater Saarbg m.: in der RA.: De ka schwätzen wie e G. NRhWB Galgen-pfosten -pǫs m.: 1. –baum. RA.: Wenn einer, der krumme Beine hat, ausgefoppt wird, sagt er: Send de ding grader, so kammer se bruche für G.pöss Grevbr-Wickrathh. — 2. Stütze am Galgen des Pfluges, des Radstuhls an der Schürreskarre Sieg. Galgen-pinn -pen Schleid, Rheinb, Eusk, Bo, Köln, Bergh, MülhRh, Sol, Wippf, Sieg, MGladb-Odenk m.: scherzh. 1.a. Möhre, bes. die in längliche, vierkantige Stücke geschnittene Möhren in der Möhrensuppe Allg. — b. dicke Brotschnitte Schleid-Hellenth. — c. Gauner Jül-Inden. | |