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Rheinisches Wörterbuch 
 
eisen bis eiteln (Bd. 2, Sp. 98)
 
  NRhWB eisen :zə Neuw, Altk; ē:- Sieg, MülhRh, uWupp, Sol, Elbf (e·i.-), Mörs-Xanten (e·i.-), Geld-Straelen schw.: vor etwas Widrigem zurückschaudern; meist et est mich, wann ech dat (Widriges) sehn (dohn moss); et est enem, dat ze dohn; aber auch ech esen, dat ze dohn (hinzesehn) u. ech esen mech, dat ..; Subj. aber auch das Widrige; de blodige Lappe esen enen (mech); aber nicht nur Schreckhaftes oder Widriges kann der Grund sein, auch Unbequemes; dann nimmt e. die Bed. an: scheuen, nicht gern tun aus irgendeinem Grunde, etwa nicht gern eine Arbeit anfangen,

[Bd. 2, Sp. 99]
die unbequem ist oder deren Folgen man nicht absieht, z. B. einer möchte einen Schuldner nicht gerne mahnen, et est mich, im ze schreiwen; et est mich, en dat Hus bei die ze gohn etwa wegen eines früheren Vorkommnisses; ech ese, bei dem Wedder eruszegohn; ech ese, wann ech dran denke etwa an die kommende schwere, gehäufte Arbeit, zahlreichen Besuch udgl. — Auch subst.; et Esen küt enen an (krig enen, pack enen, üverküt enem) Rip, Allg. — Klev eisend unheimlich, schrecklich.

an- eisen: dat est enen an beim Anblick des Widrigen ergreift einen ein Schauer Rip.er -eisen ər:zən Bitb-Wiersd Geichl, Prüm: sich e., sich sehr aufregen, erschaudern, erstaunen, sich sehr aufhalten über ein Unglück, eine Hiobspost.

eis-achtig ē:sęχtəχ Kemp-Born Dülken, Geld-Straelen Adj.: unheimlich, schrecklich; et wor mech doch so e. allen (allein) be die Lik (Leiche).

Eisel ē:zəl Sieg-ODollend Rhönd Sg. t. m.: Grauen u. Bangen.

eis(e)lig e·i.slĭχ NBerg; ī- MülhRuhr; ē:- uWupp; aislik, ē-, -, ē- Klev; abseits ęsəliχ Ahrw-Königsf, Sieg-OPleis, Wittl-Binsf Adj.: 1. Grauen, Schauder erregend; schrecklich; Ekel erregend. — 2. ungeheuerlich (höchster Grad jeglicher Eigenschaft u. jeglichen Tuns); e. gruət; e. schreien.

eisern s- Kreuzn, Goar, Simm, Bernk (Hunsr-Orte) [is- Goar-NGondershsn] schw.: eisen; et äsert mich (u. mir); dat äsert em (einem) un iwerläft ene kalt.

ver- eisern fəręisərt Goar-Holzf Weiler; -ā- Goar-Stdt Part.: verschüchtert, scheu.

eiserlich sərliχ Verbr. wie eisern [is- Goar-NGondershsn; dər- Wend-Tallichtenbg Burglichtenbg; aisdər- Siegld; bər- mSaar 1833] Adj.: 1. unheimlich, Grauen erregend; schrecklich; ungeheuerlich (auch zur Steigerung dienend). — 2. in Schrecken versetzt, bang, furchtsam. eiser-fällig aisər- Boppard Adj.: ängstlich, bange.

 NRhWB eisig ē:zĭχ nur rrhein. in Neuw, Sieg, MülhRh, uWupp, Wippf, Gummb, Elbf, Wermelsk (e·i.-), Mettm-Cronenbg (ī ə.-); lrhein. nur in Bo, Sinzig Adj.: 1.a. Grauen, Ekel erregend; abschreckend; dat es e. anzesehn; ene e.ə Kerl; en e.ə Sach; e. Wedder.b. Grauen empfindend; et wuərd mir ganz e. Allg.; e. sen empfindlich gegenüber Speisen sein Bo-Lannesd. — 2. ungeheuerlich; en e.ə Brocken grosser Br.; jede Eigenschaft steigernd, z. B. e. kalt (schwer, schro, dür usf.), aber auch e. schün, e. vill; e. schreie, e. rofe, aber auch e. lache.

Eisen-spiegel s. Eulenspiegel.
 
 
Eisepot ęisəpǫt Hochw; ęisəp Hunsr m.: echter Ysop, hyssopus offic., wird zum Riechen

[Bd. 2, Sp. 100]
in den Nachmittagsgottesdienst mitgenommen, um das Einschläfern zu verhindern.
 
 
Eisik Kreuzn-Kirn m.: das Holz, auf einen Stein gelegt, das im Schlagholzsp. durch einen Schlag mit einem Stecken fortgeschnellt wird.
 
 
eiso eizō Mörs-Xanten Interj.: im Lied: Et geht necks för de Gemütlichkeit, eiso, eiso; wenn de Vader met de Moder nor de Kermes geht, eiso, eiso!

Eispel = Amsel s. Anspel; eisperlich -- s. eisen.
 
 
 NRhWB Eiss, Aissem Rhfrk sχə(n) [ęi- Goar] n.; Wend, Ottw, Saarbr, Merz Sg. u. Pl. sə(n) m.; Saarl səm u. -sən m.; Saarbg-Faha āsəln (Pl.); Bitb-Speicher īăsəl; Mosfrk sχən n. [Trier ās- u. aits-; uMos ās- u. ais-; Kobl ais- u. aits-; Daun, Prüm ēs-]; Rip ētsχe [uAhr, Köln ei-; Monsch, Aach-Ld, Jül ēsχə; Ahrw-Dernau ēstərə (Pl.)]; im Nfrk unbezeugt; n. Ort Grevbr-Frimmersd, Remschd, Gummb (itsχər); die nicht verkleinerte Form ist selten u. dann f., u. zwar s, Pl. sən, Demin. stχən Bitb-Mettend NWeis, Trier-Fell; ais Koch; ēts Rheinb, Eusk, Köln hier u. da: 1. Eiterpöckchen, kleine Eiterung, Pickel mit Eiterköpfchen, Eiterbläschen; im Rhfrk, Mosfrk auch maserartiger Ausschlag in der Haut, kleines in der Haut sitzendes Blutschwär, Hötzäsen Hautausschläge infolge der Hitze. RA.: Das es eso spetz, mer kennt en Äs demet ofsteche Saarbr-Sulzb. De hät äver e got Ezche om Röcke einen Höcker Schleid-Malzbenden, Sieg-Scheiderhöhe. — 2. übertr. sχən überkluges Kind Saarbg.
 
 
eist ait, i-, ęi- Kreuzn, Simm-Argenth, Birkf, Wend, Ottw, Saarbr-Sulzb Adv.: in folg. Anwendungen: Dat es e. kläner eine Kleinigkeit kleiner, — e. se klän, — e. ebbes kläner wohl etwas, — e. e bis-che se klän wohl etwas zu kl., — e. e bis-che kläner womöglich etwas kleiner; wanns e. geht wenn es irgendwie, einigermassen geht; wenn ichs e. wie mache kann. — Das Wort, der Positiv zu neischt nichts, ist im Aussterben; Wend-Urw hat ə ęiχtχə kläner.

Eister = Elster (s. d.); eisterlich = schrecklich s. eisen.
 
 
 NRhWB eitel Adj.: 1.a. leer, u. zwar ę·i.dəl Saarbg zwischen Mos u. Saar, WBitb bis zur Nims, im Kreis Trier um Welschbillig, dann vereinzelt in Wittl, Bernk [ęgd- WBitb-Ehlenz Rittersd Wiersd, Prüm-Leidenborn Ringhuschd; ęd- Bitb-Mettend NWeis; ęg- Prüm-Dasbg; g- Prüm-Mürlenb; ę·i.dəm Merz-Stdt]; de Sack as e.; ebbes e. machen. RA.: Droh (trage) nöt schwär un (an) e.ən Säcken! trage keine Sorgen um etwas, das dich nicht kümmert Saarbg-Faha. Den e.ə Sack as en Streitmächer die Armut ist eine Streitstifterin Bitb. E. Ähren stihn um hihchsten (höchsten) Bitb-Wiersd. Besser e miden (müden) Arm wie en e.ən Darm Bitb. — Sonst ledig.b. von der Kuh, wenn

[Bd. 2, Sp. 101]
sie wenig oder gar keine Milch mehr gibt oder wenn sie unfruchtbar ist, u. zwar ęir- Kreuzn-Weiler, Wend, Birkf; ęid- Bernk-Gräfendhron Hellertshsn Rapperath Berglicht, Trier-Orenhf Crettnach, Daun-Strohn; en e. Kuh.2.a. ę·i.d- leichtsinnig, gedankenlos; da's mer mol en e. Dengen; dir eidle Knopp kammer jo neischt ubedrauen Merz. — b. eine hohe Meinung von sich oder dem Seinen habend Bitd Speicher. — Auch Rip kann ētəl, nach dem Nnd. lautend, dieselbe Bed. haben; dat es en e.ə Geck. RA.: Alles es e., sät Salomo, als et met im an't Engk ging Köln. — c. īd- mutwillig, ausgelassen Mörs-Xanten Neuk. — 3. Adv. īγ- lauter, nur Mörs-Neuk, Ess-Werden; eiγ- Duisb; i. Gould; i. Stuten (Weck) eten (veralt.).

Eitel-keit f.: 1. nach dem Nhd. im Rip möglich. — 2. īdəlheit Mutwille Mörs-Xanten. Eitel-lidig s. eiwelig. Eitel-täut idəltøyt Dinsl m.: Narr.

eiteln ędəln Bitb-Mettend schw.: etwas e., leer machen.